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Baustein-Merkheft
Abbrucharbeiten
BGI 665
Abbrucharbeiten
Sicher arbeiten – gesund bleiben
Impressum:
Herausgeber:
Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft
Hildegardstraße 29 /30
10715 Berlin
www.bgbau.de
Konzeption und Gestaltung:
COMMON WORKS
Gesellschaft für Kommunikation
und Öffentlichkeitsarbeit mbH,
60486 Frankfurt
www.common.de
[email protected]
Druck:
© Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft
überarbeitete Auflage
07/2012
Abruf-Nr. BGI 665
Vorschriften- und Regelwerk
Inhalt
Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (BGV)
(auch: Unfallverhütungsvorschrift)
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften legen Schutzziele fest und
formulieren Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.Sie sind
rechtsverbindlich.
Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (BGR)
Bei den berufsgenossenschaftlichen Regeln handelt es sich um allgemein
anerkannte Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz.Sie beschreiben
jeweils den aktuellen Stand des Arbeitsschutzes und dienen der praktischen
Umsetzung von Forderungen aus den Vorschriften.
Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI)
In den berufsgenossenschaftlichen Informationen werden spezielle Hinweise
und Empfehlungen für bestimmte Branchen, Tätigkeiten, Arbeitsmittel oder
Zielgruppen zusammengefasst.
Staatliche Gesetze und Verordnungen
Arbeitschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung u.a.
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit geben dem Stand der Technik,
Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechende Regeln und sonstige gesicherte
arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Bereitstellung und Benutzung
von Arbeitsmitteln sowie für den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen
wieder.
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe geben den Stand der Technik,
Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder.
Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)
Die Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe geben den Stand der
sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen zu Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
wieder.
Gleichwertigkeitsklausel
Die in diesen Bausteinen enthaltenen technischen Lösungen und Beispiele
schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch
in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder
anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.
07/2012
Allgemeines
Baustein-Nr.
Baustein-Titel
Seite
A 209
Gefährdungsbeurteilungen
7
A7
Gefahrstoffe
Kennzeichnung/Beschäftigungsbeschränkung
9
A 181
Gefahrstoffe
Grundanforderungen/Maßnahmen
11
A 211
Schimmelpilze bei der Gebäudesanierung
13
A 212
Verunreinigung durch Tauben
15
A 174
Lagerung von Druckgasflaschen im Freien
17
Arbeitsmittel
Baustein-Nr.
Baustein-Titel
Seite
B 10
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf
Bau- und Montagestellen
19
B 11
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Wiederholungsprüfungen
21
B 20
Handbandschleifmaschinen und Vibrationsschleifer
23
B 21
Schlagbohr- und Stemmgeräte
25
B 132
Handkettensägen
27
Baustein-Nr.
Baustein-Titel
B 72
Bagger
Seite
Arbeitsverfahren
29
Baustein-Nr.
Baustein-Titel
Seite
B 73
Lader/Muldenfahrzeuge/Planiergeräte
31
D 75
Abbrucharbeiten
55
B 188
Seilsägen
33
D 76
Abbruch mit Großgeräten
57
B 39
Flüssiggasanlagen
35
D 77
Abbruch von Hand/Demontieren
59
B8
Absturzsicherungen auf Baustellen
Seitenschutz/Absperrungen
37
D 78
Abbruch durch Sprengen
61
B9
Fanggerüste
39
D 79
Thermisches Trennen mit Sauerstoffkernlanzen
63
B 22
Anlegeleitern
41
D 155
Bohren und Sägen von Beton und Asphalt
65
B 45
Fassadengerüste
43
D 71
Abbruch von Türmen, Schornsteinen und Silos
67
B 105
Bockgerüste
45
D 31
Gasschweißen/Brennschneiden/Hartlöten
69
B 46
Schutzdächer
47
D 34
Transport von Druckgasflaschen
71
B 68
Arbeitskörbe/Arbeitssitze/Arbeitsbühnen
49
D 74
Transport von Baumaschinen
73
B 83
Schuttrutschen
51
D 196
Arbeiten am Wasser
75
D 37
Asbestzementprodukte
Abbruch, Sanierung
77
D 80
Schwach gebundene Asbestprodukte
79
D 234
Mineralwolle-Dämmstoffe
Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle
81
D 235
Alte Mineralwolle-Dämmstoffe
Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen Eigenschaften
83
D 239
Brandschadensanierung
85
Persönliche Schutzausrüstungen
Baustein-Nr.
Baustein-Titel
C 43
Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz
Seite
53
Gefährdungsbeurteilungen
Mögliche Gefährdungen
A 209
Gefährdungsbeurteilung – Vorgehensweise (Handlungsschritte)
1
Festlegen und Abgrenzen
der Arbeitsbereiche und
Tätigkeiten
Wirksamkeit der
Schutzmaßnahmen
überprüfen, ggf. anpassen
Festgelegte
Schutzmaßnahmen durchund umsetzen
Gefährdungen
ermitteln
Ziel:
Sicheres und
gesundheitsgerechtes
Arbeiten
Gefährdungen
beurteilen, Risiken
bewerten
Geeignete
Schutzmaßnahmen
auswählen und festsetzen
OBeurteilen der Gefährdungen,
z.B. Risiko eines Absturzes,
Risiko verschüttet zu werden
OAbschätzen und bewerten des
Risikos anhand vorgegebener
Schutzziele, z.B. in Vorschriften
und Regeln, bzw. nach Ermittlung
Vorgehensweise mit geeigneten Methoden.
OGeeignete Schutzmaßnahmen
OFestlegen/Abgrenzen der zu
auswählen und festlegen,
untersuchenden Arbeitsbereiche, wo erforderlich/notwendig,
z.B. Betriebsorganisation, Objekt, z.B. Seitenschutz, Verbau, PSA.
Baustelle, Werkstatt, und der dort OFestgelegte Schutzmaßnahmen
auszuführenden Tätigkeiten.
durch- und umsetzen, z.B. AnbrinOErmitteln von Gefährdungen gen des Seitenschutzes, Einbau
– objekt-/baustellenunabhängig, von Grabenverbauelementen,
z.B. Einsatz nicht regelmäßig
Bestimmen des Verantwortlichen,
geprüfter elektrischer Betriebs- Benutzen der persönlichen
mittel, unzureichende UnterSchutzausrüstungen.
weisung der Beschäftigten.
OWirksamkeit der Schutz– objekt-/baustellenspezifisch
maßnahmen überprüfen und
(systematisch) nach Gewerken ggf. anpassen.
und Tätigkeit, z.B. Mauerarbeiten, Erdbauarbeiten,
Reinigungsarbeiten.
Die Beurteilung von Gefährdungen
ist dieVoraussetzung von wirksamen und betriebsbezogenen
Arbeitschutzmaßnahmen. Sie ist
Pflicht für jeden Unternehmer.
07/2010
Durchführung
OBei gleichartigen Tätigkeiten
oder Arbeitsplätzen (z.B. in Werkstatt, Büro) nur eine Tätigkeit
bzw. Arbeitsplatz musterhaft
beurteilen.
OBei wechselnden Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufen
(z.B. auf einer Baustelle) die
musterhafte Anwendung prüfen
und ggf. Gefährdungen für die
jeweilige Baustelle ermitteln und
beurteilen.
Wiederholung
Obei Änderungen im Betriebsablauf,
Obei neuen Arbeitsverfahren,
Onach Unfällen und Beinaheunfällen.
7
Mechanische
Gefährdungen
Elektrische
Gefährdungen
Schall
Schwingungen
s!BSTURZ
sSTOLPERNRUTSCHEN
STàRZEN
sERFASSTGETROFFEN
WERDEN
sUNKONTROLLIERT
BEWEGTE4EILE
sUMSTàRZENDE
KIPPENDE4EILE
sSCHNEIDEN
sSTECHEN
s3TROMSCHLAG
sGEFËHRLICHE
+ÚRPERSTRÚME
sELEKTROSTATISCHE
!UmADUNGEN
s,ËRM
s(AND!RM
s!SBESTFASERN
3CHWINGUNG
s,ÚSEMITTEL
Z"DURCH
s)SOCYANATE
!BBRUCHHAMMER s3ËUREN,AUGEN
s'ANZKÚRPER
s0!+0#"
3CHWINGUNG s"ENZOL
Z"BEI&AHRER s$IESELMOTOR
PLËTZEN3TAPLER %MISSIONEN
UA
s
IN&ORMVON
&LàSSIGKEITEN
- Gasen
- Dämpfen
- Stäuben
sBEI6ERWENDUNG
VON&LàSSIGGAS
s&UNKENmUG
Z"BEI3CHWEISS
ARBEITEN
s3TAUBEXPLOSIONEN
Biologische
Arbeitsstoffe
Körperliche
Überlastungen
Klima
Strahlung
Organisation
s)NFEKTIONENDURCH
+EIMEZ"BEI
+ANALARBEITEN
+RANKENHAUS
REINIGUNG
s(EBENUND
4RAGEN
s:WANGS
HALTUNGEN
s(ITZE
s+ËLTE
s:UGLUFT
s,UFTFEUCH
TIGKEIT
.IEDER
schläge)
s/ZON
s%LEKTROMAGNE sÄBERFORDERUNG
TISCHE&ELDER s5NTERFORDERUNG
Z".ËHEZU s3TRESS
&UNKMASTEN
s3OZIALE
s)NFRAROT56
"EZIEHUNGEN
3TRAHLUNGZ" Z"-OBBING
SonneneinstrahLUNG,ICHTBOGEN
beim Schweißen
s,ASERSTRAHLUNG
z.B. bei der
6ERMESSUNG
Dokumentation
Unterstützung
OErgebnis der Gefährdungsbeurteilung, festgelegte SchutzMA”NAHMENUNDÄBERPRàFUNG
schriftlich dokumentieren.
OSicherheitsfachkraft, Sicherheitsbeauftragten, Betriebsarzt
und/oder Betriebsrat bei der
Durchführung der Gefährdungsbeurteilung hinzuziehen.
O(ANDLUNGSHILFENDER"'"!5
VERWENDENZ"#$2/-SZUR
Gefährdungsbeurteilung.
¼
8
2
Gefahrstoffe
Psychosoziale
Belastungen
Brand/
Explosion
s!RBEITSABLAUF
s!RBEITSZEIT
s1UALIlKATION
s5NTERWEISUNG
s6ERANTWORTUNG
Sonstige
Gefährdungen
Arbeiten in
ÄBERUND5NTER
druck, in feuchtem
Milieu, mit heißen
Medien/Oberflächen u.a.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
BGI/GUV-I 5080
Arbeitsschutzgesetz
Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 1111 „Gefährdungsbeurteilung und
sicherheitstechnische Bewertung“
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
(GefStoffV)
Gefahrstoffe
GHS-Tabelle (Auszug)
A7
GHS-Gefahren- GHS-Kürzel
piktogramm
Kennzeichnung
Beschäftigungsbeschränkung
Ermittlungspflicht
O Es muss festgestellt werden,
ob es sich um einen Gefahrstoff
im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt: Gefahrstoffe
haben bestimmte Gefährdungsklassen (s. Tabelle).
1
2
3
Kennzeichnung
4
5
6
O Gebinde oder Verpackungen
müssen eine Kennzeichnung tragen, bestehend aus:
– Bezeichnung des Stoffes oder
der Zubereitung – Piktogramm und zugehöriges Signalwort – Gefahrenhinweisen – Sicherheitshinweisen – Hersteller, Einführer (Importeur) oder Lieferant O Gefährliche Stoffe und Zubereitungen nur in zugelassenen
Behältnissen aufbewahren und
lagern.
O Beim Umfüllen von Originalgebinden in andere Behälter
müssen diese wie das Originalgebinde gekennzeichnet sein.
Sicherheitsdatenblatt
O Das Sicherheitsdatenblatt enthält weitere Angaben zu
– Erster Hilfe,
– Schutzmaßnahmen,
– Verhalten bei Störfällen u.a.
O Das Sicherheitsdatenblatt
muss den Beschäftigten zugänglich sein.
Gefahr
oder
Achtung
explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff,
selbstzersetzliche Stoffe/Gemische,
organische Peroxide
GHS02
Gefahr
oder
Achtung
Selbstzersetzliche Stoffe/Gemische, organische Peroxide,
entzündbare Gase, Aerosole, Flüssigkeiten, Feststoffe,selbsterhitzungsfähige Stoffe/Gemische, pyrophore Flüssigkeiten und Feststoffe,
Stoffe/Gemische, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden
GHS03
Gefahr
oder
Achtung
Oxidierende Gase, Flüssigkeiten, Feststoffe
GHS04
Achtung
Verdichtete, verflüssigte, gelöste und tiefgekühlt verflüssigte Gase
GHS05
Gefahr
oder
Achtung
Verätzung der Haut, schwere Augenschäden,
auch metallkorrosive Eigenschaften
GHS06
Gefahr
GHS07
Achtung
Akute Gesundheitsschäden,
Reizung der Haut, der Augen und der Atemwege,
Sensibilisierung der Haut, narkotisierende Wirkungen
GHS08
Gefahr
oder
Achtung
chronische Gesundheitsschäden (Organschädigungen) bei einmaliger oder
mehrmaliger Exposition, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Wirkungen, Lungenschäden durch Eindringen von
Substanzen in die Lunge (Aspirationsgefahr), Sensibilisierung der Atemwege
GHS09
Achtung oder
ohne
Signalwort
Beschäftigungsbeschränkungen
O Jugendliche dürfen Gefahrstoffen nur ausgesetzt sein, wenn
– dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
– die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist,
– der Arbeitsplatzgrenzwert
unterschritten ist,
– betriebsärztliche oder sicherheitstechnische Betreuung
sichergestellt ist.
O Werdende oder stillende
Mütter dürfen mit Gefahrstoffen
nur Umgang haben, wenn der
Arbeitsplatzgrenzwert unterschritten ist.
O Gebärfähige Arbeitnehmerinnen
dürfen mit Blei oder Quecksilber
nur Umgang haben, wenn der
Arbeitsplatzgrenzwert eingehalten
wird.
O Werdende Mütter dürfen krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden
Stoffen nicht ausgesetzt sein.
Vorsorgeuntersuchungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung
veranlassen (Pflichtuntersuchung)
oder anbieten (Angebotsuntersuchung). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
¼
07/2012
Gefährdungsklassen
GHS01
Verwendungsverbote
O Für bestimmte Stoffe gibt
es Verwendungsverbote oder
-beschränkungen:
– Benzol
– Asbest
– quarzhaltige Strahlmittel
– Teer
Mögliche
Signalwörter
9
Neue Kennzeichnung
O Die Verordnung zur Einstufung,
Kennzeichnung und Verpackung
von Stoffen und Gemischen (CLPoder GHS-Verordnung) regelt die
Einstufung und Kennzeichnung
von Stoffen und Gemischen.
O Für Gemische, die vorwiegend
in der Bauwirtschaft eingesetzt
werden, gelten die Einstufungsund Kennzeichnungsregeln erst
ab dem 1.6.2015. Die Hersteller
haben die Möglichkeit zur früheren Umsetzung.
10
Äußerst schwere und schwere akute Gesundheitsschäden oder Tod
giftig für Wasserorganismen mit kurz- und langfristiger Wirkung
O Durch GHS ändern sich die
Kennzeichnungselemente:
– Gefahrensymbole und
Gefahrenbezeichnungen
werden durch Gefahrenpiktogramme und Signalwörter
ersetzt.
– R-Sätze werden durch H-Sätze
ersetzt.
– S-Sätze werden durch P-Sätze
ersetzt.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Gefahrstoffverordnung
Techn. Regeln Gefahrstoffe (TRGS)
Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen
und Gemischen (GHS-Verordnung)
Info-Flyer Abr.Nr. 682
BGI/GUV-I 8658 GHS – global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen
Jugendarbeitsschutzgesetz
Mutterschutzgesetz
Gefahrstoffe
A 181
Betriebsanweisung Nr.
Gem. §14 GEFSTOFFV
Baustelle/Tätigkeit:
Grundanforderungen/Maßnahmen
Betrieb: MUSTER
Druckdatum:
Stark lösemittelhaltige Verlegewerkstoffe,
toluolhaltig
GISCODE: S 6
OBetriebsanweisung erstellen
(Muster einer Betriebsanweisung
siehe Rückseite). Hierbei ist Ihre
O Feststellen, ob es sich um
Berufsgenossenschaft behilflich.
einen Gefahrstoff handelt und
O Beschäftigte anhand der
prüfen, ob ein anderer, gesundBetriebsanweisung vor Arbeitsheitlich ungefährlicherer Stoff
einsatz, mindestens jedoch
verwendet werden kann. (Inforeinmal jährlich und vor Einsatz
mationen beim Hersteller oder
eines neuen Produktes, über die
Fachhandel einholen.)
Gefahren in verständlicher Form
O Falls ein Gefahrstoff verwendet werden muss, und kein Sicher- und Sprache unterweisen.
heitsdatenblatt vorhanden ist, die- O Jugendliche mindestens halbjährlich unterweisen.
ses beim Lieferanten anfordern.
O Beschäftigte über Erste-HilfeO Enthält das Sicherheitsdatenblatt nur unzureichende Angaben, Maßnahmen unterrichten.
sind beim Hersteller ergänzende
Hinweise zu den Gefahren und
Während der Arbeit
Schutzmaßnahmen zu erfragen.
Beispiel: Wenn der Gefahrstoff
O Nicht essen, trinken, rauchen.
unter speziellen Bedingungen
O Hautkontakt vermeiden.
vom Verwender eingesetzt wird.
O Beim Umfüllen in kleinere
Gebinde nur bruchfeste und
beständige Behältnisse, z. B.
Kunststoffbehälter, benutzen
und diese wie das Originalgebinde kennzeichnen.
O Spritzer beim Umfüllen vermeiden (z. B. durch Heber oder
Pumpen).
O Benetzte Kleidungsstücke
sofort ausziehen.
O Verschmutzte Arbeitskleidung
einschließlich des Schuhwerks
muss getrennt von Straßenkleidung aufbewahrt und regelmäßig gereinigt werden.
O Hautschutz beachten:
Vor der Arbeit und nach den
Pausen gezielter Hautschutz,
nach der Arbeit und vor den
Pausen richtige Hautreinigung,
nach der Reinigung und am
Arbeitsende Hautpflegemittel
verwenden.
O Falls erforderlich, persönliche
Schutzausrüstung wie Chemikalienschutzhandschuhe, Schutzkleidung, Atemschutz tragen.
Gefahren für Mensch und Umwelt
Einatmen oder Aufnahme durch die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen. Kann die Atemwege,
Augen, Haut reizen. Vorübergehende Beschwerden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit) möglich. Kann Rausch, Herzrhythmusstörung, Leberschaden, Nierenschaden, Augenschaden, Nervenschaden, Hirnleistungsstörung verursachen. Bei höheren Konzentrationen Atem- und Herz-Kreislaufstillstand möglich. Toluol kann das Kind im Mutterleib schädigen!
Das Produkt ist leichtentzündlich. Erhöhte Entzündungsgefahr bei durchtränktem Material (z.B. Kleidung,
Putzlappen). Vorsicht mit leeren Gebinden, bei Entzündung Explosionsgefahr!
Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation vermeiden!
Arbeiten bei Frischluftzufuhr, vor allem im Bodenbereich! Bei Dämpfen mit Absaugung
arbeiten! Nur ex-geschützte Be-/ Entlüftungsgeräte verwenden! Auf keinen Fall rauchen!
Von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Ex-Schutz) fernhalten, offene Flammen
vermeiden, kriechende Dämpfe können auch in größerer Entfernung zur Entzündung führen!
Schlag und Reibung vermeiden! Elektrische Geräte z.B. Nachtstromspeicheröfen abschalten;
Kühlschränke und Schwachstromanlagen z.B. Klingeln abstellen! Arbeitsbereich abgrenzen.
Schilder (Verbot offener Flammen, Ex-Gefahr) aufstellen! Vorratsmenge auf einen Schichtbedarf beschränken! Gefäße nicht offen stehen lassen! Berührung mit Augen, Haut und Kleidung
vermeiden! Produktreste von der Haut entfernen! Nach Arbeitsende und vor jeder Pause
Hände gründlich reinigen! Hautpflegemittel verwenden! Verunreinigte Kleidung wechseln!
Nach Arbeitsende Kleidung wechseln! Beschäftigungsbeschränkungen beachten!
Augenschutz: Bei Spritzgefahr: Gestellbrille!
Handschutz: Handschuhe aus Butylkautschuk.
Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert!
Atemschutz: Ausschließlich umgebungsluftunabhängiges Atemschutzgerät verwenden!
Hautschutz: Für alle unbedeckten Körperteile fettfreie oder fettarme Hautschutzsalbe verwenden.
s
u
M
Verhalten im Gefahrenfall
Mit Spachtel aufnehmen, aushärten lassen und entsorgen! Reste z.B. mit Sand abstreuen und mechanisch entfernen. Produkt ist brennbar, geeignete Löschmittel: Kohlendioxid, Löschpulver, Schaum oder
Wasser im Sprühstrahl (kein Vollstrahl)! Bei Brand in der Umgebung Behälter mit Sprühwasser kühlen!
Zuständiger Arzt:
Unfalltelefon:
Vor der Arbeit
07/2012
r
te
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Vorsorgeuntersuchungen
Erste Hilfe
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.
Bei jeder Erste-Hilfe-Maßnahme: Selbstschutz beachten und umgehend Arzt verständigen.
Nach Augenkontakt: 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern spülen oder
Augenspüllösung nehmen. Immer Augenarzt aufsuchen!
Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidung sofort ausziehen. Mit viel Wasser und Seife reinigen.
Keine Verdünner!
Nach Einatmen: Frischluft! Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten (Zahnprothesen,
Erbrochenes entfernen, stabile Seitenlagerung), Atmung und Puls überwachen.
Bei Atem- oder Herzstillstand: künstliche Beatmung und Herzdruckmassage.
Nach Verschlucken: Kein Erbrechen auslösen, nichts zu trinken geben.
Ersthelfer:
¼
Sachgerechte Entsorgung
Nicht in Ausguss oder Mülltonne schütten!
