Download Abbrucharbeiten
Transcript
Baustein-Merkheft Abbrucharbeiten BGI 665 Abbrucharbeiten Sicher arbeiten – gesund bleiben Impressum: Herausgeber: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Hildegardstraße 29 /30 10715 Berlin www.bgbau.de Konzeption und Gestaltung: COMMON WORKS Gesellschaft für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mbH, 60486 Frankfurt www.common.de [email protected] Druck: © Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft überarbeitete Auflage 07/2012 Abruf-Nr. BGI 665 Vorschriften- und Regelwerk Inhalt Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (BGV) (auch: Unfallverhütungsvorschrift) Berufsgenossenschaftliche Vorschriften legen Schutzziele fest und formulieren Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.Sie sind rechtsverbindlich. Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (BGR) Bei den berufsgenossenschaftlichen Regeln handelt es sich um allgemein anerkannte Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz.Sie beschreiben jeweils den aktuellen Stand des Arbeitsschutzes und dienen der praktischen Umsetzung von Forderungen aus den Vorschriften. Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI) In den berufsgenossenschaftlichen Informationen werden spezielle Hinweise und Empfehlungen für bestimmte Branchen, Tätigkeiten, Arbeitsmittel oder Zielgruppen zusammengefasst. Staatliche Gesetze und Verordnungen Arbeitschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung u.a. Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit geben dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechende Regeln und sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln sowie für den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen wieder. Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder. Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) Die Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe geben den Stand der sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen zu Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen wieder. Gleichwertigkeitsklausel Die in diesen Bausteinen enthaltenen technischen Lösungen und Beispiele schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können. 07/2012 Allgemeines Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite A 209 Gefährdungsbeurteilungen 7 A7 Gefahrstoffe Kennzeichnung/Beschäftigungsbeschränkung 9 A 181 Gefahrstoffe Grundanforderungen/Maßnahmen 11 A 211 Schimmelpilze bei der Gebäudesanierung 13 A 212 Verunreinigung durch Tauben 15 A 174 Lagerung von Druckgasflaschen im Freien 17 Arbeitsmittel Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite B 10 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen 19 B 11 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Wiederholungsprüfungen 21 B 20 Handbandschleifmaschinen und Vibrationsschleifer 23 B 21 Schlagbohr- und Stemmgeräte 25 B 132 Handkettensägen 27 Baustein-Nr. Baustein-Titel B 72 Bagger Seite Arbeitsverfahren 29 Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite B 73 Lader/Muldenfahrzeuge/Planiergeräte 31 D 75 Abbrucharbeiten 55 B 188 Seilsägen 33 D 76 Abbruch mit Großgeräten 57 B 39 Flüssiggasanlagen 35 D 77 Abbruch von Hand/Demontieren 59 B8 Absturzsicherungen auf Baustellen Seitenschutz/Absperrungen 37 D 78 Abbruch durch Sprengen 61 B9 Fanggerüste 39 D 79 Thermisches Trennen mit Sauerstoffkernlanzen 63 B 22 Anlegeleitern 41 D 155 Bohren und Sägen von Beton und Asphalt 65 B 45 Fassadengerüste 43 D 71 Abbruch von Türmen, Schornsteinen und Silos 67 B 105 Bockgerüste 45 D 31 Gasschweißen/Brennschneiden/Hartlöten 69 B 46 Schutzdächer 47 D 34 Transport von Druckgasflaschen 71 B 68 Arbeitskörbe/Arbeitssitze/Arbeitsbühnen 49 D 74 Transport von Baumaschinen 73 B 83 Schuttrutschen 51 D 196 Arbeiten am Wasser 75 D 37 Asbestzementprodukte Abbruch, Sanierung 77 D 80 Schwach gebundene Asbestprodukte 79 D 234 Mineralwolle-Dämmstoffe Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle 81 D 235 Alte Mineralwolle-Dämmstoffe Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen Eigenschaften 83 D 239 Brandschadensanierung 85 Persönliche Schutzausrüstungen Baustein-Nr. Baustein-Titel C 43 Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz Seite 53 Gefährdungsbeurteilungen Mögliche Gefährdungen A 209 Gefährdungsbeurteilung – Vorgehensweise (Handlungsschritte) 1 Festlegen und Abgrenzen der Arbeitsbereiche und Tätigkeiten Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen überprüfen, ggf. anpassen Festgelegte Schutzmaßnahmen durchund umsetzen Gefährdungen ermitteln Ziel: Sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten Gefährdungen beurteilen, Risiken bewerten Geeignete Schutzmaßnahmen auswählen und festsetzen OBeurteilen der Gefährdungen, z.B. Risiko eines Absturzes, Risiko verschüttet zu werden OAbschätzen und bewerten des Risikos anhand vorgegebener Schutzziele, z.B. in Vorschriften und Regeln, bzw. nach Ermittlung Vorgehensweise mit geeigneten Methoden. OGeeignete Schutzmaßnahmen OFestlegen/Abgrenzen der zu auswählen und festlegen, untersuchenden Arbeitsbereiche, wo erforderlich/notwendig, z.B. Betriebsorganisation, Objekt, z.B. Seitenschutz, Verbau, PSA. Baustelle, Werkstatt, und der dort OFestgelegte Schutzmaßnahmen auszuführenden Tätigkeiten. durch- und umsetzen, z.B. AnbrinOErmitteln von Gefährdungen gen des Seitenschutzes, Einbau – objekt-/baustellenunabhängig, von Grabenverbauelementen, z.B. Einsatz nicht regelmäßig Bestimmen des Verantwortlichen, geprüfter elektrischer Betriebs- Benutzen der persönlichen mittel, unzureichende UnterSchutzausrüstungen. weisung der Beschäftigten. OWirksamkeit der Schutz– objekt-/baustellenspezifisch maßnahmen überprüfen und (systematisch) nach Gewerken ggf. anpassen. und Tätigkeit, z.B. Mauerarbeiten, Erdbauarbeiten, Reinigungsarbeiten. Die Beurteilung von Gefährdungen ist dieVoraussetzung von wirksamen und betriebsbezogenen Arbeitschutzmaßnahmen. Sie ist Pflicht für jeden Unternehmer. 07/2010 Durchführung OBei gleichartigen Tätigkeiten oder Arbeitsplätzen (z.B. in Werkstatt, Büro) nur eine Tätigkeit bzw. Arbeitsplatz musterhaft beurteilen. OBei wechselnden Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufen (z.B. auf einer Baustelle) die musterhafte Anwendung prüfen und ggf. Gefährdungen für die jeweilige Baustelle ermitteln und beurteilen. Wiederholung Obei Änderungen im Betriebsablauf, Obei neuen Arbeitsverfahren, Onach Unfällen und Beinaheunfällen. 7 Mechanische Gefährdungen Elektrische Gefährdungen Schall Schwingungen s!BSTURZ sSTOLPERNRUTSCHEN STàRZEN sERFASSTGETROFFEN WERDEN sUNKONTROLLIERT BEWEGTE4EILE sUMSTàRZENDE KIPPENDE4EILE sSCHNEIDEN sSTECHEN s3TROMSCHLAG sGEFËHRLICHE +ÚRPERSTRÚME sELEKTROSTATISCHE !UmADUNGEN s,ËRM s(AND!RM s!SBESTFASERN 3CHWINGUNG s,ÚSEMITTEL Z"DURCH s)SOCYANATE !BBRUCHHAMMER s3ËUREN,AUGEN s'ANZKÚRPER s0!+0#" 3CHWINGUNG s"ENZOL Z"BEI&AHRER s$IESELMOTOR PLËTZEN3TAPLER %MISSIONEN UA s IN&ORMVON &LàSSIGKEITEN - Gasen - Dämpfen - Stäuben sBEI6ERWENDUNG VON&LàSSIGGAS s&UNKENmUG Z"BEI3CHWEISS ARBEITEN s3TAUBEXPLOSIONEN Biologische Arbeitsstoffe Körperliche Überlastungen Klima Strahlung Organisation s)NFEKTIONENDURCH +EIMEZ"BEI +ANALARBEITEN +RANKENHAUS REINIGUNG s(EBENUND 4RAGEN s:WANGS HALTUNGEN s(ITZE s+ËLTE s:UGLUFT s,UFTFEUCH TIGKEIT .IEDER schläge) s/ZON s%LEKTROMAGNE sÄBERFORDERUNG TISCHE&ELDER s5NTERFORDERUNG Z".ËHEZU s3TRESS &UNKMASTEN s3OZIALE s)NFRAROT56 "EZIEHUNGEN 3TRAHLUNGZ" Z"-OBBING SonneneinstrahLUNG,ICHTBOGEN beim Schweißen s,ASERSTRAHLUNG z.B. bei der 6ERMESSUNG Dokumentation Unterstützung OErgebnis der Gefährdungsbeurteilung, festgelegte SchutzMANAHMENUNDÄBERPRàFUNG schriftlich dokumentieren. OSicherheitsfachkraft, Sicherheitsbeauftragten, Betriebsarzt und/oder Betriebsrat bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung hinzuziehen. O(ANDLUNGSHILFENDER"'"!5 VERWENDENZ"#$2/-SZUR Gefährdungsbeurteilung. ¼ 8 2 Gefahrstoffe Psychosoziale Belastungen Brand/ Explosion s!RBEITSABLAUF s!RBEITSZEIT s1UALIlKATION s5NTERWEISUNG s6ERANTWORTUNG Sonstige Gefährdungen Arbeiten in ÄBERUND5NTER druck, in feuchtem Milieu, mit heißen Medien/Oberflächen u.a. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ BGR A1 „Grundsätze der Prävention“ BGI/GUV-I 5080 Arbeitsschutzgesetz Betriebssicherheitsverordnung TRBS 1111 „Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung“ Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (GefStoffV) Gefahrstoffe GHS-Tabelle (Auszug) A7 GHS-Gefahren- GHS-Kürzel piktogramm Kennzeichnung Beschäftigungsbeschränkung Ermittlungspflicht O Es muss festgestellt werden, ob es sich um einen Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt: Gefahrstoffe haben bestimmte Gefährdungsklassen (s. Tabelle). 1 2 3 Kennzeichnung 4 5 6 O Gebinde oder Verpackungen müssen eine Kennzeichnung tragen, bestehend aus: – Bezeichnung des Stoffes oder der Zubereitung – Piktogramm und zugehöriges Signalwort – Gefahrenhinweisen – Sicherheitshinweisen – Hersteller, Einführer (Importeur) oder Lieferant O Gefährliche Stoffe und Zubereitungen nur in zugelassenen Behältnissen aufbewahren und lagern. O Beim Umfüllen von Originalgebinden in andere Behälter müssen diese wie das Originalgebinde gekennzeichnet sein. Sicherheitsdatenblatt O Das Sicherheitsdatenblatt enthält weitere Angaben zu – Erster Hilfe, – Schutzmaßnahmen, – Verhalten bei Störfällen u.a. O Das Sicherheitsdatenblatt muss den Beschäftigten zugänglich sein. Gefahr oder Achtung explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff, selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide GHS02 Gefahr oder Achtung Selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide, entzündbare Gase, Aerosole, Flüssigkeiten, Feststoffe,selbsterhitzungsfähige Stoffe/Gemische, pyrophore Flüssigkeiten und Feststoffe, Stoffe/Gemische, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden GHS03 Gefahr oder Achtung Oxidierende Gase, Flüssigkeiten, Feststoffe GHS04 Achtung Verdichtete, verflüssigte, gelöste und tiefgekühlt verflüssigte Gase GHS05 Gefahr oder Achtung Verätzung der Haut, schwere Augenschäden, auch metallkorrosive Eigenschaften GHS06 Gefahr GHS07 Achtung Akute Gesundheitsschäden, Reizung der Haut, der Augen und der Atemwege, Sensibilisierung der Haut, narkotisierende Wirkungen GHS08 Gefahr oder Achtung chronische Gesundheitsschäden (Organschädigungen) bei einmaliger oder mehrmaliger Exposition, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Wirkungen, Lungenschäden durch Eindringen von Substanzen in die Lunge (Aspirationsgefahr), Sensibilisierung der Atemwege GHS09 Achtung oder ohne Signalwort Beschäftigungsbeschränkungen O Jugendliche dürfen Gefahrstoffen nur ausgesetzt sein, wenn – dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist, – die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist, – der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist, – betriebsärztliche oder sicherheitstechnische Betreuung sichergestellt ist. O Werdende oder stillende Mütter dürfen mit Gefahrstoffen nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist. O Gebärfähige Arbeitnehmerinnen dürfen mit Blei oder Quecksilber nur Umgang haben, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert eingehalten wird. O Werdende Mütter dürfen krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Stoffen nicht ausgesetzt sein. Vorsorgeuntersuchungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchung) oder anbieten (Angebotsuntersuchung). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. ¼ 07/2012 Gefährdungsklassen GHS01 Verwendungsverbote O Für bestimmte Stoffe gibt es Verwendungsverbote oder -beschränkungen: – Benzol – Asbest – quarzhaltige Strahlmittel – Teer Mögliche Signalwörter 9 Neue Kennzeichnung O Die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLPoder GHS-Verordnung) regelt die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen. O Für Gemische, die vorwiegend in der Bauwirtschaft eingesetzt werden, gelten die Einstufungsund Kennzeichnungsregeln erst ab dem 1.6.2015. Die Hersteller haben die Möglichkeit zur früheren Umsetzung. 10 Äußerst schwere und schwere akute Gesundheitsschäden oder Tod giftig für Wasserorganismen mit kurz- und langfristiger Wirkung O Durch GHS ändern sich die Kennzeichnungselemente: – Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen werden durch Gefahrenpiktogramme und Signalwörter ersetzt. – R-Sätze werden durch H-Sätze ersetzt. – S-Sätze werden durch P-Sätze ersetzt. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Gefahrstoffverordnung Techn. Regeln Gefahrstoffe (TRGS) Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (GHS-Verordnung) Info-Flyer Abr.Nr. 682 BGI/GUV-I 8658 GHS – global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen Jugendarbeitsschutzgesetz Mutterschutzgesetz Gefahrstoffe A 181 Betriebsanweisung Nr. Gem. §14 GEFSTOFFV Baustelle/Tätigkeit: Grundanforderungen/Maßnahmen Betrieb: MUSTER Druckdatum: Stark lösemittelhaltige Verlegewerkstoffe, toluolhaltig GISCODE: S 6 OBetriebsanweisung erstellen (Muster einer Betriebsanweisung siehe Rückseite). Hierbei ist Ihre O Feststellen, ob es sich um Berufsgenossenschaft behilflich. einen Gefahrstoff handelt und O Beschäftigte anhand der prüfen, ob ein anderer, gesundBetriebsanweisung vor Arbeitsheitlich ungefährlicherer Stoff einsatz, mindestens jedoch verwendet werden kann. (Inforeinmal jährlich und vor Einsatz mationen beim Hersteller oder eines neuen Produktes, über die Fachhandel einholen.) Gefahren in verständlicher Form O Falls ein Gefahrstoff verwendet werden muss, und kein Sicher- und Sprache unterweisen. heitsdatenblatt vorhanden ist, die- O Jugendliche mindestens halbjährlich unterweisen. ses beim Lieferanten anfordern. O Beschäftigte über Erste-HilfeO Enthält das Sicherheitsdatenblatt nur unzureichende Angaben, Maßnahmen unterrichten. sind beim Hersteller ergänzende Hinweise zu den Gefahren und Während der Arbeit Schutzmaßnahmen zu erfragen. Beispiel: Wenn der Gefahrstoff O Nicht essen, trinken, rauchen. unter speziellen Bedingungen O Hautkontakt vermeiden. vom Verwender eingesetzt wird. O Beim Umfüllen in kleinere Gebinde nur bruchfeste und beständige Behältnisse, z. B. Kunststoffbehälter, benutzen und diese wie das Originalgebinde kennzeichnen. O Spritzer beim Umfüllen vermeiden (z. B. durch Heber oder Pumpen). O Benetzte Kleidungsstücke sofort ausziehen. O Verschmutzte Arbeitskleidung einschließlich des Schuhwerks muss getrennt von Straßenkleidung aufbewahrt und regelmäßig gereinigt werden. O Hautschutz beachten: Vor der Arbeit und nach den Pausen gezielter Hautschutz, nach der Arbeit und vor den Pausen richtige Hautreinigung, nach der Reinigung und am Arbeitsende Hautpflegemittel verwenden. O Falls erforderlich, persönliche Schutzausrüstung wie Chemikalienschutzhandschuhe, Schutzkleidung, Atemschutz tragen. Gefahren für Mensch und Umwelt Einatmen oder Aufnahme durch die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen. Kann die Atemwege, Augen, Haut reizen. Vorübergehende Beschwerden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit) möglich. Kann Rausch, Herzrhythmusstörung, Leberschaden, Nierenschaden, Augenschaden, Nervenschaden, Hirnleistungsstörung verursachen. Bei höheren Konzentrationen Atem- und Herz-Kreislaufstillstand möglich. Toluol kann das Kind im Mutterleib schädigen! Das Produkt ist leichtentzündlich. Erhöhte Entzündungsgefahr bei durchtränktem Material (z.B. Kleidung, Putzlappen). Vorsicht mit leeren Gebinden, bei Entzündung Explosionsgefahr! Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation vermeiden! Arbeiten bei Frischluftzufuhr, vor allem im Bodenbereich! Bei Dämpfen mit Absaugung arbeiten! Nur ex-geschützte Be-/ Entlüftungsgeräte verwenden! Auf keinen Fall rauchen! Von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Ex-Schutz) fernhalten, offene Flammen vermeiden, kriechende Dämpfe können auch in größerer Entfernung zur Entzündung führen! Schlag und Reibung vermeiden! Elektrische Geräte z.B. Nachtstromspeicheröfen abschalten; Kühlschränke und Schwachstromanlagen z.B. Klingeln abstellen! Arbeitsbereich abgrenzen. Schilder (Verbot offener Flammen, Ex-Gefahr) aufstellen! Vorratsmenge auf einen Schichtbedarf beschränken! Gefäße nicht offen stehen lassen! Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden! Produktreste von der Haut entfernen! Nach Arbeitsende und vor jeder Pause Hände gründlich reinigen! Hautpflegemittel verwenden! Verunreinigte Kleidung wechseln! Nach Arbeitsende Kleidung wechseln! Beschäftigungsbeschränkungen beachten! Augenschutz: Bei Spritzgefahr: Gestellbrille! Handschutz: Handschuhe aus Butylkautschuk. Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert! Atemschutz: Ausschließlich umgebungsluftunabhängiges Atemschutzgerät verwenden! Hautschutz: Für alle unbedeckten Körperteile fettfreie oder fettarme Hautschutzsalbe verwenden. s u M Verhalten im Gefahrenfall Mit Spachtel aufnehmen, aushärten lassen und entsorgen! Reste z.B. mit Sand abstreuen und mechanisch entfernen. Produkt ist brennbar, geeignete Löschmittel: Kohlendioxid, Löschpulver, Schaum oder Wasser im Sprühstrahl (kein Vollstrahl)! Bei Brand in der Umgebung Behälter mit Sprühwasser kühlen! Zuständiger Arzt: Unfalltelefon: Vor der Arbeit 07/2012 r te Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln Vorsorgeuntersuchungen Erste Hilfe O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Bei jeder Erste-Hilfe-Maßnahme: Selbstschutz beachten und umgehend Arzt verständigen. Nach Augenkontakt: 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern spülen oder Augenspüllösung nehmen. Immer Augenarzt aufsuchen! Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidung sofort ausziehen. Mit viel Wasser und Seife reinigen. Keine Verdünner! Nach Einatmen: Frischluft! Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten (Zahnprothesen, Erbrochenes entfernen, stabile Seitenlagerung), Atmung und Puls überwachen. Bei Atem- oder Herzstillstand: künstliche Beatmung und Herzdruckmassage. Nach Verschlucken: Kein Erbrechen auslösen, nichts zu trinken geben. Ersthelfer: ¼ Sachgerechte Entsorgung Nicht in Ausguss oder Mülltonne schütten! Zur Entsorgung sammeln in: Nicht ausgehärtete Produktreste: Ausgehärtete Produktreste: Restentleerte Gebinde: Gebinde mit nicht ausgehärteten Produktresten: Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Gefahrstoffverordnung Technische Regeln Gefahrstoffe (TRGS) Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge 11 12 Schimmelpilze bei der Gebäudesanierung A 211 1 Sporen- und Staubkonzentration Schwach z.B. Fugen, Dichtungen, Tapeten entfernen Stark z.B. Abstemmen Mittel z.B. Putzfräse mit Absaugung, Entrümpelung Dauer der Tätigkeit Ohne besondere Gefährdung – Entzündliche Rötung der Haut OViele Schimmelpilze bilden OSchimmelpilze, besonders deren toxische (giftige) Stoffe, so genannte Mykotoxine. Sporen, können bei Aufräum-, Abbruch- und Sanierungsarbeiten OToxine können sich auch in den Baustoffen anreichern und bei freigesetzt werden und in die staubintensiver Bearbeitung (z.B. Atemluft gelangen. OSchimmelpilze zählen entspre- Schleifen, Fräsen) freigesetzt chend der Biostoffverordnung zu werden. Sie können z.B. Nieren, Leber, Blut, das Nerven- oder das den Biologischen Arbeitsstoffen. Immunsystem schädigen. ODas Infektionsrisiko spielt bei Schimmelpilzen eine untergeordGefährdung nete Rolle. OAufnahmepfade: – Atemwege Gefährdungsbeurteilung – Mund – Haut/Schleimhäute ODie Gefährdung ist abhängig OSchimmelpilze können sensibilisierend wirken und in der Folge von der Staub- und Sporenallergische Reaktionen auslösen. konzentration sowie von der Tätigkeitsdauer . Entsprechend Symptome einer Allergie sind: der zu erwartenden Gefährdung – Augenjucken und -tränen erfolgt eine Einstufung in vier – Fließschnupfen Gefährdungsklassen, aus denen – trockener Husten sich entsprechende Schutzmaß– Atemnot nahmen ergeben. Allgemeine Hinweise 07/2012 OFachkundige Beratung ist nötig, wenn keine erforderlichen Kenntnisse vorliegen. Allgemeine Schutzmaßnahmen OGrundsätzlich sind in allen Gefährdungsklassen die Mindestanforderungen der Allgemeinen Hygienemaßnahmen durchzuführen. Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen OVermeidung der Verschleppung z.B. durch Abdeckung von Mobiliar, staubdichte Abtrennung des Arbeitsbereiches. OEntsprechende Betriebsanweisung erstellen und Beschäftigte unterweisen. OBelüftung: Bei Gefährdungsklasse 3 technische Be- und Entlüftung. ¼ 13 < 2 Stunden > 2 Stunden Gefährdungsklasse 1 Gefährdungsklasse 2 OSchwarz-Weiß-Trennung: – Gefährdungsklasse 1: Getrennte Aufbewahrung von Arbeits- und Straßenkleidung. – Gefährdungsklasse 2: Abdichtung des Übergangs vom Schwarz- in den Weißbereich, Kennzeichnung des kontaminierten Bereichs, Reinigung z.B. von Werkzeugen im Schwarzbereich. – Gefährdungsklasse 3: Ein- oder MehrkammerSchleuse. OAtemschutz: – Gefährdungsklasse 1: P2-Filter (Empfehlung: TM2P). – Gefährdungsklasse 2: P2-Filter (Empfehlung: P2 mit Gebläse TH2P). – Gefährdungsklasse 3: TM3P und staubdichte Schutzbrille oder Vollmaske. OAugenschutz: – Gefährdungsklasse 1 und 2: Nur bei Spritzwasserbildung oder Arbeit über Kopf. – Gefährdungsklasse 3: Augenschutz immer erforderlich. OSchutzkleidung: – Gefährdungsklasse 1: Empfehlung: Partikeldichte, luftdurchlässige Einwegschutzkleidung der Kategorie III, Typ 5 mit Kapuze. 14 Gefährdungsklasse 3 – Gefährdungsklasse 2 und 3: Partikeldichte, luftdurchlässige Einwegschutzkleidung der Kategorie III, Typ 5 mit Kapuze tragen. In Einzelfällen wasserdichte Schutzkleidung. OHandschutz: Bei Feuchtarbeit flüssigkeitsdichte Handschuhe tragen. Vorsorgeuntersuchungen Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Weitere Informationen: Biostoffverordnung TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge BGI 858: „Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung“ BGI/GUV-I 8685 „Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten, Deponien und Gebäuden“ Verunreinigung durch Tauben A 212 Allgemeine Hinweise OVerwilderte Tauben leben in leer stehenden Gebäuden, Dachböden, Mauervorsprüngen, Fensternischen, Brücken und Industrieanlagen. OVerunreinigungen bestehen aus dem ausgeschiedenen Kot, Nestresten, Federn und verendeten Tieren. OVerunreinigungen können verschiedene Infektionen verursachen: – Lungenentzündungen, z.B. Papageienkrankheit – Durchfallserkrankungen. OBei Reinigungs-, Wartungsund Reparaturarbeiten können OVor Pausen und nach BeenBeschäftigte mit diesen gesunddigung der Tätigkeiten Hände heitsschädlichen Verunreiniwaschen. gungen in Kontakt kommen. OMaßnahmen zur Vermeidung oder Reduktion von Aerosolen, Stäuben und Nebel ergreifen. Gefährdungsbeurteilung OInfektionen über verschiedene Aufnahmewege: – Mund – Atemluft (Infektionserreger in Stäuben) – Haut oder Schleimhäute OMögliche allergisierende oder toxische Wirkungen durch: – Parasiten (Taubenzecken und -milben) -– Staub (Ausscheidungen, Hautbestandteile, Federpartikel, Schimmelpilze) OÄtzende Wirkung des Taubenkots. OFachkundige Beratung ist nötig, wenn keine erforderlichen Kenntnisse vorliegen. Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen OJe nach Größe der Sanierung Schwarz/Weiß-Anlage mit Schleuse. OWasch-, Umkleide- und Aufenthaltsmöglichkeiten bereitstellen. ONicht mit dem Besen reinigen. OZur Reinigung verunreinigter Flächen Industriesauger mit Filterpatronen der Kategorie H entsprechend DIN EN 60335-265 oder vergleichbare Geräte ver-wenden. OUm keinen Staub freizusetzen, Taubenkot vor dem Absaugen anfeuchten, wenn er vom Untergrund gelöst werden muss. OBei Tätigkeiten mit SpritzAllgemeine Schutzmaßnahmen wasserbildung gebläseunterstützte Vollmasken verwenden. OWaschgelegenheiten zur Verfü- OBei erhöhter Exposition Vollmaske der Schutzstufe TM3P gung stellen. einsetzen. 07/2012 OIn abgeschlossenen Räumen, z.B. Brückenkästen, kann auch umgebungsluftunabhängiger Atemschutz notwendig sein. OEntsprechende Betriebsanweisung erstellen und die Beschäftigten unterweisen. Vorsorgeuntersuchungen Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention Biostoffverordnung Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen“ BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen durch Taubenkot“ 15 16 Lagerung von Druckgasflaschen im Freien A 174 Abmessungen der Schutzbereiche für brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien h * 1,00 m Gase, leichter als Luft mit 2 r * 1,00 m 1 Abmessungen der Schutzbereiche für Druckgasflaschen mit brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien Gase, schwerer als Luft h ≥ 0,50 m OUnzulässig ist die Lagerung in: – engen Höfen – Durchgängen und Durchfahrten – in der Nähe von Gruben, Kanälen, Abflüssen und tiefer liegenden Räumen O Betreten des Lagers durch Unbefugte ist untersagt. Ein entsprechendes Hinweisschild ist am Zugang zum Lager anzubringen . O Es muss ein Feuerlöscher leicht erreichbar vorhanden sein. O Druckgasflaschen möglichst stehend lagern. Bei liegender Lagerung Flaschen gegen Fortrollen sichern. O Druckgasflaschen vor Sonneneinstrahlung geschützt lagern. 07/2012 Ausnahme: Flüssiggasflaschen müssen stehend gelagert werden. O Stehende Druckgasflaschen gegen Umfallen und Herabfallen sichern. O Ventile mit Schutzkappen und ggf. Verschlussmuttern sichern. O Das Umfüllen von Druckgasen in Lägern ist unzulässig. O Läger auf nicht umfriedeten Grundstücken im Freien sind einzuzäunen. O Sicherheitsabstand t 5,00 m zu benachbarten Anlagen und Einrichtungen einhalten, wenn hiervon Gefahren, z.B. gefährliche Erwärmungen, ausgehen können. O Bei Druckgasflaschen mit brennbaren Gasen dürfen sich im Schutzbereich keine Zündquellen, Gruben, Kanäle, Bodenabläufe, Kellerniedergänge befinden. O Der Schutzbereich darf sich nicht auf Nachbargrundstücke und öffentliche Verkehrsflächen erstrecken. O Schutzbereich nur an max. zwei Seiten durch mindestens 2,00 m hohe öffnungslose Schutzwände aus nicht brennbarem Material einengen. r ≥ 1,00 m Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung BGV D 34 „Verwendung von Flüssiggas“ DVS*-Merkblatt 0212 „Umgang mit Druckgasflaschen“ * DVS = Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren ¼ 17 3 18 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen Erforderliche zusätzliche Schutzmaßnahmen B 10 O TT-System und TN-S-System – Stromkreise mit Steckvorrichtungen AC 32 A über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsfehlerstrom I N 30 mA betreiben. – Andere Stromkreise mit Steckvorrichtungen über FehlerstromSchutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsfehlerstrom I N 500 mA betreiben. O IT-Systeme nur mit Isolationsüberwachung betreiben. O Weitere Schutzmaßnahmen: Als Schutzmaßnahme vor Anschlusspunkten ist auch zulässig: – Schutzkleinspannung (SELV) – Schutztrennung 1 Zusätzliche Hinweise für frequenzgesteuerte Betriebsmittel Errichtung und Instandsetzung O Elektrische Anlagen und Betriebsmittel dürfen nur von Elektrofachkräften oder von elektrotechnisch unterwiesenen Personen unter Leitung und Aufsicht von Elektrofachkräften errichtet, verändert und instand gehalten werden. Prüfung O Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind zu prüfen – nach Errichtung, Veränderung und Instandsetzung, – regelmäßig entsprechend den Prüffristen. 07/2012 Anschlusspunkte O Elektrische Betriebsmittel müssen von besonderen Anschlusspunkten aus mit Strom versorgt werden. Als besondere Anschlusspunkte gelten z.B.: – Baustromverteiler – der Baustelle zugeordnete Abzweige ortsfester elektrischer Anlagen – Transformatoren mit getrennten Wicklungen – Mobile Stromversorgungsanlagen O Steckdosen in Hausinstallationen dürfen nicht verwendet werden. Anschlusspunkte für kleine Baustellen O Werden elektrische Betriebsmittel nur einzeln benutzt bzw. sind die Bauarbeiten geringen Umfangs, dürfen als Anschlusspunkte auch – Schutzverteiler, – ortsveränderliche Schutzeinrichtungen verwendet werden. Diese Einrichtungen dürfen auch über Steckvorrichtungen in Hausinstallationen betrieben werden. ¼ 19 O Frequenzgesteuerte Betriebsmittel können Schutzmaßnahmen beeinträchtigen oder unwirksam machen. Dies kann verhindert werden, wenn: – frequenzgesteuerte Betriebsmittel mit Steckvorrichtungen AC 400 V mit I N 32 A nur über allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ mit I N 30 mA oder über einen Trenntransformator betrieben werden, – frequenzgesteuerte Betriebsmittel, die über Steckvorrichtungen AC 400 V mit IN > 32 A bis 63 A angeschlossen werden, über allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ mit I N 500 mA oder über einen Trenntransformatoren betrieben werden, – frequenzgesteuerte Betriebsmittel durch Festanschluss oder über Sondersteckvorrichtungen angewendet werden, die Abschaltbedingungen eingehalten sind und nachgeschaltete Stromkreise keine Steckvorrichtungen enthalten, 20 – Stromkreisen mit allstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder Typ B+ keine pulsstromsensitiven Schutzeinrichtungen (Typ A) vorgeschaltet sind. Symbole auf elektrischen Betriebsmitteln Gefährliche elektrische Spannung Elektrische Leitungen O Als bewegliche Leitungen sind Gummischlauchleitungen HO7RNF oder gleichwertige Bauarten zu verwenden. O Anschlussleitungen bis 4 m Länge von handgeführten Elektrowerkzeugen sind auch in der Bauart HO5RN-F zulässig. O Leitungen, die mechanisch besonders beansprucht werden, sind geschützt zu verlegen, z.B. unter festen Abdeckungen. O Leitungsroller sollen aus Isolierstoff bestehen. Sie müssen eine Überhitzungs-Schutzeinrichtung haben. Die Steckdosen müssen spritzwassergeschützt ausgeführt sein. Installationsmaterial O Steckvorrichtungen sind nur mit Isolierstoffgehäuse und nach folgenden Bauarten zulässig: – Steckvorrichtungen, zweipolig mit Schutzkontakt – CEE-Steckvorrichtungen, 5-polig O Schalter und Steckvorrichtungen müssen mindestens spritzwassergeschützt ausgeführt sein und eine ausreichende mechanische Festigkeit besitzen. Schutzisoliert (Schutzklasse II) Schutzkleinspannung (Schutzklasse III) Trenntransformator (Schutztrennung) Explosionsgeschützte, baumustergeprüfte Betriebsmittel Für rauen Betrieb Staubgeschützt Regengeschützt (Sprühwassergeschützt) Spritzwassergeschützt Strahlwassergeschützt Leuchten O Bauleuchten müssen mindestens sprühwassergeschützt ausgeführt sein. Sie sollen für rauen Betrieb geeignet sein. O Hand-/Bodenleuchten, ausgenommen solche für Schutzkleinspannung, müssen schutzisoliert und strahlwassergeschützt ausgeführt sein. Weitere Informationen: BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit Durchführungsanweisungen BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“ BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“ BGI 594 „Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung“ Elektrotechnische Regeln (DIN VDEBestimmungen) Betriebssicherheitsverordnung Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Empfehlungen für Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel B 11 Anlage/Betriebsmittel Wiederholungsprüfungen Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind regelmäßig gemäß Betriebssicherheitsverordnung durch befähigte Personen (Elektrofachkräfte) zu überprüfen und durch Prüfetikett, Banderole o. Ä. zu kennzeichnen. Die Prüfungen sind nachzuweisen. Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebrachte Betriebsmittel oder Betriebsmittel, die keine Tragevorrichtung haben und deren Masse so groß ist, dass sie nicht leicht bewegt werden können. Dazu gehören auch elektrische Betriebsmittel, die vorübergehend fest angebracht sind und über bewegliche Anschlussleitungen betrieben werden. Für Festlegungen hinsichtlich Prüffrist und Prüfer ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel kann sich der Unternehmer an der Tabelle 1A (BGV A3) orientieren. Art der Prüfung Richtwert 6 Monate, auf ordnungsgemäßen auf Baustellen Zustand 3 Monate 4). Wird bei Prüfungen eine Fehlerquote Verlängerungs< 2 % erreicht, kann und Geräteanschlussdie Prüffrist entspreleitungen mit Steckchend verlängert vorrichtung werden. Anschlussleitungen mit Maximalwert: Auf Baustellen, in Stecker Fertigungsstätten oder unter ähnlichen bewegliche Leitungen mit Stecker und Festan- Bedingungen 1 Jahr. In Büros oder unter schluss ähnlichen Bedingungen 2 Jahre. ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel (soweit benutzt) Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel nach Tabelle 1A, BGV A3 Anlage/Betriebsmittel Prüffrist Art der Prüfung Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel 4 Jahre auf ordnungsgemäßen Zustand Elektrische Anlagen und ortsfeste elektrische Betriebsmittel in „Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art“, z.B. Baustellen 1 Jahr Befähigte Person gem. TRBS 1203 Pkt. 3.3 (Elektrofachkraft 3) Prüfer Befähigte Person (Elektrofachkraft) Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche, die während des Betriebes bewegt werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an dem Versorgungsstromkreis angeschlossen sind. 4) Unternehmer, die diese variable Regelung nicht in Anspruch nehmen wollen, erfüllen die Anforderungen auch, wenn die Prüffristen in der nachfolgenden Tabelle eingehalten werden. Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen 2) 1 Monat auf Wirksamkeit Befähigte Person gem. TRBS 1203 Pkt. 3.3 Betriebsspezifische Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher Betriebsmittel auf Baustellen nach BGI 608 (Elektrofachkraft oder elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte 3) 6 Monate Fehlerstrom-, Differenzarbeitstäglich strom und Fehlerspannungs-Schutzschalter – in stationären Anlagen 1) – in nichtstationären Anlagen 2) auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung Betriebsbedingungen Beispiele/Baustelle Frist Betriebsmittel, die sehr hohen Beanspruchungen unterliegen Schleifen von Metallen (Aluminium, Magnesium und gefetteten Blechen), Verwendung in Bereichen mit leitfähigen Stäuben wöchentlich Nassschleifen von nichtleitenden Materialien, Kernbohren, Stahlbau, Tunnel- und Stollenbau 3 Monate Hochbau, Innenausbau, allgemeiner Tiefbau, Elektroinstallation, Sanitär- und Heizungsinstallation, Holzausbau 6 Monate Benutzer normaler Betrieb 1) Stationäre Anlagen sind solche, die mit ihrer Umgebung fest verbunden sind, z.B. Installationen in Gebäuden, Baustellenwagen, Containern und auf Fahrzeugen. 2) Nichtstationäre Anlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entsprechend ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch nach dem Einsatz wieder abgebaut (zerlegt) und am neuen Einsatzort wieder aufgebaut (zusammengeschaltet) werden. Hierzu gehören z.B. Anlagen auf Bau- und Montagestellen, fliegende Bauten. 3) Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen obliegt einer Elektrofachkraft. Stehen für die Mess- und Prüfaufgaben geeignete Mess- und Prüfgeräte zur Verfügung, dürfen auch elektrotechnisch unterwiesene Personen unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft Teilprüfungen durchführen. Als Kriterium zur Festlegung der Prüffristen gilt TRBS 1201 Punkt 3.5. Zur Orientierung kann aber auch die Tabelle 1B der Durchführungsanweisung zur BGV A3 verwendet werden. ¼ 07/2012 Prüffrist Richt- und Maximalwerte Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel 21 22 Weitere Informationen: BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit Durchführungsanweisungen BGI 5190 „Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel" BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“ BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“ Elektrotechnische Regeln (DIN VDEBestimmungen) Betriebssicherheitsverordnung TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftige Anlagen“ TRBS 1203 „Befähigte Personen“ Vorsorgeuntersuchungen Handtrennschleifmaschinen B 20 Hersteller, Lieferer, Einführer oder deren gesetzl. geschütztes Warenzeichen 2 Benennung: Prüfzeichen oder Nummer der Konformitätserklärung Bindung: Härte: ...........m/s= Korn: 5 Kennzeichnung von Schleifkörpern für erhöhte Arbeitshöchstgeschwindigkeiten 1 Abmessungen: 7 .............U/min. 3 bei...........................mm Ø Raum für zusätzl. vorgeschriebene Eintragung z. B. Verwendungseinschränkungen (VE) Arbeitshöchstgeschwindigkeiten (m/s) Farbstreifen (Anzahl und Kennfarbe) 50 blau 63 80 100 125 140 gelb rot grün blau + gelb blau + rot 160 180 200 225 250 280 320 blau + grün gelb + rot gelb + grün rot + grün 2 x blau 2 x gelb 2 x rot 360 2 x grün O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. 