Download Genehmigungsbescheid

Transcript
Die Streifenlebensräume im Bereich der Kampfzone des Waldes wurden in die Beurteilung mit
einbezogen, im geschlossenen Bestand flachen die von den WEA ausgehenden Emissionen
rasch ab (vgl. Armbruster, 2007). Betreffend die Lage der Handalm im Konnex zu benachbarten Gebieten und die Erhaltung der Funktionalität des Korridors entlang der Koralpe als Migrationslinie für Birkwild zwischen den einzelnen Teilpopulationen, wird auf nachstehende Einwendungs-Beantwortung sowie auf die Ausführungen im Gutachten (Wildökologie, siehe auch
Kapitel 3.2.5.2 der zusammenfassenden Bewertung) verwiesen.
Stellungnahmen Josef Krammer
Nach Studium der aufliegenden Unterlagen nehme ich zum gegenständlichen Vorhaben Stellung bzw. bringe Anregungen und Einwände ein.
1. Da bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung der volkswirtschaftliche Nutzen gegenüber
möglichen ökologischen Kosten und Schäden abzuwägen ist, ist die Rentabilität des Vorhabens
besonders kritisch zu prüfen. Es wird angeregt die ökonomische Rentabilität und den volkswirtschaftlichen Nutzen des gesamten Vorhabens in einem Vorverfahren oder im Zuge der
UVP zu überprüfen.
Begründung: Die Rentabilität der geplanten 13 WEA scheint nur durch die Sonderförderung
der EU im Ausmaß von 11,3 Mio. € gegeben zu sein. Es besteht die Gefahr, dass hier Förderungsruinen mit beträchtlichen ökologischen Kosten und Schäden errichtet werden. Es wäre zu
prüfen ob die geplanten WEA auf Grund der Windverhältnisse und vor allem der geringeren
Luftdichte in der Höhe von 1.800 bis 1.900 m Seehöhe im Vergleich zu WEA in anderen, tiefergelegenen Standorten auf Dauer rentabel betreibbar sind.
2. Die „zusammenfassende Beurteilung" des Vorhabens in den aufliegenden Unterlagen (Allgemein verständliche Zusammenfassung, Seite 22) erscheint nach genauerem Studium der Daten und Fakten wohl als etwas einseitig positive ausgefallen zu sein.
Windpark Handalm
Seite 123 / 229
Das elektronische Original dieses Dokumentes wurde amtssigniert. Hinweise zur Prüfung dieser
elektronischen Signatur bzw. der Echtheit des Ausdrucks finden Sie unter: https://as.stmk.gv.at
Zur lfd. Nr. 5 – Wildökologie: Auch im Fachbericht Vögel wird ein Ausweichen des Birkwildes
in tiefer gelegene Waldbereiche als wahrscheinlich angenommen. Zu differenzieren ist demnach einerseits zwischen der Verschlechterung der Lebensraumsituation durch das Abdrängen
von Birkwild in kleinere, suboptimale Bereiche und damit verbundene nachteilige Auswirkungen auf den lokalen Birkhuhnbestand, andererseits Raumnutzungsänderungen des Schalenwildes und damit einhergehend stärkerer Wildeinfluss bis hin zu Wildschäden auf Schlag- und
Windwurfflächen sowie auch im Bestandesinneren durch Wartezimmereffekte. Die Wildschadensmechanismen sind hinlänglich bekannt und im Gutachten erläutert, auf die zusätzliche
Einbeziehung eines jagdfachlichen Experten kann aus ha. Sicht verzichtet werden.