Zur Entsorgung sammeln in:
Nicht ausgehärtete Produktreste:
Ausgehärtete Produktreste:
Restentleerte Gebinde:
Gebinde mit nicht ausgehärteten Produktresten:
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Gefahrstoffverordnung
Technische Regeln Gefahrstoffe (TRGS)
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
11
12
Schimmelpilze
bei der
Gebäudesanierung
A 211
1
Sporen- und Staubkonzentration
Schwach
z.B. Fugen,
Dichtungen, Tapeten
entfernen
Stark
z.B. Abstemmen
Mittel
z.B. Putzfräse
mit Absaugung,
Entrümpelung
Dauer der Tätigkeit
Ohne
besondere
Gefährdung
– Entzündliche Rötung der Haut
OViele Schimmelpilze bilden
OSchimmelpilze, besonders deren toxische (giftige) Stoffe, so
genannte Mykotoxine.
Sporen, können bei Aufräum-,
Abbruch- und Sanierungsarbeiten OToxine können sich auch in den
Baustoffen anreichern und bei
freigesetzt werden und in die
staubintensiver Bearbeitung (z.B.
Atemluft gelangen.
OSchimmelpilze zählen entspre- Schleifen, Fräsen) freigesetzt
chend der Biostoffverordnung zu werden. Sie können z.B. Nieren,
Leber, Blut, das Nerven- oder das
den Biologischen Arbeitsstoffen.
Immunsystem schädigen.
ODas Infektionsrisiko spielt bei
Schimmelpilzen eine untergeordGefährdung
nete Rolle.
OAufnahmepfade:
– Atemwege
Gefährdungsbeurteilung
– Mund
– Haut/Schleimhäute
ODie Gefährdung ist abhängig
OSchimmelpilze können sensibilisierend wirken und in der Folge von der Staub- und Sporenallergische Reaktionen auslösen. konzentration sowie von der
Tätigkeitsdauer . Entsprechend
Symptome einer Allergie sind:
der zu erwartenden Gefährdung
– Augenjucken und -tränen
erfolgt eine Einstufung in vier
– Fließschnupfen
Gefährdungsklassen, aus denen
– trockener Husten
sich entsprechende Schutzmaß– Atemnot
nahmen ergeben.
Allgemeine Hinweise
07/2012
OFachkundige Beratung ist
nötig, wenn keine erforderlichen
Kenntnisse vorliegen.
Allgemeine
Schutzmaßnahmen
OGrundsätzlich sind in allen
Gefährdungsklassen die Mindestanforderungen der Allgemeinen Hygienemaßnahmen durchzuführen.
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
OVermeidung der Verschleppung
z.B. durch Abdeckung von Mobiliar, staubdichte Abtrennung des
Arbeitsbereiches.
OEntsprechende Betriebsanweisung erstellen und Beschäftigte
unterweisen.
OBelüftung: Bei Gefährdungsklasse 3 technische Be- und Entlüftung.
¼ 13
< 2 Stunden
> 2 Stunden
Gefährdungsklasse 1
Gefährdungsklasse 2
OSchwarz-Weiß-Trennung:
– Gefährdungsklasse 1:
Getrennte Aufbewahrung von
Arbeits- und Straßenkleidung.
– Gefährdungsklasse 2:
Abdichtung des Übergangs
vom Schwarz- in den Weißbereich, Kennzeichnung des
kontaminierten Bereichs, Reinigung z.B. von Werkzeugen im
Schwarzbereich.
– Gefährdungsklasse 3:
Ein- oder MehrkammerSchleuse.
OAtemschutz:
– Gefährdungsklasse 1: P2-Filter
(Empfehlung: TM2P).
– Gefährdungsklasse 2:
P2-Filter (Empfehlung: P2 mit
Gebläse TH2P).
– Gefährdungsklasse 3:
TM3P und staubdichte Schutzbrille oder Vollmaske.
OAugenschutz:
– Gefährdungsklasse 1 und 2:
Nur bei Spritzwasserbildung
oder Arbeit über Kopf.
– Gefährdungsklasse 3: Augenschutz immer erforderlich.
OSchutzkleidung:
– Gefährdungsklasse 1:
Empfehlung: Partikeldichte,
luftdurchlässige Einwegschutzkleidung der Kategorie III,
Typ 5 mit Kapuze.
14
Gefährdungsklasse 3
– Gefährdungsklasse 2 und 3:
Partikeldichte, luftdurchlässige
Einwegschutzkleidung der
Kategorie III, Typ 5 mit Kapuze
tragen. In Einzelfällen wasserdichte Schutzkleidung.
OHandschutz:
Bei Feuchtarbeit flüssigkeitsdichte Handschuhe tragen.
Vorsorgeuntersuchungen
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Biostoffverordnung
TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
BGI 858: „Gesundheitsgefährdungen
durch biologische Arbeitsstoffe bei der
Gebäudesanierung“
BGI/GUV-I 8685 „Chemikalienschutzkleidung bei der Sanierung von Altlasten,
Deponien und Gebäuden“
Verunreinigung
durch Tauben
A 212
Allgemeine Hinweise
OVerwilderte Tauben leben
in leer stehenden Gebäuden,
Dachböden, Mauervorsprüngen,
Fensternischen, Brücken und
Industrieanlagen.
OVerunreinigungen bestehen aus
dem ausgeschiedenen Kot, Nestresten, Federn und verendeten
Tieren.
OVerunreinigungen können verschiedene Infektionen verursachen:
– Lungenentzündungen,
z.B. Papageienkrankheit
– Durchfallserkrankungen.
OBei Reinigungs-, Wartungsund Reparaturarbeiten können
OVor Pausen und nach BeenBeschäftigte mit diesen gesunddigung der Tätigkeiten Hände
heitsschädlichen Verunreiniwaschen.
gungen in Kontakt kommen.
OMaßnahmen zur Vermeidung
oder Reduktion von Aerosolen,
Stäuben und Nebel ergreifen.
Gefährdungsbeurteilung
OInfektionen über verschiedene
Aufnahmewege:
– Mund
– Atemluft (Infektionserreger in
Stäuben)
– Haut oder Schleimhäute
OMögliche allergisierende oder
toxische Wirkungen durch:
– Parasiten (Taubenzecken
und -milben)
-– Staub (Ausscheidungen, Hautbestandteile, Federpartikel,
Schimmelpilze)
OÄtzende Wirkung des
Taubenkots.
OFachkundige Beratung ist
nötig, wenn keine erforderlichen
Kenntnisse vorliegen.
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
OJe nach Größe der Sanierung
Schwarz/Weiß-Anlage mit Schleuse.
OWasch-, Umkleide- und Aufenthaltsmöglichkeiten bereitstellen.
ONicht mit dem Besen reinigen.
OZur Reinigung verunreinigter
Flächen Industriesauger mit
Filterpatronen der Kategorie H
entsprechend DIN EN 60335-265 oder vergleichbare Geräte
ver-wenden.
OUm keinen Staub freizusetzen,
Taubenkot vor dem Absaugen
anfeuchten, wenn er vom Untergrund gelöst werden muss.
OBei Tätigkeiten mit SpritzAllgemeine Schutzmaßnahmen wasserbildung gebläseunterstützte Vollmasken verwenden.
OWaschgelegenheiten zur Verfü- OBei erhöhter Exposition
Vollmaske der Schutzstufe TM3P
gung stellen.
einsetzen.
07/2012
OIn abgeschlossenen Räumen,
z.B. Brückenkästen, kann auch
umgebungsluftunabhängiger
Atemschutz notwendig sein.
OEntsprechende Betriebsanweisung erstellen und die Beschäftigten unterweisen.
Vorsorgeuntersuchungen
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention
Biostoffverordnung
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen“
BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen
durch Taubenkot“
15
16
Lagerung von
Druckgasflaschen
im Freien
A 174
Abmessungen der Schutzbereiche für
brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien
h * 1,00 m
Gase, leichter als Luft
mit
2
r
* 1,00 m
1
Abmessungen der Schutzbereiche für Druckgasflaschen mit
brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien
Gase, schwerer als Luft
h ≥ 0,50 m
OUnzulässig ist die Lagerung in:
– engen Höfen
– Durchgängen und Durchfahrten
– in der Nähe von Gruben, Kanälen, Abflüssen und tiefer liegenden Räumen
O Betreten des Lagers durch Unbefugte ist untersagt. Ein entsprechendes Hinweisschild ist am Zugang zum Lager anzubringen .
O Es muss ein Feuerlöscher
leicht erreichbar vorhanden sein.
O Druckgasflaschen möglichst
stehend lagern. Bei liegender
Lagerung Flaschen gegen Fortrollen sichern.
O Druckgasflaschen vor Sonneneinstrahlung geschützt lagern.
07/2012
Ausnahme: Flüssiggasflaschen
müssen stehend gelagert werden.
O Stehende Druckgasflaschen
gegen Umfallen und Herabfallen
sichern.
O Ventile mit Schutzkappen und
ggf. Verschlussmuttern sichern.
O Das Umfüllen von Druckgasen
in Lägern ist unzulässig.
O Läger auf nicht umfriedeten
Grundstücken im Freien sind einzuzäunen.
O Sicherheitsabstand t 5,00 m
zu benachbarten Anlagen und
Einrichtungen einhalten, wenn
hiervon Gefahren, z.B. gefährliche Erwärmungen, ausgehen
können.
O Bei Druckgasflaschen mit
brennbaren Gasen dürfen sich im
Schutzbereich keine Zündquellen, Gruben, Kanäle, Bodenabläufe, Kellerniedergänge befinden.
O Der Schutzbereich darf sich
nicht auf Nachbargrundstücke
und öffentliche Verkehrsflächen
erstrecken.
O Schutzbereich nur an max.
zwei Seiten durch mindestens
2,00 m hohe öffnungslose
Schutzwände aus nicht brennbarem Material einengen.
r
≥ 1,00 m
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
BGV D 34 „Verwendung von Flüssiggas“
DVS*-Merkblatt 0212 „Umgang mit
Druckgasflaschen“
* DVS = Deutscher Verband für
Schweißen und verwandte Verfahren
¼
17
3
18
Elektrische Anlagen
und Betriebsmittel auf
Bau- und Montagestellen
Erforderliche zusätzliche
Schutzmaßnahmen
B 10
O TT-System und TN-S-System
– Stromkreise mit Steckvorrichtungen AC 32 A über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD)
mit einem Bemessungsfehlerstrom I N 30 mA betreiben.
– Andere Stromkreise mit Steckvorrichtungen über FehlerstromSchutzeinrichtungen (RCD) mit
einem Bemessungsfehlerstrom
I N 500 mA betreiben.
O IT-Systeme nur mit Isolationsüberwachung betreiben.
O Weitere Schutzmaßnahmen:
Als Schutzmaßnahme vor Anschlusspunkten ist auch zulässig:
– Schutzkleinspannung (SELV)
– Schutztrennung
1
Zusätzliche Hinweise
für frequenzgesteuerte
Betriebsmittel
Errichtung
und Instandsetzung
O Elektrische Anlagen und Betriebsmittel dürfen nur von Elektrofachkräften oder von elektrotechnisch unterwiesenen Personen
unter Leitung und Aufsicht von
Elektrofachkräften errichtet, verändert und instand gehalten werden.
Prüfung
O Elektrische Anlagen und
Betriebsmittel sind zu prüfen
– nach Errichtung, Veränderung
und Instandsetzung,
– regelmäßig entsprechend den
Prüffristen.
07/2012
Anschlusspunkte
O Elektrische Betriebsmittel
müssen von besonderen Anschlusspunkten aus mit Strom
versorgt werden. Als besondere
Anschlusspunkte gelten z.B.:
– Baustromverteiler – der Baustelle zugeordnete
Abzweige ortsfester elektrischer Anlagen
– Transformatoren mit getrennten Wicklungen
– Mobile Stromversorgungsanlagen
O Steckdosen in Hausinstallationen dürfen nicht verwendet
werden.
Anschlusspunkte für kleine
Baustellen
O Werden elektrische Betriebsmittel nur einzeln benutzt bzw.
sind die Bauarbeiten geringen
Umfangs, dürfen als Anschlusspunkte auch
– Schutzverteiler,
– ortsveränderliche Schutzeinrichtungen
verwendet werden.
Diese Einrichtungen dürfen auch
über Steckvorrichtungen in Hausinstallationen betrieben werden.
¼
19
O Frequenzgesteuerte Betriebsmittel können Schutzmaßnahmen
beeinträchtigen oder unwirksam
machen. Dies kann verhindert
werden, wenn:
– frequenzgesteuerte Betriebsmittel mit Steckvorrichtungen
AC 400 V mit I N 32 A
nur über allstromsensitive
Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
vom Typ B oder Typ B+ mit
I N 30 mA oder über einen
Trenntransformator betrieben
werden,
– frequenzgesteuerte Betriebsmittel, die über Steckvorrichtungen AC 400 V mit IN > 32 A
bis 63 A angeschlossen
werden, über allstromsensitive
Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
vom Typ B oder Typ B+ mit
I N 500 mA oder über einen
Trenntransformatoren betrieben
werden,
– frequenzgesteuerte Betriebsmittel durch Festanschluss
oder über Sondersteckvorrichtungen angewendet werden,
die Abschaltbedingungen
eingehalten sind und nachgeschaltete Stromkreise keine
Steckvorrichtungen enthalten,
20
– Stromkreisen mit allstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen vom Typ B oder
Typ B+ keine pulsstromsensitiven Schutzeinrichtungen
(Typ A) vorgeschaltet sind.
Symbole auf elektrischen
Betriebsmitteln
Gefährliche elektrische
Spannung
Elektrische Leitungen
O Als bewegliche Leitungen sind
Gummischlauchleitungen HO7RNF oder gleichwertige Bauarten zu
verwenden.
O Anschlussleitungen bis 4 m
Länge von handgeführten
Elektrowerkzeugen sind auch in
der Bauart HO5RN-F zulässig.
O Leitungen, die mechanisch
besonders beansprucht werden,
sind geschützt zu verlegen,
z.B. unter festen Abdeckungen.
O Leitungsroller sollen aus Isolierstoff bestehen. Sie müssen
eine Überhitzungs-Schutzeinrichtung haben. Die Steckdosen
müssen spritzwassergeschützt
ausgeführt sein.
Installationsmaterial
O Steckvorrichtungen sind nur
mit Isolierstoffgehäuse und nach
folgenden Bauarten zulässig:
– Steckvorrichtungen, zweipolig
mit Schutzkontakt
– CEE-Steckvorrichtungen,
5-polig
O Schalter und Steckvorrichtungen müssen mindestens spritzwassergeschützt ausgeführt sein
und eine ausreichende mechanische Festigkeit besitzen.
Schutzisoliert
(Schutzklasse II)
Schutzkleinspannung
(Schutzklasse III)
Trenntransformator
(Schutztrennung)
Explosionsgeschützte,
baumustergeprüfte
Betriebsmittel
Für rauen Betrieb
Staubgeschützt
Regengeschützt
(Sprühwassergeschützt)
Spritzwassergeschützt
Strahlwassergeschützt
Leuchten
O Bauleuchten müssen mindestens sprühwassergeschützt ausgeführt sein. Sie sollen für rauen
Betrieb geeignet sein.
O Hand-/Bodenleuchten, ausgenommen solche für Schutzkleinspannung, müssen schutzisoliert
und strahlwassergeschützt ausgeführt sein.
Weitere Informationen:
BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit Durchführungsanweisungen
BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer
Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und
Montagestellen“
BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“
BGI 594 „Einsatz von elektrischen
Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer
Gefährdung“
Elektrotechnische Regeln (DIN VDEBestimmungen)
Betriebssicherheitsverordnung
Elektrische Anlagen
und Betriebsmittel
Empfehlungen für Wiederholungsprüfungen
ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
B 11
Anlage/Betriebsmittel
Wiederholungsprüfungen
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind regelmäßig gemäß
Betriebssicherheitsverordnung
durch befähigte Personen (Elektrofachkräfte) zu überprüfen und
durch Prüfetikett, Banderole o. Ä.
zu kennzeichnen. Die Prüfungen
sind nachzuweisen.
Ortsfeste elektrische
Anlagen und Betriebsmittel
Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebrachte Betriebsmittel oder Betriebsmittel,
die keine Tragevorrichtung
haben und deren Masse so groß
ist, dass sie nicht leicht bewegt
werden können. Dazu gehören
auch elektrische Betriebsmittel,
die vorübergehend fest angebracht sind und über bewegliche
Anschlussleitungen betrieben
werden.
Für Festlegungen hinsichtlich
Prüffrist und Prüfer ortsfester
elektrischer Anlagen und
Betriebsmittel kann sich der
Unternehmer an der Tabelle 1A
(BGV A3) orientieren.
Art der Prüfung
Richtwert 6 Monate, auf ordnungsgemäßen
auf Baustellen
Zustand
3 Monate 4).
Wird bei Prüfungen
eine Fehlerquote
Verlängerungs< 2 % erreicht, kann
und Geräteanschlussdie Prüffrist entspreleitungen mit Steckchend verlängert
vorrichtung
werden.
Anschlussleitungen mit Maximalwert:
Auf Baustellen, in
Stecker
Fertigungsstätten
oder unter ähnlichen
bewegliche Leitungen
mit Stecker und Festan- Bedingungen 1 Jahr.
In Büros oder unter
schluss
ähnlichen Bedingungen 2 Jahre.
ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
(soweit benutzt)
Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen
und Betriebsmittel nach Tabelle 1A, BGV A3
Anlage/Betriebsmittel
Prüffrist
Art der Prüfung
Elektrische Anlagen und
ortsfeste Betriebsmittel
4 Jahre
auf ordnungsgemäßen
Zustand
Elektrische Anlagen
und ortsfeste elektrische
Betriebsmittel in „Betriebsstätten, Räumen
und Anlagen besonderer
Art“, z.B. Baustellen
1 Jahr
Befähigte Person
gem. TRBS 1203
Pkt. 3.3
(Elektrofachkraft 3)
Prüfer
Befähigte Person
(Elektrofachkraft)
Ortsveränderliche elektrische
Betriebsmittel sind solche, die
während des Betriebes bewegt
werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht
werden können, während sie
an dem Versorgungsstromkreis
angeschlossen sind.
4) Unternehmer, die diese variable Regelung nicht in Anspruch nehmen wollen, erfüllen die Anforderungen auch, wenn die Prüffristen in der nachfolgenden Tabelle eingehalten werden.
Schutzmaßnahmen mit
Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen 2)
1 Monat
auf
Wirksamkeit
Befähigte Person
gem. TRBS 1203
Pkt. 3.3
Betriebsspezifische Wiederholungsprüfungen
ortsveränderlicher Betriebsmittel auf Baustellen nach BGI 608
(Elektrofachkraft
oder elektrotechnisch unterwiesene
Person bei Verwendung geeigneter
Mess- und Prüfgeräte 3)
6 Monate
Fehlerstrom-, Differenzarbeitstäglich
strom und Fehlerspannungs-Schutzschalter
– in stationären Anlagen 1)
– in nichtstationären
Anlagen 2)
auf einwandfreie Funktion
durch Betätigen
der Prüfeinrichtung
Betriebsbedingungen
Beispiele/Baustelle
Frist
Betriebsmittel,
die sehr hohen Beanspruchungen unterliegen
Schleifen von Metallen (Aluminium,
Magnesium und gefetteten Blechen),
Verwendung in Bereichen mit leitfähigen Stäuben
wöchentlich
Nassschleifen von nichtleitenden
Materialien,
Kernbohren,
Stahlbau,
Tunnel- und Stollenbau
3 Monate
Hochbau,
Innenausbau,
allgemeiner Tiefbau,
Elektroinstallation,
Sanitär- und
Heizungsinstallation,
Holzausbau
6 Monate
Benutzer
normaler Betrieb
1) Stationäre Anlagen sind solche, die mit ihrer Umgebung fest verbunden sind, z.B.
Installationen in Gebäuden, Baustellenwagen, Containern und auf Fahrzeugen.
2) Nichtstationäre Anlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entsprechend ihrem
bestimmungsgemäßen Gebrauch nach dem Einsatz wieder abgebaut (zerlegt) und am
neuen Einsatzort wieder aufgebaut (zusammengeschaltet) werden. Hierzu gehören
z.B. Anlagen auf Bau- und Montagestellen, fliegende Bauten.
3) Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen obliegt einer
Elektrofachkraft. Stehen für die Mess- und Prüfaufgaben geeignete Mess- und Prüfgeräte
zur Verfügung, dürfen auch elektrotechnisch unterwiesene Personen unter Leitung und
Aufsicht einer Elektrofachkraft Teilprüfungen durchführen.
Als Kriterium zur Festlegung der
Prüffristen gilt TRBS 1201 Punkt
3.5. Zur Orientierung kann aber
auch die Tabelle 1B der Durchführungsanweisung zur BGV A3
verwendet werden.
¼
07/2012
Prüffrist
Richt- und Maximalwerte
Ortsveränderliche
elektrische Betriebsmittel
21
22
Weitere Informationen:
BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit Durchführungsanweisungen
BGI 5190 „Wiederkehrende Prüfungen
ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel"
BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer
Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und
Montagestellen“
BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“
Elektrotechnische Regeln (DIN VDEBestimmungen)
Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln
und überwachungsbedürftige Anlagen“
TRBS 1203 „Befähigte Personen“
Vorsorgeuntersuchungen
Handtrennschleifmaschinen
B 20
Hersteller, Lieferer,
Einführer oder deren gesetzl.
geschütztes Warenzeichen
2
Benennung:
Prüfzeichen
oder Nummer
der Konformitätserklärung
Bindung:
Härte:
...........m/s=
Korn:
5
Kennzeichnung von Schleifkörpern für erhöhte Arbeitshöchstgeschwindigkeiten
1
Abmessungen:
7
.............U/min.
3
bei...........................mm Ø
Raum für zusätzl. vorgeschriebene
Eintragung z. B. Verwendungseinschränkungen (VE)
Arbeitshöchstgeschwindigkeiten (m/s)
Farbstreifen
(Anzahl und
Kennfarbe)
50
blau
63
80
100
125
140
gelb
rot
grün
blau + gelb
blau + rot
160
180
200
225
250
280
320
blau + grün
gelb + rot
gelb + grün
rot + grün
2 x blau
2 x gelb
2 x rot
360
2 x grün
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.