6 Betrieb 4 1 Trennscheibe 4 Flanschmutter Ordnungsgemäß aufgespannte Trennscheibe bis 230 mm Außendurchmesser Kennzeichnung O Nur gekennzeichnete Schleifmaschinen und Trennscheiben verwenden . O Kennzeichnung für erhöhte Umfangsgeschwindigkeit beachten: Zusätzliche Farbstreifen . O Richtige Trennscheibe entsprechend der auszuführenden Arbeit auswählen. O Drehzahl der Schleifmaschine mit zulässiger Umdrehungszahl der Trennscheibe vergleichen. Sie darf nicht höher sein als die der Trennscheibe . OSchleifwerkzeuge, die nicht für alle Einsatzzwecke geeignet sind, müssen mit entsprechenden Verwendungseinschränkungen (VE) gekennzeichnet sein. O Zum Aufspannen nur gleich große, zur Maschine gehörende Spannflansche verwenden und mit Spezialschlüssel aufspannen . Empfehlung: mindestens 41 mm Durchmesser ! Vor dem Aufspannen Klangprobe durchführen. O Handtrennschleifmaschinen müssen mit Schutzhauben ausgerüstet sein . O Werkstücke vor dem Bearbeiten sicher festlegen. Beim Arbeiten sicheren Standplatz einnehmen . O Maschine stets beidhändig führen – nicht verkanten ! O Trennscheiben nicht zum Seitenschleifen verwenden. O Schutzbrille und Gehörschutz benutzen. O Wenn gesundheitsgefährdende Stäube entstehen, Atemschutz verwenden. 5 4 6 Weitere Informationen: BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ Betriebssicherheitsverordnung Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge ¼ 07/2012 23 24 Schlagbohr- und Stemmgeräte 4 B 21 OGerät erst nach völligem Stillstand ablegen. 5 Persönliche Schutzausrüstungen 3 OGehörschutz verwenden . OBei Gefährdung durch abspringende Teile Augenschutz tragen . OBei Gefährdung durch gesundheitsgefährlichen Staub geeigneten Atemschutz tragen (Partikelfilter P2 oder P3). Vorsorgeuntersuchungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. 1 2 O Möglichst nur rückstoßarme und schallgedämpfte Geräte verwenden . OStumpfe Meißel oder abgebrochene Werkzeuge auswechseln. OBewegliche Anschlussleitungen gegen mechanische Beschädigung schützen. OSchlauchverbindungen (Kupplungen) bei Druckluftgeräten gegen unbeabsichtigtes Lösen sichern, z.B. Verwendung von Sicherheits-Schnelltrennkupplungen . 07/2012 OVor dem Trennen der Verbindungen von Druckluftleitungen diese drucklos machen. OImmer einen sicheren Standplatz wählen. Stemmarbeiten nicht von Leitern und Hubarbeitsbühnen ausführen. OZusatzgriffe benutzen . OVerdeckte Leitungen vor dem Bohren mit Magnet- und Leitungssuchgerät orten. OSchalterarretierung nur bei Arbeiten mit Bohrgestellen betätigen. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Betriebssicherheitsverordnung Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrations-ArbSchV) BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ 25 26 Handkettensägen B 132 2 rückschlagarme Sägeketten verwenden. OMotor abstellen, bevor die Säge abgelegt wird. OBei Transport der Kettensäge Kettenschutz aufsetzen. OBei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten Motor abschalten bzw. den Stecker herausziehen. 1 Vorsorgeuntersuchungen OIm Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob alternative Maschinen z.B. Handkreissäge, Pendelsäbelsäge eingesetzt werden können. O Betriebsanleitung des Herstellers beachten. OPersönliche Schutzausrüstung je nach Betriebsanleitung des Herstellers, Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und Risikoabschätzung tragen, z.B. – Schnittschutzkleidung oder Kleidung mit Schnittschutzeinlagen, – Schnittschutzschuhe, – Schutzhelm mit Gesichtsschutz oder Augenschutz, – Gehörschutz, – ggf. Handschuhe mit Schnittschutzeinlage. O Vor Arbeitsbeginn Wirksamkeit der Kettenbremse prüfen. OLeerlaufdrehzahl so einstellen, dass die Kette beim Starten nicht mitläuft. 07/2012 OArbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis ONur scharfe Ketten verwenden der Gefährdungsbeurteilung verund so spannen, dass sie rundum anlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuam Schwert anliegen. chungen). Hierzu Beratung durch OMöglichst rückschlagarme den Betriebsarzt. Sägeketten und -schienen verwenden. OKrallenanschlag verwenden. BeschäftigungsbeschränOStets für einen festen und kungen sicheren Stand sorgen. ONicht über Schulterhöhe sägen. OJugendliche unter 15 Jahren OBeim Startvorgang Motorketdürfen nicht an Handkettensägen tensäge sicher abstützen und beschäftigt werden. festhalten. Die Kette darf dabei OJugendliche über 15 Jahren den Boden nicht berühren. dürfen nur unter Aufsicht eines OMotorsäge stets mit beiden Fachkundigen, und wenn es die Händen festhalten. Berufsausbildung erfordert, an OMotorsäge nur mit laufender Handkettensägen arbeiten. Sägekette aus dem Holz ziehen. ODarauf achten, dass sich keine weiteren Personen im Gefahrbereich aufhalten. Weitere Informationen: ONicht mit Schienenspitze sägen. Rückschlaggefahr! BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ OBei Stechschnitten (z.B. bei Betriebssicherheitsverordnung der Altbausanierung) asymeVerordnung zur Arbeitsmedizinischen trische Führungsschiene oder Vorsorge 27 28 Bagger B 72 2 1 Gefahrbereich > = 3 1m O Personen dürfen sich grundsätzlich nicht im Fahr- oder Schwenkbereich (Gefahrbereich) aufhalten . O Nicht unter die angehobene Arbeitseinrichtung oder die gehobene Last treten. O Der Maschinenführer darf mit dem Bagger nur Arbeiten ausführen, wenn sich keine Personen im Gefahrbereich aufhalten und er den Fahrweg einsehen kann. O Ausnahmen möglich, wenn – aus betrieblichen Gründen unvermeidbar und – der Unternehmer auf Grund07/2012 lage einer Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen festgelegt hat (Betriebsanweisung). O Sichtfeld überprüfen: – der Fahrer muss einen leicht gebückten Menschen, der im Abstand von einem Meter zur Baumaschine arbeitet, sehen. Ist das nicht der Fall, müssen für diese Maschinen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden . O Geeignete Maßnahmen können beispielsweise sein: – technisch: zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der Sicht – in der Regel Pflicht für Erdbaumaschinen, die ab 2009 0,50 m erstmals in Verkehr gebracht wurden (z.B. Kamera-/Monitorsysteme ). – organisatorisch: Einsatz von Einweisern oder Sicherungsposten, Absperrung des Gefahrbereiches – ergänzend personenbezogen: Tragen von Warnwesten O Der Maschinenführer hat bei Gefahr für Personen die Gefahr bringende Bewegung zu stoppen und Warnzeichen zu geben. O Für Personen im Umfeld des Baggers gilt: – festgelegte Maßnahmen beachten – vor Betreten des Gefahrbereiches Kontakt mit Maschinenführer aufnehmen – Arbeitsweise miteinander abstimmen O Maschinenführer müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig sowie körperlich und geistig geeignet sein. O Der Unternehmer hat: – den Maschinenführer zu beauftragen, – ihn über Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen beim Einsatz von Baggern zu unterweisen (Dokumentation), ¼ 29 – die für den Einsatz von Baggern erforderlichen Vorschriften, Regeln und Informationen (Betriebsanleitung des Herstellers) zur Verfügung zu stellen und verständlich zu vermitteln, – sich vom Maschinenführer die Befähigung zum Führen und Warten von Baggern nachweisen zu lassen. O Der Maschinenführer muss – die Betriebsanleitung kennen und diese am Fahrerplatz oder an der Verwendungsstelle leicht zugänglich aufbewahren, – den Bagger bestimmungsgemäß benutzen und – festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen. O Zur Vermeidung von Quetschgefahren Sicherheitsabstand von mindestens 0,50 m zwischen sich bewegenden Teilen des Baggers und festen Teilen der Umgebung einhalten . O Vor Beginn von Aushubarbeiten Art und Lage von Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen. O Bei Wartungs-, Umrüst- und Instandsetzungsarbeiten Arbeitseinrichtungen, z.B. Tieflöffel, gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern. O Beim Wechsel von Anbaugeräten mit Schnellwechseleinrichtung muss die Verriegelung überprüft werden 4 Prüfungen O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z.B. – vor Beginn jeder Arbeitsschicht auf augenfällige Mängel durch den Baggerführer, – vor der ersten Inbetriebnahme und nach Bedarf, mind. 1 x jährlich durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundiger). O Ergebnisse dokumentieren. Vorsorgeuntersuchungen O Beim Führen von Baggern wird eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Zusätzliche Hinweise für Bagger im Hebezeugeinsatz O Sicherheitsabstand zu Grabenkanten einhalten. O Bei geböschten Baugruben und Gräben folgende Sicherheitsabstände einhalten: – bis 12,0 t Gesamtgewicht 1,00 m – über 12,0 t bis 40 t Gesamtgewicht 2,00 m O Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten. O Alle Mitarbeiter unterweisen, was zu tun ist, falls es zu Kontakt mit elektrischen Leitungen kommt. 30 4 O Last nicht über Personen hinwegführen. O Angeschlagene Lasten mit Leitseilen/Leitstangen führen. O Begleitpersonen zum Führen der Last und Anschläger müssen sich im Sichtbereich des Maschinenführers außerhalb des Fahrweges aufhalten. O Hydraulikbagger müssen mit Überlastwarneinrichtung und am Auslegerzylinder mit Leitungsbruchsicherung ausgestattet sein. O Die Überlastwarneinrichtung muss im Hebezeugbetrieb eingeschaltet sein. O Hydraulikbagger mit einer zulässigen Traglast kleiner 1000 kg bzw. einem Kippmoment kleiner 40000 Nm dürfen im Hebezeugbetrieb auch ohne Überlastwarneinrichtung und Leitungsbruchsicherung eingesetzt werden, wenn der Hersteller diesen Einsatz als bestimmungsgemäß erklärt hat. O Seilbagger müssen folgende Sicherheitseinrichtungen haben: – Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Zurücklaufen der Last – Notendhalteinrichtungen für die Aufwärtsbewegung der Hubund Auslegereinziehwerke – Lastmomentbegrenzer Zusätzliche Hinweise für Bagger bei Abbrucharbeiten O Fahrerplatz gegen herabfallende Gegenstände sichern, z.B. durch normgerechte Schutzaufbauten (Schutzdach und Frontschutz). O Nur Abbruchgeräte mit ausreichender Reichhöhe einsetzen. O Tragfähigkeit des Untergrundes feststellen, z.B. bei Arbeiten auf Geschossdecken. O Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Bauteilen einhalten. Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung BGV C22 „Bauarbeiten“ BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ BGI/GUV-I 872 „Arbeitsplattformen an Hydraulikbaggern und Ladern“ DIN 4124 DIN EN 474 BGI 759 „Schutzmaßnahmen bei Erdarbeiten in der Nähe erdverlegter Kabel und Rohrleitungen“ Lader Muldenfahrzeuge Planiergeräte 3 1 2 1m O Personen dürfen sich nicht im Fahrbereich (Gefahrbereich) aufhalten. O Nicht unter die angehobene Arbeitseinrichtung (z.B. Schaufel, Mulde, Schild) oder die gehobene Last treten. O Der Maschinenführer darf mit der Erdbaumaschine nur Arbeiten ausführen, wenn sich keine Personen im Gefahrbereich aufhalten und er den Fahrweg einsehen kann. O Ausnahmen möglich, wenn – aus betrieblichen Gründen unvermeidbar und – Unternehmer auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen festgelegt hat 07/2012 4 B 73 (Betriebsanweisung) O Sichtfeld überprüfen: – der Fahrer muss einen leicht gebückten Menschen, der im Abstand von einem Meter zur Baumaschine arbeitet, sehen. Ist das nicht der Fall, müssen für diese Maschinen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden . O Geeignete Maßnahmen können beispielsweise sein: – technisch: feste Absperrung, zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der Sicht – in der Regel Pflicht für Erdbaumaschinen, die ab 2009 erstmals in Verkehr gebracht wurden (z.B. Kamera-/Monitorsysteme ). – organisatorisch: Einsatz von Einweisern oder Sicherungsposten, Absperrung des Gefahrbereiches – ergänzend personenbezogen: Tragen von Warnwesten. O Der Maschinenführer hat bei Gefahr für Personen die Gefahr bringende Bewegung zu stoppen und Warnzeichen zu geben. O Für Personen im Umfeld der Erdbaumaschine gilt: – festgelegte Maßnahmen beachten – vor Betreten des Gefahrbereiches Kontakt mit Maschinenführer aufnehmen – Arbeitsweise miteinander abstimmen O Maschinenführer müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig sowie körperlich und geistig geeignet sein. O Der Unternehmer hat: – den Maschinenführer zu beauftragen, – ihn über Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen beim von Erdbaumaschinen zu unterweisen (Dokumentation), – die für den Einsatz von Erdbaumaschinen erforderlichen Vorschriften, Regeln und Informationen (Betriebsanleitung des Herstellers) zur Verfügung zu stellen und verständlich zu vermitteln, – sich vom Maschinenführer die Befähigung zum Führen und Warten von Erdbaumaschinen nachweisen zu lassen. O Der Maschinenführer muss – die Betriebsanleitung kennen und diese am Fahrerplatz oder an der Verwendungsstelle leicht zugänglich aufbewahren, – die Erdbaumaschine bestimmungsgemäß benutzen und – festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen. ¼ 31 3 5 Maschinenführer, – vor der ersten Inbetriebnahme und nach Bedarf, mind. 1 x jährlich durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundiger). O Ergebnisse dokumentieren. Vorsorgeuntersuchungen O Bei Geräten mit aufsitzendem Maschinenführer und einem Maschinengewicht von mehr als 700 kg ist in der Regel ein normgerechter Überrollschutz sowie ein Sicherheitsgurt erforderlich. Beim Betrieb ist dieser Gurt anzulegen. O Bei Gefahr durch herabfallende Gegenstände müssen Geräte mit normengerechtem Schutzdach eingesetzt werden . O Die Mitfahrt auf der Maschine ist nur auf den dafür vorgesehenen Fahrer- und Mitfahrersitzen zulässig. Vorhandene Sicherheitsgurte sind anzulegen. O Am Hang die Last möglichst bergseitig führen . O Beim Verfahren von Ladegeräten die Arbeitseinrichtung nahe über dem Boden halten. O Sicherheitsabstände im Bereich von Böschungs- und Baugrubenwänden einhalten. Kippstellen durch Anfahrschwellen sichern. O Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten. O Werden Lader als Abbaugeräte vor einer Abbauwand ein32 gesetzt, darf die Wandhöhe die Reichhöhe des Gerätes um nicht mehr als 1,00 m überschreiten. O Bei Betriebsende Arbeitseinrichtung absetzen und Bremsen einlegen bzw. Unterlegkeile verwenden. O Bei Wartungs-, Umrüst- und Instandsetzungsarbeiten die Arbeitseinrichtungen von Erdbaumaschinen gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern, z.B. durch Abstützböcke, Manschetten an Kolbenstangen – beim Wechsel von Anbaugeräten mit Schnellwechseleinrichtung muss die Verriegelung überprüft werden. – bei Knickgelenk-Maschinen ist das Knickgelenk ebenfalls festzulegen. Prüfungen O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z.B. – vor jeder Arbeitsschicht auf augenfällige Mängel durch den O Beim Führen von Fahrzeugen wird eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Zusätzliche Hinweise für Lader bei Abbrucharbeiten O Fahrerplatz gegen herabfallende Gegenstände sichern, z.B. durch normgerechtes Schutzdach. O Werden Abbrucharbeiten mit Ladern ausgeführt, muss deren Bauart für die Abbruchmethode geeignet sein. Die Reichhöhe ihrer Arbeitseinrichtung muss mindestens gleich der Höhe des abzubrechenden Bauteils oder Bauwerks sein. O Tragfähigkeit des Untergrundes feststellen, z.B. bei Arbeiten auf Geschossdecken. O Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Bauteilen einhalten. Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung BGV C22 „Bauarbeiten“ BGV C11 „Steinbrüche, Gräbereien und Halden“ BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ DIN EN 474 Seilsägen Sicherheitshinweise für Seile B 188 2 x freie 1,5 x freie Seillänge Seillänge Fernbedienung 2 x freie 1,5 x freie Seillänge Seillänge Freie Seillänge Seilschutz .... . .. Durchführung der Arbeiten . . ... .. 2 xxfreie 1,5 freie Seillänge Seillänge 3 Anforderungen an Bediener Sicherungsmaßnahmen O Bedienungs- und Betriebsanleitung der Maschinenhersteller beachten. O Seilsägebedienung nur durch Beschäftigte mit einschlägigen Kenntnissen und entsprechender Unterweisung. O Gefahren- und Umgebungsbereich komplett absperren. Sicherstellen, dass sich in diesem Bereich keine Personen aufhalten. Ggf. freie Seillängen abdecken. O Seilschutz an der Maschine entsprechend Herstellerangaben verwenden . O Abzutrennende Bauteile durch Unterstützung, Aufhängung oder Abspannung sichern. O Statisches System und Lage der Bewehrung beachten. O Gefahrenbereiche, in die abgetrennte Teile fallen können, fest absperren oder durch Warnposten sichern. Elektrische Arbeitsmittel O Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte nur über einen besonderen Speisepunkt mit Schutzmaßnahmen anschließen, z.B. Baustromverteiler mit RCD Persönliche Schutzaus(FI-Schutzeinrichtung). rüstungen O Not-Aus-Schalter muss zugänglich und funktionsfähig sein. Bei O Persönliche Schutzausrüstung, Gefahr umgehende Betätigung insbesondere Industrieschutzhelm, des Not-Aus-Schalters . Gehörschutz, ggf. Augenschutz und Atemschutz verwenden. 07/2012 O Bei Arbeiten über Bodenhöhe geräumige und tragfähige Standund Aufstellflächen schaffen, ggf. Absturzsicherungen anbringen. O Seilsägen und Hilfsmittel wie Führungsschienen, Umlenkrollen sicher befestigen. Ggf. Hilfsmittel, wie Hebezeuge oder Hebebühnen benutzen. O Bei Arbeiten in umschlossenen Räumen ausschließlich Maschinen mit Elektro- oder Hydraulikantrieb verwenden. Vergiftungsgefahr durch Abgase! O Beim Einfädeln des Seils in die Eckbohrungen darauf achten, dass das „Männchen“ der Schraubverbindung in Laufrichtung vor dem Diamantröllchen liegt. O Drehzahl der Antriebsmaschine entsprechend Herstellerangaben einstellen und einhalten. Gefahrenbereich Freie Seillänge Gefahrenbereich 1 Gefahrenbereich beim Horizontalsägen Fernbedienung 1 0,5 1,5 xx freie freie Seillänge Seillänge Gefahrenbereich 1,5 2 x freie Seillänge Freie Seillänge Gefahrenbereich 1,5 2 x freie Seillänge Gefahrenbereich beim Vertikalsägen Werkzeughinweise O Werkzeuge vor Arbeitsbeginn überprüfen. Fehlerhafte Diamantseile, z.B. mit abgefahrenen Diamantröllchen oder schadhaften Schraubverbindungen sowie Umlenkrollen und sonstige Werkzeuge mit Rissen, Fehlstellen oder Beschädigungen aussondern. O Verschlüsse regelmäßig auf Abnutzung kontrollieren. O Nur mit Diamantseilschutz an der Maschine arbeiten. O Funktion der Wasserfangeinrichtung regelmäig überprüfen. O Wasserlanzen-Umrichtungsarbeiten nur bei gesichertem Stillstand des Sägesystems durchführen. 