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Donnerstag, 9. Juni 2011 KÖNIGSTEINER WOCHE Nummer 23 - Seite 7 „Ohne Geld, aber nicht umsonst“: DRK ehrt Mitglieder Königstein (hhf) – „Oft entsteht der Eindruck, das Rote Kreuz sei eine staatliche Einrichtung ...“, griff Renate Herberholz in ihrem Grußwort aus der Stadtverordnetenversammlung einen weit verbreiteten Irrtum auf und Alexander von Bethmann, als Vertreter des Burgvereins, ergänzte: „Viele der Gesichter sind gut bekannt.“ Nicht nur auf der Burg, sondern auch im Blutspendedienst, in der Kleiderstube, in der Taunusschule oder im Seniorentreff engagieren sich die Mitglieder des Ortsvereins Königstein, neuerdings sogar in den eigenen vier Wänden: „Ich freue mich mit Ihnen über Ihr neues Haus“, kommentierte der Erste Stadtrat Walter Krimmel den jüngst genehmigten Verkauf des Spritzenhauses in der Altstadt an das Rote Kreuz, dessen Erster Vorsitzender ihn und den Bürgermeister im Gegenzug zu einer „rauschenden Einweihungsfeier“ einlud. Anlässlich der Jahreshauptversammlung, die in guter Tradition im Lehrsaal der Feuerwehr im Hilfeleistungszentrum am Kreisel stattfand, hatte Professor Dr. med. Eckart Wernicke neben den Mitgliedern auch etliche Gäste begrüßen können. Natürlich, das ließ sich der Vorsitzende nicht nehmen, könnte „der Saal noch voller sein“, zumal auch die Erfolgserlebnisse seiner Gemeinschaft „prägend fürs Leben“ sein können, doch stehen die Helfer vom Roten Kreuz in Königstein bei weitem nicht alleine da. Sie haben „die gleiche Idee wie wir“, stellte er Zdeni Beck von „Bürger helfen Bürgern“ vor, für die freiwilligen Feuerwehren bescheinigte Stadtbrandinspektor Heiko Martens „kleine Dienstwege“ und „perfektes Miteinander“, was unter anderem Erinnerungen an die Verpflegung der Einsatzkräfte mit Suppe und Getränken weckte, als Ende April ein Wohnhausbrand in Schloßborn die Helfer eine lange Nacht kostete. Nach guter alter Sitte hatten sich auch Vertreter des Ortsverbandes Kronberg eingefunden und schließlich vertrat Manuel Gonzales den Kreisverband, der momentan überlegt, wie man mehr junge Menschen ansprechen kann. Sicherlich dürften dabei die Ideale wie Unparteilichkeit und Religionsungebundenheit eine Rolle spielen, ebenso der vorbehaltlose Zusammenhalt unter „Heute werden Ehrungen für insgesamt 295 Jahre Mitgliedschaft vergeben“... eine solche Bilanz kann natürlich nur ein starkes Team ziehen, und das ist das Rote Kreuz mit Sicherheit. Foto: Friedel den Helfern, denn sie alle kennen „Grenzsituationen, in denen der Einzelne nicht weiterkann“ (Wernicke). Wie zum Beweis dafür ergriff auch ein Vorstandsmitglied das Wort und bedankte sich für die kollegiale Hilfe während einer schwierigen Situation, was der Vorsitzende knapp kommentierte: „Wir sind eine Gemeinschaft, und das bleibt so!“ „Das Rote Kreuz verfügt nicht über materielle Machtmittel“, so Wernicke weiter, doch bleibe es immer wieder moralischer Sieger – im Jahr 2010 wies der Kassenbericht von Edeltraud Burkhardt aber immerhin ein leichtes Plus aus. Ohne Beanstandung passierte die Buchführung die Kontrolle von Johanna Barnickel und Anita Dobra, woraufhin die Kassenprüferinnen umgehend den Antrag auf Entlastung stellten, der einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes angenommen wurde. Zwei Wahlen folgten für die neue Periode: Astrid Barthel wird Johanna Barnickel als Kassenprüferin ersetzen und Tanja Kilb als Delegierte beider Kreishauptversammlungen vertreten