6
Betrieb
4 1 Trennscheibe
4 Flanschmutter
Ordnungsgemäß aufgespannte Trennscheibe bis 230 mm
Außendurchmesser
Kennzeichnung
O Nur gekennzeichnete Schleifmaschinen und Trennscheiben
verwenden .
O Kennzeichnung für erhöhte
Umfangsgeschwindigkeit beachten:
Zusätzliche Farbstreifen .
O Richtige Trennscheibe entsprechend der auszuführenden
Arbeit auswählen.
O Drehzahl der Schleifmaschine
mit zulässiger Umdrehungszahl
der Trennscheibe vergleichen.
Sie darf nicht höher sein als die
der Trennscheibe .
OSchleifwerkzeuge, die nicht
für alle Einsatzzwecke geeignet
sind, müssen mit entsprechenden
Verwendungseinschränkungen
(VE) gekennzeichnet sein.
O Zum Aufspannen nur gleich
große, zur Maschine gehörende
Spannflansche verwenden und mit
Spezialschlüssel aufspannen .
Empfehlung: mindestens 41 mm
Durchmesser ! Vor dem Aufspannen Klangprobe durchführen.
O Handtrennschleifmaschinen
müssen mit Schutzhauben ausgerüstet sein .
O Werkstücke vor dem Bearbeiten sicher festlegen. Beim
Arbeiten sicheren Standplatz
einnehmen .
O Maschine stets beidhändig
führen – nicht verkanten !
O Trennscheiben nicht zum
Seitenschleifen verwenden.
O Schutzbrille und Gehörschutz benutzen.
O Wenn gesundheitsgefährdende Stäube entstehen, Atemschutz verwenden.
5
4
6
Weitere Informationen:
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
Betriebssicherheitsverordnung
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
¼
07/2012
23
24
Schlagbohr- und
Stemmgeräte
4
B 21
OGerät erst nach völligem
Stillstand ablegen.
5
Persönliche Schutzausrüstungen
3
OGehörschutz verwenden .
OBei Gefährdung durch abspringende Teile Augenschutz
tragen .
OBei Gefährdung durch
gesundheitsgefährlichen Staub
geeigneten Atemschutz tragen
(Partikelfilter P2 oder P3).
Vorsorgeuntersuchungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.
1
2
O Möglichst nur rückstoßarme
und schallgedämpfte Geräte
verwenden .
OStumpfe Meißel oder abgebrochene Werkzeuge auswechseln.
OBewegliche Anschlussleitungen gegen mechanische Beschädigung schützen.
OSchlauchverbindungen
(Kupplungen) bei Druckluftgeräten
gegen unbeabsichtigtes Lösen
sichern, z.B. Verwendung von
Sicherheits-Schnelltrennkupplungen .
07/2012
OVor dem Trennen der Verbindungen von Druckluftleitungen
diese drucklos machen.
OImmer einen sicheren Standplatz wählen. Stemmarbeiten
nicht von Leitern und Hubarbeitsbühnen ausführen.
OZusatzgriffe benutzen .
OVerdeckte Leitungen vor dem
Bohren mit Magnet- und Leitungssuchgerät orten.
OSchalterarretierung nur
bei Arbeiten mit Bohrgestellen
betätigen.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Betriebssicherheitsverordnung
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrations-ArbSchV)
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
25
26
Handkettensägen
B 132
2
rückschlagarme Sägeketten verwenden.
OMotor abstellen, bevor die
Säge abgelegt wird.
OBei Transport der Kettensäge
Kettenschutz aufsetzen.
OBei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten Motor abschalten
bzw. den Stecker herausziehen.
1
Vorsorgeuntersuchungen
OIm Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob alternative
Maschinen z.B. Handkreissäge,
Pendelsäbelsäge eingesetzt werden können.
O Betriebsanleitung des Herstellers beachten.
OPersönliche Schutzausrüstung
je nach Betriebsanleitung des
Herstellers, Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und Risikoabschätzung tragen, z.B.
– Schnittschutzkleidung oder
Kleidung mit Schnittschutzeinlagen,
– Schnittschutzschuhe,
– Schutzhelm mit Gesichtsschutz
oder Augenschutz,
– Gehörschutz,
– ggf. Handschuhe mit Schnittschutzeinlage.
O Vor Arbeitsbeginn Wirksamkeit
der Kettenbremse prüfen.
OLeerlaufdrehzahl so einstellen,
dass die Kette beim Starten nicht
mitläuft.
07/2012
OArbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
ONur scharfe Ketten verwenden der Gefährdungsbeurteilung verund so spannen, dass sie rundum anlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuam Schwert anliegen.
chungen). Hierzu Beratung durch
OMöglichst rückschlagarme
den Betriebsarzt.
Sägeketten und -schienen verwenden.
OKrallenanschlag verwenden.
BeschäftigungsbeschränOStets für einen festen und
kungen
sicheren Stand sorgen.
ONicht über Schulterhöhe sägen.
OJugendliche unter 15 Jahren
OBeim Startvorgang Motorketdürfen nicht an Handkettensägen
tensäge sicher abstützen und
beschäftigt werden.
festhalten. Die Kette darf dabei
OJugendliche über 15 Jahren
den Boden nicht berühren.
dürfen nur unter Aufsicht eines
OMotorsäge stets mit beiden
Fachkundigen, und wenn es die
Händen festhalten.
Berufsausbildung erfordert, an
OMotorsäge nur mit laufender
Handkettensägen arbeiten.
Sägekette aus dem Holz ziehen.
ODarauf achten, dass sich keine
weiteren Personen im Gefahrbereich aufhalten.
Weitere Informationen:
ONicht mit Schienenspitze
sägen. Rückschlaggefahr! BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
OBei Stechschnitten (z.B. bei
Betriebssicherheitsverordnung
der Altbausanierung) asymeVerordnung zur Arbeitsmedizinischen
trische Führungsschiene oder
Vorsorge
27
28
Bagger
B 72
2
1
Gefahrbereich
>
=
3
1m
O Personen dürfen sich grundsätzlich nicht im Fahr- oder
Schwenkbereich (Gefahrbereich)
aufhalten .
O Nicht unter die angehobene
Arbeitseinrichtung oder die
gehobene Last treten.
O Der Maschinenführer darf mit
dem Bagger nur Arbeiten ausführen, wenn sich keine Personen im Gefahrbereich aufhalten
und er den Fahrweg einsehen
kann.
O Ausnahmen möglich, wenn
– aus betrieblichen Gründen
unvermeidbar und
– der Unternehmer auf Grund07/2012
lage einer Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen festgelegt
hat (Betriebsanweisung).
O Sichtfeld überprüfen:
– der Fahrer muss einen leicht
gebückten Menschen, der
im Abstand von einem Meter
zur Baumaschine arbeitet,
sehen. Ist das nicht der Fall,
müssen für diese Maschinen
besondere Schutzmaßnahmen
ergriffen werden .
O Geeignete Maßnahmen können
beispielsweise sein:
– technisch: zusätzliche Einrichtungen zur Verbesserung der
Sicht – in der Regel Pflicht für
Erdbaumaschinen, die ab 2009
0,50 m
erstmals in Verkehr gebracht
wurden (z.B. Kamera-/Monitorsysteme ).
– organisatorisch: Einsatz von
Einweisern oder Sicherungsposten, Absperrung des
Gefahrbereiches
– ergänzend personenbezogen:
Tragen von Warnwesten
O Der Maschinenführer hat bei
Gefahr für Personen die Gefahr
bringende Bewegung zu stoppen
und Warnzeichen zu geben.
O Für Personen im Umfeld des
Baggers gilt:
– festgelegte Maßnahmen beachten
– vor Betreten des Gefahrbereiches Kontakt mit Maschinenführer aufnehmen
– Arbeitsweise miteinander
abstimmen
O Maschinenführer müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig
sowie körperlich und geistig
geeignet sein.
O Der Unternehmer hat:
– den Maschinenführer zu beauftragen,
– ihn über Gefährdungen und
erforderliche Schutzmaßnahmen beim Einsatz von Baggern
zu unterweisen (Dokumentation),
¼
29
– die für den Einsatz von Baggern erforderlichen Vorschriften, Regeln und Informationen
(Betriebsanleitung des Herstellers) zur Verfügung zu stellen
und verständlich zu vermitteln,
– sich vom Maschinenführer die
Befähigung zum Führen und
Warten von Baggern nachweisen zu lassen.
O Der Maschinenführer muss
– die Betriebsanleitung kennen
und diese am Fahrerplatz oder
an der Verwendungsstelle
leicht zugänglich aufbewahren,
– den Bagger bestimmungsgemäß benutzen und
– festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen.
O Zur Vermeidung von Quetschgefahren Sicherheitsabstand von
mindestens 0,50 m zwischen
sich bewegenden Teilen des
Baggers und festen Teilen der
Umgebung einhalten .
O Vor Beginn von Aushubarbeiten Art und Lage von Ver- und
Entsorgungsleitungen feststellen.
O Bei Wartungs-, Umrüst- und
Instandsetzungsarbeiten Arbeitseinrichtungen, z.B. Tieflöffel,
gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern.
O Beim Wechsel von Anbaugeräten mit Schnellwechseleinrichtung muss die Verriegelung
überprüft werden
4
Prüfungen
O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen
(Gefährdungsbeurteilung) und
einhalten, z.B.
– vor Beginn jeder Arbeitsschicht
auf augenfällige Mängel durch
den Baggerführer,
– vor der ersten Inbetriebnahme
und nach Bedarf, mind. 1 x
jährlich durch eine befähigte
Person (z.B. Sachkundiger).
O Ergebnisse dokumentieren.
Vorsorgeuntersuchungen
O Beim Führen von Baggern
wird eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen.
Zusätzliche Hinweise für
Bagger im Hebezeugeinsatz
O Sicherheitsabstand zu Grabenkanten einhalten.
O Bei geböschten Baugruben
und Gräben folgende Sicherheitsabstände einhalten:
– bis 12,0 t Gesamtgewicht
1,00 m
– über 12,0 t bis 40 t Gesamtgewicht 2,00 m
O Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten.
O Alle Mitarbeiter unterweisen,
was zu tun ist, falls es zu Kontakt mit elektrischen Leitungen
kommt.
30
4
O Last nicht über Personen hinwegführen.
O Angeschlagene Lasten mit
Leitseilen/Leitstangen führen.
O Begleitpersonen zum Führen
der Last und Anschläger müssen
sich im Sichtbereich des Maschinenführers außerhalb des Fahrweges aufhalten.
O Hydraulikbagger müssen mit
Überlastwarneinrichtung und am
Auslegerzylinder mit Leitungsbruchsicherung ausgestattet sein.
O Die Überlastwarneinrichtung
muss im Hebezeugbetrieb eingeschaltet sein.
O Hydraulikbagger mit einer
zulässigen Traglast kleiner
1000 kg bzw. einem Kippmoment kleiner 40000 Nm dürfen
im Hebezeugbetrieb auch
ohne Überlastwarneinrichtung
und Leitungsbruchsicherung
eingesetzt werden, wenn der
Hersteller diesen Einsatz als
bestimmungsgemäß erklärt hat.
O Seilbagger müssen folgende
Sicherheitseinrichtungen haben:
– Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Zurücklaufen der Last
– Notendhalteinrichtungen für die
Aufwärtsbewegung der Hubund Auslegereinziehwerke
– Lastmomentbegrenzer
Zusätzliche Hinweise für
Bagger bei Abbrucharbeiten
O Fahrerplatz gegen herabfallende Gegenstände sichern,
z.B. durch normgerechte Schutzaufbauten (Schutzdach und
Frontschutz).
O Nur Abbruchgeräte mit ausreichender Reichhöhe einsetzen.
O Tragfähigkeit des Untergrundes feststellen, z.B. bei Arbeiten
auf Geschossdecken.
O Sicherheitsabstände zwischen
Geräten und abzubrechenden
Bauteilen einhalten.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
BGI/GUV-I 872 „Arbeitsplattformen an
Hydraulikbaggern und Ladern“
DIN 4124
DIN EN 474
BGI 759 „Schutzmaßnahmen bei Erdarbeiten in der Nähe erdverlegter Kabel und
Rohrleitungen“
Lader
Muldenfahrzeuge
Planiergeräte
3
1
2
1m
O Personen dürfen sich nicht
im Fahrbereich (Gefahrbereich)
aufhalten.
O Nicht unter die angehobene
Arbeitseinrichtung (z.B. Schaufel,
Mulde, Schild) oder die gehobene
Last treten.
O Der Maschinenführer darf
mit der Erdbaumaschine nur
Arbeiten ausführen, wenn sich
keine Personen im Gefahrbereich
aufhalten und er den Fahrweg einsehen kann.
O Ausnahmen möglich, wenn
– aus betrieblichen Gründen
unvermeidbar und
– Unternehmer auf Grundlage
einer Gefährdungsbeurteilung
Maßnahmen festgelegt hat
07/2012
4
B 73
(Betriebsanweisung)
O Sichtfeld überprüfen:
– der Fahrer muss einen leicht
gebückten Menschen, der im
Abstand von einem Meter zur
Baumaschine arbeitet, sehen.
Ist das nicht der Fall, müssen
für diese Maschinen besondere
Schutzmaßnahmen ergriffen
werden .
O Geeignete Maßnahmen können
beispielsweise sein:
– technisch: feste Absperrung,
zusätzliche Einrichtungen zur
Verbesserung der Sicht – in der
Regel Pflicht für Erdbaumaschinen, die ab 2009 erstmals in
Verkehr gebracht wurden (z.B.
Kamera-/Monitorsysteme ).
– organisatorisch: Einsatz von
Einweisern oder Sicherungsposten, Absperrung des
Gefahrbereiches
– ergänzend personenbezogen:
Tragen von Warnwesten.
O Der Maschinenführer hat bei
Gefahr für Personen die Gefahr
bringende Bewegung zu stoppen und Warnzeichen zu geben.
O Für Personen im Umfeld der
Erdbaumaschine gilt:
– festgelegte Maßnahmen
beachten
– vor Betreten des Gefahrbereiches Kontakt mit Maschinenführer aufnehmen
– Arbeitsweise miteinander
abstimmen
O Maschinenführer müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig sowie körperlich und
geistig geeignet sein.
O Der Unternehmer hat:
– den Maschinenführer zu
beauftragen,
– ihn über Gefährdungen und
erforderliche Schutzmaßnahmen beim von Erdbaumaschinen zu unterweisen
(Dokumentation),
– die für den Einsatz von Erdbaumaschinen erforderlichen
Vorschriften, Regeln und
Informationen (Betriebsanleitung des Herstellers) zur Verfügung zu stellen und verständlich zu vermitteln,
– sich vom Maschinenführer die
Befähigung zum Führen und
Warten von Erdbaumaschinen
nachweisen zu lassen.
O Der Maschinenführer muss
– die Betriebsanleitung kennen
und diese am Fahrerplatz oder
an der Verwendungsstelle leicht
zugänglich aufbewahren,
– die Erdbaumaschine bestimmungsgemäß benutzen und
– festgestellte Mängel dem Aufsichtführenden mitteilen.
¼
31
3
5
Maschinenführer,
– vor der ersten Inbetriebnahme
und nach Bedarf, mind. 1 x
jährlich durch eine befähigte
Person (z.B. Sachkundiger).
O Ergebnisse dokumentieren.
Vorsorgeuntersuchungen
O Bei Geräten mit aufsitzendem
Maschinenführer und einem
Maschinengewicht von mehr als
700 kg ist in der Regel ein normgerechter Überrollschutz sowie
ein Sicherheitsgurt erforderlich.
Beim Betrieb ist dieser Gurt
anzulegen.
O Bei Gefahr durch herabfallende
Gegenstände müssen Geräte mit
normengerechtem Schutzdach
eingesetzt werden .
O Die Mitfahrt auf der Maschine
ist nur auf den dafür vorgesehenen Fahrer- und Mitfahrersitzen
zulässig. Vorhandene Sicherheitsgurte sind anzulegen.
O Am Hang die Last möglichst
bergseitig führen .
O Beim Verfahren von Ladegeräten die Arbeitseinrichtung nahe
über dem Boden halten.
O Sicherheitsabstände im
Bereich von Böschungs- und
Baugrubenwänden einhalten.
Kippstellen durch Anfahrschwellen sichern.
O Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten.
O Werden Lader als Abbaugeräte vor einer Abbauwand ein32
gesetzt, darf die Wandhöhe die
Reichhöhe des Gerätes um nicht
mehr als 1,00 m überschreiten.
O Bei Betriebsende Arbeitseinrichtung absetzen und Bremsen
einlegen bzw. Unterlegkeile verwenden.
O Bei Wartungs-, Umrüst- und
Instandsetzungsarbeiten die
Arbeitseinrichtungen von Erdbaumaschinen gegen unbeabsichtigtes Bewegen sichern, z.B.
durch Abstützböcke, Manschetten
an Kolbenstangen – beim Wechsel von Anbaugeräten mit Schnellwechseleinrichtung muss die Verriegelung
überprüft werden.
– bei Knickgelenk-Maschinen ist
das Knickgelenk ebenfalls festzulegen.
Prüfungen
O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen
(Gefährdungsbeurteilung) und
einhalten, z.B.
– vor jeder Arbeitsschicht auf
augenfällige Mängel durch den
O Beim Führen von Fahrzeugen
wird eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen.
Zusätzliche Hinweise für Lader
bei Abbrucharbeiten
O Fahrerplatz gegen herabfallende Gegenstände sichern, z.B.
durch normgerechtes Schutzdach.
O Werden Abbrucharbeiten mit
Ladern ausgeführt, muss deren
Bauart für die Abbruchmethode
geeignet sein. Die Reichhöhe
ihrer Arbeitseinrichtung muss
mindestens gleich der Höhe des
abzubrechenden Bauteils oder
Bauwerks sein.
O Tragfähigkeit des Untergrundes feststellen, z.B. bei Arbeiten
auf Geschossdecken.
O Sicherheitsabstände zwischen
Geräten und abzubrechenden
Bauteilen einhalten.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGV C11 „Steinbrüche, Gräbereien und
Halden“
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
DIN EN 474
Seilsägen
Sicherheitshinweise für Seile
B 188
2
x freie
1,5
x freie
Seillänge
Seillänge
Fernbedienung
2
x freie
1,5
x freie
Seillänge
Seillänge
Freie
Seillänge
Seilschutz
.... .
..
Durchführung der Arbeiten
. . ...
..
2 xxfreie
1,5
freie
Seillänge
Seillänge
3
Anforderungen an Bediener
Sicherungsmaßnahmen
O Bedienungs- und Betriebsanleitung der Maschinenhersteller
beachten.
O Seilsägebedienung nur durch
Beschäftigte mit einschlägigen
Kenntnissen und entsprechender
Unterweisung.
O Gefahren- und Umgebungsbereich komplett absperren.
Sicherstellen, dass sich in diesem Bereich keine Personen
aufhalten. Ggf. freie Seillängen
abdecken.
O Seilschutz an der Maschine
entsprechend Herstellerangaben
verwenden .
O Abzutrennende Bauteile durch
Unterstützung, Aufhängung oder
Abspannung sichern.
O Statisches System und Lage
der Bewehrung beachten.
O Gefahrenbereiche, in die
abgetrennte Teile fallen können,
fest absperren oder durch Warnposten sichern.
Elektrische Arbeitsmittel
O Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte nur über einen
besonderen Speisepunkt mit
Schutzmaßnahmen anschließen,
z.B. Baustromverteiler mit RCD
Persönliche Schutzaus(FI-Schutzeinrichtung).
rüstungen
O Not-Aus-Schalter muss zugänglich und funktionsfähig sein. Bei
O Persönliche Schutzausrüstung, Gefahr umgehende Betätigung
insbesondere Industrieschutzhelm, des Not-Aus-Schalters .
Gehörschutz, ggf. Augenschutz
und Atemschutz verwenden.
07/2012
O Bei Arbeiten über Bodenhöhe
geräumige und tragfähige Standund Aufstellflächen schaffen, ggf.
Absturzsicherungen anbringen.
O Seilsägen und Hilfsmittel wie
Führungsschienen, Umlenkrollen
sicher befestigen. Ggf. Hilfsmittel, wie Hebezeuge oder Hebebühnen benutzen.
O Bei Arbeiten in umschlossenen
Räumen ausschließlich Maschinen
mit Elektro- oder Hydraulikantrieb
verwenden. Vergiftungsgefahr
durch Abgase!
O Beim Einfädeln des Seils in die
Eckbohrungen darauf achten, dass
das „Männchen“ der Schraubverbindung in Laufrichtung vor dem
Diamantröllchen liegt.
O Drehzahl der Antriebsmaschine
entsprechend Herstellerangaben
einstellen und einhalten.
Gefahrenbereich
Freie Seillänge
Gefahrenbereich
1
Gefahrenbereich beim Horizontalsägen
Fernbedienung
1
0,5
1,5 xx freie
freie
Seillänge
Seillänge
Gefahrenbereich
1,5
2 x freie
Seillänge
Freie Seillänge
Gefahrenbereich
1,5
2 x freie
Seillänge
Gefahrenbereich beim Vertikalsägen
Werkzeughinweise
O Werkzeuge vor Arbeitsbeginn
überprüfen. Fehlerhafte Diamantseile, z.B. mit abgefahrenen
Diamantröllchen oder schadhaften
Schraubverbindungen sowie
Umlenkrollen und sonstige Werkzeuge mit Rissen, Fehlstellen oder
Beschädigungen aussondern.
O Verschlüsse regelmäßig auf
Abnutzung kontrollieren.
O Nur mit Diamantseilschutz an
der Maschine arbeiten.
O Funktion der Wasserfangeinrichtung regelmäig überprüfen.
O Wasserlanzen-Umrichtungsarbeiten nur bei gesichertem
Stillstand des Sägesystems
durchführen.
2
Aus-Tasten an Antriebsaggregat und Fernsteuerung
Vorsorgeuntersuchungen
In gefährlichen Situationen ist die Not-Aus-Taste
umgehend zu drücken. Die gedrückte Not-AusTaste schaltet das System automatisch
ab und verhindert ein ungewolltes
Wiedereinschalten des Systems.