2 Aus-Tasten an Antriebsaggregat und Fernsteuerung Vorsorgeuntersuchungen In gefährlichen Situationen ist die Not-Aus-Taste umgehend zu drücken. Die gedrückte Not-AusTaste schaltet das System automatisch ab und verhindert ein ungewolltes Wiedereinschalten des Systems. NOT-AUS O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. NOT-AUS Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Betriebssicherheitsverordnung ¼ 33 O Unterschiedlich stark abgenutzte Seile nicht miteinander verbinden. O Seile nicht auf bzw. um scharfe Kanten führen. Kanten vor dem Sägen auf mind. R = 10 cm abrunden. O Seile vor dem Verbinden eindrehen, um einseitigen Verschleiß zu verhindern. O Achtung: Peitscheneffekt bei Seilriss, Feste Schutzeinrichtungen, z.B. Schutzwand oder Abdeckung aus Holz anordnen. O Die Steuerung muss aus sicherer Entfernung erfolgen. Sicherheitsabstände einhalten. O Vor Schneidbeginn das Seil ohne Vorschubbewegung der Antriebsrolle leerlaufen lassen. Erst bei laufendem Seil Vorschubbewegung einleiten. O Sägeverfahren in angemessenen Zeitabständen unterbrechen, um Sägespalt hinter dem schneidenden Seil kraftschlüssig aufzukeilen bzw. bei Mauertrockenlegung wieder zu verschließen. O Sicherer Ausbau der getrennten Bauteile, z.B. mittels Sicherungs- und Aufhänge- oder Kranvorrichtungen. O Aufenthaltsverbot unter schwebenden Lasten und im Bereich ungesicherter Bauteile. 34 Flüssiggasanlagen B 39 1 3 6 1,00 m in Räumen 0,50 m im Freien 2 4 7 2,00 m in Räumen 5 1,00 m im Freien O Versorgungsanlagen (Flüssiggasflaschen oder Fässer) aus ortsbeweglichen Behältern dürfen maximal 8 Flaschen oder 2 Fässer umfassen. O Versorgungsanlagen einschließlich der leeren Behälter sind nur im Freien oder in unmittelbar vom Freien aus zugänglichen, ausreichend be- und entlüfteten Räumen zu errichten. O In Räumen unter Erdgleiche dürfen Versorgungsanlagen nicht vorhanden sein. Ausnahme: Bei fachkundiger Überwachung, ausreichender Belüftung und bei Ent07/2012 fernen der Versorgungsanlage bei längeren Arbeitspausen. O Das Aufstellen von Flüssiggasflaschen in Durchgängen, Durchfahrten, Treppenräumen, Hausund Stockwerksfluren, engen Höfen usw. ist nur für vorübergehend dort auszuführende Arbeiten zulässig, wenn gleichzeitig besondere Schutzmaßnahmen (Absperrung, Sicherung des Fluchtweges, Lüftung) getroffen sind. O Um Versorgungsanlagen besteht ein Schutzbereich, der frei von Kelleröffnungen, Luft- und Lichtschächten, Bodenabläufen, Kanaleinläufen sowie Zündquellen zu halten ist . O Ortsbewegliche Behälter müssen so aufgestellt und aufbewahrt sein, dass die Behälter und ihre Armaturen gegen mechanische Beschädigungen geschützt sind. O Flüssiggasflaschen bei Entleerung senkrecht und standsicher aufstellen. O Undichte Flüssiggasflaschen unverzüglich ins Freie bringen, an gut gelüfteter Stelle abstellen und für das Füllwerk kennzeichnen. ¼ 35 O Vereisungen an Flüssiggasflaschen niemals mit Feuer, Strahlern u.a. beseitigen! O Jedes angeschlossene Gerät (z. B. Handbrenner, Flächentrockner) muss für sich einzeln absperrbar sein. O Nicht angeschlossene Flüssiggasflasche mit der Schutzkappe und der Verschlussmutter sichern. Dies gilt auch für entleerte Flaschen. O Hinter dem Flaschenventil ist zur Erhaltung eines gleichmäßigen Druckes ein normgerechter Druckregler anzuordnen . Besonders zweckmäßig: Regler mit einstellbarem Ausgangsdruck. 36 O Zwischen Flaschenventil und Druckregler nur Hochdruckschläuche (Druckklasse 30) verwenden. Hinter dem Druckregler können auch Schläuche für besondere mechanische Beanspruchung (Druckklasse 6 mit verstärkter Wanddicke) verwendet werden. O Schlauchverbindungen müssen fabrikmäßig fest eingebundene Schraubanschlüsse haben. O Flüssiggasflaschen dürfen nur in speziellen Füllanlagen gefüllt werden. Ausnahme: Füllen von Kleinstflaschen (0,425 kg) in Füllständern . Zusätzliche Hinweise für das Arbeiten mit Flüssiggas auf Baustellen O Bei Schlauchlängen von mehr als 40 cm sind Leckgassicherungen erforderlich, die unmittelbar hinter dem Druckregler anzubringen sind. O Über Erdgleiche dürfen statt Leckgassicherungen auch Schlauchbruchsicherungen verwendet werden. Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“ 4 Seitenschutz/Absperrungen 2 1m >1,00 m 0,47 m 0,15 m 0,47 m 1 Seitenschutz – Absperrungen 3 Absturzsicherungen durch Seitenschutz bzw. Absperrungen sind erforderlich z.B. an: – Arbeitsplätzen an oder über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann, unabhängig von der Absturzhöhe , – Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann, unabhängig von der Absturzhöhe , – frei liegenden Treppenläufen und Treppenabsätzen, Wandöffnungen sowie an Bedienungsständen für Maschinen und deren Zugängen bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe , – Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern bei mehr als 3,00 m Absturzhöhe, – allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe , – Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen 9,00 m2 und Kantenlängen 3,00 m sowie Vertiefungen. O An Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Flächen mit nicht mehr als 20 Grad Neigung kann auf Seitenschutz an der Absturzkante verzichtet werden, wenn in mindestens 2,00 m Abstand von der Absturzkante eine feste Absperrung angebracht ist, z.B. mit Geländer, Ketten, Seilen, jedoch keine Flatterleinen . O Auf Seitenschutz bzw. Absperrungen kann nur verzichtet werden, wenn sie aus arbeitstechnischen Gründen, z.B. Arbeiten an der Absturzkante, nicht möglich und stattdessen Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/ Dachfanggerüste/Auffangnetze/ Schutzwände) vorhanden sind. Nur wenn auch Auffangeinrichtungen unzweckmäßig sind, darf Anseilschutz verwendet werden. O Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die Sicherheitsgeschirre benutzt werden. O Bei Öffnungen 9,00 m2 und Kantenlängen 3,00 m und Vertiefungen kann auf Seitenschutz an der Absturzkante verzichtet werden, wenn diese mit begehbaren und unverschiebbar angebrachten Abdeckungen versehen sind. Absturzkante > 60° 5 2,00 m 37 Geländerholm 3 cm 15 cm Zwischenholm 3 cm 15 cm 3 cm 15 cm 3 cm 15 cm Bordbrett 3 cm 15 cm Konstruktive Befestigung auf dem Untergrund müssen den Belag um mindestens 15 cm überragen. Mindestdicke 3 cm. Geländer- und Zwischenholm sind – Für Seitenschutzpfosten aus gegen unbeabsichtigtes Lösen, Holz, die Bild entsprechen, das Bordbrett ist gegen Kippen gilt der Brauchbarkeitsnachzu sichern. Ohne statischen Nachweis als erbracht. weis dürfen als Geländer- und Zwischenholm verwendet werden: – Bei einem Pfostenabstand bis 2,00 m Bretter mit Mindestquerschnitt 15 x 3 cm Weitere Informationen: – Bei einem Pfostenabstand bis BGV C22 „Bauarbeiten“ 3,00 m Bretter mit MindestBGI 807 „Sicherheit von Seitenschutz, querschnitt 20 x 4 cm oder Randsicherungen und Dachschutzwänden Stahlrohre Ø 48,3 x 3,2 mm als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“ DIN EN 13374 bzw. Aluminiumrohre Betriebssicherheitsverordnung Ø 48,3 x 4 mm. Bordbretter Abmessungen Seitenschutz ¼ 07/2012 2,00 m > 2,00 m Absturzsicherungen auf Baustellen Absturzsicherungen B8 38 Fanggerüste B9 b1 0,90 Absturzkante b1 0,90 Absturzkante h 2,0 Absturzkante Absturzkante h 2,00 b 0,50 1m mind. 950 mm 1m mind. 950 mm h1 2,00 m 1m mind. 950 mm 1m mind. 950 mm 0,30 m w 0,90 h1 2,00 m Größte zulässige Stützweite von systemfreien Gerüstbrettern oder -bohlen aus Holz als Belagteile in Fanggerüsten Bohlen- Absturzbreite höhe Belagkante W 0,90 m W 0,90 m Größte zulässige Stützweite (m) für doppelt gelegte Bretter oder Bohlen mit einer Dicke von für einfach gelegte Bretter oder Bohlen mit einer Dicke von 0,30 m Belagkante Wenn aus arbeitstechnischen Gründen, z.B. Arbeiten an der Absturzkante einer Fläche mit nicht mehr als 20 Grad Neigung, kein Seitenschutz verwendet werden kann, müssen stattdessen z.B. Fanggerüste angebracht werden, die ein Auffangen abstürzender Personen gewährleisten. OZur Reduzierung der Gefährdung den Höhenunterschied zwischen Absturzkante und Gerüstbelag möglichst minimieren. ODer max. Höhenunterschied zwischen Absturzkante und Gerüstbelag darf bei Fanggerüsten mit einer Breite der Fanglage von mind. 0,90 m nicht als 2,00 m betragen. Bei Ausleger-, Konsol- und Hängegerüsten mit einer Breite der Fanglage von mind. 1,30 m darf der max. Höhenunterschied 3,00 m betragen. cm m 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm 20 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 1,5 1,3 1,2 1,2 1,1 1,8 1,6 1,5 1,4 1,3 2,1 1,9 1,7 1,6 1,5 2,6 2,2 2,0 1,8 1,7 - 1,1 1,0 - 1,2 1,1 1,0 1,0 - 1,4 1,3 1,2 1,1 1,1 24 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 1,7 1,5 1,4 1,3 1,2 2,1 1,8 1,6 1,5 1,4 2,5 2,2 2,0 1,9 1,8 2,7 2,5 2,2 2,1 1,9 1,0 - 1,2 1,1 1,0 1,0 - 1,4 1,2 1,2 1,1 1,0 1,6 1,4 1,3 1,2 1,2 28 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 1,9 1,7 1,5 1,4 1,3 1,9 2,0 1,8 1,7 1,6 2,7 2,5 2,2 2,0 2,0 2,7 2,7 2,5 2,3 2,1 1,1 1,0 1,0 - 1,3 1,2 1,1 1,0 1,0 1,5 1,4 1,3 1,2 1,1 1,7 1,6 1,4 1,4 1,3 Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN 4420-1 DIN EN 12811-1 Betriebssicherheitsverordnung BGI/GUV-I 663 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“ TRBS 2121 Teil 1 ¼ 07/2012 39 40 Anlegeleitern B 22 – das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials 10 kg nicht überschreiten, – die Windangriffsfläche von mitgeführten Gegenständen nicht mehr als 1,00 m2 betragen. O Von Anlegeleitern darf nicht gearbeitet werden, wenn – von vorhandenen oder benutzten Stoffen und Arbeitsverfahren zusätzliche Gefahren ausgehen, z. B. Arbeiten mit Säuren, Laugen, Heißbitumen, – Maschinen und Geräte mit beiden Händen bedient werden müssen, z. B. Handmaschinen, Hochdruckreinigungsgeräte. O Der Beschäftigte muss mit beiden Füßen auf einer Sprosse stehen. 5 3 1m Zusätzliche Hinweise für Leitern als Verkehrswege 4 1 2 65° -- 75° O Schadhafte Leitern nicht benutzen, z. B. angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern, verbogene und angeknickte Metallleitern. Angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern nicht flicken. O Holzleitern gegen Witterungsund Temperatureinflüsse geschützt lagern. O Keine deckenden Anstriche verwenden. 07/2010 – auf augenscheinliche Mängel vor jeder Benutzung, – regelmäßig durch eine beauftragte Person. O Ergebnisse dokumentieren (Leiterkontrollbuch). =65° – 75° O Richtigen Anlegewinkel einhalten . Er beträgt bei – Sprossenanlegeleitern 65–75°, – Stufenanlegeleitern 60–70°. O Leitern nur an sichere Stützpunkte anlehnen. Mindestens 1 m über die Austrittsstelle hinausragen lassen . O Anlegeleitern gegen Ausgleiten, Umfallen, Umkanten, Abrutschen und Einsinken sichern, z.B. durch Fußverbreiterungen , dem Untergrund angepasste Leiterfüße, Einhängevorrichtungen, Anbinden des Leiterkopfes. O Leitern im Verkehrsbereich durch Absperrungen sichern. Prüfungen O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z.B. ¼ 41 Zusätzliche Hinweise für mehrteilige Anlegeleitern O Leiter nur bis zu der vom Hersteller angegebenen Länge zusammenstecken oder ausziehen. Gegen Durchbiegen sichern, z. B. durch Stützstangen. O Bei Schiebeleitern auf freie Beweglichkeit der Abweiser sowie auf Einrasten der Feststelleinrichtungen achten . 42 Zusätzliche Hinweise für Gebäudereinigerleitern O Leiter nur bis zu der vom Hersteller angegebenen Länge zusammenstecken. O Auf sichere Verbindung der Leiter-Steckanschlüsse achten. O Kopfpolster bzw. Anlegeklotz nur an sichere Stützpunkte anlehnen . O Leitern als Aufstiege nur einsetzen – bei einem zu überbrückenden Höhenunterschied d 5,00 m, – für kurzzeitige Bauarbeiten, – als Gerüstinnenleiter zum Verbinden von max. zwei Gerüstlagen, – als Gerüstaußenleiter bei Belaghöhen d 5,00 m. Ausnahme: Der Einbau von Treppen in Schächten und Gerüstinnenleitern ist nicht möglich. Zusätzliche Hinweise für Arbeitsplätze auf Anlegeleitern O Bei Bauarbeiten darf – kein höherer Standplatz als 7,00 m eingenommen werden, – bei einer Standhöhe von mehr als 2,00 m nicht länger als 2 Stunden gearbeitet werden, Weitere Informationen: BGV D36 „Leitern und Tritte“ BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN EN 131–1 und 2 Betriebssicherheitsverordnung TRBS 2121, Teil 2 Lastklassen der Arbeitsgerüste Fassadengerüste B 45 1 Gerüstfeld Stirnseitenschutz 2 Geländerholm Zwischenholm Bordbrett Belagtafeln Verankerung Längsverstrebung (Diagonalen) Spindelfüße Längsriegel Vertikalrahmen Unterlagsbohlen Allgemeines Unterschieden werden: – Systemgerüste aus vorgefertigten Bauteilen (Regelausführung nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung) Abweichungen von der Regelausführung sind zu beurteilen und ggf. zu berechnen. – Stahlrohrkupplungsgerüste (Regelausführung nach DIN 4420-3) Abhängig von den durchzuführenden Arbeiten Lastklasse und Breitenklasse wählen sowie Ständer- und Riegelabstände und Belagstärke festlegen. Montage OGerüstbau nur unter Aufsicht einer befähigten Person und von fachlich geeigneten Beschäftigten ausführen lassen. OPlan für Auf- und Abbau (Montageanweisung) erstellen und auf der Baustelle vorhalten. Die Montageanweisung enthält mindestens: – Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers/Regelausführung – Ergänzende Detailangaben bei Abweichungen – Festgelegte Maßnahmen zur sicheren Montage, z.B. Montagesicherheitsgeländer (MSG) OBeschädigte Gerüstbauteile nicht verwenden. ONicht einsatzbereite Gerüste/ Bereiche mit Verbotszeichen „Zutritt verboten“ kennzeichnen und den Zugang zur Gefahrenzone absperren. OFertiggestellte und geprüfte Gerüste/Bereiche kennzeichnen (Plan für die Benutzung anbringen, z.B. mit Prüfprotokoll ). und Bordbrett an jeder benutzten Gerüstlage montieren. OAn der Innenseite des Gerüstes Seitenschutz montieren wenn zwischen Belag und Bauwerk der Abstand mehr als 0,30 m beträgt. OAn der Innenseite darf auf das Bordbrett verzichtet werden, wenn Arbeiten an der Fassade ausgeführt werden. OBei innen liegenden Leitergängen muss im Bereich des Verkehrsweges auch in nicht benutzten Gerüstlagen der Seitenschutz vorhanden sein. Belag Prüfung OJede benutzte Gerüstlage muss voll ausgelegt und über einen sicheren Zugang, z.B. Treppe oder inneren Leitergang, erreichbar sein. OBei umlaufender Einrüstung einer Bauwerksecke den Gerüstbelag in voller Breite um die Ecke herumführen. OBei Bohlenbelägen genügend große Überdeckungen im Bereich der Riegel vorsehen. ODer Belag darf nicht wippen oder ausweichen. OAn der Innenseite des Gerüstes darf der Abstand zwischen Belag und Bauwerk höchstens 0,30 m betragen. OPrüfung des Gerüstes durch eine „befähigte Person“ des Gerüsterstellers nach Fertigstellung und vor Übergabe an den Benutzer, um den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen. OPrüfung des Gerüstes durch eine „befähigte Person“ des jeweiligen Benutzers vor Arbeitsaufnahme, um die sichere Funktion festzustellen. Verankerung OBei Gerüsten sind Anordnung (Anzahl und Höchstabstände) und Verankerungsart der Montageanweisung zu entnehmen. OGerüst fortlaufend mit dem Aufbau zug- und druckfest an tragfähigen Bauteilen der Fassade verankern. OVerankerungen in der Nähe der Gerüstknotenpunkte anordnen. Zugänge OAlle Arbeitsplätze müssen über sichere Zugänge erreichbar sein. Als Zugänge eignen sich Aufzüge, Transportbühnen, Treppen oder Leitern. OTreppen als Zugänge einbauen, wenn – über den Zugang umfangreiche Materialien transportiert werden oder ¼ 07/2012 – die Aufstiegshöhe im Gerüst mehr als 10 m beträgt oder – umfangreiche Arbeiten ausgeführt werden. OSind Aufzüge, Transportbühnen oder Treppen aufgrund der baulichen Gegebenheiten oder aufgrund der Gerüstkonstruktion nicht einsetzbar, können Leitern verwendet werden. Leitern als Zugänge nur innenliegend einbauen. Klappen in Durchstiegsbelägen unmittelbar nach dem Durchstieg schließen. 43 Seitenschutz OAn der Außenseite des Gerüstes Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm 44 Benutzung OFür die betriebssichere Herstellung und den Abbau ist der Unternehmer der Gerüstbauarbeiten, für die Erhaltung und sichere Verwendung ist der Benutzer verantwortlich. – Keine konstruktiven Änderungen am Gerüst vornehmen (z.B. entfernen von Seitenschutz, Verankerungen, Diagonalen). Lastklasse Gleichmäßig verteilte Last kN/m2 1 2 3 4 5 6 0,75 1,50 2,00 3,00 4,50 6,00 Breitenklasse/Breite w der Gerüstlage in m W 06 W 09 W 1,2 W 1,5 W 1,8 W 2,1 W 2,4 0,6 < w < 0,9 0,9 < w < 1,2 1,2 < w < 1,5 1,5 < w < 1,8 1,8 < w < 2,1 2,1 < w < 2,4 2,4 < w OGerüste nur nach dem Plan für die Benutzung (Kennzeichnung) belasten. – Innerhalb eines Gerüstfeldes darf nur eine Gerüstlage mit der zulässigen Last belastet werden. – Überlastung durch Anhäufung von z.B. Mörtelkübel, Steine, Geräte vermeiden. – einen ausreichend breiten freien Durchgang belassen, in der Praxis hat sich eine Mindestbreite von 20 cm bewährt. OFür das Absetzen von Lasten mit Hebezeugen ist ein Gerüst ab Lastklasse 4 erforderlich. – Montage von zusätzlichen Einrichtungen, wie z.B. Schuttrutschen, Aufzügen nur in Absprache mit dem Gerüstersteller. OKlappen in Duchstiegsbelägen geschlossen halten. Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung TRBS 1203 „Befähigte Person“ BGI/GUV-I 663 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“ BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN 4420-1 und 3 DIN EN 12811-1 Bockgerüste Tabelle 2: Mindestabmessungen von Gerüstbrettern/-bohlen bei Arbeitsgerüsten B 105 Lastklasse Brett- oder Bohlenbreite cm Brett- oder Bohlendicke cm 3,0 6 7 5 O Bei Gerüstböcken aus Stahl nur Original-Absteckdorne verwenden . O Bei Gerüstböcken mit Zahnstangen und Winden ist auf die Funktion der Rücklaufsperre zu achten . rs Ve 1 tre bu ng 4 3 2 Gerüstbock ,75 d2 Tabelle 1: Lastklassen der Arbeitsgerüste Lastklasse m t 0,20 m O Nur stählerne oder zimmermannsgemäß abgebundene Gerüstböcke verwenden. O Gerüstböcke nur auf tragfähiger Unterlage aufstellen. O Gerüstböcke so aufstellen, dass sich die Rücklaufsperre an der frei zugänglichen Seite befindet. O Belastung und Aussteifung von Gerüstböcken nach Herstellerangabe. O Belagstärke nach Lastklasse und Bockabstand auswählen (Tabelle 2). O Belastung und Abstände der Gerüstböcke berechnen und mit der zul. Tragfähigkeit vergleichen (Tabelle 1, 2 und 3). Geringere Abstände wählen. 