sein. Natürlich fehlten vor der Entlastung die Rechenschaftsberichte nicht: „Man könnte meinen, die Bereitschaft sei 2010 ausschließlich mit Wahlen beschäftigt gewesen“, kommen- tierten deren Leiter Sandra Höring und Jörg Libbert anfängliche Schwierigkeiten in ihrem Berichtszeitraum. Ganz teamorientiert verlasen sie im Duett aber dann die Gegendarstellung: 3040 Helferstunden entfielen auf 73 Sanitätsdienste, die vom Burgfest bis in die Commerzbank-Arena reichten, sieben Blutspendetermine in Königstein und Glashütten, 48 Dienstabende und acht Lehrgänge waren weitere Meilensteine zu den 10.069,5 Helferstunden, die 2010 verbucht worden waren. Eine wachsende Zahl an Einsätzen, regelmäßige Unterstützung von Rettungsdienst und ärztlichem Bereitschaftsdienst sowie die Unterstützung des Schulsanitätsdienstes im Taunusgymnasium sorgten für den bleibenden Kontakt mit der Realität, Großübungen auf dem Flughafen Frankfurt und dem Truppenübungsplatz Daaden (Westerwald) sicherten die Zukunft. Nicht zuletzt entfielen 1979,5 Helferstunden auf „jegliche sonst anfallenden Arbeiten“, wofür nicht nur Vorstand und Mitglieder herzlichen Dank und Applaus erhielten, sondern ausdrücklich auch die Familienangehörigen, die so lange auf ihre Lieben verzichten müssen. „Im Gegensatz zur Bereitschaft gibt es bei uns keine Einsätze, bei denen es um Gesundheit oder gar lebensrettende Maßnahmen geht“, schloss Wiltrud Post ihren Bericht aus dem sozialen Arbeitskreis an, was jedoch nicht bedeutet, dass dort weniger geleistet würde. Im Gegenteil kommen etliche Stunden gar nicht erst in der Buchführung an, weil vieles nebenbei zu Hause oder „im Vorübergehen“ erledigt wird. Ein ganz wesentlicher Punkt ist dabei der Abtransport von Kleidersäcken, die immer wieder außerhalb der Öffnungszeiten vor der Kleiderstube abgelegt werden und den übrigen Hausbewohnern den Zugang versperren. Innerhalb der Öffnungszeiten bringen es die Helferinnen der Kleiderstube leicht auf 2000 Arbeitsstunden im Jahr, viele sind dann auch am zweitägigen Basar beteiligt. Kranken- und Geburtstagsbesuche fallen ebenso unter die Aufgaben des Sozialen Arbeitskreises wie Seniorengymnastik in den Ortsteilen oder die Unterstützung der Bereitschaft an den Blutspendeterminen. Seniorenfahrten und -feiern stellen regelmäßige Termine dar, während die Verpflegung der Teilnehmer der ADAC-Oldtimer-Rallye eher eine Ausnahme bildete, dafür zählen Fortbildungen, Kreisverbandstag und Unterstützung im Seniorentreff zu den wiederkehrenden Aktivitäten. Da auch die Helferinnen und Helfer stets zu ihren Aufgaben wiederkehren, galt es in diesem Jahr Ehrungen für insgesamt 295 Jahre Mitgliedschaft auszusprechen: Die ersten Urkunden gingen an Heidemarie Bock, Nicolas Thimm und Hannelore Schlier für 5 Jahre, doppelt so lange sind schon ChristophAlexander Wernicke, Günter Post, Daniel Hartmann und Lotte Trautmann dabei. Hilde Meyer bringt es mittlerweile auf 15 Jahre Mitgliedschaft, Gertrud Katzenbach und Edeltrud Kunath auf 20, Irene Hein vollendete das Vierteljahrhundert und Wiltrud Post wurde für 30 Jahre Zugehörigkeit geehrt. Rekordverdächtig die Zugehörigkeitsdauer von den „Urgesteinen des Blutspendedienstes und der Bereitschaft“ Herta und Karl Flamme, deren (jeweils!) 40 Jahre allerdings von Katrin Wieries locker übertroffen wurden, die ihre Bereitschaftsdienste seit stolzen 50 Jahren versieht. „Ohne Geld, aber nicht umsonst“, so klassifizierte Eckart Wernicke das Engagement im Roten Kreuz.