NOT-AUS
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
NOT-AUS
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Betriebssicherheitsverordnung
¼
33
O Unterschiedlich stark abgenutzte Seile nicht miteinander
verbinden.
O Seile nicht auf bzw. um scharfe
Kanten führen. Kanten vor dem
Sägen auf mind. R = 10 cm
abrunden.
O Seile vor dem Verbinden eindrehen, um einseitigen Verschleiß
zu verhindern.
O Achtung: Peitscheneffekt bei
Seilriss, Feste Schutzeinrichtungen, z.B. Schutzwand oder
Abdeckung aus Holz anordnen.
O Die Steuerung muss aus
sicherer Entfernung erfolgen.
Sicherheitsabstände einhalten.
O Vor Schneidbeginn das Seil
ohne Vorschubbewegung der
Antriebsrolle leerlaufen lassen.
Erst bei laufendem Seil Vorschubbewegung einleiten.
O Sägeverfahren in angemessenen Zeitabständen unterbrechen,
um Sägespalt hinter dem schneidenden Seil kraftschlüssig aufzukeilen bzw. bei Mauertrockenlegung wieder zu verschließen.
O Sicherer Ausbau der getrennten Bauteile, z.B. mittels Sicherungs- und Aufhänge- oder Kranvorrichtungen.
O Aufenthaltsverbot unter schwebenden Lasten und im Bereich
ungesicherter Bauteile.
34
Flüssiggasanlagen
B 39
1
3
6
1,00 m in Räumen
0,50 m im Freien
2
4
7
2,00 m in Räumen
5
1,00 m im Freien
O Versorgungsanlagen (Flüssiggasflaschen oder Fässer) aus
ortsbeweglichen Behältern dürfen maximal 8 Flaschen oder
2 Fässer umfassen.
O Versorgungsanlagen einschließlich der leeren Behälter sind nur
im Freien oder in unmittelbar vom
Freien aus zugänglichen, ausreichend be- und entlüfteten Räumen zu errichten.
O In Räumen unter Erdgleiche
dürfen Versorgungsanlagen nicht
vorhanden sein. Ausnahme: Bei
fachkundiger Überwachung, ausreichender Belüftung und bei Ent07/2012
fernen der Versorgungsanlage
bei längeren Arbeitspausen.
O Das Aufstellen von Flüssiggasflaschen in Durchgängen, Durchfahrten, Treppenräumen, Hausund Stockwerksfluren, engen
Höfen usw. ist nur für vorübergehend dort auszuführende Arbeiten zulässig, wenn gleichzeitig
besondere Schutzmaßnahmen
(Absperrung, Sicherung des
Fluchtweges, Lüftung) getroffen
sind.
O Um Versorgungsanlagen besteht ein Schutzbereich, der frei
von Kelleröffnungen, Luft- und
Lichtschächten, Bodenabläufen,
Kanaleinläufen sowie Zündquellen
zu halten ist .
O Ortsbewegliche Behälter müssen so aufgestellt und aufbewahrt sein, dass die Behälter und
ihre Armaturen gegen mechanische Beschädigungen geschützt
sind.
O Flüssiggasflaschen bei Entleerung senkrecht und standsicher aufstellen.
O Undichte Flüssiggasflaschen
unverzüglich ins Freie bringen, an
gut gelüfteter Stelle abstellen und
für das Füllwerk kennzeichnen.
¼
35
O Vereisungen an Flüssiggasflaschen niemals mit Feuer, Strahlern u.a. beseitigen!
O Jedes angeschlossene Gerät
(z. B. Handbrenner, Flächentrockner) muss für sich einzeln absperrbar sein.
O Nicht angeschlossene Flüssiggasflasche mit der Schutzkappe
und der Verschlussmutter sichern. Dies gilt auch für entleerte Flaschen.
O Hinter dem Flaschenventil ist
zur Erhaltung eines gleichmäßigen Druckes ein normgerechter
Druckregler anzuordnen .
Besonders zweckmäßig: Regler
mit einstellbarem Ausgangsdruck.
36
O Zwischen Flaschenventil und
Druckregler nur Hochdruckschläuche (Druckklasse 30) verwenden. Hinter dem Druckregler
können auch Schläuche für besondere mechanische Beanspruchung (Druckklasse 6 mit verstärkter Wanddicke) verwendet
werden.
O Schlauchverbindungen müssen fabrikmäßig fest eingebundene Schraubanschlüsse haben.
O Flüssiggasflaschen dürfen nur
in speziellen Füllanlagen gefüllt
werden. Ausnahme: Füllen von
Kleinstflaschen (0,425 kg) in Füllständern .
Zusätzliche Hinweise für das
Arbeiten mit Flüssiggas auf
Baustellen
O Bei Schlauchlängen von mehr
als 40 cm sind Leckgassicherungen erforderlich, die unmittelbar hinter dem Druckregler anzubringen sind.
O Über Erdgleiche dürfen statt
Leckgassicherungen auch
Schlauchbruchsicherungen verwendet werden.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“
4
Seitenschutz/Absperrungen
2
1m
>1,00 m
0,47 m
0,15 m
0,47 m
1
Seitenschutz – Absperrungen
3
Absturzsicherungen durch Seitenschutz bzw. Absperrungen sind
erforderlich z.B. an:
– Arbeitsplätzen an oder über
Wasser oder anderen festen
oder flüssigen Stoffen, in
denen man versinken kann,
unabhängig von der Absturzhöhe ,
– Verkehrswegen über Wasser
oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man
versinken kann, unabhängig
von der Absturzhöhe ,
– frei liegenden Treppenläufen
und Treppenabsätzen, Wandöffnungen sowie an Bedienungsständen für Maschinen
und deren Zugängen bei mehr
als 1,00 m Absturzhöhe ,
– Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern bei mehr als
3,00 m Absturzhöhe,
– allen übrigen Arbeitsplätzen
und Verkehrswegen bei mehr
als 2,00 m Absturzhöhe ,
– Öffnungen in Böden, Decken
und Dachflächen 9,00 m2
und Kantenlängen 3,00 m
sowie Vertiefungen.
O An Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Flächen mit nicht
mehr als 20 Grad Neigung kann
auf Seitenschutz an der Absturzkante verzichtet werden, wenn
in mindestens 2,00 m Abstand
von der Absturzkante eine feste
Absperrung angebracht ist, z.B.
mit Geländer, Ketten, Seilen,
jedoch keine Flatterleinen .
O Auf Seitenschutz bzw. Absperrungen kann nur verzichtet
werden, wenn sie aus arbeitstechnischen Gründen, z.B. Arbeiten an der Absturzkante, nicht
möglich und stattdessen Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/
Dachfanggerüste/Auffangnetze/
Schutzwände) vorhanden sind.
Nur wenn auch Auffangeinrichtungen unzweckmäßig sind, darf
Anseilschutz verwendet werden.
O Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen
und dafür zu sorgen, dass die
Sicherheitsgeschirre benutzt
werden.
O Bei Öffnungen 9,00 m2 und
Kantenlängen 3,00 m und Vertiefungen kann auf Seitenschutz
an der Absturzkante verzichtet
werden, wenn diese mit begehbaren und unverschiebbar angebrachten Abdeckungen versehen
sind.
Absturzkante
> 60°
5
2,00 m
37
Geländerholm
3 cm 15 cm
Zwischenholm
3 cm 15 cm
3 cm 15 cm
3 cm 15 cm
Bordbrett
3 cm 15 cm
Konstruktive
Befestigung auf
dem Untergrund
müssen den Belag um mindestens 15 cm überragen.
Mindestdicke 3 cm.
Geländer- und Zwischenholm sind
– Für Seitenschutzpfosten aus
gegen unbeabsichtigtes Lösen,
Holz, die Bild entsprechen,
das Bordbrett ist gegen Kippen
gilt der Brauchbarkeitsnachzu sichern. Ohne statischen Nachweis als erbracht.
weis dürfen als Geländer- und
Zwischenholm verwendet werden:
– Bei einem Pfostenabstand
bis 2,00 m Bretter mit Mindestquerschnitt 15 x 3 cm
Weitere Informationen:
– Bei einem Pfostenabstand bis
BGV C22 „Bauarbeiten“
3,00 m Bretter mit MindestBGI 807 „Sicherheit von Seitenschutz,
querschnitt 20 x 4 cm oder
Randsicherungen und Dachschutzwänden
Stahlrohre Ø 48,3 x 3,2 mm
als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“
DIN EN 13374
bzw. Aluminiumrohre
Betriebssicherheitsverordnung
Ø 48,3 x 4 mm. Bordbretter
Abmessungen Seitenschutz
¼
07/2012
2,00 m
> 2,00 m
Absturzsicherungen
auf Baustellen
Absturzsicherungen
B8
38
Fanggerüste
B9
b1 0,90
Absturzkante
b1 0,90
Absturzkante
h 2,0
Absturzkante
Absturzkante
h 2,00
b 0,50
1m
mind.
950 mm
1m
mind.
950 mm
h1 2,00 m
1m
mind.
950 mm
1m
mind.
950 mm
0,30 m
w 0,90
h1 2,00 m
Größte zulässige Stützweite von systemfreien Gerüstbrettern oder -bohlen aus Holz als
Belagteile in Fanggerüsten
Bohlen- Absturzbreite höhe
Belagkante
W 0,90 m
W 0,90 m
Größte zulässige Stützweite (m)
für doppelt gelegte Bretter oder
Bohlen mit einer Dicke von
für einfach gelegte Bretter oder
Bohlen mit einer Dicke von
0,30 m Belagkante
Wenn aus arbeitstechnischen
Gründen, z.B. Arbeiten an der
Absturzkante einer Fläche mit
nicht mehr als 20 Grad Neigung,
kein Seitenschutz verwendet werden kann, müssen stattdessen
z.B. Fanggerüste angebracht
werden, die ein Auffangen abstürzender Personen gewährleisten.
OZur Reduzierung der Gefährdung den Höhenunterschied zwischen Absturzkante und Gerüstbelag möglichst minimieren.
ODer max. Höhenunterschied
zwischen Absturzkante und
Gerüstbelag darf bei Fanggerüsten mit einer Breite der Fanglage von mind. 0,90 m nicht als
2,00 m betragen.
Bei Ausleger-, Konsol- und
Hängegerüsten mit einer Breite
der Fanglage von mind. 1,30 m
darf der max. Höhenunterschied
3,00 m betragen.
cm
m
3,5 cm
4,0 cm
4,5 cm
5,0 cm
3,5 cm
4,0 cm
4,5 cm
5,0 cm
20
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
1,5
1,3
1,2
1,2
1,1
1,8
1,6
1,5
1,4
1,3
2,1
1,9
1,7
1,6
1,5
2,6
2,2
2,0
1,8
1,7
-
1,1
1,0
-
1,2
1,1
1,0
1,0
-
1,4
1,3
1,2
1,1
1,1
24
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
1,7
1,5
1,4
1,3
1,2
2,1
1,8
1,6
1,5
1,4
2,5
2,2
2,0
1,9
1,8
2,7
2,5
2,2
2,1
1,9
1,0
-
1,2
1,1
1,0
1,0
-
1,4
1,2
1,2
1,1
1,0
1,6
1,4
1,3
1,2
1,2
28
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
1,9
1,7
1,5
1,4
1,3
1,9
2,0
1,8
1,7
1,6
2,7
2,5
2,2
2,0
2,0
2,7
2,7
2,5
2,3
2,1
1,1
1,0
1,0
-
1,3
1,2
1,1
1,0
1,0
1,5
1,4
1,3
1,2
1,1
1,7
1,6
1,4
1,4
1,3
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420-1
DIN EN 12811-1
Betriebssicherheitsverordnung
BGI/GUV-I 663 „Handlungsanleitung
für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“
TRBS 2121 Teil 1
¼
07/2012
39
40
Anlegeleitern
B 22
– das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials
10 kg nicht überschreiten,
– die Windangriffsfläche von mitgeführten Gegenständen nicht
mehr als 1,00 m2 betragen.
O Von Anlegeleitern darf nicht
gearbeitet werden, wenn
– von vorhandenen oder benutzten Stoffen und Arbeitsverfahren zusätzliche Gefahren ausgehen, z. B. Arbeiten mit Säuren,
Laugen, Heißbitumen,
– Maschinen und Geräte mit
beiden Händen bedient werden
müssen, z. B. Handmaschinen,
Hochdruckreinigungsgeräte.
O Der Beschäftigte muss mit
beiden Füßen auf einer Sprosse
stehen.
5
3
1m
Zusätzliche Hinweise für
Leitern als Verkehrswege
4
1
2
65° -- 75°
O Schadhafte Leitern nicht benutzen, z. B. angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern, verbogene und angeknickte
Metallleitern. Angebrochene Holme und Sprossen von Holzleitern
nicht flicken.
O Holzleitern gegen Witterungsund Temperatureinflüsse geschützt lagern.
O Keine deckenden Anstriche
verwenden.
07/2010
– auf augenscheinliche Mängel
vor jeder Benutzung,
– regelmäßig durch eine beauftragte Person.
O Ergebnisse dokumentieren
(Leiterkontrollbuch).
=65° – 75°
O Richtigen Anlegewinkel einhalten .
Er beträgt bei
– Sprossenanlegeleitern 65–75°,
– Stufenanlegeleitern 60–70°.
O Leitern nur an sichere Stützpunkte anlehnen. Mindestens 1 m
über die Austrittsstelle hinausragen lassen .
O Anlegeleitern gegen Ausgleiten, Umfallen, Umkanten,
Abrutschen und Einsinken sichern,
z.B. durch Fußverbreiterungen ,
dem Untergrund angepasste
Leiterfüße, Einhängevorrichtungen, Anbinden des Leiterkopfes.
O Leitern im Verkehrsbereich
durch Absperrungen sichern.
Prüfungen
O Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festlegen
(Gefährdungsbeurteilung) und
einhalten, z.B.
¼
41
Zusätzliche Hinweise für
mehrteilige Anlegeleitern
O Leiter nur bis zu der vom Hersteller angegebenen Länge zusammenstecken oder ausziehen.
Gegen Durchbiegen sichern, z. B.
durch Stützstangen.
O Bei Schiebeleitern auf freie Beweglichkeit der Abweiser sowie
auf Einrasten der Feststelleinrichtungen achten .
42
Zusätzliche Hinweise für
Gebäudereinigerleitern
O Leiter nur bis zu der vom
Hersteller angegebenen Länge
zusammenstecken.
O Auf sichere Verbindung der
Leiter-Steckanschlüsse achten.
O Kopfpolster bzw. Anlegeklotz
nur an sichere Stützpunkte anlehnen .
O Leitern als Aufstiege nur einsetzen
– bei einem zu überbrückenden
Höhenunterschied d 5,00 m,
– für kurzzeitige Bauarbeiten,
– als Gerüstinnenleiter zum Verbinden von max. zwei Gerüstlagen,
– als Gerüstaußenleiter bei Belaghöhen d 5,00 m.
Ausnahme:
Der Einbau von Treppen in
Schächten und Gerüstinnenleitern ist nicht möglich.
Zusätzliche Hinweise für
Arbeitsplätze auf
Anlegeleitern
O Bei Bauarbeiten darf
– kein höherer Standplatz als
7,00 m eingenommen werden,
– bei einer Standhöhe von mehr
als 2,00 m nicht länger als
2 Stunden gearbeitet werden,
Weitere Informationen:
BGV D36 „Leitern und Tritte“
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN EN 131–1 und 2
Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 2121, Teil 2
Lastklassen der Arbeitsgerüste
Fassadengerüste
B 45
1
Gerüstfeld
Stirnseitenschutz
2
Geländerholm
Zwischenholm
Bordbrett
Belagtafeln
Verankerung
Längsverstrebung (Diagonalen)
Spindelfüße
Längsriegel
Vertikalrahmen
Unterlagsbohlen
Allgemeines
Unterschieden werden:
– Systemgerüste aus vorgefertigten Bauteilen (Regelausführung nach allgemeiner
bauaufsichtlicher Zulassung)
Abweichungen von der Regelausführung sind zu beurteilen
und ggf. zu berechnen.
– Stahlrohrkupplungsgerüste
(Regelausführung nach
DIN 4420-3)
Abhängig von den durchzuführenden Arbeiten Lastklasse und
Breitenklasse wählen sowie Ständer- und Riegelabstände
und Belagstärke festlegen.
Montage
OGerüstbau nur unter Aufsicht
einer befähigten Person und von
fachlich geeigneten Beschäftigten ausführen lassen.
OPlan für Auf- und Abbau
(Montageanweisung) erstellen
und auf der Baustelle vorhalten.
Die Montageanweisung enthält
mindestens:
– Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers/Regelausführung
– Ergänzende Detailangaben bei
Abweichungen
– Festgelegte Maßnahmen
zur sicheren Montage, z.B.
Montagesicherheitsgeländer
(MSG)
OBeschädigte Gerüstbauteile
nicht verwenden.
ONicht einsatzbereite Gerüste/
Bereiche mit Verbotszeichen
„Zutritt verboten“
kennzeichnen und
den Zugang zur
Gefahrenzone
absperren.
OFertiggestellte und geprüfte
Gerüste/Bereiche kennzeichnen
(Plan für die Benutzung anbringen, z.B. mit Prüfprotokoll ).
und Bordbrett an jeder benutzten
Gerüstlage montieren.
OAn der Innenseite des
Gerüstes Seitenschutz montieren wenn zwischen Belag und
Bauwerk der Abstand mehr als
0,30 m beträgt.
OAn der Innenseite darf auf das
Bordbrett verzichtet werden,
wenn Arbeiten an der Fassade
ausgeführt werden.
OBei innen liegenden Leitergängen muss im Bereich des
Verkehrsweges auch in nicht
benutzten Gerüstlagen der
Seitenschutz vorhanden sein.
Belag
Prüfung
OJede benutzte Gerüstlage
muss voll ausgelegt und über
einen sicheren Zugang, z.B.
Treppe oder inneren Leitergang,
erreichbar sein.
OBei umlaufender Einrüstung
einer Bauwerksecke den Gerüstbelag in voller Breite um die Ecke
herumführen.
OBei Bohlenbelägen genügend
große Überdeckungen im Bereich
der Riegel vorsehen.
ODer Belag darf nicht wippen
oder ausweichen.
OAn der Innenseite des Gerüstes
darf der Abstand zwischen Belag
und Bauwerk höchstens 0,30 m
betragen.
OPrüfung des Gerüstes durch
eine „befähigte Person“ des
Gerüsterstellers nach Fertigstellung und vor Übergabe an den
Benutzer, um den ordnungsgemäßen Zustand festzustellen.
OPrüfung des Gerüstes durch
eine „befähigte Person“ des
jeweiligen Benutzers vor Arbeitsaufnahme, um die sichere Funktion festzustellen.
Verankerung
OBei Gerüsten sind Anordnung
(Anzahl und Höchstabstände)
und Verankerungsart der Montageanweisung zu entnehmen.
OGerüst fortlaufend mit dem
Aufbau zug- und druckfest an
tragfähigen Bauteilen der
Fassade verankern.
OVerankerungen in der Nähe der
Gerüstknotenpunkte anordnen.
Zugänge OAlle Arbeitsplätze müssen über
sichere Zugänge erreichbar sein.
Als Zugänge eignen sich Aufzüge, Transportbühnen, Treppen
oder Leitern.
OTreppen als Zugänge einbauen,
wenn
– über den Zugang umfangreiche Materialien transportiert werden
oder
¼
07/2012
– die Aufstiegshöhe im Gerüst
mehr als 10 m beträgt
oder
– umfangreiche Arbeiten ausgeführt werden.
OSind Aufzüge, Transportbühnen oder Treppen aufgrund der
baulichen Gegebenheiten oder
aufgrund der Gerüstkonstruktion
nicht einsetzbar, können Leitern
verwendet werden.
Leitern als Zugänge nur innenliegend einbauen.
Klappen in Durchstiegsbelägen
unmittelbar nach dem Durchstieg
schließen.
43
Seitenschutz
OAn der Außenseite des
Gerüstes Seitenschutz aus
Geländerholm, Zwischenholm
44
Benutzung
OFür die betriebssichere Herstellung und den Abbau ist der
Unternehmer der Gerüstbauarbeiten, für die Erhaltung und sichere
Verwendung ist der Benutzer
verantwortlich.
– Keine konstruktiven Änderungen
am Gerüst vornehmen (z.B.
entfernen von Seitenschutz,
Verankerungen, Diagonalen).
Lastklasse
Gleichmäßig verteilte
Last kN/m2
1
2
3
4
5
6
0,75
1,50
2,00
3,00
4,50
6,00
Breitenklasse/Breite w
der Gerüstlage in m
W 06
W 09
W 1,2
W 1,5
W 1,8
W 2,1
W 2,4
0,6 < w < 0,9
0,9 < w < 1,2
1,2 < w < 1,5
1,5 < w < 1,8
1,8 < w < 2,1
2,1 < w < 2,4
2,4 < w
OGerüste nur nach dem Plan für
die Benutzung (Kennzeichnung)
belasten.
– Innerhalb eines Gerüstfeldes
darf nur eine Gerüstlage mit
der zulässigen Last belastet
werden.
– Überlastung durch Anhäufung
von z.B. Mörtelkübel, Steine,
Geräte vermeiden.
– einen ausreichend breiten
freien Durchgang belassen,
in der Praxis hat sich eine
Mindestbreite von 20 cm
bewährt.
OFür das Absetzen von Lasten
mit Hebezeugen ist ein Gerüst ab
Lastklasse 4 erforderlich.
– Montage von zusätzlichen
Einrichtungen, wie z.B. Schuttrutschen, Aufzügen nur in
Absprache mit dem Gerüstersteller.
OKlappen in Duchstiegsbelägen
geschlossen halten.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 1203 „Befähigte Person“
BGI/GUV-I 663 „Handlungsanleitung für den
Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420-1 und 3
DIN EN 12811-1
Bockgerüste
Tabelle 2:
Mindestabmessungen von Gerüstbrettern/-bohlen bei
Arbeitsgerüsten
B 105
Lastklasse
Brett- oder Bohlenbreite
cm
Brett- oder Bohlendicke cm
3,0
6
7
5
O Bei Gerüstböcken aus Stahl
nur Original-Absteckdorne verwenden .
