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Schule für Sehbehinderte
Erziehungs- und Bildungsauftrag
henen pädagogischen Freiraum und entsprechend ihrer pädagogischen Verantwortung muß die Lehrkraft eventuell
Lehrplaneinheiten auf die besonderen Verstehens- und Erfahrungsgegebenheiten ihrer Schülerinnen und Schüler hin
modifizieren bzw. zusätzliche Unterrichtseinheiten planen.
So sollten unter anderem folgende Themenbereiche mit besonderer Sensibilität behandelt werden: Behindertsein,
Anderssein, Außenseiter; Krankheit, Leid, Tod, Angst; Gewalt und Ausgeliefertsein; Heilung, Wunder, Trost,
Angenommensein, Geborgenheit.
Der Lehrplan Katholische Religionslehre für die Schule für Sehbehinderte wurde durch Erzbischof Dr. Oskar Saier
für den Bereich der Erzdiözese Freiburg und durch Bischof Dr. Walter Kasper für den Bereich der Diözese
Rottenburg-Stuttgart am 15. September 1995 genehmigt.
Deutsch
Im Fach Deutsch gilt der Lehrplan der Grundschule unter Beachtung der folgenden Ausführungen.
Die Beherrschung der Muttersprache ist für sehbehinderte Kinder eine Möglichkeit, Beeinträchtigungen in anderen
Bereichen zu kompensieren. Deshalb muß Sprachgestaltung Unterrichtsprinzip in allen Fächern sein. Sprecherziehung und Kommunikation sind in erhöhtem Maße zu pflegen. Die sprachliche Förderung der sehbehinderten
Kinder schafft Grundlagen für die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Das Fach Deutsch wird ganzheitlich unterrichtet. Die Arbeitsbereiche müssen miteinander verbunden werden und
sollen von den Erfahrungen und dem Erlebnisbereich des Kindes ausgehen. Durch das Kennenlernen vielfältiger
Unterrichtsformen wie Partner- und Gruppenarbeit, Gespräch, Darstellendes Spiel und Vortrag werden sehbehinderte
Kinder zunehmend sicherer im Umgang mit alltäglichen Gesprächssituationen. Regelmäßige und abwechslungsreiche Übungen sind zur Sicherung erworbener Kenntnisse notwendig.
Im Unterricht mit Sehbehinderten ist auf eine deutliche Aussprache zu achten. Als Unterrichtssprache ist grundsätzlich die Hochsprache zu verwenden. Die Mundart kann aber durchaus ihren Platz im Unterricht haben. Sie soll in
ihrem Eigenwert und ihrer Ausdruckskraft erfaßt und in ihren - auch literarischen - Äußerungen gepflegt werden.
Bewußtes differenziertes Sprachverhalten der Lehrerinnen und Lehrer ist für den Aufbau der Gesprächserziehung
wichtige Voraussetzung. Auf eine deutliche Aussprache ist besonders zu achten. Sprachlichen Entwicklungsrückständen der Kinder ist mit gezielten Fördermaßnahmen zu begegnen.
Das Hören muß im Deutschunterricht verstärkt herangezogen werden. Der Einsatz von Tonträgern ist zum Beispiel
als akustisches Notizbuch für die Schulung des sprachlichen Ausdrucks und für die Erarbeitung von Texten zu
empfehlen.
In der Hörerziehung lernen die Kinder, verbalen Darbietungen Informationen zu entnehmen. Dafür bieten sich
Konzentrationsübungen an, wie das Merken von Abläufen, das Hören unter bestimmten Gesichtspunkten und das
Behalten von Sachinformationen
Im Arbeitsbereich "Miteinander sprechen" stehen Pflege und Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs im
Vordergrund. Erzählen, Berichten und planmäßige Erweiterung des Wortschatzes in Verbindung mit Erfahrungen
unterstützen die Entfaltung des kindlichen Sprachvermögens. Erziehung zum Sprechen ist auch Erziehung zum
Hören und insgesamt Zuwendung zum anderen, zu situationsgerechtem und partnerschaftlichem Verhalten.
Erziehung zur Gesprächsführung ist für das sehbehinderte Kind ein wesentlicher Bestandteil zur Kompensation des
eingeschränkten Sehens und muß in allen Lernbereichen geübt werden.
Das Darstellende Spiel ist regelmäßig in den Unterricht einzubauen. Dabei lernt das Kind angemessenes Sprachhandeln in verschiedenen Alltagssituationen kennen und anwenden. So übt es sich in der Aufnahme des Blickkontaktes sowie im Erkennen und Deuten von Gesten. Im Darstellenden Spiel können Stimme und Sprechweise sowie
natürliche Bewegungs- und Ausdrucksformen entwickelt werden. Vielfältige Übungen tragen zur Sicherheit im
Auftreten und zum Aufbau des Selbstwertgefühls bei.
Aufgabe des Arbeitsbereiches "Lesen und Verstehen" ist es, das sehbehinderte Kind zum selbständigen und ausgewählten Umgang mit Bild- und Druckmedien zu motivieren. Der unterschiedliche Entwicklungsstand der Schulanfängerinnen und -anfänger macht es erforderlich, daß während des gesamten Leselernprozesses auf die Erweiterung des elementaren Sprachvermögens, der optischen und akustischen Wahrnehmungsfähigkeit und auf die Verbesserung der Artikulationsfähigkeit geachtet wird.
Ob ein Leselehrgang mit Buchstaben, Wörtern oder Sätzen beginnt, ist weniger von Bedeutung für das Erlernen des
Lesens als das Bemühen um die wechselseitige Verbindung der methodischen Vorgehensweisen. Die Analyse und
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