10/2006 O Der Belag darf nicht wippen oder ausweichen. Er darf nicht mehr als 0,30 m über das letzte Auflager hinausragen. O Genügend große Überdeckungen im Bereich der Stöße vorsehen . O Bei Materiallagerung einen ausreichend breiten freien Durchgang belassen. O Gerüste mit Belaghöhen von mehr als 2,00 m nach Aufbauund Verwendungsanleitung verstreben . O Gerüstzugang nur über Anlegeleitern . O Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett vorsehen, wenn nach der Gefährdungsbeurteilung eine Absturzsicherung erforderlich ist . 1 2 3 4 5 6 Geländer- und Zwischenholm sind gegen unbeabsichtigtes Lösen, das Bordbrett ist gegen Kippen zu sichern. Ohne statischen Nachweis dürfen als Geländer- und Zwischenholm verwendet werden: – bei einem Pfostenabstand bis 2,00 m Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt 15 x 3 cm – bei einem Pfostenabstand bis 3,00 m Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt 20 x 4 cm oder Stahlrohre Ø t 48,3 x 3,2 mm bzw. Aluminiumrohre Ø 48,3 x 4 mm. Bordbretter müssen den Belag um mindestens 15 cm überragen. Mindestdicke 3 cm. Gleichmäßig verteilte Last kN/m2 0,75 1,50 2,00 3,00 4,50 6,00 4,0 4,5 5,0 zulässige Stützweite in m 1, 2, 3 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50 24 und 28 1,25 1,75 2,25 2,50 2,75 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50 24 und 28 1,25 1,75 2,00 2,25 2,50 5 20, 24, 28 1,25 1,25 1,50 1,75 2,00 6 20, 24, 28 1,00 1,25 1,25 1,50 1,75 4 d 1,00 m 3,5 Tabelle 3: Erforderliche Tragfähigkeit in kg1) der Gerüstböcke in Abhängigkeit von der Lastklasse, der Belagbreite und dem Abstand der Gerüstböcke VVV Gerüstbohlen als Mehrfeldträger Last- Belag- Abstand der Gerüstböcke klasse breite m 0,80 1,00 1,25 1,50 m m m m 1,75 m 2,00 m 2,25 m 2,50 m 2,75 m 1-3 0,60 138 173 216 259 302 345 388 431 474 1-3 4 5 6 0,90 207 297 432 567 259 371 540 709 323 464 675 886 288 557 810 1063 453 650 945 1240 518 743 1080 1418 582 835 1215 1595 647 928 1350 1772 712 1021 1485 1949 1-3 4 5 6 1,00 230 330 480 630 288 413 600 788 359 516 750 984 431 619 900 1181 503 722 1050 1378 575 825 1200 1575 647 928 1350 1772 719 1031 1500 1969 791 1134 1650 2166 1-3 4 5 6 1,20 276 396 576 756 345 495 720 945 431 619 900 1181 518 743 1080 1418 604 866 1260 1654 690 990 1440 1890 776 1114 1620 2126 863 1238 1800 2363 949 1361 1980 2599 1-3 4 5 6 1,50 345 495 720 945 431 619 900 1181 539 774 1125 1477 647 929 1350 1772 755 1083 1575 2067 863 1238 1800 2363 970 1393 2025 2658 1078 1548 2250 2953 1186 1702 2475 3248 1) Berechnungsformel erforderliche Tragfähigkeit eines Gerüstbockes: Bockabstand x Bockbreite x (Nutzgewicht + Bohlengewicht) x Durchlauffaktor Nutzgewicht siehe Tabelle 1; Bohlengewicht 30 kg/m2; Durchlauffaktor 1,25. (100 kg 1 kN) Weitere Informationen: ¼ 45 BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN 4420-1 DIN EN 12811-1 Betriebssicherheitsverordnung 46 Schutzdächer B 46 2 4 Schutznetze O Schutznetze unmittelbar unter dem Arbeitsplatz anordnen. O Maschenweite der Schutznetze höchstens 2,0 cm. 1 Schutzdach mit Bordwand O Schutzdächer an Gerüsten müssen mindestens 1,50 m breit sein und die Außenseite des Gerüstes um mindestens 0,60 m überragen . O Bordwände von Schutzdächern müssen mindestens 0,60 m hoch sein . O Schutzdächer bei turmartigen Bauwerken müssen aus kreuzweise verlegten Bohlen 24 x 4 cm mit dazwischen liegender 10 cm dicker Dämmschicht bestehen. Weitere Informationen 1,50 m 2 ¼ 47 0,60 m 0,60 m 1,50 m 10/2006 Schutzdach mit Bordwand Schutzdächer 0,60 m ... innerhalb der Baustelle: – über Arbeitsplätzen und Verkehrswegen (z.B. Bedienungsständen von Maschinen, Aufzügen und unterhalb von Gerüsten), – bei gleichzeitig durchzuführenden Arbeiten an übereinander gelegenen Arbeitsplätzen, – bei turmartigen Bauwerken (z.B. Schornsteinen, Türmen) im Gefahrenbereich. 0,60 m Gefahrenbereiche in der Nähe turmartiger Bauwerke oder höher gelegener Arbeitsplätze so absperren, dass unbewusstes Betreten verhindert wird. Lässt sich der Gefahrenbereich nicht absperren: Schutzdächer oder Schutznetze vorsehen. Sie sind anzubringen ... ... außerhalb der Baustelle: – wenn sich der Gefahrenbereich nicht abgrenzen lässt (z.B. zum Schutz des öffentlichen Verkehrs, von Passanten) ; 48 3 BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN 4420 – 1 BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“ Betriebssicherheitsverordnung Arbeitskörbe Arbeitssitze Arbeitsbühnen B 68 3 4 1 Im Gegensatz zu Fassadenbefahranlagen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, werden Arbeitskörbe, -sitze und -bühnen vorübergehend eingesetzt, z. B. für Montagen. O Jede Benutzung von Einrichtungen bei der Berufsgenossenschaft vorher schriftlich anzeigen. O Kräfte sicher in bestehende Konstruktionsteile bzw. Bauteile einleiten (statischer Nachweis). O Auslegerkonstruktionen für die Aufhängung von Einrichtungen entsprechend Betriebsanleitung oder statischem Nachweis aufbauen, Gegengewicht aufbringen und befestigen . O Nur Hebezeuge (Winden, Krane) verwenden, die für den Personentransport geprüft sind. O Einrichtungen mit fest angebauten Winden müssen an jedem Aufhängepunkt an zwei Tragseilen oder an einem Tragseil mit 07/2012 nen nicht überlasten und Lastanhäufungen vermeiden. O Elektroschweißarbeiten von Ausnahme: Bei Arbeitsbühnen mit isoliert aufgehängten Arbeitskörben und Arbeitsbühnen aus mindestens sechs Aufhändurchführen. Mitgeführte Elekgungen in turmartigen Bauwertrowerkzeuge müssen schutzken kann auf das Sicherungsseil isoliert sein. verzichtet werden, wenn beim O Sicherheitsgeschirre als AbEinsatz von Klemmbackengerästurzsicherung benutzen, wenn ten (z.B. Greifzügen) als HebeArbeitskörbe oder Arbeitsbühzeuge zusätzlich Blockstoppnen sich verfangen oder kippen geräte verwendet werden. können. O Nur Arbeitskörbe und -bühnen verwenden, die allseits mit O Arbeitssitze bestimmungsgemäß benutzen; vorgesehene einem mindestens 1,0 m Absturzsicherungen sorgfälig hohen Seitenschutz versehen schließen . sind. O Seile und Ketten mit Schäkeln oder festen Ösen, die nur mit Werkzeug lösbar sind, befestigen. Prüfungen Keine Seilklemmen benutzen. O Anschlagmittel nicht wechselO Art, Umfang und Fristen erforweise zum Anschlagen von derlicher Prüfungen festlegen Lasten verwenden. (Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z.B. O Arbeitskörbe und Arbeitsbühzusätzlichem Sicherungsseil aufgehängt sein. ¼ 49 – bei Arbeitskörben und -bühnen mit Winden vor der Inbetriebnahme am Aufstellort durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundiger), – bei Bedarf, mind. 1 x jährlich durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundiger). O Ergebnisse dokumentieren. Zusätzliche Hinweise bei Turm- und Schornsteinbauarbeiten O Bei Umrüstarbeiten von Arbeitsbühnen Anseilschutz benutzen. O Zur Rettung aus Gefahrensituationen Abseilgeräte bereitstellen. O Für Verständigungsmöglichkeiten sorgen, z. B. durch Fernsprechgeräte. 50 2 5 Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordung TRBS 2121-4 BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“ BGV D6 „Krane“ BGR 159 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“ DIN EN 14502-1 Schuttrutschen B 83 1 6 4 2 1 2 3 Aufbau Verwendung OBeim Auf- und Abbau Aufbau- und Verwendungsanleitungen der Hersteller beachten. ONur durch unterwiesene Personen auf- und abbauen lassen. OAusschließlich die vom Hersteller vorgesehenen Aufhängeund Befestigungskonstruktionen benutzen . OGerüstkonstruktionen im Aufhängebereich der Schuttrutsche zusätzlich verankern und verstreben . OBei Absturzhöhen von mehr als 2,00 m Absturzsicherungen vorsehen . OAb 10,00 m Aufbauhöhe zusätzliche Verankerungen anbringen . OGefahrenbereiche festlegen und absperren . OImmer Einfülltrichter verwenden . OIn regelmäßigen Abständen und vor jedem Aufbau alle tragenden Elemente und Verschleißteile auf Beschädigung überprüfen. 7 3 OZur Vermeidung von Verstop- fern und Schuttrohrabriss maximale Ablenkung nach Herstellerangaben beachten. OSchuttrutschenaustrittsöffnung ständig auf freien Austritt kontrollieren. OBei Beseitigung von Verstopfern nicht unterhalb der Schuttrohröffnung arbeiten oder das Schuttrohr verziehen. ONach Beseitigung einer Verstopfung alle tragenden Teile auf Verformung bzw. Schäden prüfen und ggf. austauschen. fen und ggf. nachweisen. OLastverteilende Unterlagen verwenden. OTragfähigkeit der Unterkon- struktion prüfen und ggf. nachweisen. OMax. Auslegerüberstand einhalten. OOriginalballastierung unverrückbar montieren. ¼ 51 OTragfähigkeit der Brüstung prü- Flachdachbefestigung 5 10/2006 Brüstungsbefestigung 52 Schrägdachbefestigung OSchrägdachbefestigung nur an Weitere Informationen: tragenden Teilen (Sparren/ Schwellholz) vorsehen. Nie auf die Dachlatten aufsetzen. Betriebssicherheitsverordnung BGV C22 „Bauarbeiten“ BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“ Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz O Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die PSA gegen Absturz benutzt werden. O Nur Karabinerhaken benutzen, die eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen haben . O Auffanggurte benutzen, wenn die Gefahr des Absturzes besteht. O Haltegurte nur dort verwenden, wo Beschäftigte lediglich gehalten oder gegen Abrutschen gesichert werden müssen. O Steigschutzeinrichtungen nur mit Auffanggurt mit vorderer Steigschutzöse benutzen . O Auffangsysteme mit Geräten mit energieabsorbierender Funktion oder Falldämpfer benutzen, wenn Maßnahmen zum Auffangen Abstürzender oder Abrutschender durchzuführen sind. O Das Verbindungsmittel – Seil/ Band – bei Benutzung straff halten und Schlaffseilbildung durch Einsatz einer Längeneinstellvorrichtung vermeiden. Höhensicherungsgeräte halten das Verbindungsmittel automatisch straff. C 43 4 1 4 6 Aufhängeöse Gehäuse Ein- und ausziehbares Verbindungsmittel Endverbindung Karabinerhaken 5 7 Mitlaufendes Auffanggerät einschließlich beweglicher Führung Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Absturz sind zu benutzen, wenn – Absturzsicherungen (Seitenschutz) aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich und – Auffangeinrichtungen (Fanggerüste, Dachfanggerüste, Auffangnetze) unzweckmäßig sind. PSA gegen Absturz können benutzt werden – bei Arbeiten geringen Umfanges, z.B. in der Nähe von Flachdachkanten, oder in der Nähe von Bodenöffnungen, 07/2012 – an Gittermasten, – bei Montagearbeiten, – in Verbindung mit Steigeinrichtungen (Steigleitern, Steigeisengänge). Dabei ist Folgendes zu beachten: O Nur CE-gekennzeichnete und EG-baumustergeprüfte Ausrüstungen (Halte- oder Auffanggurte, Verbindungsmittel [Seile/ Bänder], Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte , mitlaufende Auffanggeräte einschließlich Führung ) benutzen. O PSA gegen Absturz vor jeder Benutzung durch Inaugenscheinnahme überprüfen. O Prüfung durch einen Sachkundigen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich. O PSA gegen Absturz möglichst oberhalb des Benutzers anschlagen. O PSA gegen Absturz nur an Anschlageinrichtungen befestigen, die DIN EN 795 entsprechen. Anschlagmöglichkeiten an Teilen baulicher Anlagen können zur Befestigung benutzt werden, wenn deren Tragfähigkeit für eine Person nach den technischen Baubestimmungen mit einer Fangstoßkraft von 6 kN einschließlich den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist. ¼ 53 O Der Vorgesetzte hat geeignete Verfahren zur Rettung (z.B. Rettungskörbe, Abseilgeräte) von Beschäftigten festzulegen. Dabei beachten, dass durch längeres, bewegungsloses Hängen im Gurt Gesundheitsgefahren entstehen können. O Die richtige und sichere Benutzung der PSA und die Ausführung der Rettung praktisch üben. 2 3 54 O Die Verbindungmittel (Seile/ Bänder) nicht über scharfe Kanten beanspruchen, nicht knoten und nicht behelfsmäßig verlängern. O PSA gegen Absturz vor schädigenden Einflüssen, z.B. Öl, Säure, Lauge, Putzmittel, Funkenflug, Erwärmung über 60°, schützen und trocken lagern. O Beschädigte oder durch Absturz beanspruchte PSA gegen Absturz nicht weiter verwenden. Sie sind der Benutzung zu entziehen, bis eine fachlich geeignete Person (z.B. Sachkundiger) der weiteren Benutzung zugestimmt hat. Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ BGR/GUV-R 198 „Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“ BGR 199 „Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen“ BGI 870 „Haltegurte und Verbindungsmittel für Haltegurte“ BGI 515 „Persönliche Schutzausrüstungen“ BGG 906 „Auswahl, Ausbildung und Befähigungsnachweis von Sachkundigen für PSA gegen Absturz“ BGI/GUV-I 8699 „Erste Hilfe Notfallsituation: Hängetrauma“ Abbrucharbeiten D 75 Muster einer Abbruchanweisung Grundanforderungen/Maßnahmen Abbruchbaustelle (Ort/Straße)___________________________________Beginn:__________________ Abbruchgenehmigung, Nr.:____________________ Auftraggeber:________________________________________________Ende:___________________ O Abbrucharbeiten dürfen nur von erfahrenen und fachlich geeigneten Personen ausgeführt werden. O Unternehmen müssen über die erforderlichen Geräte und Einrichtungen verfügen. O Vor Beginn der Abbrucharbeiten ist durch den Unternehmer eine baustellenbezogene Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. O Abbrucharbeiten dürfen erst begonnen werden, wenn eine Abbruchanweisung durch den Unternehmer erteilt wurde. O Schriftliche Abbruchanweisungen sind z.B. erforderlich bei Abbruch mit Großgeräten, Demontieren, Sprengen, Umgang mit Gefahrstoffen und Gebäudeschadstoffen. Vorbereitende Maßnahmen O Vor Beginn der Abbrucharbeiten baulichen Zustand des abzubrechenden Bauwerkes und angrenzender Bauteile in statischer und konstruktiver Hinsicht untersuchen. O Art, Zustand und Lage vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen. O Abbruchverfahren nach örtlichen Gegebenheiten auswählen. Je nach Möglichkeiten kommen zur Anwendung: Stemmen, Demontieren, Abgreifen, Einschlagen, Reißen, Eindrücken, Diamantbohren und -sägen, Sprengen und Sonderverfahren. O Überprüfen, ob gefährliche Stoffe, Gase, Dämpfe, Stäube, Nebel oder andere Industrierückstände auftreten können. Arbeitsanweisung aufstellen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. 07/2012 Abbruchanweisung O Diese muss u.a. Angaben enthalten über: – konstruktive Besonderheiten – Art, Umfang und Reihenfolge der Arbeiten – Abbruchverfahren – Art und Anzahl der einzusetzenden Geräte und Maschinen – Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege – Absturzsicherungen – Abbruchtiefen und mögliche Auswirkungen auf angrenzende Gebäude – Sicherungsmaßnahmen, z.B. Absperren von Gefahrbereichen – Schutzmaßnahmen gegen auftretende Gefahrstoffe Durchführung der Arbeiten O Abbruchobjekt muss durch Aufsichtführenden ständig beobachtet werden. Er darf nicht gleichzeitig z.B. als Baggerführer tätig sein. O Bei plötzlich auftretenden Ge- fahren sofort Arbeiten einstellen. O Bauteile niemals durch Unterhöhlen oder Schlitzen zum Einsturz bringen. O Einsatz und Zusammenwirken von Maschinen und Geräten regeln. O Gegenseitige Gefährdungen vermeiden. O Verkehrswege und Fluchtwege von Abbruchmaterialien freihalten, Gefahrbereiche absperren oder durch Warnposten sichern. O Beim Befahren oder Arbeiten auf Decken mit Großgeräten, z.B. Baggern, Raupen, zuvor Tragfähigkeit vorhandener Decken und Wände überprüfen. O Decken und tragende Bauteile nicht durch Schuttmassen überlasten. O Abbruchmaterial nach abfallund umweltrechtlichen Bestimmungen trennen, verwerten bzw. entsorgen. Aufsichtführender (Polier):_____________________________ Fachbauleiter:____________________ Bauleiter, LBO:______________________________________ Koordinator des Auftraggebers:____________________ Zuständige BG:______________________________________ Mitglieds-Nr.:_____________________ ja nein Einsatz von Subunternehmern: Wenn ja, für welchen Teilbereich:________________________________________________________ Kurzbeschreibung der baulichen Anlage*:_________________________________________________ ___________________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________________ Konstruktive Besonderheiten:___________________________________________________________ Art und Lage verbleibender Ver- und Entsorgungsleitungen*:__________________________________ Sicherung des öffentlichen Verkehrs durch:________________________________________________ Reihenfolge und Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte:__________________________________ ___________________________________________________________________________________ __________________________________________________________________________________ Vorgesehene Arbeitsabschnitte:_________________________________________________________ Gewählte Abbruchverfahren* (ggf. mehrere):_______________________________________________ Geplanter Maschinen- und Geräteeinsatz: ________________________________________________ Tragfähigkeit befahrbarer Decken, kN/qm:_________________________________________________ ja nein Abbruchstatik: Vorsorgeuntersuchungen Schutz benachbarter Grundstücke durch:_________________________________________________ O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Besondere Sicherheitsleistung benachbarter Grundstücke/Anlagen:_____________________________ Abstützmaßnahmen am Gebäude:_______________________________________________________ Erforderliche Gerüste/Schutzdächer:_____________________________________________________ Zugänge zu den Arbeitsplätzen über:_____________________________________________________ Erforderliche Absturzsicherungen:_______________________________________________________ ¼ Personenaufnahmemittel mit Kran/Bagger und Anzeige bei der BG erforderlich: ja nein Besondere Gefahrstoffe im Baustellenbereich:_____________________________________________ Weitere Informationen: Erforderliche persönliche Schutzausrüstungen:_____________________________________________ BGV C22 „Bauarbeiten“ Bauordnungen der Länder Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“ Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS 524 „Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen“ BGI 858 „Gesundheitsgefährdungen durch biologische Abeitsstoffe bei der Gebäudesanierung“ BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen durch Taubenkot“ 55 Sicherung des Grundstücks nach Beendigung der Arbeiten:___________________________________ Abfuhr umweltschädlicher Stoffe auf Sondermülldeponie:_____________________________________ Entsorgung Abbruchmaterial auf Siedlungsabfalldeponie:____________________________________ *Siehe ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten (DIN 18459) Stempel/Datum/Unterschrift des Abbruchunternehmers 56 Abbruch mit Großgeräten 2 4 D 76 Vorsorgeuntersuchungen. O Beim Führen von Abbruchgeräten werden arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. 