O Bei Gerüstböcken mit Zahnstangen und Winden ist auf die
Funktion der Rücklaufsperre zu
achten .
rs
Ve
1
tre
bu
ng
4
3
2
Gerüstbock
,75
d2
Tabelle 1:
Lastklassen der Arbeitsgerüste
Lastklasse
m
t 0,20 m
O Nur stählerne oder zimmermannsgemäß abgebundene Gerüstböcke verwenden.
O Gerüstböcke nur auf tragfähiger Unterlage aufstellen.
O Gerüstböcke so aufstellen,
dass sich die Rücklaufsperre an der frei zugänglichen Seite
befindet.
O Belastung und Aussteifung von
Gerüstböcken nach Herstellerangabe.
O Belagstärke nach Lastklasse
und Bockabstand auswählen
(Tabelle 2).
O Belastung und Abstände der
Gerüstböcke berechnen und mit
der zul. Tragfähigkeit vergleichen
(Tabelle 1, 2 und 3). Geringere
Abstände wählen.
10/2006
O Der Belag darf nicht wippen
oder ausweichen. Er darf nicht
mehr als 0,30 m über das letzte
Auflager hinausragen.
O Genügend große Überdeckungen im Bereich der Stöße vorsehen .
O Bei Materiallagerung einen
ausreichend breiten freien Durchgang belassen.
O Gerüste mit Belaghöhen von
mehr als 2,00 m nach Aufbauund Verwendungsanleitung verstreben .
O Gerüstzugang nur über Anlegeleitern .
O Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett vorsehen, wenn nach der
Gefährdungsbeurteilung eine Absturzsicherung erforderlich ist .
1
2
3
4
5
6
Geländer- und Zwischenholm sind gegen
unbeabsichtigtes Lösen, das Bordbrett ist
gegen Kippen zu sichern. Ohne statischen
Nachweis dürfen als Geländer- und Zwischenholm verwendet werden:
– bei einem Pfostenabstand bis 2,00 m
Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt
15 x 3 cm
– bei einem Pfostenabstand bis 3,00 m
Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt
20 x 4 cm oder
Stahlrohre Ø t 48,3 x 3,2 mm bzw.
Aluminiumrohre Ø 48,3 x 4 mm.
Bordbretter müssen den Belag um mindestens 15 cm überragen. Mindestdicke 3 cm.
Gleichmäßig verteilte Last
kN/m2
0,75
1,50
2,00
3,00
4,50
6,00
4,0
4,5
5,0
zulässige Stützweite in m
1, 2, 3
20
1,25
1,50
1,75
2,25
2,50
24 und 28
1,25
1,75
2,25
2,50
2,75
20
1,25
1,50
1,75
2,25
2,50
24 und 28
1,25
1,75
2,00
2,25
2,50
5
20, 24, 28
1,25
1,25
1,50
1,75
2,00
6
20, 24, 28
1,00
1,25
1,25
1,50
1,75
4
d 1,00 m
3,5
Tabelle 3:
Erforderliche Tragfähigkeit in kg1) der Gerüstböcke in
Abhängigkeit von der Lastklasse, der Belagbreite und dem
Abstand der Gerüstböcke
VVV Gerüstbohlen als Mehrfeldträger
Last- Belag- Abstand der Gerüstböcke
klasse breite
m
0,80 1,00 1,25 1,50
m
m
m
m
1,75
m
2,00
m
2,25
m
2,50
m
2,75
m
1-3
0,60
138
173
216
259
302
345
388
431
474
1-3
4
5
6
0,90
207
297
432
567
259
371
540
709
323
464
675
886
288
557
810
1063
453
650
945
1240
518
743
1080
1418
582
835
1215
1595
647
928
1350
1772
712
1021
1485
1949
1-3
4
5
6
1,00
230
330
480
630
288
413
600
788
359
516
750
984
431
619
900
1181
503
722
1050
1378
575
825
1200
1575
647
928
1350
1772
719
1031
1500
1969
791
1134
1650
2166
1-3
4
5
6
1,20
276
396
576
756
345
495
720
945
431
619
900
1181
518
743
1080
1418
604
866
1260
1654
690
990
1440
1890
776
1114
1620
2126
863
1238
1800
2363
949
1361
1980
2599
1-3
4
5
6
1,50
345
495
720
945
431
619
900
1181
539
774
1125
1477
647
929
1350
1772
755
1083
1575
2067
863
1238
1800
2363
970
1393
2025
2658
1078
1548
2250
2953
1186
1702
2475
3248
1) Berechnungsformel
erforderliche Tragfähigkeit eines Gerüstbockes:
Bockabstand x Bockbreite x (Nutzgewicht + Bohlengewicht) x Durchlauffaktor
Nutzgewicht siehe Tabelle 1;
Bohlengewicht 30 kg/m2;
Durchlauffaktor 1,25.
(100 kg 1 kN)
Weitere Informationen:
¼
45
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420-1
DIN EN 12811-1
Betriebssicherheitsverordnung
46
Schutzdächer
B 46
2
4
Schutznetze
O Schutznetze unmittelbar unter
dem Arbeitsplatz anordnen.
O Maschenweite der Schutznetze höchstens 2,0 cm.
1
Schutzdach mit Bordwand
O Schutzdächer an Gerüsten
müssen mindestens 1,50 m
breit sein und die Außenseite des
Gerüstes um mindestens 0,60 m
überragen .
O Bordwände von Schutzdächern
müssen mindestens 0,60 m hoch
sein .
O Schutzdächer bei turmartigen
Bauwerken müssen aus kreuzweise verlegten Bohlen 24 x 4 cm
mit dazwischen liegender 10 cm
dicker Dämmschicht bestehen.
Weitere Informationen
1,50 m
2
¼
47
0,60 m
0,60 m
1,50 m
10/2006
Schutzdach mit Bordwand
Schutzdächer
0,60 m
... innerhalb der Baustelle:
– über Arbeitsplätzen und Verkehrswegen (z.B. Bedienungsständen von Maschinen,
Aufzügen und unterhalb von
Gerüsten),
– bei gleichzeitig durchzuführenden Arbeiten an übereinander
gelegenen Arbeitsplätzen,
– bei turmartigen Bauwerken
(z.B. Schornsteinen, Türmen)
im Gefahrenbereich.
0,60 m
Gefahrenbereiche in der Nähe
turmartiger Bauwerke oder höher
gelegener Arbeitsplätze so
absperren, dass unbewusstes
Betreten verhindert wird. Lässt
sich der Gefahrenbereich nicht
absperren: Schutzdächer oder
Schutznetze vorsehen. Sie sind
anzubringen ...
... außerhalb der Baustelle:
– wenn sich der Gefahrenbereich
nicht abgrenzen lässt (z.B. zum
Schutz des öffentlichen Verkehrs, von Passanten) ;
48
3
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420 – 1
BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“
Betriebssicherheitsverordnung
Arbeitskörbe
Arbeitssitze
Arbeitsbühnen
B 68
3
4
1
Im Gegensatz zu Fassadenbefahranlagen, die fest mit dem
Gebäude verbunden sind, werden Arbeitskörbe, -sitze und
-bühnen vorübergehend eingesetzt, z. B. für Montagen.
O Jede Benutzung von Einrichtungen bei der Berufsgenossenschaft vorher schriftlich anzeigen.
O Kräfte sicher in bestehende
Konstruktionsteile bzw. Bauteile
einleiten (statischer Nachweis).
O Auslegerkonstruktionen für die
Aufhängung von Einrichtungen
entsprechend Betriebsanleitung
oder statischem Nachweis aufbauen, Gegengewicht aufbringen
und befestigen .
O Nur Hebezeuge (Winden,
Krane) verwenden, die für den
Personentransport geprüft sind.
O Einrichtungen mit fest angebauten Winden müssen an jedem
Aufhängepunkt an zwei Tragseilen oder an einem Tragseil mit
07/2012
nen nicht überlasten und Lastanhäufungen vermeiden.
O Elektroschweißarbeiten von
Ausnahme: Bei Arbeitsbühnen mit isoliert aufgehängten Arbeitskörben und Arbeitsbühnen aus
mindestens sechs Aufhändurchführen. Mitgeführte Elekgungen in turmartigen Bauwertrowerkzeuge müssen schutzken kann auf das Sicherungsseil
isoliert sein.
verzichtet werden, wenn beim
O Sicherheitsgeschirre als AbEinsatz von Klemmbackengerästurzsicherung benutzen, wenn
ten (z.B. Greifzügen) als HebeArbeitskörbe oder Arbeitsbühzeuge zusätzlich Blockstoppnen sich verfangen oder kippen
geräte verwendet werden.
können.
O Nur Arbeitskörbe und -bühnen verwenden, die allseits mit O Arbeitssitze bestimmungsgemäß benutzen; vorgesehene
einem mindestens 1,0 m
Absturzsicherungen sorgfälig
hohen Seitenschutz versehen
schließen .
sind.
O Seile und Ketten mit Schäkeln
oder festen Ösen, die nur mit
Werkzeug lösbar sind, befestigen. Prüfungen
Keine Seilklemmen benutzen.
O Anschlagmittel nicht wechselO Art, Umfang und Fristen erforweise zum Anschlagen von
derlicher Prüfungen festlegen
Lasten verwenden.
(Gefährdungsbeurteilung) und einhalten, z.B.
O Arbeitskörbe und Arbeitsbühzusätzlichem Sicherungsseil aufgehängt sein.
¼
49
– bei Arbeitskörben und -bühnen
mit Winden vor der Inbetriebnahme am Aufstellort durch
eine befähigte Person (z.B.
Sachkundiger),
– bei Bedarf, mind. 1 x jährlich
durch eine befähigte Person
(z.B. Sachkundiger).
O Ergebnisse dokumentieren.
Zusätzliche Hinweise bei
Turm- und Schornsteinbauarbeiten
O Bei Umrüstarbeiten von Arbeitsbühnen Anseilschutz benutzen.
O Zur Rettung aus Gefahrensituationen Abseilgeräte bereitstellen.
O Für Verständigungsmöglichkeiten sorgen, z. B. durch Fernsprechgeräte.
50
2
5
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordung
TRBS 2121-4
BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“
BGV D6 „Krane“
BGR 159 „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“
BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“
DIN EN 14502-1
Schuttrutschen
B 83
1
6
4
2
1
2
3
Aufbau
Verwendung
OBeim Auf- und Abbau Aufbau-
und Verwendungsanleitungen der
Hersteller beachten.
ONur durch unterwiesene Personen auf- und abbauen lassen.
OAusschließlich die vom Hersteller vorgesehenen Aufhängeund Befestigungskonstruktionen benutzen .
OGerüstkonstruktionen im Aufhängebereich der Schuttrutsche
zusätzlich verankern und verstreben .
OBei Absturzhöhen von mehr
als 2,00 m Absturzsicherungen
vorsehen .
OAb 10,00 m Aufbauhöhe zusätzliche Verankerungen
anbringen .
OGefahrenbereiche festlegen
und absperren .
OImmer Einfülltrichter verwenden .
OIn regelmäßigen Abständen und
vor jedem Aufbau alle tragenden Elemente und Verschleißteile
auf Beschädigung überprüfen.
7
3
OZur Vermeidung von Verstop-
fern und Schuttrohrabriss maximale Ablenkung nach Herstellerangaben beachten.
OSchuttrutschenaustrittsöffnung
ständig auf freien Austritt kontrollieren.
OBei Beseitigung von Verstopfern nicht unterhalb der Schuttrohröffnung arbeiten oder das
Schuttrohr verziehen.
ONach Beseitigung einer Verstopfung alle tragenden Teile auf
Verformung bzw. Schäden prüfen und ggf. austauschen.
fen und ggf. nachweisen.
OLastverteilende Unterlagen
verwenden.
OTragfähigkeit der Unterkon-
struktion prüfen und ggf. nachweisen.
OMax. Auslegerüberstand einhalten.
OOriginalballastierung unverrückbar montieren.
¼
51
OTragfähigkeit der Brüstung prü-
Flachdachbefestigung
5
10/2006
Brüstungsbefestigung
52
Schrägdachbefestigung
OSchrägdachbefestigung nur an
Weitere Informationen:
tragenden Teilen (Sparren/
Schwellholz) vorsehen. Nie auf
die Dachlatten aufsetzen.
Betriebssicherheitsverordnung
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“
Persönliche
Schutzausrüstungen
gegen Absturz
O Der Vorgesetzte hat die Anschlageinrichtungen festzulegen
und dafür zu sorgen, dass die PSA
gegen Absturz benutzt werden.
O Nur Karabinerhaken benutzen,
die eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen haben .
O Auffanggurte benutzen, wenn
die Gefahr des Absturzes besteht.
O Haltegurte nur dort verwenden, wo Beschäftigte lediglich
gehalten oder gegen Abrutschen
gesichert werden müssen.
O Steigschutzeinrichtungen nur
mit Auffanggurt mit vorderer
Steigschutzöse benutzen .
O Auffangsysteme mit
Geräten mit energieabsorbierender Funktion oder Falldämpfer
benutzen, wenn Maßnahmen
zum Auffangen Abstürzender
oder Abrutschender durchzuführen sind.
O Das Verbindungsmittel – Seil/
Band – bei Benutzung straff halten und Schlaffseilbildung durch
Einsatz einer Längeneinstellvorrichtung vermeiden. Höhensicherungsgeräte halten das Verbindungsmittel automatisch straff.
C 43
4
1
4
6
Aufhängeöse
Gehäuse
Ein- und
ausziehbares
Verbindungsmittel
Endverbindung
Karabinerhaken
5
7
Mitlaufendes Auffanggerät einschließlich
beweglicher Führung
Persönliche Schutzausrüstungen
(PSA) gegen Absturz sind zu benutzen, wenn
– Absturzsicherungen (Seitenschutz) aus arbeitstechnischen
Gründen nicht möglich und
– Auffangeinrichtungen (Fanggerüste, Dachfanggerüste, Auffangnetze) unzweckmäßig sind.
PSA gegen Absturz können
benutzt werden
– bei Arbeiten geringen Umfanges,
z.B. in der Nähe von Flachdachkanten, oder in der Nähe von
Bodenöffnungen,
07/2012
– an Gittermasten,
– bei Montagearbeiten,
– in Verbindung mit Steigeinrichtungen (Steigleitern, Steigeisengänge).
Dabei ist Folgendes zu beachten:
O Nur CE-gekennzeichnete und
EG-baumustergeprüfte Ausrüstungen (Halte- oder Auffanggurte, Verbindungsmittel [Seile/
Bänder], Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte , mitlaufende
Auffanggeräte einschließlich
Führung ) benutzen.
O PSA gegen Absturz vor jeder
Benutzung durch Inaugenscheinnahme überprüfen.
O Prüfung durch einen Sachkundigen nach Bedarf, mindestens
jedoch einmal jährlich.
O PSA gegen Absturz möglichst
oberhalb des Benutzers anschlagen.
O PSA gegen Absturz nur an Anschlageinrichtungen befestigen,
die DIN EN 795 entsprechen.
Anschlagmöglichkeiten an Teilen
baulicher Anlagen können zur
Befestigung benutzt werden,
wenn deren Tragfähigkeit für eine
Person nach den technischen
Baubestimmungen mit einer Fangstoßkraft von 6 kN einschließlich
den für die Rettung anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist.
¼
53
O Der Vorgesetzte hat geeignete
Verfahren zur Rettung (z.B. Rettungskörbe, Abseilgeräte) von
Beschäftigten festzulegen.
Dabei beachten, dass durch längeres, bewegungsloses Hängen
im Gurt Gesundheitsgefahren
entstehen können.
O Die richtige und sichere Benutzung der PSA und die Ausführung
der Rettung praktisch üben.
2
3
54
O Die Verbindungmittel (Seile/
Bänder) nicht über scharfe Kanten
beanspruchen, nicht knoten und
nicht behelfsmäßig verlängern.
O PSA gegen Absturz vor schädigenden Einflüssen, z.B. Öl, Säure,
Lauge, Putzmittel, Funkenflug,
Erwärmung über 60°, schützen
und trocken lagern.
O Beschädigte oder durch Absturz
beanspruchte PSA gegen Absturz
nicht weiter verwenden. Sie sind
der Benutzung zu entziehen, bis
eine fachlich geeignete Person
(z.B. Sachkundiger) der weiteren
Benutzung zugestimmt hat.
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR/GUV-R 198 „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen gegen Absturz“
BGR 199 „Benutzung von persönlichen
Schutzausrüstungen zum Retten aus
Höhen und Tiefen“
BGI 870 „Haltegurte und Verbindungsmittel für Haltegurte“
BGI 515 „Persönliche Schutzausrüstungen“
BGG 906 „Auswahl, Ausbildung und
Befähigungsnachweis von Sachkundigen
für PSA gegen Absturz“
BGI/GUV-I 8699 „Erste Hilfe Notfallsituation: Hängetrauma“
Abbrucharbeiten
D 75
Muster einer Abbruchanweisung
Grundanforderungen/Maßnahmen
Abbruchbaustelle (Ort/Straße)___________________________________Beginn:__________________
Abbruchgenehmigung, Nr.:____________________
Auftraggeber:________________________________________________Ende:___________________
O Abbrucharbeiten dürfen nur
von erfahrenen und fachlich
geeigneten Personen ausgeführt
werden.
O Unternehmen müssen über
die erforderlichen Geräte und
Einrichtungen verfügen.
O Vor Beginn der Abbrucharbeiten ist durch den Unternehmer
eine baustellenbezogene Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.
O Abbrucharbeiten dürfen erst
begonnen werden, wenn eine
Abbruchanweisung durch den
Unternehmer erteilt wurde.
O Schriftliche Abbruchanweisungen sind z.B. erforderlich
bei Abbruch mit Großgeräten,
Demontieren, Sprengen, Umgang
mit Gefahrstoffen und Gebäudeschadstoffen.
Vorbereitende Maßnahmen
O Vor Beginn der Abbrucharbeiten baulichen Zustand des abzubrechenden Bauwerkes und angrenzender Bauteile in statischer
und konstruktiver Hinsicht untersuchen.
O Art, Zustand und Lage vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen.
O Abbruchverfahren nach örtlichen Gegebenheiten auswählen.
Je nach Möglichkeiten kommen
zur Anwendung: Stemmen,
Demontieren, Abgreifen, Einschlagen, Reißen, Eindrücken,
Diamantbohren und -sägen,
Sprengen und Sonderverfahren.
O Überprüfen, ob gefährliche
Stoffe, Gase, Dämpfe, Stäube,
Nebel oder andere Industrierückstände auftreten können. Arbeitsanweisung aufstellen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.
07/2012
Abbruchanweisung
O Diese muss u.a. Angaben enthalten über:
– konstruktive Besonderheiten
– Art, Umfang und Reihenfolge
der Arbeiten
– Abbruchverfahren
– Art und Anzahl der einzusetzenden Geräte und Maschinen
– Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege
– Absturzsicherungen
– Abbruchtiefen und mögliche
Auswirkungen auf angrenzende
Gebäude
– Sicherungsmaßnahmen,
z.B. Absperren von Gefahrbereichen
– Schutzmaßnahmen gegen auftretende Gefahrstoffe
Durchführung der Arbeiten
O Abbruchobjekt muss durch Aufsichtführenden ständig beobachtet werden. Er darf nicht gleichzeitig z.B. als Baggerführer tätig
sein.
O Bei plötzlich auftretenden Ge-
fahren sofort Arbeiten einstellen.
O Bauteile niemals durch Unterhöhlen oder Schlitzen zum Einsturz bringen.
O Einsatz und Zusammenwirken
von Maschinen und Geräten
regeln.
O Gegenseitige Gefährdungen
vermeiden.
O Verkehrswege und Fluchtwege
von Abbruchmaterialien freihalten, Gefahrbereiche absperren
oder durch Warnposten sichern.
O Beim Befahren oder Arbeiten
auf Decken mit Großgeräten,
z.B. Baggern, Raupen, zuvor
Tragfähigkeit vorhandener
Decken und Wände überprüfen.
O Decken und tragende Bauteile
nicht durch Schuttmassen überlasten.
O Abbruchmaterial nach abfallund umweltrechtlichen Bestimmungen trennen, verwerten bzw.
entsorgen.
Aufsichtführender (Polier):_____________________________ Fachbauleiter:____________________
Bauleiter, LBO:______________________________________ Koordinator des
Auftraggebers:____________________
Zuständige BG:______________________________________ Mitglieds-Nr.:_____________________
ja nein Einsatz von Subunternehmern:
Wenn ja, für welchen Teilbereich:________________________________________________________
Kurzbeschreibung der baulichen Anlage*:_________________________________________________
___________________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________________
Konstruktive Besonderheiten:___________________________________________________________
Art und Lage verbleibender Ver- und Entsorgungsleitungen*:__________________________________
Sicherung des öffentlichen Verkehrs durch:________________________________________________
Reihenfolge und Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte:__________________________________
___________________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________________
Vorgesehene Arbeitsabschnitte:_________________________________________________________
Gewählte Abbruchverfahren* (ggf. mehrere):_______________________________________________
Geplanter Maschinen- und Geräteeinsatz: ________________________________________________
Tragfähigkeit befahrbarer Decken, kN/qm:_________________________________________________
ja nein Abbruchstatik:
Vorsorgeuntersuchungen
Schutz benachbarter Grundstücke durch:_________________________________________________
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
Besondere Sicherheitsleistung benachbarter Grundstücke/Anlagen:_____________________________
Abstützmaßnahmen am Gebäude:_______________________________________________________
Erforderliche Gerüste/Schutzdächer:_____________________________________________________
Zugänge zu den Arbeitsplätzen über:_____________________________________________________
Erforderliche Absturzsicherungen:_______________________________________________________
¼
Personenaufnahmemittel mit Kran/Bagger und Anzeige bei der BG erforderlich:
ja nein Besondere Gefahrstoffe im Baustellenbereich:_____________________________________________
Weitere Informationen:
Erforderliche persönliche Schutzausrüstungen:_____________________________________________
BGV C22 „Bauarbeiten“
Bauordnungen der Länder
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“
Technische Regeln Gefahrstoffe
TRGS 524 „Sanierung und Arbeiten in
kontaminierten Bereichen“
BGI 858 „Gesundheitsgefährdungen durch
biologische Abeitsstoffe bei der Gebäudesanierung“
BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen durch
Taubenkot“
55
Sicherung des Grundstücks nach Beendigung der Arbeiten:___________________________________
Abfuhr umweltschädlicher Stoffe auf Sondermülldeponie:_____________________________________
Entsorgung Abbruchmaterial auf Siedlungsabfalldeponie:____________________________________
*Siehe ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten (DIN 18459)
Stempel/Datum/Unterschrift des Abbruchunternehmers
56
Abbruch mit Großgeräten
2
4
D 76
Vorsorgeuntersuchungen.
