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14 2 Grundlagen Die spezifische Adhäsion beinhaltet sechs verschiedene Theorieansätze: • Chemisorption • Elektrostatische Theorie • Weak Boundary Layer Modell • Diffusionstheorie • Adsorptionstheorie • Polarisationstheorie Chemisorption Bei der Chemisorptionstheorie wird angenommen, dass sich zwischen den Grenzschichten chemische Bindungen ausbilden. Bei Metallklebungen konnten chemische Bindungen experimentell nachgewiesen werden, wohingegen dieser Nachweis bei Kunststoff-Kunststoff-Verbunden bisher noch nicht gelungen ist /46/. Elektrostatische Theorie Nach Derjaguin kommt es in der Grenzfläche zur Bildung einer elektrischen Doppelschicht, wodurch zwischen den Fügepartnern Adhäsionskräfte entstehen /48/. Diese elektrische Doppelschicht entsteht durch das Streben nach thermodynamischem Gleichgewicht in der Grenzfläche. Die Potentialdifferenz beider Kontaktpartner wird durch Energie- und Stofftransport ausgeglichen, wobei sich eine positive und negative Raumladung, d.h. eine elektrostatische Doppelschicht ausbildet /41/. Die durch die Doppelschicht entstandenen elektrostatischen Kräfte bewirken dann den Widerstand gegen eine trennende Beanspruchung /45/. Es wird angenommen, je ähnlicher die Werkstoffe des Fügeteils sind, desto kleiner ist die elektrische Doppelschicht und somit auch die Adhäsion. Bei einem Metall-Polymer-Verbund würde sich dieser Zusammenhang als haftungssteigernd erweisen /46/. In der aktuellen Literatur wird aber dieser Ansatz für die Erklärung von Haftungsphänomenen bei KunststoffKunststoff-Verbunden nicht weiterverfolgt. Weak Boundary Layer Modell Das Modell der schlechten Grenzschichten (Weak Boundary Layer) wurde erstmals von Bikerman vorgestellt /49/. Diese Theorie besagt, dass sich bei Verbunden eine Zwischenschicht ausbildet, die einen direkten Verbund der Fügeteile verhindert.