3 O Bauteile nicht von Hand, auch nicht mit Stangen und Zahnstangenwinden, zum O Abbrucharbeiten nach Abbruch- Einsturz bringen. O Schuttmassen kontinuierlich anweisung durchführen. abräumen, damit Wände und O Der Aufenthalt von Personen Decken nicht überlastet werden. im Gefahrbereich während des O Decken nur dann mit Geräten Betriebes ist verboten. Als Gebefahren, wenn ausreichende fahrbereich gilt der jeweilige Tragfähigkeit nachgewiesen ist. Sicherheitsabstand zuzüglich 4,00 m nach allen Seiten um das O Staubbekämpfung durch Sprühdüse am Ausleger des Abbruchgerät. Abbruchbaggers . O Sichere Standfläche für das O Manuelle Staubbekämpfung Abbruchgerät gewährleisten mittels C-Wasserschlauch, Stand(Keine Hohlräume! Ebener Unterort des Bedieners außerhalb des grund! Kellerwände/Fundamente Gefahrenbereichs. beachten!) O Geräteüberlastung durch Schutt, Bauteile oder durch VerRampen, Aufschüttungen fangen der Arbeitswerkzeuge vermeiden. O Aufschüttungen für AbbruchO Ausreichenden Sicherheitsgeräte maximal 10 m hoch und abstand zu stromführenden Leitungen/Hochspannungsleitungen hohlraumfrei herstellen. Schüttgut ausreichend verdichten. Bei Aufgewährleisten. schüttungen höher 10 m BodenO Labile Bauteile vorab entfergutachter/Statiker einschalten. nen. O Neigung der Auffahrtrampe O Bauteile nicht durch Untermaximal 10°. höhlen oder Einschlitzen zum O Plattformgrundfläche minEinsturz bringen. destens 2 m breiter und 3 m O Arbeitseinrichtungen (z.B. länger als das Baggerlaufwerk Einziehhaken, Arbeitsstiele) an herstellen. Hydraulikbaggern mit Abweisblechen ausrüsten . Durchführung der Abbrucharbeiten Vorbereitung der maschinellen O Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Abbrucharbeiten Bauteilen einhalten . O Festlegung der Abbruchreihen- O Nur Abbruchgeräte mit ausreichender Reichhöhe einsetzen. folge unter Beachtung der BauBeim Abgreifen muss die Reichkonstruktion. O Bedienungs- und Betriebsanlei- höhe mindestens 0,50 m höher als die höchsten abzubrechenden tung der Hersteller für das Bauteile sein. Abbruchgerät beachten. O Schutz des Geräteführers vor herabfallenden Gegenständen durch Schutzgitter (FOPS) . O Nur qualifizierte, erfahrene und unterwiesene Geräteführer einsetzen. ¼ 0,5 m 1 Eindrücken Abgreifen Einziehen H H H 0,5 H 07/2012 0,5 H 1,5 H 57 58 Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ DIN 18007 Abbrucharbeiten ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten (DIN 18459) Betriebssicherheitsverordnung Abbruch von Hand/ Demontieren Vorsorgeuntersuchungen D 77 O Stürze und Träger nicht fallen lassen, sondern sichern und abheben. O Lasten vor dem Trennen oberhalb des Schwerpunktes anschlagen, um gefährliche Horizontalkräfte zu vermeiden. Schwerpunktlage vorher ermitteln. O Bauteile dürfen zum Anschlagen nur begangen werden, wenn sie mindestens 20 cm breit sind. O Verbindungen und Anschlüsse von Bauteilen erst lösen, wenn diese gegen Herabfallen gesi- 1 3 1 2 07/2012 Sie dürfen nur an tragfähigen Bauteilen befestigt werden . O Zur Staubreduzierung Container mit einer geschlossenen Plane abdecken . O Bei Gewölben besondere Maßnahmen treffen, um die Schubkräfte sicher abzuleiten. O Bei Krag-Konstruktionen die Kippgefahr durch Wegfall der Auflast oder der Einspannung berücksichtigen. Gerüste beim Abtragen von Hand 5 O Beim Brennschneiden darauf achten, dass Personen durch herabfallende Schlacke nicht gefährdet werden und keine Brandgefahr besteht. Feuerlöscheinrichtungen bereithalten. Arbeitsplätze 4 O Treppenhäuser möglichst lange erhalten und von Bauschutt freihalten. O Aufstiege nicht in die Nähe von Abwurfplätzen legen. O Decken und Wände nicht durch Anhäufung von Bauschutt überlasten! Im Zweifelsfall abstützen und verstreben. O Geschlossene Rutschen bis zur Übergabestelle verwenden. O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Zusätzliche Hinweise für chert sind, z.B. durch Anschlagen am Hebezeug. O Trennschnitte nur von sicheren Standplätzen ausführen. Abbruchanweisung beachten. O Lärm- und vibrationsgeminderte Maschinen und Geräte verwenden. ¼ 59 O Einzelne Träger und Balken, Türblätter oder flach gelegte Leitern nicht als Arbeitsplätze oder Verkehrswege benutzen. O Abbrucharbeiten (Stemmarbeiten) nicht von Leitern und Hubarbeitsbühnen ausführen. Ausnahme: z. B. Abbrennen von Bewehrungseisen und Sicherungsarbeiten. O Nicht ungesichert auf Mauerkronen arbeiten. O Bei nicht durchtrittsicheren Bauteilen sind Lauf- und Arbeitsstege zu verwenden. O Deckenöffnungen, Deckenkanten und nicht benutzte Abwurfschächte mit Absturzsicherungen versehen, z. B. Seitenschutz . O Öffnungen durchtrittsicher und unverschiebbar abdecken. O Auf Absturzsicherungen kann nur verzichtet werden, wenn sie aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich und stattdessen Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/Dachfanggerüste/Auffangnetze) vorhanden sind. Nur wenn 60 auch Auffangeinrichtungen unzweckmäßig sind, darf geeignete Schutzausrüstung gegen Absturz verwendet werden. O PSA gegen Absturz nur an Anschlageinrichtungen befestigen, die DIN EN 795 entsprechen. Anschlagmöglichkeiten an Teilen baulicher Anlagen können zur Befestigung benutzt werden, wenn deren Tragfähigkeit für eine Person nach den technischen Baubestimmungen mit einer Fangstoßkraft von 6 kN einschließlich den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist. O Der Vorgesetzte hat die geeigneten Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass Anseilschutz benutzt wird. O Staubarme Abbruchverfahren anwenden. O Staubentwicklung mit Wasser einschränken bzw. Atemschutzgeräte benutzen, z. B. Filtermasken mindestens mit P2-Filter. O Gehörschutz benutzen, wenn lärmerzeugende Abbruchverfahren (z.B. mit Abbruch- oder Bohrhämmern) angewandt werden. O Gerüste für Abbrucharbeiten müssen mindestens der Lastklasse 3 entsprechen. O Verankerungen unempfindlich gegen Steinschlag ausbilden, z. B. durch zangenartige Verklammerungen hinter Gebäudeteilen . O Gerüste nicht durch Bauschutt überlasten. Gerüstlagen regelmäßig reinigen. Auskragende Schutzdächer möglichst vermeiden. O Bei Planen- oder Netzverkleidungen Anordnung und Anzahl der Verankerungen statisch nachweisen. O Fassadengerüste dem Abbruchfortschritt entsprechend abbauen. Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung DIN 4420 DIN EN 12811-1 BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ BGR/GUV-R 194 „Benutzung von Gehörschutz“ BGR/GUV-R 198 „Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“ Betriebssicherheitsverordnung DIN EN 795 Abbruch durch Sprengen Vorbereitung der Sprengarbeiten O Anzeigen der Sprengarbeiten bei der zuständigen Behörde. O Durchführung von Lademengenberechnungen, Spreng- und Zündplänen, soweit es Größe und Lage der Sprengobjekte erfordern. O Beachten von konstruktiven Besonderheiten. O Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege z.B. für Bohrarbeiten vorsehen. O Vorschwächungsarbeiten nur soweit durchführen, dass die Standsicherheit des Bauwerks bzw. der Bauwerksteile nicht gefährdet ist. O Erschütterungsarm Bohren. Planung der Sprengarbeiten O Die Durchführung der Bauwerkssprengungen ist ausführlich zu planen: – Umfang der Entkernung – Festlegungen zur notwendigen Vorschwächung des Bauwerks – Überlegungen zur Fallrichtung und des dazu erforderlichen Fallbettes – Maßnahmen zur Verhinderung von Steinflug, Staub, Erschütterungen – Sprengberechtigter benötigt für die jeweilige Sprengarbeit ausreichende Kenntnisse O Gegebenenfalls ist ein geeigneter Baustatiker in die Planung einzubinden. Durchführen der Sprengarbeiten O Sprengungen von Bauwerken und Bauwerksteilen dürfen nur von Sprengberechtigten ausgeführt werden, die aufgrund eines Erlaubnis- oder Befähigungsscheines nach Sprengstoffgesetz dazu berechtigt sind. O Auf der Baustelle ist der Sprengberechtigte allein verantwortlich und weisungsberechtigt. O Umgang mit Spreng- und Zündmitteln ist nur dem Sprengberechtigten und seinen von ihm beaufsichtigten Sprenghelfern gestattet. O Beim Laden und Besetzen sind Unbeteiligte fern zu halten sowie die entsprechenden Bereiche abzusperren. D 78 O Beim Umgang mit Sprengstoffen und Zündmitteln im Abstand von weniger als 25 m Entfernung nicht rauchen, kein offenes Licht oder Feuer verwenden sowie keine Schweiß-, Schneid- oder andere Funken reißende Arbeiten ausführen. O Sprengstellen, von denen Gefahren durch Steinflug ausgehen können, müssen mit geeigneten Materialien abgedeckt werden, z.B. Strohballen, Gummimatten. O Den Gefahrbereich festlegen und absichern. O Alle Beteiligten sind über die Bedeutung der Sprengsignale zu unterrichten: – 1. Sprengsignal = ein langer Ton = sofort Sprengbereich verlassen / in Deckung gehen – 2. Sprengsignal = zwei kurze Töne = es wird gezündet – 3. Sprengsignal = drei kurze Töne = das Sprengen ist beendet oder die Sprengarbeit ist unterbrochen, und die Deckung darf verlassen werden O Sprengsignale beachten. O Die Sprengstelle erst nach Freigabe durch den Sprengberechtigten betreten. O Nicht gezündete Sprengmittel/Versager dürfen nur durch den Sprengberechtigten beseitigt werden. O Gegebenenfalls ist ein Sachverständiger erforderlich. Weitere Informationen: BGV C24 „Sprengarbeiten“ Sprengstoffgesetz BGR/GUV-R 241 „Sprengarbeiten“ 07/2012 61 62 Thermisches Trennen mit Sauerstoffkernlanzen D 79 Zusätzliche Hinweise für den Brandschutz 4 3 2 1 O Bei Durchbrüchen in Räumen mit Brandgefahr: Schutz gegen Funkenflug vorsehen. O Zum Eindämmen des Funkenfluges ggf. Prallwände einsetzen. O Gefahrbereiche hinter den zu trennenden Bauteilen absperren. Lavafluss (Brennschlacke) am Boden durch ein Sandbett auffangen. O Vor Arbeitspausen glühende Schlacke entfernen oder ablöschen. O Für ausreichende Belüftung und Rauchabführung sorgen. Ggf. Ventilatoren einsetzen. O Griffstück der Sauerstoffkernlanze mit Prallscheiben oder Schutzschalen zusätzlich vor Wärme schützen. O Alle Geräte und Betriebsmittel öl- und fettfrei halten. Persönliche Schutzausrüstungen O Spezielle persönliche Schutzausrüstungen benutzen: – Sicherheitsschuhe mit Ledergamaschen oder Schaftstiefel – Schutzanzug (spritzerabweisend, ungefüttert und schwer entflammbar) – Stulpenhandschuhe (spritzerabweisend und schwer entflammbar) – Schutzhelm mit umlaufender Krempe und Gesichtsschutz mit Drahtgewebe – Schweißerschutzfilter der Schutzstufe 4 – Gehörschutz – evtl. Atemschutz O Bei Brandgefahr muss eine Genehmigung des Verantwortlichen und eine Betriebsanweisung des Arbeitgebers vorliegen. O Alle brennbaren Teile aus der gefährdeten Umgebung entfernen. O Nicht entfernbare brennbare Teile abdecken. O Öffnungen abdichten. O Geeignete Feuerlöschmittel bereitstellen, z. B. Pulverlöscher, unter Druck stehende Wasserschläuche. O Bis 24 Stunden nach Beendigung der Arbeiten mehrfach die Arbeitsstelle auf Brandnester überprüfen (Brandwache gemäß Betriebsanweisung). Vorsorgeuntersuchungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge DVS*-Merkblatt 2101 – „Umgang mit Sauerstoffkernlanzen“ *DVS = Deutscher Verband für Schweißtechnik 07/2012 63 64 Bohren und Sägen von Beton und Asphalt O Vor Beginn der Arbeiten Arbeitsbereich auf Vorhandensein und Verlauf von Leitungen, Kanälen und nicht tragfähigen Bauteilen überprüfen. OSchutzmaßnahmen im Einvernehmen mit Auftraggeber und ggfs. Eigentümer, Betreiber, zuständigen Behörden festlegen. OStandsicherheit der Bauteile jederzeit gewährleisten. 07/2012 O Abzutrennende Bauteile durch Unterstützung, Aufhängung oder Abspannung sichern. Lage der Bewehrung und statisches System beachten. O Gefahrbereiche, in die abgetrennte Teile fallen können, absperren oder durch Warnposten sichern. O Bei Arbeiten über Bodenhöhe geräumige und tragfähige Standflächen schaffen, ggfs. Absturzsicherungen anbringen. D 155 O Führungsschienen und Grundplatten von Maschinen sicher befestigen. Biegebeanspruchung von Befestigungsbolzen durch winkelrechten Einbau der Dübel vermeiden. O Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte nur über einen besonderen Speisepunkt mit Schutzmaßnahme anschließen, z.B. Baustromverteiler mit RCD (Fl-Schutzeinrichtung). O Bei frequenzgesteuerten Betriebsmitteln sind besondere Maßnahmen, z.B. allstromsensitive RCD (FI-Schutzeinrichtung), erforderlich. O Bei Nassschneid- und Bohrarbeiten müssen handgeführte Maschinen und Geräte betrieben werden mit: – Schutzkleinspannung ( 50 V AC/ 120 V DC) oder – Schutztrennung In nicht engen leitfähigen Räumen ist FI-Schutzeinrichtung (RCD) mit IN 30 mA zulässig. O Trenntransformator und Kleinspannungstransformator grundsätzlich außerhalb des Nassbereiches aufstellen. O Nur gekennzeichnete Werkzeuge (Trennscheiben, Sägeblätter bzw. Bohrer) verwenden. Angegeben sein müssen Hersteller oder Vertreiber, max. Umdrehungszahl, Laufrichtung, Durch- ¼ 65 66 messer und Einsatzbedingungen (Nass- oder Trockenschnitt). O Nassschnittverfahren anwenden, ansonsten Staubabsaugung oder Atemschutz verwenden. O Drehzahl der Maschine mit höchstzulässiger Umdrehungszahl des Werkzeuges vergleichen. Die Umdrehungszahl der Maschine darf nicht höher sein als die des Werkzeuges. O Schutzhaube über Werkzeug muss vorhanden und richtig eingestellt sein. O Funktion der Wasserfangeinrichtung regelmäßig überprüfen. O Werkzeuge vor Arbeitsbeginn überprüfen. Fehlerhafte Werkzeuge mit Rissen, Brandflecken oder Beschädigungen aussondern. O Vor Schneidbeginn Werkzeug leer laufen lassen. Nur laufendes Werkzeug auf das zu bearbeitende Material ansetzen. O Gehörschutz benutzen, ggfs. auch Schutzbrille oder Schutzschirm und Atemschutz. Vorsorgeuntersuchungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Weitere Informationen: Betriebssicherheitsverordnung BGV C22 „Bauarbeiten“ BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge BGR 118 „Umgang mit beweglichen Straßenbaumaschinen“ BGR/GUV-R 194 „Benutzung von Gehörschutz“ BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ BGI 594 „Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung“ BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“ EN 500-1 Bewegliche Straßenbaumaschinen, Sicherheit – Allgemeine Anforderungen Abbruch von Türmen, Schornsteinen und Silos O Der Blitzschutz muss in jeder Abbruchphase wirksam bleiben. O Hängegerüste nur zum Abbruch des Innenfutters einsetzen. Dabei müssen die Traversen (Gerüstträger) auf dem äußeren Schornsteinschaft aufliegen. O Während des Abtragens Mauerkrone nicht betreten. O Im Mündungsbereich von in Betrieb befindlichen Schornsteinen keine Abbrucharbeiten durchführen. O Schornsteine nicht durch Einziehen abbrechen. D 71 O Vor Beginn der Abbrucharbeiten baulichen Zustand des abzubrechenden Bauwerkes in statischer und konstruktiver Hinsicht untersuchen. O Bauwerke auf Gefahrstoffe und mikrobiologische Belastungen prüfen. O Prüfen, ob beim Abbruch gefährliche Gase, Dämpfe, Stäube oder Nebel auftreten können. O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen. O Art, Zustand und Lage vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen. 07/2012 O Abbruchverfahren nach örtlichen Gegebenheiten auswählen. Je nach Möglichkeiten kommen zur Anwendung: Stemmen, Demontieren, Abgreifen, Einschlagen, Reißen und Sprengen. O Abbruchanweisung ausarbeiten. Diese muss u.a. Angaben enthalten über: – Umfang und Reihenfolge des Abbruchs – Abbruchverfahren – erforderliche Gerüste und Absturzsicherungen – Abbruchtiefen und mögliche Auswirkungen auf angrenzende Gebäude – Sicherungsmaßnahmen, z.B. Absperrungen von Gefahrbereichen O Weitere notwendige Schutzmaßnahmen veranlassen, z.B. Beseitigen von Gefahrstoffen. O Ablauf der Arbeiten durch weisungsbefugten Aufsichtführenden überwachen lassen, der ständig an der Baustelle sein muss. O Verkehrswege und Fluchtwege von Abbruchmaterial freihalten. O Bauteile niemals durch Unterhöhlen oder Schlitzen zum Einsturz bringen. O Gefahrbereich in Abhängigkeit Tabelle : vom Abbruchverfahren festlegen, Radius des Gefahrbereichs um die jeweiligen Arbeitsplätze absperren und durch Warnschilder jeweilige Höhe h erforderlicher erforderlicher kennzeichnen, gegebenenfalls der baulichen Radius abhängig Mindestradius mit Warnposten sichern. Anlage (m) von h in m O Geschlossene Rutschen bis zur Übergabestelle benutzen. h bis 60 h/5 8,00 Rutschen nur an tragfähigen Bauh> 60 bis 100 h/5 12,50 teilen befestigen. h> 100 bis 150 h/6 20,00 O Bei Entsorgung des Abbruchh> 150 bis 200 h/7 25,00 materials abfallrechtliche Bestimmungen sowie Umweltschutzh> 200 h/8 30,00 bestimmungen beachten. O Bei starker Staubentwicklung Atemschutzgeräte benutzen Zusätzliche Hinweise für das (z. B. Filtermasken mindestens Abtragen gemauerter mit P2-Filter). Schornsteine O Nach innen, in den Schornstein abgeworfenes Material ständig entfernen, Lagerung nicht höher als Oberkante Ausbruchöffnung. O Ausbruchöffnung am Schornsteinfuß statisch nachweisen. O Schornsteinbänder nur entsprechend dem Fortgang der Arbeiten entfernen. Unbeabsichtigtes Ausbrechen durch das Spannen zusätzlicher Drahtseile verhindern. ¼ 67 68 Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ DIN 18459 BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“ Gasschweißen Brennschneiden Hartlöten D 31 5 4 3 2 Lüftung in Räumen Verfahren Unlegierter und niedrig legierter Stahl, Alum.Werkstoff Hoch leg.Stahl, Schweißen NE-Werkstoffe an beschichtetem Stahl (außer Alum.Werkstoff) Gasschweißen ortsgebunden nicht ortsgebunden F F T T T F A A T F A A Brennschneiden ortsgebunden nicht ortsgebunden F F T T A T A A T T T T Materialien = kurzzeitig = länger dauernd F = freie (natürliche) Lüftung T = technische (maschinelle) Lüftung, z.B. Ventilatoren, Gebläse A = Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe Als kurzzeitig gilt, wenn die Brenndauer der Flamme oder des Lichtbogens täglich nicht mehr als eine halbe Stunde oder wöchentlich nicht mehr als zwei Stunden beträgt. Als länger dauernd gilt, wenn die Brenndauer die vorgenannten Werte überschreitet. 