O Beim Führen von Abbruchgeräten werden arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.
3
O Bauteile nicht von Hand,
auch nicht mit Stangen und
Zahnstangenwinden, zum
O Abbrucharbeiten nach Abbruch- Einsturz bringen.
O Schuttmassen kontinuierlich
anweisung durchführen.
abräumen, damit Wände und
O Der Aufenthalt von Personen
Decken nicht überlastet werden.
im Gefahrbereich während des
O Decken nur dann mit Geräten
Betriebes ist verboten. Als Gebefahren, wenn ausreichende
fahrbereich gilt der jeweilige
Tragfähigkeit nachgewiesen ist.
Sicherheitsabstand zuzüglich
4,00 m nach allen Seiten um das O Staubbekämpfung durch
Sprühdüse am Ausleger des
Abbruchgerät.
Abbruchbaggers .
O Sichere Standfläche für das
O Manuelle Staubbekämpfung
Abbruchgerät gewährleisten
mittels C-Wasserschlauch, Stand(Keine Hohlräume! Ebener Unterort des Bedieners außerhalb des
grund! Kellerwände/Fundamente
Gefahrenbereichs.
beachten!)
O Geräteüberlastung durch
Schutt, Bauteile oder durch VerRampen, Aufschüttungen
fangen der Arbeitswerkzeuge
vermeiden.
O Aufschüttungen für AbbruchO Ausreichenden Sicherheitsgeräte maximal 10 m hoch und
abstand zu stromführenden Leitungen/Hochspannungsleitungen hohlraumfrei herstellen. Schüttgut
ausreichend verdichten. Bei Aufgewährleisten.
schüttungen höher 10 m BodenO Labile Bauteile vorab entfergutachter/Statiker einschalten.
nen.
O Neigung der Auffahrtrampe
O Bauteile nicht durch Untermaximal 10°.
höhlen oder Einschlitzen zum
O Plattformgrundfläche minEinsturz bringen.
destens 2 m breiter und 3 m
O Arbeitseinrichtungen (z.B.
länger als das Baggerlaufwerk
Einziehhaken, Arbeitsstiele) an
herstellen.
Hydraulikbaggern mit Abweisblechen ausrüsten .
Durchführung der Abbrucharbeiten
Vorbereitung der maschinellen O Sicherheitsabstände zwischen
Geräten und abzubrechenden
Abbrucharbeiten
Bauteilen einhalten .
O Festlegung der Abbruchreihen- O Nur Abbruchgeräte mit ausreichender Reichhöhe einsetzen.
folge unter Beachtung der BauBeim Abgreifen muss die Reichkonstruktion.
O Bedienungs- und Betriebsanlei- höhe mindestens 0,50 m höher
als die höchsten abzubrechenden
tung der Hersteller für das
Bauteile sein.
Abbruchgerät beachten.
O Schutz des Geräteführers vor
herabfallenden Gegenständen
durch Schutzgitter (FOPS) .
O Nur qualifizierte, erfahrene
und unterwiesene Geräteführer
einsetzen.
¼
0,5 m
1
Eindrücken
Abgreifen
Einziehen
H
H
H
0,5 H
07/2012
0,5 H
1,5 H
57
58
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
DIN 18007 Abbrucharbeiten
ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten
(DIN 18459)
Betriebssicherheitsverordnung
Abbruch von Hand/
Demontieren
Vorsorgeuntersuchungen
D 77
O Stürze und Träger nicht fallen
lassen, sondern sichern und
abheben.
O Lasten vor dem Trennen oberhalb des Schwerpunktes anschlagen, um gefährliche Horizontalkräfte zu vermeiden. Schwerpunktlage vorher ermitteln.
O Bauteile dürfen zum Anschlagen nur begangen werden, wenn
sie mindestens 20 cm breit sind.
O Verbindungen und Anschlüsse von Bauteilen erst lösen, wenn
diese gegen Herabfallen gesi-
1
3
1
2
07/2012
Sie dürfen nur an tragfähigen
Bauteilen befestigt werden .
O Zur Staubreduzierung Container mit einer geschlossenen
Plane abdecken .
O Bei Gewölben besondere
Maßnahmen treffen, um die
Schubkräfte sicher abzuleiten.
O Bei Krag-Konstruktionen die
Kippgefahr durch Wegfall der
Auflast oder der Einspannung
berücksichtigen.
Gerüste beim Abtragen von
Hand
5
O Beim Brennschneiden darauf
achten, dass Personen durch
herabfallende Schlacke nicht
gefährdet werden und keine
Brandgefahr besteht. Feuerlöscheinrichtungen bereithalten.
Arbeitsplätze
4
O Treppenhäuser möglichst
lange erhalten und von Bauschutt
freihalten.
O Aufstiege nicht in die Nähe von
Abwurfplätzen legen.
O Decken und Wände nicht durch
Anhäufung von Bauschutt überlasten! Im Zweifelsfall abstützen und verstreben.
O Geschlossene Rutschen bis zur
Übergabestelle verwenden.
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt. Zusätzliche
Hinweise für
chert sind, z.B. durch Anschlagen am Hebezeug.
O Trennschnitte nur von sicheren Standplätzen ausführen.
Abbruchanweisung beachten.
O Lärm- und vibrationsgeminderte Maschinen und Geräte
verwenden.
¼
59
O Einzelne Träger und Balken,
Türblätter oder flach gelegte
Leitern nicht als Arbeitsplätze
oder Verkehrswege benutzen.
O Abbrucharbeiten (Stemmarbeiten) nicht von Leitern und
Hubarbeitsbühnen ausführen.
Ausnahme: z. B. Abbrennen von
Bewehrungseisen und Sicherungsarbeiten.
O Nicht ungesichert auf Mauerkronen arbeiten.
O Bei nicht durchtrittsicheren
Bauteilen sind Lauf- und Arbeitsstege zu verwenden.
O Deckenöffnungen, Deckenkanten und nicht benutzte Abwurfschächte mit Absturzsicherungen
versehen, z. B. Seitenschutz .
O Öffnungen durchtrittsicher und
unverschiebbar abdecken.
O Auf Absturzsicherungen kann
nur verzichtet werden, wenn sie
aus arbeitstechnischen Gründen
nicht möglich und stattdessen
Auffangeinrichtungen (Fanggerüste/Dachfanggerüste/Auffangnetze) vorhanden sind. Nur wenn
60
auch Auffangeinrichtungen unzweckmäßig sind, darf geeignete
Schutzausrüstung gegen Absturz
verwendet werden.
O PSA gegen Absturz nur an
Anschlageinrichtungen befestigen, die DIN EN 795 entsprechen. Anschlagmöglichkeiten
an Teilen baulicher Anlagen
können zur Befestigung benutzt
werden, wenn deren Tragfähigkeit für eine Person nach den
technischen Baubestimmungen
mit einer Fangstoßkraft von 6 kN
einschließlich den für die Rettung
anzusetzenden Lasten nachgewiesen ist.
O Der Vorgesetzte hat die geeigneten Anschlageinrichtungen
festzulegen und dafür zu sorgen,
dass Anseilschutz benutzt wird.
O Staubarme Abbruchverfahren
anwenden.
O Staubentwicklung mit Wasser
einschränken bzw. Atemschutzgeräte benutzen, z. B. Filtermasken mindestens mit P2-Filter.
O Gehörschutz benutzen, wenn
lärmerzeugende Abbruchverfahren (z.B. mit Abbruch- oder
Bohrhämmern) angewandt werden.
O Gerüste für Abbrucharbeiten
müssen mindestens der Lastklasse 3 entsprechen.
O Verankerungen unempfindlich
gegen Steinschlag ausbilden,
z. B. durch zangenartige Verklammerungen hinter Gebäudeteilen .
O Gerüste nicht durch Bauschutt
überlasten. Gerüstlagen regelmäßig reinigen. Auskragende Schutzdächer möglichst vermeiden.
O Bei Planen- oder Netzverkleidungen Anordnung und Anzahl
der Verankerungen statisch nachweisen.
O Fassadengerüste dem Abbruchfortschritt entsprechend
abbauen.
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung
DIN 4420
DIN EN 12811-1
BGR/GUV-R 190 „Benutzung von
Atemschutzgeräten“
BGR/GUV-R 194 „Benutzung von Gehörschutz“
BGR/GUV-R 198 „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen gegen Absturz“
Betriebssicherheitsverordnung
DIN EN 795
Abbruch durch Sprengen
Vorbereitung der
Sprengarbeiten
O Anzeigen der Sprengarbeiten
bei der zuständigen Behörde.
O Durchführung von Lademengenberechnungen, Spreng- und
Zündplänen, soweit es Größe
und Lage der Sprengobjekte
erfordern.
O Beachten von konstruktiven
Besonderheiten.
O Hilfskonstruktionen, erforderliche Gerüste und Aufstiege
z.B. für Bohrarbeiten vorsehen.
O Vorschwächungsarbeiten nur
soweit durchführen, dass die
Standsicherheit des Bauwerks
bzw. der Bauwerksteile nicht
gefährdet ist.
O Erschütterungsarm Bohren.
Planung der Sprengarbeiten
O Die Durchführung der Bauwerkssprengungen ist ausführlich zu planen:
– Umfang der Entkernung
– Festlegungen zur notwendigen
Vorschwächung des Bauwerks
– Überlegungen zur Fallrichtung
und des dazu erforderlichen
Fallbettes
– Maßnahmen zur Verhinderung
von Steinflug, Staub, Erschütterungen
– Sprengberechtigter benötigt
für die jeweilige Sprengarbeit
ausreichende Kenntnisse
O Gegebenenfalls ist ein geeigneter Baustatiker in die Planung
einzubinden.
Durchführen der
Sprengarbeiten
O Sprengungen von Bauwerken
und Bauwerksteilen dürfen nur
von Sprengberechtigten ausgeführt werden, die aufgrund eines
Erlaubnis- oder Befähigungsscheines nach Sprengstoffgesetz
dazu berechtigt sind.
O Auf der Baustelle ist der
Sprengberechtigte allein verantwortlich und weisungsberechtigt.
O Umgang mit Spreng- und
Zündmitteln ist nur dem Sprengberechtigten und seinen von ihm
beaufsichtigten Sprenghelfern
gestattet.
O Beim Laden und Besetzen sind
Unbeteiligte fern zu halten sowie
die entsprechenden Bereiche
abzusperren.
D 78
O Beim Umgang mit Sprengstoffen und Zündmitteln im Abstand
von weniger als 25 m Entfernung
nicht rauchen, kein offenes Licht
oder Feuer verwenden sowie
keine Schweiß-, Schneid- oder
andere Funken reißende Arbeiten
ausführen.
O Sprengstellen, von denen Gefahren durch Steinflug ausgehen
können, müssen mit geeigneten
Materialien abgedeckt werden,
z.B. Strohballen, Gummimatten.
O Den Gefahrbereich festlegen
und absichern.
O Alle Beteiligten sind über die
Bedeutung der Sprengsignale zu
unterrichten:
– 1. Sprengsignal
= ein langer Ton
= sofort Sprengbereich verlassen / in Deckung gehen
– 2. Sprengsignal
= zwei kurze Töne
= es wird gezündet
– 3. Sprengsignal
= drei kurze Töne
= das Sprengen ist beendet
oder die Sprengarbeit ist
unterbrochen, und die
Deckung darf verlassen
werden
O Sprengsignale beachten.
O Die Sprengstelle erst nach
Freigabe durch den Sprengberechtigten betreten.
O Nicht gezündete Sprengmittel/Versager dürfen nur durch
den Sprengberechtigten beseitigt werden.
O Gegebenenfalls ist ein Sachverständiger erforderlich.
Weitere Informationen:
BGV C24 „Sprengarbeiten“
Sprengstoffgesetz
BGR/GUV-R 241 „Sprengarbeiten“
07/2012
61
62
Thermisches Trennen mit
Sauerstoffkernlanzen
D 79
Zusätzliche Hinweise für
den Brandschutz
4
3
2
1
O Bei Durchbrüchen in Räumen
mit Brandgefahr: Schutz gegen
Funkenflug vorsehen.
O Zum Eindämmen des Funkenfluges ggf. Prallwände einsetzen.
O Gefahrbereiche hinter den zu
trennenden Bauteilen absperren.
Lavafluss (Brennschlacke) am Boden durch ein Sandbett auffangen.
O Vor Arbeitspausen glühende
Schlacke entfernen oder ablöschen.
O Für ausreichende Belüftung
und Rauchabführung sorgen.
Ggf. Ventilatoren einsetzen.
O Griffstück der Sauerstoffkernlanze mit Prallscheiben oder
Schutzschalen zusätzlich vor
Wärme schützen.
O Alle Geräte und Betriebsmittel
öl- und fettfrei halten.
Persönliche
Schutzausrüstungen
O Spezielle persönliche Schutzausrüstungen benutzen:
– Sicherheitsschuhe mit Ledergamaschen oder Schaftstiefel
– Schutzanzug
(spritzerabweisend, ungefüttert
und schwer entflammbar) – Stulpenhandschuhe (spritzerabweisend und schwer entflammbar) – Schutzhelm mit umlaufender
Krempe und Gesichtsschutz
mit Drahtgewebe – Schweißerschutzfilter der
Schutzstufe 4
– Gehörschutz
– evtl. Atemschutz
O Bei Brandgefahr muss eine
Genehmigung des Verantwortlichen und eine Betriebsanweisung des Arbeitgebers vorliegen.
O Alle brennbaren Teile aus der
gefährdeten Umgebung entfernen.
O Nicht entfernbare brennbare
Teile abdecken.
O Öffnungen abdichten.
O Geeignete Feuerlöschmittel
bereitstellen, z. B. Pulverlöscher,
unter Druck stehende Wasserschläuche.
O Bis 24 Stunden nach Beendigung der Arbeiten mehrfach
die Arbeitsstelle auf Brandnester
überprüfen (Brandwache gemäß
Betriebsanweisung).
Vorsorgeuntersuchungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
DVS*-Merkblatt 2101 – „Umgang mit
Sauerstoffkernlanzen“
*DVS = Deutscher Verband für
Schweißtechnik
07/2012
63
64
Bohren und Sägen
von Beton und Asphalt
O Vor Beginn der Arbeiten
Arbeitsbereich auf Vorhandensein und Verlauf von Leitungen,
Kanälen und nicht tragfähigen
Bauteilen überprüfen.
OSchutzmaßnahmen im Einvernehmen mit Auftraggeber und
ggfs. Eigentümer, Betreiber, zuständigen Behörden festlegen.
OStandsicherheit der Bauteile
jederzeit gewährleisten.
07/2012
O Abzutrennende Bauteile durch
Unterstützung, Aufhängung oder
Abspannung sichern. Lage der
Bewehrung und statisches
System beachten.
O Gefahrbereiche, in die abgetrennte Teile fallen können, absperren oder durch Warnposten
sichern.
O Bei Arbeiten über Bodenhöhe
geräumige und tragfähige Standflächen schaffen, ggfs. Absturzsicherungen anbringen.
D 155
O Führungsschienen und Grundplatten von Maschinen sicher
befestigen. Biegebeanspruchung
von Befestigungsbolzen durch
winkelrechten Einbau der Dübel
vermeiden.
O Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte nur über einen
besonderen Speisepunkt mit
Schutzmaßnahme anschließen,
z.B. Baustromverteiler mit RCD
(Fl-Schutzeinrichtung).
O Bei frequenzgesteuerten
Betriebsmitteln sind besondere
Maßnahmen, z.B. allstromsensitive RCD (FI-Schutzeinrichtung), erforderlich.
O Bei Nassschneid- und Bohrarbeiten müssen handgeführte
Maschinen und Geräte betrieben
werden mit:
– Schutzkleinspannung
( 50 V AC/ 120 V DC) oder
– Schutztrennung
In nicht engen leitfähigen Räumen ist FI-Schutzeinrichtung (RCD)
mit IN 30 mA zulässig.
O Trenntransformator und
Kleinspannungstransformator
grundsätzlich außerhalb des
Nassbereiches aufstellen.
O Nur gekennzeichnete Werkzeuge (Trennscheiben, Sägeblätter bzw. Bohrer) verwenden.
Angegeben sein müssen Hersteller oder Vertreiber, max. Umdrehungszahl, Laufrichtung, Durch-
¼
65
66
messer und Einsatzbedingungen
(Nass- oder Trockenschnitt).
O Nassschnittverfahren anwenden, ansonsten Staubabsaugung
oder Atemschutz verwenden.
O Drehzahl der Maschine mit
höchstzulässiger Umdrehungszahl des Werkzeuges vergleichen. Die Umdrehungszahl der
Maschine darf nicht höher sein
als die des Werkzeuges.
O Schutzhaube über Werkzeug
muss vorhanden und richtig eingestellt sein.
O Funktion der Wasserfangeinrichtung regelmäßig überprüfen.
O Werkzeuge vor Arbeitsbeginn
überprüfen. Fehlerhafte Werkzeuge mit Rissen, Brandflecken oder
Beschädigungen aussondern.
O Vor Schneidbeginn Werkzeug
leer laufen lassen. Nur laufendes
Werkzeug auf das zu bearbeitende Material ansetzen.
O Gehörschutz benutzen, ggfs.
auch Schutzbrille oder Schutzschirm und Atemschutz.
Vorsorgeuntersuchungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Betriebssicherheitsverordnung
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGV A3 „Elektrische Anlagen und
Betriebsmittel“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
BGR 118 „Umgang mit beweglichen Straßenbaumaschinen“
BGR/GUV-R 194 „Benutzung von Gehörschutz“
BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“
BGI 594 „Einsatz von elektrischen
Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer
Gefährdung“
BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf
Bau- und Montagestellen“
EN 500-1 Bewegliche Straßenbaumaschinen, Sicherheit – Allgemeine
Anforderungen
Abbruch von Türmen,
Schornsteinen und Silos
O Der Blitzschutz muss in jeder
Abbruchphase wirksam bleiben.
O Hängegerüste nur zum Abbruch des Innenfutters einsetzen.
Dabei müssen die Traversen
(Gerüstträger) auf dem äußeren
Schornsteinschaft aufliegen.
O Während des Abtragens
Mauerkrone nicht betreten.
O Im Mündungsbereich von in
Betrieb befindlichen Schornsteinen keine Abbrucharbeiten durchführen.
O Schornsteine nicht durch
Einziehen abbrechen.
D 71
O Vor Beginn der Abbrucharbeiten baulichen Zustand des abzubrechenden Bauwerkes in statischer und konstruktiver Hinsicht
untersuchen.
O Bauwerke auf Gefahrstoffe
und mikrobiologische Belastungen prüfen.
O Prüfen, ob beim Abbruch
gefährliche Gase, Dämpfe,
Stäube oder Nebel auftreten
können.
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen.
O Art, Zustand und Lage vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen feststellen.
07/2012
O Abbruchverfahren nach örtlichen Gegebenheiten auswählen.
Je nach Möglichkeiten kommen
zur Anwendung: Stemmen,
Demontieren, Abgreifen, Einschlagen, Reißen und Sprengen.
O Abbruchanweisung ausarbeiten. Diese muss u.a. Angaben
enthalten über:
– Umfang und Reihenfolge des
Abbruchs
– Abbruchverfahren
– erforderliche Gerüste und
Absturzsicherungen – Abbruchtiefen und mögliche
Auswirkungen auf angrenzende
Gebäude
– Sicherungsmaßnahmen,
z.B. Absperrungen von Gefahrbereichen O Weitere notwendige Schutzmaßnahmen veranlassen, z.B.
Beseitigen von Gefahrstoffen.
O Ablauf der Arbeiten durch
weisungsbefugten Aufsichtführenden überwachen lassen, der
ständig an der Baustelle sein
muss.
O Verkehrswege und Fluchtwege
von Abbruchmaterial freihalten.
O Bauteile niemals durch Unterhöhlen oder Schlitzen zum Einsturz bringen.
O Gefahrbereich in Abhängigkeit Tabelle :
vom Abbruchverfahren festlegen, Radius des Gefahrbereichs um die jeweiligen Arbeitsplätze
absperren und durch Warnschilder
jeweilige Höhe h
erforderlicher
erforderlicher
kennzeichnen, gegebenenfalls
der baulichen
Radius abhängig Mindestradius
mit Warnposten sichern.
Anlage (m)
von h
in m
O Geschlossene Rutschen bis
zur Übergabestelle benutzen.
h bis
60
h/5
8,00
Rutschen nur an tragfähigen Bauh>
60
bis 100
h/5
12,50
teilen befestigen.
h>
100 bis 150
h/6
20,00
O Bei Entsorgung des Abbruchh>
150 bis 200
h/7
25,00
materials abfallrechtliche Bestimmungen sowie Umweltschutzh>
200
h/8
30,00
bestimmungen beachten.
O Bei starker Staubentwicklung
Atemschutzgeräte benutzen
Zusätzliche Hinweise für das
(z. B. Filtermasken mindestens
Abtragen gemauerter
mit P2-Filter).
Schornsteine
O Nach innen, in den Schornstein abgeworfenes Material
ständig entfernen, Lagerung
nicht höher als Oberkante Ausbruchöffnung.
O Ausbruchöffnung am Schornsteinfuß statisch nachweisen.
O Schornsteinbänder nur entsprechend dem Fortgang der
Arbeiten entfernen. Unbeabsichtigtes Ausbrechen durch das
Spannen zusätzlicher Drahtseile
verhindern.