6 O Gasflaschen gegen Umstürzen sichern und nicht in Durchfahrten, Durchgängen, Hausfluren, Treppenhäusern und in der Nähe von Wärmequellen lagern und aufstellen. O Auf Bau- und Montagestellen möglichst Flaschengestelle oder -karren für den Transport verwenden . 1 O Nur geprüfte und zugelassene Druckminderer benutzen und so an die Gasflaschen anschließen, dass beim Ansprechen der Sicherheitsventile Personen nicht gefährdet werden. O Flaschenventile nicht ruckartig öffnen. Vorher Einstellschraube am Druckminderer bis zur Entlastung der Feder zurückschrauben . O Sauerstoffarmaturen öl- und fettfrei halten. O Acetylen-Einzelflaschenanlagen, die sich während der Gasentnahme nicht im Sichtbereich des Schweißers befinden, mit Einzelflaschensicherungen oder Gebrauchsstellenvorlagen ausrüsten. O Gasschläuche vor mechanischen Beschädigungen und gegen Anbrennen schützen und nicht über Armaturen an Flaschen aufwickeln. O Brenngas- und Sauerstoffschläuche müssen mindestens 3,00 m lang sein. Neue Gasschläuche vor dem erstmaligen Benutzen ausblasen. O Nur sichere Schlauchverbindungsmittel (Schlauchtüllen mit Schlauchschellen oder Patentkupplung) verwenden. ¼ 07/2012 69 70 O Geeignete Schutzbrillen (Schutzstufen 2–8) benutzen . O Auf sicheres Zünden des Brenners achten und bei Flammrückschlägen Brenner erst nach Behebung der Störung erneut zünden. O Für ausreichende Lüftung sorgen (Tabelle). O Bei Arbeitsunterbrechungen Brenner nicht in Werkzeugkisten und anderen Hohlkörpern ablegen. Zusätzliche Hinweise beim Brennschneiden O Beim Brennschneiden schwer entflammbaren Schutzanzug oder Lederschürze, Schweißerschutzhandschuhe, evtl. auch Gamaschen tragen und Gehörschutz benutzen. Zusätzliche Hinweise für den Brandschutz O Bei Schweiß-, Schneid- und Lötarbeiten in Bereichen mit Brandund Explosionsgefahr muss eine Schweißerlaubnis vorliegen. O Alle brennbaren Teile aus der gefährdeten Umgebung entfernen. O Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung einer Brandentstehung in der Schweißerlaubnis festlegen, insbesondere – nicht entfernbare brennbare Teile abdecken, – Öffnungen abdichten. O Brandwache und geeignete Feuerlöschmittel, z. B. Pulverlöscher, während der schweißtechnischen Arbeiten bereit-stellen . O Nach Beendigung der Arbeiten wiederholte Kontrolle der Arbeitsstelle auf Brandnester (Brandwache). Weitere Informationen: BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“ BGI 692 „Sicherheitseinrichtungen gegen Gasrücktritt und Flammdurchschlag in Einzelflaschenanlagen“ BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ BGR 192 „Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz“ BGR 133 „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“ Betriebssicherheitsverordnung BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ Transport von Druckgasflaschen D 34 O Druckgasflaschen nur mit geschlossenen Ventilen und aufgeschraubten Schutzkappen transportieren. O Fahrzeuge mit gefüllten Druckgasflaschen nicht unbeaufsichtigt auf öffentlichen Straßen und Plätzen abstellen. 1 2 Transport allgemein O Druckgasflaschen gegen Stöße schützen. Flaschen nicht werfen oder fallen lassen, nicht über den Boden rollen. O Der Transport von Druckgasflaschen mit Magnetkranen ist verboten. 07/2012 O Zum Transport von Einzelflaschen z.B. Flaschenkarren oder Transportgestelle verwenden. O Beim Transport auf Fahrzeugen Druckgasflaschen gegen Verrutschen, Verrollen, Umfallen und Herabfallen sichern, z. B. durch Verzurren. O Druckgasflaschen nicht gemeinsam mit leicht entzündlichem Ladegut transportieren. Bei der Zusammenladung unterschiedlicher Gefahrgüter auf einem Fahrzeug oder Anhänger sind die Nettomengen mit den stoffspezifischen Faktoren zu ermitteln. Die Summe der Produkte darf die Zahl 1000 nicht überschreiten. Bei Überschreitung gelten alle Vorschriften der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB). 3 Arbeiten im Werkstattwagen O Schweiß-, Löt- und Brennschneidarbeiten dürfen nur dann in Werkstattwagen ausgeführt werden, wenn – die Türen offen gehalten werden, – Feuerlöscher (mind. 6 kg ABCPulverlöscher) in Greifnähe vorhanden sind, – zwischen Flaschendruckminderern und Brenner Einzelflaschensicherungen oder Gebrauchsstellenvorlagen eingebaut sind, – die Mindestschlauchlänge 3,00 m beträgt. Beispiel: Rohrleitungsbauer transportieren auf der Ladefläche eines Doppelkabinen-Transporters 40 l Sauerstoff (Klasse 2, Ziff. 1O) x 1 = 40 8 kg Acetylen (Klasse 2, Ziff. 4 F) x 3 = 24 33 kg Propan (Klasse 2, Ziff. 2 F) x 3 = 99 ––––– 163 163 < 1000, also Kleinmengenbeförderung. Zusätzliche Hinweise für den Transport von Druckgasflaschen auf öffentlichen Straßen O Begrenzte Mengen gemäß Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) beachten. Bei Beförderung eines Stoffes oder Produktes darf die Höchstmenge nicht überschritten werden (Tabelle). ¼ 71 O Gasflaschen dürfen nur mit verschlossenen Ventilen und Schutzkappen transportiert werden. O Gasflaschen müssen mit Gefahrzetteln und UN-Nummern gekennzeichnet sein. O Feuerlöscher (2 kg Pulver) mitführen. O Der Transport von Druckgasflaschen in Fahrzeugen ohne Lüftungseinrichtungen darf nur kurzfristig sein. Ladetüren bzw. Kofferraumdeckel mit der Aufschrift „Achtung, keine Belüftung! Vorsichtig öffnen!“ versehen. Druckgasflaschen nach Transport sofort entladen. O Rauchen und Umgang mit offenem Feuer ist bei Ladearbeiten verboten. O Druckgasflaschen in Fahrzeugen (Kombifahrzeuge bzw. geschlossener Aufbau) nur transportieren, wenn mindestens zwei Lüftungsöffnungen vorhanden sind. OJede Lüftungsöffnung sollte einen Querschnitt von mindestens 100 cm2 haben. 72 minderer anschließen. Ausnahme: Besonders eingerichtete Werkstattwagen. Kleine Mengen und Faktoren für Stückgutbeförderung Kleinmengen (kg netto bzw. Stoffe/ Zubereitungen Fassungsvolumen der Gasflasche) und Faktoren für Stückgutbeförderungen Klasse Ziffer UN-Nr. Bezeichnung Klasse 2 1O 1072 Sauerstoff 1F 1049 Wasserstoff O 2F 1965 Propan O 2F 1965 Flüssiggas O 4F 1001 Acetylen O O Lüftungsöffnungen nicht durch Ladegut verstellen oder verschließen. O Flaschen gegen Umkippen und Anstoßen beim Bremsen oder bei Kurvenfahrt sichern, z. B. durch fest an die Wagenwände angebrachte Gestelle mit lösbaren Bügeln, Ketten oder Zurrgurten . O Zur Gasentnahme Druckgasflaschen aus dem Fahrzeug entfernen und erst dann die Druck- 333 3 1000 1 O Weitere Informationen: Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) Gefahrgut – Ausnahmeverordnung (GGAV) Technische Regeln Druckgase TRG 280 DVS*-Merkblätter 0211 + 0212 Transport von Gefahrgütern (Abr.Nr. 659.5) *DVS = Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren Transport von Baumaschinen D 74 3 D E 1 OTransportwege vorher festlegen und Befahrbarkeit prüfen. OAuf- und Abladen von Baumaschinen nur auf tragfähigem Untergrund durchführen. Transportfahrzeug horizontal ausrichten. OGeeignete Auffahrrampen verwenden OLadegewicht ermitteln. OFür den Transport nur geeignete und ausreichend tragfähige Fahrzeuge verwenden. OFahrwerk der zu ladenden Baumaschinen vor dem Verladen von Schlamm, Schnee und Eis reinigen. OLadungsschwerpunkt möglichst auf der Längsmittellinie der Ladefläche des Transportfahrzeuges ausrichten. OZulässige Achslasten nicht überschreiten. 07/2012 OMindestachslast der Lenkachse nicht unterschreiten. OLastverteilungsplan des Fahrzeuges beim Beladen berücksichtigen. OBaumaschinen auf der Ladefläche sichern, z.B. mit Seilen, Ketten , Feststellbremsen anziehen. OZurrmittel (z.B. Ketten, Gurte) nach dem Gewicht der zu transportierenden Baumaschine bemessen und auswählen. OZurrmittel prüfen – vor jeder Benutzung auf augenscheinliche Mängel, – i.d.R. einmal jährlich durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundiger). OBeim Diagonalzurren pro Ladegut immer vier Zurrmittel verwenden. OZurrpunkte des Transportfahrzeuges nicht überlasten . OBeim Auf- und Abladen kleinsten Gang wählen und Schaltung während der Fahrt nicht betätigen. OBeim Befahren der Rampe darf sich niemand neben und hinter der Rampe aufhalten (Kipp- und Abrollgefahr). OBeim Befahren von schrägen Rampen und Auffahreinrichtungen Einweiser einsetzen. Aufenthalt des Einweisers außerhalb des Gefahrbereiches und gut sichtbar für den Baumaschinenführer. OArbeitseinrichtungen von Baumaschinen festsetzen. OVor Beginn des Transportes Schwenkwerksbremsen der zu transportierenden Baumaschinen festsetzen. Arretierungsbolzen einsetzen, um ein Verdrehen des Oberwagens zu verhindern. OKnickgelenksicherung verwenden. 2 D = Vertikalwinkel gemessen zwischen der Ladefläche und dem Zurrwinkel E = Horizontalwinkel gemessen zwischen der seitlichen Begrenzung und dem Zurrmittel Tabelle Einfachmethode Diagonalzurren Gewicht der Ladung in t Reibbeiwert P= 0,2 18.000 17.000 15.500 13.000 11.250 10.000 9.300 8.000 7.750 7.250 6.000 5.800 5.500 5.000 4.500 4.000 3.850 3.250 2.750 2.250 2.000 1.900 1.500 1.000 Zusätzliche Hinweise für Transport durch Ankuppeln und Abschleppen OBeim Ankuppeln darf sich niemand zwischen Schleppfahrzeug und Baumaschine aufhalten. Ausnahme: Der Kupplungsvorgang ist vom Fahrer des heransetzenden Fahrzeuges einzusehen. OStarre Zuggabeln vor dem An- und Abkuppeln durch Stützrollen abstützen. OUngebremste Fahrzeuge nur mit starren Abschleppstangen abschleppen. OFahrzeuggeschwindigkeit je nach Ladung auf Straßen- und Verkehrsverhältnisse abstimmen. ¼ 73 4 Zurrmittel mit einer zulässigen Zugkraft im direkten Strang von je (daN) P= 0,3 P= 0,6 16.000 8.400 2.000 6.400 10.000 5.000 8.400 4 4.000 1.000 1000 daN 30° min. 6.400 3.000 2000 daN 750 30° min. 5.000 2.500 4.00 2.000 500 Zurrpunktschild nach DIN EN 12640 (Mindestgröße 200/150 mm) 3.000 2.500 2.000 1.000 250 1.000 750 500 Wenn in der Zeile mit dem Gewicht Ihrer Ladung kein Wert für die zul. Zugkraft angegeben ist, so ist der nächst höhere Wert anzunehmen. 74 OWinkelbereiche der Zurrmittel einhalten D= 20° bis 65° E = 6° bis 55° OReibbeiwert zwischen Ladung und Transportfläche ermitteln (bei unbekanntem Reibbeiwert P= 0,2 annehmen). OAus der Tabelle erforderliche Zugkraft ablesen. Beispiel: Ladung Radlader 6 t Reibbeiwert P= 0,2 Winkelbereich der Zurrmittel eingehalten Aus Tabelle: Erforderliche Zugkraft pro Strang 6.400 daN (kg) Weitere Informationen: Broschüre „Ladungssicherung auf Fahrzeugen der Bauwirtschaft“ Straßenverkehrsordnung Straßenverkehrszulassungsordnung VDI-Richtlinie 2700 Arbeiten am Wasser Prüfung von Rettungsmitteln D 196 3 1 OArbeiten auf dem Wasser nur von Wasserfahrzeugen, schwimmenden Geräten und Anlagen, Pontons und Flößen ausführen. OAn Arbeitsplätzen am und über dem Wasser Absturzsicherungen unabhängig von der Absturzhöhe vorsehen. Rettungsmittel O Nur geprüfte, automatisch aufblasbare Rettungswesten benutzen . O Genormte, dem notwendigen Auftrieb entsprechende Westen benutzen. O Anlegen von Rettungswesten 07/2012 – bei allen Arbeiten bei denen ein Sturz ins Wasser möglich ist, – bei allen Arbeiten an Deck, wenn keine Absturzsicherung gemäß EN 711 vorhanden ist, – bei allen Arbeiten außenbords und bei Benutzung des Beibootes. O Rettungswesten vor dem Anlegen auf Körpermaß einstellen und immer über der Kleidung tragen. O Bei Schweißarbeiten nur Rettungswesten mit Alu-bedampfter Oberfläche oder Rettungswesten mit Schutzhüllen mit Widerstandsfähigkeit gegen geschmolzene Metallsplitter verwenden. O Rettungswesten gemäß Herstellerangaben säubern, pflegen und lagern. O Unabhängig von der Benutzung von Rettungswesten sind Rettungsstangen und Rettungsringe deutlich sichtbar und leicht zugänglich bereitzuhalten . O Rettungsringe nach EN 14144 müssen mit einer schwimmfähigen Rettungsleine verbunden sein. O Zusätzlich sind einsatzbereite und geprüfte Beiboote als Rettungsboote (gemäß EN 1914) bereitzuhalten . O Rettungsboote müssen bei stark strömenden Gewässern (v > 3,0 m/s) mit einem Motorantrieb ausgerüstet sein. ¼ 75 2 O Vor jedem Anlegen einer Rettungsweste ist ein Kurz-Check durchzuführen: – Patrone auf Unversehrtheit prüfen – Patrone gefüllt und handfest eingeschraubt? – Automatik gespannt? – Mundventil gesichert? O Vorstehende Hinweise müssen an der Rettungsweste gut lesbar und erkennbar angebracht sein. O Rettungsmittel sind bei Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, von einer befähigten Person (z.B. Sachkundigem) zu prüfen. O Rettungswesten müssen unter Berücksichtigung der Herstellerangaben in festen Zeitabständen (i.d.R. im Abstand von 2 Jahren) einer Wartungsmaßnahme zugeführt werden. O Die abschließende Überprüfung durch eine befähigte Person (z.B. Sachkundigen) ist schriftlich zu bestätigen. O Rettungsboote sind auf vollständige Ausrüstung zu überprüfen: – ein Satz Riemen – Schöpfkelle – Festmacher (Seil oder Draht) Weitere Informationen: BGV C22 „Bauarbeiten“ BGR 201 „Einsatz von PSA gegen Ertrinken“ EN 711 EN 1914 EN 14144 76 Asbestzementprodukte D 37 Abbruch, Sanierung 1 3 2 Von stark gebundenen Asbestzementprodukten gehen im eingebauten Zustand in der Regel keine Gefahren aus. Werden dagegen Asbestzementprodukte angebohrt, zerschlagen oder unsachgemäß gereinigt, können erhebliche Fasermengen freigesetzt werden. Die Bearbeitung von Asbesterzeugnissen mit oberflächenabtragenden Geräten, wie z.B. Abschleifen, Hoch- und Niederdruckreinigen oder Abbürsten, ist deshalb unzulässig. Unzulässig ist auch das Reinigen von unbeschichteten Asbestzementdächern. Werden Außenwandflächen abgewaschen, sind diese abschnittsweise mit drucklosem Wasserstrahl feucht zu halten und mit entspanntem Wasser und weich arbeitenden Geräten (z.B. Schwamm) zu reinigen. 07/2012 Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen O Jeder Umgang mit Asbestzementprodukten ist der Aufsichtsbehörde und der Berufsgenossenschaft schriftlich mitzuteilen. O Gefährdungsbeurteilung mit Arbeitsplan aufstellen und zusammen mit der Anzeige der zuständigen Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) vorlegen. O Angaben z.B. über: – Art und Dauer der Arbeiten – Arbeitsablauf und vorgesehene technische Schutzmaßnahmen – persönliche Schutzausrüstungen – Dekontamination der Beschäftigten – Abfallbehandlung und Entsorgung O Betriebsanweisung aufstellen mit Angaben z.B. über: – Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz, Tätigkeit – Gefahren für Mensch und Umwelt – Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln und hygienische Maßnahmen – Verhalten im Gefahrfall – Erste Hilfe – sachgerechte Entsorgung O Beschäftigte anhand der Betriebsanweisung unterweisen. O Jugendliche dürfen auch für Ausbildungszwecke nicht beschäftigt werden. O Arbeiten mit anderen Gewerken koordinieren, um zu vermeiden, dass Unbeteiligte gefährdet werden. O Arbeitsbereiche abgrenzen und mit Warnschildern kennzeichnen . O Die Arbeiten sind unter Leitung eines sachkundigen Aufsichtführenden auszuführen (Sachkundenachweis). Dieser muss während der Arbeiten ständig anwesend sein. O Unbeschichtete Asbestzementprodukte an der bewitterten Oberfläche mit staubbindenden Mitteln besprühen oder mit Wasser feucht halten . O Befestigungen sorgfältig lösen. Bauteile möglichst zerstörungsfrei ausbauen und nicht aus Überdeckungen oder über Kanten ziehen. O Befestigungsmittel, Bruch- und Kleinteile, Dichtungsschnüre usw. in Behältern sammeln. Behälter kennzeichnen. O Keine Schuttrutschen verwenden. Material nicht werfen, sondern von Hand oder mit Hebezeug transportieren. O Bei Arbeiten an Außenwandbekleidungen Planen oder Folien zum Auffangen und Sammeln herabfallender Bruchstücke auslegen. ¼ 77 O Nach dem Entfernen der Asbestzementprodukte Untergrund gründlich absaugen oder feucht reinigen. O Nur geprüfte Industriestaubsauger der Staubklasse H mit Eignung für den Einsatz verwenden. O Ausgebaute Asbestzementprodukte nicht wieder verwenden. O Asbestabfälle nicht zerkleinern. 4 6 Vorsorgeuntersuchungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Zusätzliche Hinweise für Arbeiten auf Dächern O Bei Arbeiten auf Wellplattendächern lastverteilende Beläge oder Laufstege benutzen. O Bei einer Absturzhöhe von mehr als 3,00 m Absturzsicherungen vorsehen. O Nach Arbeiten an Dächern Dachrinnen reinigen und anschließend spülen. Zusätzliche Hinweise für Arbeiten in Innenräumen O Arbeitsräume geschlossen halten. O Nach Beendigung der Arbeiten sämtliche Oberflächen gründlich absaugen und feucht wischen. O Vor Freigabe des Raumes einen mindestens 30-fachen Luftwechsel durchführen. O Können die Asbestzementprodukte nicht zerstörungsfrei ausgebaut werden, sind Raumabschottung und Unterdruckhaltung erforderlich. Außerdem ist eine Einkammerschleuse als Verbindung zum Arbeitsbereich zu verwenden. O Benutzte Arbeitsmittel, z.B. Gerüste, durch Absaugen reinigen. 78 Persönliche und hygienische Schutzmaßnahmen Beschäftigungsbeschränkungen O Schutzanzug und Atemschutz mindestens mit Partikelfilter P2 oder partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 verwenden. O Schutzkleidung bei Arbeitsunterbrechungen absaugen. O Schutzkleidung und Atemschutz im Freien ablegen, um Verschmutzung der Unterkünfte zu vermeiden. O Einweganzüge nach Schichtende in besonders gekennzeichneten Behältern sammeln. O Straßenkleidung getrennt von Arbeitskleidung aufbewahren. O Bei Arbeitsunterbrechungen Hände sorgfältig reinigen, nach Arbeitsende gründlich duschen. O In Arbeitsbereichen nicht essen, trinken oder rauchen. O Beim Umgang mit Asbestzementprodukten – dürfen Jugendliche sowie werdende und stillende Mütter nicht beschäftigt werden, – ist eine leistungsabhängige Entlohnung unzulässig. 5 Zutritt verboten Asbestfasern ! Abfallbehandlung O Ausgebaute Asbestzementprodukte in geeigneten Behältern wie reißfesten Kunststoffsäcken, Big-Bags, geschlossenen oder mit Planen abgedeckten Containern sammeln, lagern und entsorgen. O Behälter kennzeichnen und gegen den Zugriff Unbefugter sichern. O Asbestzementabfälle nur auf dafür zugelassenen Deponien staubfrei einlagern. O Bei der Deponie Erkundigungen über weiter gehende Forderungen einholen. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ BGV C22 „Bauarbeiten“ BGR 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ BGI 664 „Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“ Gefahrstoffverordnung Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS 519 „Asbest: Abruch-, Sanierungsoder Instandhaltungsarbeiten“ Schwach gebundene Asbestprodukte 2 D 80 1 4 Zutritt verboten Asbestfasern! 3 3 O Angaben z.B. über: – Art und Dauer der Arbeiten – Arbeitsablauf und vorgesehene technische Schutzmaßnahmen – persönliche Schutzausrüstungen – Dekontamination der Beschäftigten – Abfallbehandlung und Entsorgung O Betriebsanweisung aufstellenmit Angaben z.B. über: Technische und organisato– Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz, rische Schutzmaßnahmen Tätigkeit – Gefahren für Mensch und Umwelt O Jeder Umgang mit Asbest ist – Schutzmaßnahmen, Verhaltensder Aufsichtsbehörde und der regeln und hygienische MaßBerufsgenossenschaft schriftlich nahmen mitzuteilen. – Verhalten im Gefahrfall O Gefährdungsbeurteilung mit – Erste Hilfe Arbeitsplan aufstellen und – sachgerechte Entsorgung zusammen mit der Mitteilung der O Beschäftigte anhand der zuständigen Behörde (z.B. Gewer- Beriebsanweisung unterweisen. beaufsichtsamt) vorlegen. O Arbeiten mit anderen Gewerken koordinieren, um zu vermeiden, Von schwach gebundenen Asbestprodukten können auch in eingebautem Zustand Gesundheitsgefahren ausgehen, z.B. bei Beschädigung der Oberfläche. Durch Luftzirkulation können erhebliche Fasermengen freigesetzt und dadurch auch benachbarte Räume kontaminiert werden. 07/2012 dass Unbeteiligte gefährdet werden. O Arbeitsbereiche abgrenzen und mit Warnschildern kennzeichnen . O Die Arbeiten sind unter Leitung eines sachkundigen Aufsichtführenden auszuführen. Dieser muss während der Arbeiten ständig anwesend sein. O Arbeitsbereiche staubdicht abschotten. Abgeschottete Bereiche unter Unterdruck halten. O Arbeitsbereiche nur über Personenschleusen mit ausreichender Be- und Entlüftung sowie kontrollierter Unterdruckhaltung betreten bzw. verlassen. O Abzubrechendes Asbest oder asbesthaltige Materialien vor dem Abtragen mit Wasser weitgehend durchfeuchten. Gegebenenfalls das Nässen mehrmals wiederholen. ¼ 79 O Spritzasbest direkt am Entstehungsort absaugen. Nur geeignete und durch Messung oder anerkannte Prüfbescheinigung ausreichend filternde Sauggeräte verwenden. O Ausgebaute und verpackte Asbestprodukte nur über Materialschleuse aus dem Arbeitsbereich heraustransportieren. O Asbestmaterial nicht schreddern oder anders mechanisch zerkleinern. O Ausgebauten Spritzasbest mit Zement oder anderen hydraulischen Bindemitteln in einem geschlossenen Aufbereitungssystem verfestigen. O Verbleibende Asbestfaserrückstände auf rauen Bauteiloberflächen durch Restfaserbindemittel, Anstrich oder aufgesprühte Beschichtung binden. O Arbeitsbereiche nach Beendigung der Arbeiten reinigen. Die End- bzw. Feinreinigung erst durchführen, wenn sich der Reststaub in der Luft abgelagert hat, frühestens jedoch nach 12 Stunden. O Personen- und Materialschleusen nach Schichtende feucht reinigen. O Für Reinigungsarbeiten nur zugelassene und geprüfte Industriestaubsauger der Staubklasse H mit Eignung für den Einsatz verwenden. O Beim Entfernen von Spritzasbest in größerem Umfang 80 Hochleistungs-Vakuumsauggeräte verwenden . O Asbest- oder asbesthaltige Abfälle sowie verbrauchte Arbeitsmittel wie Einweganzüge in gekennzeichneten Behältern sammeln. OAbfälle auf zugelassenen Deponien so einlagern und abdecken, dass keine Asbestfasern in die Umwelt gelangen. O Bei der Deponie Erkundigungen über weiter gehende Forderungen einholen. – bei allen anderen Arbeiten Filtergeräte mit Partikelfilter P3 in Verbindung mit Vollmasken und Gebläseunterstützung. O Nur einteilige Schutzanzüge verwenden . O Schutzanzüge nur innerhalb der Personenschleuse ausziehen. Zuvor anhaftenden Staub durch Abwaschen oder Absaugen vollständig entfernen. Dabei Atemschutz nicht ablegen. O In Arbeitsbereichen nicht essen, trinken oder rauchen. Vorsorgeuntersuchungen Beschäftigungsbeschränkungen O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. O Beim Umgang mit schwach gebundenen Asbestprodukten – dürfen Jugendliche sowie werdende und stillende Mütter nicht beschäftigt werden, – ist eine leistungsabhängige Entlohnung unzulässig. Persönliche und hygienische Schutzmaßnahmen O Bei sämtlichen Tätigkeiten, einschließlich der Endreinigung, und bei der Abfallbeseitigung Atemschutzgeräte benutzen. Als Atemschutz kommen in Frage: – bei Arbeiten geringen Umfanges oder bei Probenahmen Filtergeräte mindestens mit Partikelfilter P2 oder partikelfiltrierende Halbmasken FFP2, Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ BGI 664 „Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“ Gefahrstoffverordnung Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungsoder Instandhaltungsarbeiten“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Mineralwolle-Dämmstoffe D 234 Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle O Bei starker Staubentwicklung oder Überkopfarbeiten Schutzbrille benützen. Zum Schutz vor Atemwegsreizungen vorsorglich Halbmaske mit P1-Filter oder partikelfiltrierender Halbmaske FFP 1 tragen. O Bei empfindlicher Haut Schutzcreme oder Schutzlotion verwenden. O Nach Beendigung der Arbeiten Staub abwaschen. Vorsorgeuntersuchungen Seit 1996 werden MineralwolleDämmstoffe hergestellt, die nicht als krebserzeugend gelten. Seit dem 01.06.2000 dürfen in Deutschland nur noch KMF-Dämmstoffe produziert und verarbeitet werden, die nach der Gefahrstoffverordnung als unbedenklich (frei von Krebsverdacht) gelten. Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen Auch beim Umgang mit neuen Produkten kann es durch gröbere Fasern (Faserbruchstücke) zu Haut-, Augen- oder Atemwegsreizungen kommen. Es sind deshalb folgende Mindestmaßnamen zu beachten: O Vorkonfektionierte oder kaschierte Mineralwolle-Dämmstoffe bevorzugen. O Verpackte Dämmstoffe erst am Arbeitsplatz auspacken. Material nicht werfen. 07/2012 O Für gute Durchlüftung am Arbeitsplatz sorgen. Das Aufwirbeln von Staub vermeiden. O Auf fester Unterlage mit Messer und Schere schneiden. O Keine schnell laufenden, motorbetriebenen Sägen ohne Absaugung verwenden. O Arbeitsplatz sauber halten, regelmäßig reinigen. Staubsaugen statt kehren. O Verschnitte und Abfälle in geeigneten Behältnissen, z.B. Plastiksäcken, sammeln. Beim Verschließen der Säcke die Luft nicht herausdrücken. O Eingebaute Dämmstoffe möglichst zerstörungsfrei ausbauen. O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. Weitere Informationen: Persönliche und hygienische Schutzmaßnahmen O Locker sitzende, geschlossene Arbeitskleidung und ggf. Handschuhe tragen. BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Gefahrstoffverordnung TRGS 500 Schutzmaßnahmen: Mindeststandards Handlungsanleitung „Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen“ Abr. Nr. 341 81 82 Alte Mineralwolle-Dämmstoffe Tätigkeiten sind gestaffelt und orientieren sich an der Höhe der Faserstaubbelastungen am Arbeitsplatz sowie der Dauer und Häufigkeit der Arbeiten. Die Maßnahmen der jeweiligen Expositionskategorie sind nachfolgend aufgeführt: D 235 Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen Eigenschaften O Bei empfindlicher Haut nach der Hautreinigung Hautpflegemittel verwenden. O Betriebsanweisung erstellen. O Beschäftigte unterweisen. O2AUCH3CHNUPFVERBOTAM Arbeitsplatz, Verbot der Nahrungsaufnahme. O Waschmöglichkeit vorsehen. Expositionskategorie E3 Expositionskategorie E2 Expositionskategorie E1 „Alte“ Produkte Seit dem 1.6.2000 dürfen „alte“ Mineralwolledämmstoffe nicht mehr verwendet werden. Durch das Verwendungsverbot darf es in Deutschland den Umgang damit nur noch im Zuge von Demontage-, Abbruch-, Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten geben. Bei solchen Arbeiten besteht grundsätzlich ein Krebsverdacht, wenn die Mineralwolle-Produkte vor dem Jahr 2000 eingebaut wurden. O Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln, ob es sich bei der in Frage stehenden Mineralwolle um „alte“, also krebsverdächtige Produkte handelt. für Tätigkeiten mit keiner oder nur sehr geringer Staubexposition, z.B. Arbeiten an Innenwänden (Trennwänden, Vorsatzschalen) ohne Demontage des Dämmstoffes, Öffnen einzelner Deckabschnitte von weniger als 3 m2, Arbeiten an schwimmend Maßnahmen verlegtem Estrich mit Demontage von weniger als 3 m2 Dämmstoff. O Alle Maßnahmen der Expositionskategorie E1 ergreifen und zusätzlich: O Faserstäube direkt an der Maßnahmen Austritts- oder Entstehungsstelle erfassen, soweit dies möglich ist O Material nicht reißen. O Für Reinigungsarbeiten O Keine motorgetriebenen Industriestaubsauger (mindestens Sägen ohne Absaugung beim Staubklasse M) verwenden. Ausbau verwenden. O Entstauber bzw. IndustrieO Ausgebautes Material nicht staubsauger regelmässig warten werfen. und instandhalten. O Für gute Durchlüftung am O Begrenzung der Anzahl der Arbeitsplatz sorgen. Beschäftigten durch organisatoO Aufwirbeln von Staub rische Schutzmaßnahmen vermeiden. O Arbeitsplatz sauber halten und O den Beschäftigten auf Wunsch persönliche Schutzausrüstung zur regelmäßig reinigen. Verfügung stellen: O Stäube mit Industriestaubsauger (mindestens Kategorie M) – Atemschutz: aufnehmen bzw. feucht reinigen, s(ALB6IERTELMASKEMIT P2-Filter oder nicht mit Druckluft abblasen oder sPARTIKELlLTRIERENDE trocken kehren. Halbmaske FFP2 oder O Abfälle am Entstehungsort s&ILTERGERËTMIT'EBLËSE möglichst staubdicht verpacken TM 1P und kennzeichnen. Für den Trans– Schutzbrille insbesondere bei port geschlossene Behältnisse Überkopfarbeiten (z.B. Tonnen, reißfeste Säcke, – Schutzanzug Typ 5 Big-Bags) verwenden. O Arbeitsmedizinische VorsorgeO Locker sitzende, geschlosuntersuchung anbieten. sene Arbeitskleidung und z.B. O Arbeitsbereiche abgrenzen Schutzhandschuhe aus Leder oder nitrilbeschichtete Baumwoll- und kennzeichnen. O Schwer zu reinigende Gegenhandschuhe tragen. stände oder Einrichtungen mit O Nach Beendigung der Arbeit Folien abdecken Staub auf der Haut mit Wasser abspülen. O Tätigkeiten mit alten Dämmstoffen in das Gefahrstoffverzeichnis aufnehmen (einmalig unternehmensbezogen). Die TRGS 521 liefert eine Auflistung von Tätigkeiten mit den entsprechenden Expositionskategorien. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen bei diesen für Tätigkeiten mit geringer bis mittlerer Staubexposition, z.B. Arbeiten an Wärmeverbundsystemen mit Freilegen des Dämmstoffes, Demontage thermisch belasteter Anlagenteile im Freien von nicht mehr als 20 m² ¼ 83 84 für alle Tätigkeiten mit hoher bis sehr hoher Staubexposition, z.B. umfangreichere Sanierungsmaßnahmen mit Demontage des Dämmstoffes, Demontage von thermisch belasteten Anlagen oder Anlagenteilen in engen, schlecht belüfteten Räumen. Maßnahmen O Alle Maßnahmen der Expositonskategorie E1 und E2 ergreifen und zusätzlich: O Beschäftigungsbeschränkung für Jugendliche und Schwangere. O Persönliche Schutzausrüstung muss getragen werden: – Atemschutz: s(ALB6IERTELMASKEMIT0 Filter oder sPARTIKELlLTRIERENDE(ALBMASKE FFP2 oder s&ILTERGERËTMIT'EBLËSE4-0 – Schutzbrille insbesondere bei Überkopfarbeiten – Schutzanzug Typ 5 O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen. O Schutzkleidung reinigen oder entsorgen. O Getrennte Umkleideräume für Straßen- und Arbeitskleidung, Waschraum mit Duschen (Schwarz-Weiß-Anlage) bereitstellen. Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Gefahrstoffverordnung Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge TRGS 521 „Abbruch-, Sanierungsund Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle“ TRGS 558 „Tätigkeiten mit Hochtemperaturwolle“ Handlungsanleitung „Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen“ Brandschadensanierung Aufgaben des ausführenden Unternehmens D 239 O Sachkunde nach BGR 128 erwerben. O Gefährdungsbeurteilung auf der Grundlage des A+S-Planes des Auftraggebers durchführen. O Arbeitsverfahren festlegen. O Schutzmaßnahmen und Ausrüstungen bereitstellen. O Tätigkeitsbezogene Betriebsanweisungen erstellen. O Beschäftigte vor Beginn der Arbeiten über besondere Gefahren und den Gebrauch der Schutzausrüstungen unterweisen. O Erste Hilfe organisieren. chungen). Hierzu Beratung durch den Betriebsarzt. O Biomonitoring mit Betriebsarzt abstimmen. Schutzmaßnahmen O Technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen entsprechend Gefährdungsbeurteilung und Einteilung in Gefahrenbereiche festlegen. Hilfe- Sachkunde / Fachkunde stellungen zu Schutzmaßnahmen O Die nach der BG-Regel „Konentsprechend VdS 2357 . taminierte Bereiche – BGR 128, Anhang 6 A bzw. 6 B“ erworbene Vorsorgeuntersuchungen Sachkunde für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis in kontaminierten Bereichen erfüllt die Fachkundeanfordeder Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) rungen nach Anlage 2 A bzw. 2 B oder anbieten (Angebotsuntersu- der TRGS 524. Meldung an den Versicherer, Sicherung der Schadensstelle 1 Erstbegehung Einteilung der Schadensstelle in Gefahren- und Arbeitsbereiche Gefahrenbereiche (GB) Brandschadensanierung umfasst sämtliche Tätigkeiten auf der kalten Brandstelle, die zur Beseitigung der brandbedingten Schäden an Gebäuden und Anlagen auszuführen sind, inklusive aller Vor- und Nacharbeiten, z.B.: − Begehungen zur Brandursachen- oder Schadensermittlung − Sofortmaßnahmen zur Sicherung, Trocknung − Beseitigung von Brandschutt oder belastetem Löschwasser − Beseitigung brandbedingter Verschmutzung vom Abwischen bis Materialabtrag − Rückbau betroffener Gebäude (-teile) und Anlagen O Brandfolgeprodukte sind Stoffe, die durch einen Brand entstehen oder freigesetzt werden können: − Gefahrstoffe, die an Brandkondensate und Ruß gebunden sind − Gefahrstoffe aus Produktionsund Lagerbeständen 07/2012 − Gefahrstoffe aus der Bausubstanz (z.B. Asbest, KMF) − biologische Arbeitsstoffe, die freigesetzt oder entstehen können O Gefährdungsbeurteilung durchführen. Dabei Arbeitsbereiche gemäß VdS 2357 in Gefahrenbereiche einteilen: − Gefahrenbereich 0 umfasst Brände mit räumlich eng begrenzter Ausdehnung (ca. 1 qm) des brandverschmutzten Bereiches oder Brände von größerer Ausdehnung, aber minimaler Brandverschmutzung. − Gefahrenbereiche 1 bis 3: Festlegung anhand der Art des Brandgutes, des Brandbildes und der Belastung der Arbeitsbereiche durch Brandkondensate bzw. zusätzliche Gefahrstoffe aus Produktion oder Lagerung, Baustoffen oder biologischen Arbeitsstoffen (GB 3) O Wenn keine Einstufung in Gefahrenbereiche erfolgt ist, Maßnahmen nach Gefahrenbereich 3 vorsehen. O Ab Gefahrenbereich 1 gehört die Brandschadensanierung zu den Arbeiten in kontaminierten Bereichen gemäß BGR 128. GB 0 GB 1 GB 2 GB 3 Sofortmaßnahmen Sanierungs- und Entsorgungskonzept einschließlich Arbeits- und Sicherheitsplan Aufgaben des Auftraggebers O Sofortmaßnahmen ergreifen O Erstbegehung O Einstufen der Schadensstelle in Gefahren- und Arbeitsbereiche O Erstellen eines Sanierungsund Entsorgungskonzeptes O Erarbeiten eines Arbeitsund Sicherungsplanes (A+S-Plan) gem. BGR 128 durch Sachkundigen O Sind Beschäftigte mehrerer Unternehmen im kontaminierten Bereich tätig, sachkundigen Koordinator bestellen. O Koordinator mit Weisungsbefugnis gegenüber allen Unternehmern und deren Beschäftigten ausstatten. Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen Schadenbeseitigung Abnahme und ggf. Ergebniskontrolle Hausmüll Ablaufschema nach VdS 2357 Auftraggeber (Vertreten bzw. beraten durch Regulierer der Versi cherung oder Gutachter) Nach BGR 128 sachkundiges Unternehmen ¼ 85 Entsorgung der Rückstände entsprechend Entsorgungskonzept 86 Weitere Informationen: BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“ Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge Gefahrstoffverordnung TRGS 524 Biostoff-Verordnung VdS 2357 Richtlinien zur Brandschadensanierung Hier erhalten Sie weitere Informationen Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Berlin Prävention Präventionshotline der BG BAU: 0 800 80 20 100 (gebührenfrei) www.bgbau.de [email protected] In dieser Reihe sind folgende Merkhefte erschienen: Abbrucharbeiten Abruf-Nr. BGI 665 Hochbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 530 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Bau Abruf-Nr. BGI 5081 Innenausbau und Verputzarbeiten Abruf-Nr. BGI 5086 Betonerhaltungs-, Bautenschutz-, Isolierarbeiten Abruf-Nr. BGI 5082 Installationsarbeiten Abruf-Nr. BGI 531 Dacharbeiten Abruf-Nr. BGI 656 Feuerfestbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5083 Gebäudereinigungsarbeiten Abruf-Nr. BGI 659 Maler- und Lackiererarbeiten Abruf-Nr. BGI 639 Steinbearbeitung, Steinverarbeitung Abruf-Nr. BGI 5087 Tiefbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5103 Gerüstbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5101 Turm- und Schornsteinbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 525 Glaser- und Fensterbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5084 Wand- und Bodenbelagarbeiten Abruf-Nr. BGI 5088 Hausschornsteinbau- und Schornsteinfegerarbeiten Abruf-Nr. BGI 5085 Zimmerer- und Holzbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5089 Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Hildegardstraße 29/30 10715 Berlin Tel.: 030 85781-0 Fax: 030 85781-500 www.bgbau.de [email protected]