¼
67
68
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 18459
BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“
Gasschweißen
Brennschneiden
Hartlöten
D 31
5
4
3
2
Lüftung in Räumen
Verfahren
Unlegierter und
niedrig legierter
Stahl, Alum.Werkstoff
Hoch leg.Stahl, Schweißen
NE-Werkstoffe an beschichtetem Stahl
(außer Alum.Werkstoff)
Gasschweißen
ortsgebunden
nicht ortsgebunden
F
F
T
T
T
F
A
A
T
F
A
A
Brennschneiden
ortsgebunden
nicht ortsgebunden
F
F
T
T
A
T
A
A
T
T
T
T
Materialien
= kurzzeitig
= länger dauernd
F = freie (natürliche) Lüftung
T = technische (maschinelle) Lüftung, z.B. Ventilatoren, Gebläse
A = Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe
Als kurzzeitig gilt, wenn die Brenndauer der Flamme oder des Lichtbogens täglich nicht
mehr als eine halbe Stunde oder wöchentlich nicht mehr als zwei Stunden beträgt. Als
länger dauernd gilt, wenn die Brenndauer die vorgenannten Werte überschreitet.
6
O Gasflaschen gegen Umstürzen
sichern und nicht in Durchfahrten, Durchgängen, Hausfluren,
Treppenhäusern und in der Nähe
von Wärmequellen lagern und
aufstellen.
O Auf Bau- und Montagestellen
möglichst Flaschengestelle oder
-karren für den Transport verwenden .
1
O Nur geprüfte und zugelassene
Druckminderer benutzen und so
an die Gasflaschen anschließen,
dass beim Ansprechen der Sicherheitsventile Personen nicht gefährdet werden.
O Flaschenventile nicht ruckartig
öffnen. Vorher Einstellschraube
am Druckminderer bis zur Entlastung der Feder zurückschrauben
.
O Sauerstoffarmaturen öl- und
fettfrei halten.
O Acetylen-Einzelflaschenanlagen, die sich während der Gasentnahme nicht im Sichtbereich
des Schweißers befinden, mit
Einzelflaschensicherungen oder Gebrauchsstellenvorlagen
ausrüsten.
O Gasschläuche vor mechanischen Beschädigungen und
gegen Anbrennen schützen und
nicht über Armaturen an Flaschen
aufwickeln.
O Brenngas- und Sauerstoffschläuche müssen mindestens
3,00 m lang sein. Neue Gasschläuche vor dem erstmaligen
Benutzen ausblasen.
O Nur sichere Schlauchverbindungsmittel (Schlauchtüllen mit
Schlauchschellen oder Patentkupplung) verwenden.
¼
07/2012
69
70
O Geeignete Schutzbrillen
(Schutzstufen 2–8) benutzen .
O Auf sicheres Zünden des
Brenners achten und bei Flammrückschlägen Brenner erst nach
Behebung der Störung erneut
zünden.
O Für ausreichende Lüftung
sorgen (Tabelle).
O Bei Arbeitsunterbrechungen
Brenner nicht in Werkzeugkisten
und anderen Hohlkörpern ablegen.
Zusätzliche Hinweise beim
Brennschneiden
O Beim Brennschneiden schwer
entflammbaren Schutzanzug
oder Lederschürze, Schweißerschutzhandschuhe, evtl. auch
Gamaschen tragen und Gehörschutz benutzen.
Zusätzliche Hinweise für den
Brandschutz
O Bei Schweiß-, Schneid- und Lötarbeiten in Bereichen mit Brandund Explosionsgefahr muss eine
Schweißerlaubnis vorliegen.
O Alle brennbaren Teile aus
der gefährdeten Umgebung
entfernen.
O Sicherheitsmaßnahmen zur
Verhinderung einer Brandentstehung in der Schweißerlaubnis
festlegen, insbesondere
– nicht entfernbare brennbare
Teile abdecken,
– Öffnungen abdichten.
O Brandwache und geeignete
Feuerlöschmittel, z. B. Pulverlöscher, während der schweißtechnischen Arbeiten bereit-stellen .
O Nach Beendigung der Arbeiten wiederholte Kontrolle der
Arbeitsstelle auf Brandnester
(Brandwache).
Weitere Informationen:
BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“
BGI 692 „Sicherheitseinrichtungen gegen
Gasrücktritt und Flammdurchschlag in
Einzelflaschenanlagen“
BGR/GUV-R 190 „Benutzung von
Atemschutzgeräten“
BGR 192 „Benutzung von Augen- und
Gesichtsschutz“
BGR 133 „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“
Betriebssicherheitsverordnung
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“
Transport von
Druckgasflaschen
D 34
O Druckgasflaschen nur mit
geschlossenen Ventilen und
aufgeschraubten Schutzkappen
transportieren.
O Fahrzeuge mit gefüllten Druckgasflaschen nicht unbeaufsichtigt
auf öffentlichen Straßen und
Plätzen abstellen.
1
2
Transport allgemein
O Druckgasflaschen gegen
Stöße schützen. Flaschen nicht
werfen oder fallen lassen, nicht
über den Boden rollen.
O Der Transport von Druckgasflaschen mit Magnetkranen ist
verboten.
07/2012
O Zum Transport von Einzelflaschen z.B. Flaschenkarren oder Transportgestelle verwenden.
O Beim Transport auf Fahrzeugen Druckgasflaschen gegen
Verrutschen, Verrollen, Umfallen
und Herabfallen sichern, z. B.
durch Verzurren.
O Druckgasflaschen nicht gemeinsam mit leicht entzündlichem
Ladegut transportieren.
Bei der Zusammenladung unterschiedlicher Gefahrgüter auf
einem Fahrzeug oder Anhänger
sind die Nettomengen mit den
stoffspezifischen Faktoren zu
ermitteln.
Die Summe der Produkte darf
die Zahl 1000 nicht überschreiten.
Bei Überschreitung gelten alle
Vorschriften der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn
und Binnenschifffahrt (GGVSEB).
3
Arbeiten im Werkstattwagen
O Schweiß-, Löt- und Brennschneidarbeiten dürfen nur dann
in Werkstattwagen ausgeführt
werden, wenn
– die Türen offen gehalten
werden,
– Feuerlöscher (mind. 6 kg ABCPulverlöscher) in Greifnähe
vorhanden sind,
– zwischen Flaschendruckminderern und Brenner Einzelflaschensicherungen oder
Gebrauchsstellenvorlagen
eingebaut sind,
– die Mindestschlauchlänge
3,00 m beträgt.
Beispiel:
Rohrleitungsbauer transportieren
auf der Ladefläche eines Doppelkabinen-Transporters
40 l Sauerstoff
(Klasse 2, Ziff. 1O) x 1 = 40
8 kg Acetylen
(Klasse 2, Ziff. 4 F) x 3 = 24
33 kg Propan
(Klasse 2, Ziff. 2 F) x 3 = 99
–––––
163
163 < 1000,
also Kleinmengenbeförderung.
Zusätzliche Hinweise für
den Transport von Druckgasflaschen auf öffentlichen
Straßen
O Begrenzte Mengen gemäß
Gefahrgutverordnung Straße,
Eisenbahn und Binnenschifffahrt
(GGVSEB) beachten. Bei Beförderung eines Stoffes oder
Produktes darf die Höchstmenge
nicht überschritten werden
(Tabelle).
¼
71
O Gasflaschen dürfen nur mit verschlossenen Ventilen und Schutzkappen transportiert werden.
O Gasflaschen müssen mit
Gefahrzetteln und UN-Nummern
gekennzeichnet sein.
O Feuerlöscher (2 kg Pulver)
mitführen.
O Der Transport von Druckgasflaschen in Fahrzeugen ohne
Lüftungseinrichtungen darf nur
kurzfristig sein. Ladetüren bzw.
Kofferraumdeckel mit der Aufschrift „Achtung, keine Belüftung!
Vorsichtig öffnen!“ versehen.
Druckgasflaschen nach Transport sofort entladen.
O Rauchen und Umgang mit
offenem Feuer ist bei Ladearbeiten verboten.
O Druckgasflaschen in Fahrzeugen (Kombifahrzeuge bzw.
geschlossener Aufbau) nur transportieren, wenn mindestens
zwei Lüftungsöffnungen vorhanden sind.
OJede Lüftungsöffnung sollte
einen Querschnitt von mindestens 100 cm2 haben.
72
minderer anschließen.
Ausnahme: Besonders eingerichtete Werkstattwagen.
Kleine Mengen und Faktoren für Stückgutbeförderung
Kleinmengen (kg netto bzw.
Stoffe/
Zubereitungen Fassungsvolumen der Gasflasche) und Faktoren
für Stückgutbeförderungen
Klasse
Ziffer UN-Nr.
Bezeichnung
Klasse 2
1O
1072
Sauerstoff
1F
1049
Wasserstoff
O
2F
1965
Propan
O
2F
1965
Flüssiggas
O
4F
1001
Acetylen
O
O Lüftungsöffnungen nicht
durch Ladegut verstellen oder
verschließen.
O Flaschen gegen Umkippen und
Anstoßen beim Bremsen oder bei
Kurvenfahrt sichern, z. B. durch
fest an die Wagenwände angebrachte Gestelle mit lösbaren
Bügeln, Ketten oder Zurrgurten .
O Zur Gasentnahme Druckgasflaschen aus dem Fahrzeug entfernen und erst dann die Druck-
333
3
1000
1
O
Weitere Informationen:
Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn
und Binnenschifffahrt (GGVSEB)
Gefahrgut – Ausnahmeverordnung (GGAV)
Technische Regeln Druckgase TRG 280
DVS*-Merkblätter 0211 + 0212
Transport von Gefahrgütern (Abr.Nr. 659.5)
*DVS = Deutscher Verband für Schweißen
und verwandte Verfahren
Transport
von Baumaschinen
D 74
3
D
E
1
OTransportwege vorher festlegen und Befahrbarkeit prüfen.
OAuf- und Abladen von Baumaschinen nur auf tragfähigem Untergrund durchführen. Transportfahrzeug horizontal ausrichten.
OGeeignete Auffahrrampen
verwenden OLadegewicht ermitteln.
OFür den Transport nur geeignete und ausreichend tragfähige
Fahrzeuge verwenden.
OFahrwerk der zu ladenden
Baumaschinen vor dem Verladen
von Schlamm, Schnee und Eis
reinigen.
OLadungsschwerpunkt möglichst auf der Längsmittellinie der
Ladefläche des Transportfahrzeuges ausrichten.
OZulässige Achslasten nicht
überschreiten.
07/2012
OMindestachslast der Lenkachse
nicht unterschreiten.
OLastverteilungsplan des
Fahrzeuges beim Beladen
berücksichtigen.
OBaumaschinen auf der Ladefläche sichern, z.B. mit Seilen,
Ketten , Feststellbremsen
anziehen.
OZurrmittel (z.B. Ketten, Gurte)
nach dem Gewicht der zu
transportierenden Baumaschine
bemessen und auswählen.
OZurrmittel prüfen
– vor jeder Benutzung auf
augenscheinliche Mängel,
– i.d.R. einmal jährlich
durch eine befähigte Person
(z.B. Sachkundiger).
OBeim Diagonalzurren pro
Ladegut immer vier Zurrmittel
verwenden.
OZurrpunkte des Transportfahrzeuges nicht überlasten .
OBeim Auf- und Abladen kleinsten Gang wählen und Schaltung
während der Fahrt nicht betätigen.
OBeim Befahren der Rampe
darf sich niemand neben und
hinter der Rampe aufhalten
(Kipp- und Abrollgefahr).
OBeim Befahren von schrägen
Rampen und Auffahreinrichtungen Einweiser einsetzen. Aufenthalt des Einweisers außerhalb
des Gefahrbereiches und gut
sichtbar für den Baumaschinenführer.
OArbeitseinrichtungen von
Baumaschinen festsetzen.
OVor Beginn des Transportes
Schwenkwerksbremsen der zu
transportierenden Baumaschinen
festsetzen. Arretierungsbolzen
einsetzen, um ein Verdrehen des
Oberwagens zu verhindern.
OKnickgelenksicherung verwenden.
2
D = Vertikalwinkel
gemessen zwischen der Ladefläche und
dem Zurrwinkel
E = Horizontalwinkel
gemessen zwischen der seitlichen
Begrenzung und dem Zurrmittel
Tabelle Einfachmethode Diagonalzurren
Gewicht der
Ladung in t
Reibbeiwert
P= 0,2
18.000
17.000
15.500
13.000
11.250
10.000
9.300
8.000
7.750
7.250
6.000
5.800
5.500
5.000
4.500
4.000
3.850
3.250
2.750
2.250
2.000
1.900
1.500
1.000
Zusätzliche Hinweise für
Transport durch Ankuppeln
und Abschleppen
OBeim Ankuppeln darf sich niemand zwischen Schleppfahrzeug
und Baumaschine aufhalten. Ausnahme: Der Kupplungsvorgang
ist vom Fahrer des heransetzenden Fahrzeuges einzusehen.
OStarre Zuggabeln vor dem
An- und Abkuppeln durch Stützrollen abstützen.
OUngebremste Fahrzeuge nur
mit starren Abschleppstangen
abschleppen.
OFahrzeuggeschwindigkeit je
nach Ladung auf Straßen- und
Verkehrsverhältnisse abstimmen.
¼
73
4 Zurrmittel mit einer zulässigen Zugkraft im
direkten Strang von je (daN)
P= 0,3
P= 0,6
16.000
8.400
2.000
6.400
10.000
5.000
8.400
4
4.000
1.000
1000 daN
30° min.
6.400
3.000
2000 daN
750
30° min.
5.000
2.500
4.00
2.000
500
Zurrpunktschild nach DIN EN 12640
(Mindestgröße 200/150 mm)
3.000
2.500
2.000
1.000
250
1.000
750
500
Wenn in der Zeile mit dem Gewicht Ihrer Ladung kein Wert für die zul.
Zugkraft angegeben ist, so ist der nächst höhere Wert anzunehmen.
74
OWinkelbereiche der Zurrmittel
einhalten D= 20° bis 65°
E = 6° bis 55°
OReibbeiwert zwischen Ladung
und Transportfläche ermitteln
(bei unbekanntem Reibbeiwert
P= 0,2 annehmen).
OAus der Tabelle erforderliche
Zugkraft ablesen.
Beispiel:
Ladung Radlader 6 t
Reibbeiwert P= 0,2
Winkelbereich der Zurrmittel
eingehalten
Aus Tabelle:
Erforderliche Zugkraft pro Strang
6.400 daN (kg)
Weitere Informationen:
Broschüre „Ladungssicherung auf
Fahrzeugen der Bauwirtschaft“
Straßenverkehrsordnung
Straßenverkehrszulassungsordnung
VDI-Richtlinie 2700
Arbeiten am Wasser
Prüfung von
Rettungsmitteln
D 196
3
1
OArbeiten auf dem Wasser nur
von Wasserfahrzeugen, schwimmenden Geräten und Anlagen,
Pontons und Flößen ausführen.
OAn Arbeitsplätzen am und über
dem Wasser Absturzsicherungen
unabhängig von der Absturzhöhe
vorsehen.
Rettungsmittel
O Nur geprüfte, automatisch
aufblasbare Rettungswesten
benutzen .
O Genormte, dem notwendigen
Auftrieb entsprechende Westen
benutzen.
O Anlegen von Rettungswesten
07/2012
– bei allen Arbeiten bei denen ein
Sturz ins Wasser möglich ist,
– bei allen Arbeiten an Deck,
wenn keine Absturzsicherung
gemäß EN 711 vorhanden ist,
– bei allen Arbeiten außenbords
und bei Benutzung des Beibootes.
O Rettungswesten vor dem
Anlegen auf Körpermaß einstellen
und immer über der Kleidung
tragen.
O Bei Schweißarbeiten nur Rettungswesten mit Alu-bedampfter
Oberfläche oder Rettungswesten
mit Schutzhüllen mit Widerstandsfähigkeit gegen geschmolzene
Metallsplitter verwenden.
O Rettungswesten gemäß Herstellerangaben säubern, pflegen
und lagern.
O Unabhängig von der Benutzung von Rettungswesten sind
Rettungsstangen und Rettungsringe deutlich sichtbar und leicht
zugänglich bereitzuhalten .
O Rettungsringe nach EN 14144
müssen mit einer schwimmfähigen
Rettungsleine verbunden sein.
O Zusätzlich sind einsatzbereite
und geprüfte Beiboote als Rettungsboote (gemäß EN 1914)
bereitzuhalten .
O Rettungsboote müssen bei
stark strömenden Gewässern
(v > 3,0 m/s) mit einem Motorantrieb ausgerüstet sein.
¼
75
2
O Vor jedem Anlegen einer Rettungsweste ist ein Kurz-Check
durchzuführen:
– Patrone auf Unversehrtheit
prüfen
– Patrone gefüllt und handfest
eingeschraubt?
– Automatik gespannt?
– Mundventil gesichert?
O Vorstehende Hinweise müssen
an der Rettungsweste gut lesbar
und erkennbar angebracht sein.
O Rettungsmittel sind bei Bedarf,
mindestens jedoch einmal jährlich, von einer befähigten Person
(z.B. Sachkundigem) zu prüfen.
O Rettungswesten müssen unter
Berücksichtigung der Herstellerangaben in festen Zeitabständen
(i.d.R. im Abstand von 2 Jahren)
einer Wartungsmaßnahme zugeführt werden.
O Die abschließende Überprüfung
durch eine befähigte Person (z.B.
Sachkundigen) ist schriftlich zu
bestätigen.
O Rettungsboote sind auf vollständige Ausrüstung zu überprüfen:
– ein Satz Riemen
– Schöpfkelle
– Festmacher (Seil oder Draht)
Weitere Informationen:
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR 201 „Einsatz von PSA gegen
Ertrinken“
EN 711
EN 1914
EN 14144
76
Asbestzementprodukte
D 37
Abbruch, Sanierung
1
3
2
Von stark gebundenen Asbestzementprodukten gehen im eingebauten Zustand in der Regel
keine Gefahren aus. Werden
dagegen Asbestzementprodukte
angebohrt, zerschlagen oder
unsachgemäß gereinigt, können
erhebliche Fasermengen freigesetzt werden. Die Bearbeitung
von Asbesterzeugnissen mit
oberflächenabtragenden Geräten,
wie z.B. Abschleifen, Hoch- und
Niederdruckreinigen oder Abbürsten, ist deshalb unzulässig.
Unzulässig ist auch das Reinigen
von unbeschichteten Asbestzementdächern.
Werden Außenwandflächen
abgewaschen, sind diese
abschnittsweise mit drucklosem
Wasserstrahl feucht zu halten
und mit entspanntem Wasser
und weich arbeitenden Geräten
(z.B. Schwamm) zu reinigen.
07/2012
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
O Jeder Umgang mit Asbestzementprodukten ist der Aufsichtsbehörde und der Berufsgenossenschaft schriftlich mitzuteilen.
O Gefährdungsbeurteilung
mit Arbeitsplan aufstellen und
zusammen mit der Anzeige der
zuständigen Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) vorlegen.
O Angaben z.B. über:
– Art und Dauer der Arbeiten
– Arbeitsablauf und vorgesehene
technische Schutzmaßnahmen
– persönliche Schutzausrüstungen
– Dekontamination der
Beschäftigten
– Abfallbehandlung und
Entsorgung
O Betriebsanweisung aufstellen
mit Angaben z.B. über:
– Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz,
Tätigkeit
– Gefahren für Mensch und
Umwelt
– Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln und hygienische
Maßnahmen
– Verhalten im Gefahrfall
– Erste Hilfe
– sachgerechte Entsorgung
O Beschäftigte anhand der Betriebsanweisung unterweisen.
O Jugendliche dürfen auch für
Ausbildungszwecke nicht
beschäftigt werden.
O Arbeiten mit anderen Gewerken koordinieren, um zu vermeiden, dass Unbeteiligte gefährdet
werden.
O Arbeitsbereiche abgrenzen
und mit Warnschildern kennzeichnen .
O Die Arbeiten sind unter Leitung
eines sachkundigen Aufsichtführenden auszuführen (Sachkundenachweis). Dieser muss
während der Arbeiten ständig
anwesend sein.
O Unbeschichtete Asbestzementprodukte an der bewitterten Oberfläche mit staubbindenden Mitteln besprühen oder mit
Wasser feucht halten .
O Befestigungen sorgfältig lösen.
Bauteile möglichst zerstörungsfrei ausbauen und nicht aus
Überdeckungen oder über
Kanten ziehen.
O Befestigungsmittel, Bruch- und
Kleinteile, Dichtungsschnüre usw.
in Behältern sammeln. Behälter
kennzeichnen.
O Keine Schuttrutschen verwenden. Material nicht werfen,
sondern von Hand oder mit
Hebezeug transportieren.
O Bei Arbeiten an Außenwandbekleidungen Planen oder Folien
zum Auffangen und Sammeln
herabfallender Bruchstücke
auslegen.
¼
77
O Nach dem Entfernen der Asbestzementprodukte Untergrund
gründlich absaugen oder feucht
reinigen.
O Nur geprüfte Industriestaubsauger der Staubklasse H mit Eignung für den Einsatz verwenden.
O Ausgebaute Asbestzementprodukte nicht wieder verwenden.
O Asbestabfälle nicht zerkleinern.
4
6
Vorsorgeuntersuchungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.
Zusätzliche Hinweise für
Arbeiten auf Dächern
O Bei Arbeiten auf Wellplattendächern lastverteilende Beläge
oder Laufstege benutzen.
O Bei einer Absturzhöhe von
mehr als 3,00 m Absturzsicherungen vorsehen.
O Nach Arbeiten an Dächern
Dachrinnen reinigen und anschließend spülen.
Zusätzliche Hinweise für
Arbeiten in Innenräumen
O Arbeitsräume geschlossen
halten.
O Nach Beendigung der Arbeiten
sämtliche Oberflächen gründlich
absaugen und feucht wischen.
O Vor Freigabe des Raumes
einen mindestens 30-fachen Luftwechsel durchführen.
O Können die Asbestzementprodukte nicht zerstörungsfrei ausgebaut werden, sind Raumabschottung und Unterdruckhaltung
erforderlich. Außerdem ist eine
Einkammerschleuse als Verbindung zum Arbeitsbereich zu
verwenden.
O Benutzte Arbeitsmittel, z.B.
Gerüste, durch Absaugen reinigen.
78
Persönliche und hygienische
Schutzmaßnahmen
Beschäftigungsbeschränkungen
O Schutzanzug und Atemschutz mindestens mit Partikelfilter P2 oder partikelfiltrierende
Halbmaske FFP2 verwenden.
O Schutzkleidung bei Arbeitsunterbrechungen absaugen.
O Schutzkleidung und Atemschutz im Freien ablegen, um
Verschmutzung der Unterkünfte
zu vermeiden.
O Einweganzüge nach Schichtende in besonders gekennzeichneten Behältern sammeln.
O Straßenkleidung getrennt von
Arbeitskleidung aufbewahren.
O Bei Arbeitsunterbrechungen
Hände sorgfältig reinigen, nach
Arbeitsende gründlich duschen.
O In Arbeitsbereichen nicht
essen, trinken oder rauchen.
O Beim Umgang mit Asbestzementprodukten
– dürfen Jugendliche sowie
werdende und stillende Mütter
nicht beschäftigt werden,
– ist eine leistungsabhängige
Entlohnung unzulässig.
5
Zutritt verboten
Asbestfasern !
Abfallbehandlung
O Ausgebaute Asbestzementprodukte in geeigneten Behältern
wie reißfesten Kunststoffsäcken,
Big-Bags, geschlossenen oder
mit Planen abgedeckten Containern sammeln, lagern und
entsorgen.
O Behälter kennzeichnen und gegen den Zugriff Unbefugter
sichern.
O Asbestzementabfälle nur auf
dafür zugelassenen Deponien
staubfrei einlagern.
O Bei der Deponie Erkundigungen über weiter gehende Forderungen einholen.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“
BGI 664 „Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-,
Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“
Gefahrstoffverordnung
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Technische Regeln Gefahrstoffe
TRGS 519 „Asbest: Abruch-, Sanierungsoder Instandhaltungsarbeiten“
Schwach gebundene
Asbestprodukte
2
D 80
1
4
Zutritt verboten
Asbestfasern!
3
3
O Angaben z.B. über:
– Art und Dauer der Arbeiten
– Arbeitsablauf und vorgesehene
technische Schutzmaßnahmen
– persönliche Schutzausrüstungen
– Dekontamination der Beschäftigten
– Abfallbehandlung und
Entsorgung
O Betriebsanweisung aufstellenmit Angaben z.B. über:
Technische und organisato– Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz,
rische Schutzmaßnahmen
Tätigkeit
– Gefahren für Mensch und Umwelt
O Jeder Umgang mit Asbest ist
– Schutzmaßnahmen, Verhaltensder Aufsichtsbehörde und der
regeln und hygienische MaßBerufsgenossenschaft schriftlich
nahmen
mitzuteilen.
– Verhalten im Gefahrfall
O Gefährdungsbeurteilung mit
– Erste Hilfe
Arbeitsplan aufstellen und
– sachgerechte Entsorgung
zusammen mit der Mitteilung der O Beschäftigte anhand der
zuständigen Behörde (z.B. Gewer- Beriebsanweisung unterweisen.
beaufsichtsamt) vorlegen.
O Arbeiten mit anderen Gewerken
koordinieren, um zu vermeiden,
Von schwach gebundenen Asbestprodukten können auch in eingebautem Zustand Gesundheitsgefahren ausgehen, z.B. bei Beschädigung der Oberfläche.
Durch Luftzirkulation können erhebliche Fasermengen freigesetzt
und dadurch auch benachbarte
Räume kontaminiert werden.
07/2012
dass Unbeteiligte gefährdet
werden.
O Arbeitsbereiche abgrenzen und
mit Warnschildern kennzeichnen .
O Die Arbeiten sind unter Leitung
eines sachkundigen Aufsichtführenden auszuführen. Dieser
muss während der Arbeiten
ständig anwesend sein.
O Arbeitsbereiche staubdicht
abschotten. Abgeschottete Bereiche unter Unterdruck halten.
O Arbeitsbereiche nur über Personenschleusen mit ausreichender Be- und Entlüftung sowie
kontrollierter Unterdruckhaltung
betreten bzw. verlassen.
O Abzubrechendes Asbest oder
asbesthaltige Materialien vor dem
Abtragen mit Wasser weitgehend durchfeuchten. Gegebenenfalls das Nässen mehrmals
wiederholen.
¼
79
O Spritzasbest direkt am Entstehungsort absaugen. Nur
geeignete und durch Messung
oder anerkannte Prüfbescheinigung ausreichend filternde Sauggeräte verwenden.
O Ausgebaute und verpackte
Asbestprodukte nur über Materialschleuse aus dem Arbeitsbereich heraustransportieren.
O Asbestmaterial nicht schreddern oder anders mechanisch
zerkleinern.
O Ausgebauten Spritzasbest
mit Zement oder anderen hydraulischen Bindemitteln in einem
geschlossenen Aufbereitungssystem verfestigen.
O Verbleibende Asbestfaserrückstände auf rauen Bauteiloberflächen durch Restfaserbindemittel, Anstrich oder aufgesprühte Beschichtung binden.
O Arbeitsbereiche nach Beendigung der Arbeiten reinigen.
Die End- bzw. Feinreinigung erst
durchführen, wenn sich der Reststaub in der Luft abgelagert hat,
frühestens jedoch nach 12
Stunden.
O Personen- und Materialschleusen nach Schichtende feucht
reinigen.
O Für Reinigungsarbeiten nur zugelassene und geprüfte Industriestaubsauger der Staubklasse H
mit Eignung für den Einsatz
verwenden.
O Beim Entfernen von Spritzasbest in größerem Umfang
80
Hochleistungs-Vakuumsauggeräte
verwenden .
O Asbest- oder asbesthaltige
Abfälle sowie verbrauchte Arbeitsmittel wie Einweganzüge in
gekennzeichneten Behältern
sammeln.
OAbfälle auf zugelassenen
Deponien so einlagern und abdecken, dass keine Asbestfasern in
die Umwelt gelangen.
O Bei der Deponie Erkundigungen
über weiter gehende Forderungen
einholen.
– bei allen anderen Arbeiten
Filtergeräte mit Partikelfilter P3
in Verbindung mit Vollmasken
und Gebläseunterstützung.
O Nur einteilige Schutzanzüge
verwenden .
O Schutzanzüge nur innerhalb
der Personenschleuse ausziehen.
Zuvor anhaftenden Staub durch
Abwaschen oder Absaugen vollständig entfernen. Dabei Atemschutz nicht ablegen.
O In Arbeitsbereichen nicht
essen, trinken oder rauchen.
Vorsorgeuntersuchungen
Beschäftigungsbeschränkungen
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
O Beim Umgang mit schwach
gebundenen Asbestprodukten
– dürfen Jugendliche sowie
werdende und stillende Mütter
nicht beschäftigt werden,
– ist eine leistungsabhängige
Entlohnung unzulässig.
Persönliche und hygienische
Schutzmaßnahmen
O Bei sämtlichen Tätigkeiten, einschließlich der Endreinigung, und
bei der Abfallbeseitigung Atemschutzgeräte benutzen.
Als Atemschutz kommen in
Frage:
– bei Arbeiten geringen
Umfanges oder bei Probenahmen Filtergeräte mindestens
mit Partikelfilter P2 oder
partikelfiltrierende Halbmasken
FFP2,
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGR/GUV-R 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“
BGI 664 „Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-,
Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“
Gefahrstoffverordnung
Technische Regeln Gefahrstoffe
TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungsoder Instandhaltungsarbeiten“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Mineralwolle-Dämmstoffe
D 234
Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle
O Bei starker Staubentwicklung
oder Überkopfarbeiten Schutzbrille benützen. Zum Schutz vor
Atemwegsreizungen vorsorglich
Halbmaske mit P1-Filter oder
partikelfiltrierender Halbmaske
FFP 1 tragen.
O Bei empfindlicher Haut
Schutzcreme oder Schutzlotion
verwenden.
O Nach Beendigung der Arbeiten
Staub abwaschen.
Vorsorgeuntersuchungen
Seit 1996 werden MineralwolleDämmstoffe hergestellt, die
nicht als krebserzeugend gelten.
Seit dem 01.06.2000 dürfen in
Deutschland nur noch KMF-Dämmstoffe produziert und verarbeitet
werden, die nach der Gefahrstoffverordnung als unbedenklich (frei
von Krebsverdacht) gelten.
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
Auch beim Umgang mit neuen
Produkten kann es durch gröbere
Fasern (Faserbruchstücke) zu
Haut-, Augen- oder Atemwegsreizungen kommen. Es sind deshalb folgende Mindestmaßnamen
zu beachten:
O Vorkonfektionierte oder
kaschierte Mineralwolle-Dämmstoffe bevorzugen.
O Verpackte Dämmstoffe erst
am Arbeitsplatz auspacken.
Material nicht werfen.
07/2012
O Für gute Durchlüftung am
Arbeitsplatz sorgen. Das Aufwirbeln von Staub vermeiden.
O Auf fester Unterlage mit
Messer und Schere schneiden.
O Keine schnell laufenden,
motorbetriebenen Sägen ohne
Absaugung verwenden.
O Arbeitsplatz sauber halten,
regelmäßig reinigen.
Staubsaugen statt kehren.
O Verschnitte und Abfälle in
geeigneten Behältnissen,
z.B. Plastiksäcken, sammeln.
Beim Verschließen der Säcke die
Luft nicht herausdrücken.
O Eingebaute Dämmstoffe möglichst zerstörungsfrei ausbauen.
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsuntersuchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.
Weitere Informationen:
Persönliche und hygienische
Schutzmaßnahmen
O Locker sitzende, geschlossene Arbeitskleidung und ggf.
Handschuhe tragen.
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Gefahrstoffverordnung
TRGS 500 Schutzmaßnahmen:
Mindeststandards
Handlungsanleitung „Umgang mit
Mineralwolle-Dämmstoffen“ Abr. Nr. 341
81
82
Alte Mineralwolle-Dämmstoffe
Tätigkeiten sind gestaffelt und
orientieren sich an der Höhe der
Faserstaubbelastungen am Arbeitsplatz sowie der Dauer und Häufigkeit der Arbeiten. Die Maßnahmen
der jeweiligen Expositionskategorie sind nachfolgend aufgeführt:
D 235
Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen
Eigenschaften
O Bei empfindlicher Haut nach
der Hautreinigung Hautpflegemittel verwenden.
O Betriebsanweisung erstellen.
O Beschäftigte unterweisen.
O2AUCH3CHNUPFVERBOTAM
Arbeitsplatz, Verbot der Nahrungsaufnahme.
O Waschmöglichkeit vorsehen.
Expositionskategorie E3
Expositionskategorie E2
Expositionskategorie E1
„Alte“ Produkte
Seit dem 1.6.2000 dürfen „alte“
Mineralwolledämmstoffe nicht
mehr verwendet werden. Durch
das Verwendungsverbot darf
es in Deutschland den Umgang
damit nur noch im Zuge von
Demontage-, Abbruch-, Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten geben.
Bei solchen Arbeiten besteht
grundsätzlich ein Krebsverdacht,
wenn die Mineralwolle-Produkte
vor dem Jahr 2000 eingebaut
wurden.
O Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln, ob es sich
bei der in Frage stehenden Mineralwolle um „alte“, also krebsverdächtige Produkte handelt.
für Tätigkeiten mit keiner oder
nur sehr geringer Staubexposition, z.B. Arbeiten an Innenwänden (Trennwänden, Vorsatzschalen) ohne Demontage des
Dämmstoffes, Öffnen einzelner
Deckabschnitte von weniger als
3 m2, Arbeiten an schwimmend
Maßnahmen
verlegtem Estrich mit Demontage
von weniger als 3 m2 Dämmstoff. O Alle Maßnahmen der Expositionskategorie E1 ergreifen
und zusätzlich:
O Faserstäube direkt an der
Maßnahmen
Austritts- oder Entstehungsstelle
erfassen, soweit dies möglich ist
O Material nicht reißen.
O Für Reinigungsarbeiten
O Keine motorgetriebenen
Industriestaubsauger (mindestens
Sägen ohne Absaugung beim
Staubklasse M) verwenden.
Ausbau verwenden.
O Entstauber bzw. IndustrieO Ausgebautes Material nicht
staubsauger regelmässig warten
werfen.
und instandhalten.
O Für gute Durchlüftung am
O Begrenzung der Anzahl der
Arbeitsplatz sorgen.
Beschäftigten durch organisatoO Aufwirbeln von Staub
rische Schutzmaßnahmen
vermeiden.
O Arbeitsplatz sauber halten und O den Beschäftigten auf Wunsch
persönliche Schutzausrüstung zur
regelmäßig reinigen.
Verfügung stellen:
O Stäube mit Industriestaubsauger (mindestens Kategorie M) – Atemschutz:
aufnehmen bzw. feucht reinigen, s(ALB6IERTELMASKEMIT
P2-Filter oder
nicht mit Druckluft abblasen oder
sPARTIKELlLTRIERENDE
trocken kehren.
Halbmaske FFP2 oder
O Abfälle am Entstehungsort
s&ILTERGERËTMIT'EBLËSE
möglichst staubdicht verpacken
TM 1P
und kennzeichnen. Für den Trans– Schutzbrille insbesondere bei
port geschlossene Behältnisse
Überkopfarbeiten
(z.B. Tonnen, reißfeste Säcke,
– Schutzanzug Typ 5
Big-Bags) verwenden.
O Arbeitsmedizinische VorsorgeO Locker sitzende, geschlosuntersuchung anbieten.
sene Arbeitskleidung und z.B.
O Arbeitsbereiche abgrenzen
Schutzhandschuhe aus Leder
oder nitrilbeschichtete Baumwoll- und kennzeichnen.
O Schwer zu reinigende Gegenhandschuhe tragen.
stände oder Einrichtungen mit
O Nach Beendigung der Arbeit
Folien abdecken
Staub auf der Haut mit Wasser
abspülen.
O Tätigkeiten mit alten Dämmstoffen in das Gefahrstoffverzeichnis aufnehmen (einmalig
unternehmensbezogen).
Die TRGS 521 liefert eine Auflistung von Tätigkeiten mit den
entsprechenden Expositionskategorien. Die erforderlichen
Schutzmaßnahmen bei diesen
für Tätigkeiten mit geringer bis
mittlerer Staubexposition,
z.B. Arbeiten an Wärmeverbundsystemen mit Freilegen des
Dämmstoffes, Demontage thermisch belasteter Anlagenteile im
Freien von nicht mehr als 20 m²
¼
83
84
für alle Tätigkeiten mit hoher
bis sehr hoher Staubexposition,
z.B. umfangreichere Sanierungsmaßnahmen mit Demontage des
Dämmstoffes, Demontage von
thermisch belasteten Anlagen
oder Anlagenteilen in engen,
schlecht belüfteten Räumen.
Maßnahmen
O Alle Maßnahmen der
Expositonskategorie E1 und
E2 ergreifen und zusätzlich:
O Beschäftigungsbeschränkung
für Jugendliche und Schwangere.
O Persönliche Schutzausrüstung
muss getragen werden:
– Atemschutz:
s(ALB6IERTELMASKEMIT0
Filter oder
sPARTIKELlLTRIERENDE(ALBMASKE
FFP2 oder
s&ILTERGERËTMIT'EBLËSE4-0
– Schutzbrille insbesondere bei
Überkopfarbeiten
– Schutzanzug Typ 5
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen.
O Schutzkleidung reinigen oder
entsorgen.
O Getrennte Umkleideräume
für Straßen- und Arbeitskleidung, Waschraum mit Duschen
(Schwarz-Weiß-Anlage) bereitstellen.
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Gefahrstoffverordnung
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
TRGS 521 „Abbruch-, Sanierungsund Instandhaltungsarbeiten mit alter
Mineralwolle“
TRGS 558 „Tätigkeiten mit Hochtemperaturwolle“
Handlungsanleitung „Umgang mit
Mineralwolle-Dämmstoffen“
Brandschadensanierung
Aufgaben des ausführenden
Unternehmens
D 239
O Sachkunde nach BGR 128
erwerben.
O Gefährdungsbeurteilung auf
der Grundlage des A+S-Planes
des Auftraggebers durchführen.
O Arbeitsverfahren festlegen.
O Schutzmaßnahmen und Ausrüstungen bereitstellen.
O Tätigkeitsbezogene Betriebsanweisungen erstellen.
O Beschäftigte vor Beginn
der Arbeiten über besondere
Gefahren und den Gebrauch der
Schutzausrüstungen unterweisen.
O Erste Hilfe organisieren.
chungen). Hierzu Beratung durch
den Betriebsarzt.
O Biomonitoring mit Betriebsarzt
abstimmen.
Schutzmaßnahmen
O Technische, organisatorische
und persönliche Schutzmaßnahmen entsprechend Gefährdungsbeurteilung und Einteilung in
Gefahrenbereiche festlegen. Hilfe- Sachkunde / Fachkunde
stellungen zu Schutzmaßnahmen
O Die nach der BG-Regel „Konentsprechend VdS 2357 .
taminierte Bereiche – BGR 128,
Anhang 6 A bzw. 6 B“ erworbene
Vorsorgeuntersuchungen
Sachkunde für Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit
O Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Ergebnis in kontaminierten Bereichen
erfüllt die Fachkundeanfordeder Gefährdungsbeurteilung veranlassen (Pflichtuntersuchungen) rungen nach Anlage 2 A bzw. 2 B
oder anbieten (Angebotsuntersu- der TRGS 524.
Meldung an den Versicherer, Sicherung der Schadensstelle
1
Erstbegehung
Einteilung der Schadensstelle in Gefahren- und Arbeitsbereiche
Gefahrenbereiche (GB)
Brandschadensanierung umfasst
sämtliche Tätigkeiten auf der
kalten Brandstelle, die zur Beseitigung der brandbedingten Schäden an Gebäuden und Anlagen
auszuführen sind, inklusive aller
Vor- und Nacharbeiten, z.B.:
− Begehungen zur Brandursachen- oder Schadensermittlung
− Sofortmaßnahmen zur Sicherung, Trocknung
− Beseitigung von Brandschutt
oder belastetem Löschwasser
− Beseitigung brandbedingter
Verschmutzung vom Abwischen
bis Materialabtrag
− Rückbau betroffener Gebäude
(-teile) und Anlagen
O Brandfolgeprodukte sind
Stoffe, die durch einen Brand entstehen oder freigesetzt werden
können:
− Gefahrstoffe, die an Brandkondensate und Ruß gebunden
sind
− Gefahrstoffe aus Produktionsund Lagerbeständen
07/2012
− Gefahrstoffe aus der Bausubstanz (z.B. Asbest, KMF)
− biologische Arbeitsstoffe, die
freigesetzt oder entstehen
können
O Gefährdungsbeurteilung durchführen. Dabei Arbeitsbereiche
gemäß VdS 2357 in Gefahrenbereiche einteilen:
− Gefahrenbereich 0 umfasst
Brände mit räumlich eng
begrenzter Ausdehnung (ca. 1
qm) des brandverschmutzten
Bereiches oder Brände von
größerer Ausdehnung, aber
minimaler Brandverschmutzung.
− Gefahrenbereiche 1 bis 3:
Festlegung anhand der Art des
Brandgutes, des Brandbildes
und der Belastung der Arbeitsbereiche durch Brandkondensate bzw. zusätzliche Gefahrstoffe aus Produktion oder
Lagerung, Baustoffen oder biologischen Arbeitsstoffen (GB 3)
O Wenn keine Einstufung in
Gefahrenbereiche erfolgt ist,
Maßnahmen nach Gefahrenbereich 3 vorsehen.
O Ab Gefahrenbereich 1 gehört
die Brandschadensanierung zu
den Arbeiten in kontaminierten
Bereichen gemäß BGR 128.
GB 0
GB 1
GB 2
GB 3
Sofortmaßnahmen
Sanierungs- und Entsorgungskonzept
einschließlich Arbeits- und Sicherheitsplan
Aufgaben des Auftraggebers
O Sofortmaßnahmen ergreifen
O Erstbegehung
O Einstufen der Schadensstelle
in Gefahren- und Arbeitsbereiche
O Erstellen eines Sanierungsund Entsorgungskonzeptes
O Erarbeiten eines Arbeitsund Sicherungsplanes (A+S-Plan)
gem. BGR 128 durch Sachkundigen
O Sind Beschäftigte mehrerer
Unternehmen im kontaminierten
Bereich tätig, sachkundigen
Koordinator bestellen.
O Koordinator mit Weisungsbefugnis gegenüber allen Unternehmern und deren Beschäftigten
ausstatten.
Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen
Schadenbeseitigung
Abnahme und ggf. Ergebniskontrolle
Hausmüll
Ablaufschema nach VdS 2357
Auftraggeber
(Vertreten bzw. beraten durch Regulierer der
Versi cherung oder Gutachter)
Nach BGR 128
sachkundiges Unternehmen
¼
85
Entsorgung der Rückstände entsprechend
Entsorgungskonzept
86
Weitere Informationen:
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
Gefahrstoffverordnung
TRGS 524
Biostoff-Verordnung
VdS 2357 Richtlinien zur Brandschadensanierung
Hier erhalten Sie weitere Informationen
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Berlin
Prävention
Präventionshotline der BG BAU: 0 800 80 20 100 (gebührenfrei)
www.bgbau.de
[email protected]
In dieser Reihe sind folgende Merkhefte erschienen:
Abbrucharbeiten
Abruf-Nr. BGI 665
Hochbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 530
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz am Bau
Abruf-Nr. BGI 5081
Innenausbau und
Verputzarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5086
Betonerhaltungs-,
Bautenschutz-,
Isolierarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5082
Installationsarbeiten
Abruf-Nr. BGI 531
Dacharbeiten
Abruf-Nr. BGI 656
Feuerfestbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5083
Gebäudereinigungsarbeiten
Abruf-Nr. BGI 659
Maler- und Lackiererarbeiten
Abruf-Nr. BGI 639
Steinbearbeitung,
Steinverarbeitung
Abruf-Nr. BGI 5087
Tiefbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5103
Gerüstbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5101
Turm- und
Schornsteinbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 525
Glaser- und
Fensterbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5084
Wand- und
Bodenbelagarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5088
Hausschornsteinbau- und
Schornsteinfegerarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5085
Zimmerer- und
Holzbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5089
Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft
Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin
Tel.: 030 85781-0
Fax: 030 85781-500
www.bgbau.de
[email protected]