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1 Einleitung Bei der folgenden Arbeit handelt es sich um die Dokumentation eines Projektes das im Auftrag des Verlages FVW Mediengruppe durchgeführt wurde. Es werden die Entwicklungsschritte beschrieben die nötig waren eine nachhaltige Bildarchivierung für den Verlag zu entwickeln. Dies beinhaltete die Implementierung des Datenbankprogramms Cumulus7.1 an die Anforderungen der Redaktionen sowie die Planung eines standardisierten Arbeitsablaufes der Mitarbeiter der die Funktionalität der Datenbank für die Zukunft gewährleisten soll. 1.1 Methode und Gliederung der Arbeit Die praktische Konzeption, Entwicklung und Umsetzung erfolgte in einem Zeitrahmen von fünf Monaten. Die Datenbank wurde prozessorientiert, stufenweise, nach einem Entwurf-Umsetzung-Problem-Lösungs-Modell entwickelt. Die vorliegende Arbeit folgt in ihrem Aufbau diesem, in der praktischen Umsetzung genutzten, Modell. In der Einleitung werden die Grundvoraussetzungen des Projektes erläutert und die Relevanz des gewählten Themas herausgestellt. Es wird die allgemeine Situation der Bildarchivierung in Redaktionen des Printbereiches besprochen, der Auftraggeber FVW Mediengruppe vorgestellt sowie die vom Verlag gesetzten Zielvorgaben und finanziellen, technischen und personellen Rahmenbedingungen, in denen das Projekt stattfand. Der Hauptteil ist, um die Entwicklungsschritte wiederzuspiegeln und sie dem Leser zu verdeutlichen, in vier Kapitel unterteilt: 2 Eruieren, 3 Erste Umsetzung, 4 Testdatenbank und 5 Originaldatenbank. Diese Kapitel folgen dem chronologischen Verlauf des Projektes bis zur endgültigen Datenbank. In jeder Entwicklungsstufe werden jeweils die vier Themenbereiche behandelt, die bei der Konzeption der Bilddatenbank bearbeitet wurden: Indexierung, Struktur, Technik und Anwendung. 1 Kapitel 6 beschreibt als Exkurs den Bildtransfer aus QCM in die neue Datenbank. Im Schlussteil, 7 Fazit, werden die Ergebnisse zusammengefasst, der Erfolg des Projektes überprüft und ein Ausblick auf die künftige Arbeit mit dem Archiv gegeben. 1.2 Bildarchive – die Stiefkinder der Verlage Angesichts der steigenden Bedeutung von Pressebildern ist es verwunderlich, dass sich die wenigsten Redaktionen ein gut organisiertes Bildarchiv leisten. Selbst in großen Verlagen, in deren Redaktionen täglich große Mengen von Bildmaterial eingehen, wird erst langsam die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bildarchivierung erkannt. Bei der Bildrecherche hat es sich in Redaktionen bildlastiger Magazine und Illustrierten schon länger durchgesetzt, eine eigenständige Fotoredaktion zu unterhalten. Auch bei Tageszeitungen und Fachzeitschriften übernehmen immer öfter Fotoredakteure die Beschaffung des Bildmaterials. Bei der Archivierung der Bilder wird allerdings mangels Zeit und Zuständigkeit oft improvisiert. In vielen Fällen werden die Bilder mit Hilfe einfacher Ordnerstrukturen auf Bilder-Servern gespeichert, ohne dass sie verschlagwortet oder mit Metadaten versehen werden. Das recherchierte Bildmaterial wird chronologisch nach Ausgaben oder grob thematisch sortiert und verbleibt, nachdem eine Auswahl in den Produktionsablauf weitergegeben wurde, auf dem Server. Die Orientierung auf den Bilder-Servern erfolgt danach dem „Ich glaube es war im Ordner Soundso“- Prinzip, wodurch eine hohe personelle Abhängigkeit beim Wiederfinden der Daten entsteht. Dieses System kann nur funktionieren, solange die Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die die Bilder abgelegt haben. Dies führt zunehmend zu Schwierigkeiten, da mit der Digitalisierung von Bilddaten in Agenturen und Redaktionen der Austausch großer Bildmengen sehr schnell und komfortabel möglich ist. Für die rasant steigende Menge des Bildmaterials, reichen die existierenden Ordnungssysteme nicht mehr aus. Weil die Umstellung zur digitalen 2 Datenspeicherung während des laufenden Betriebes vonstatten gehen musste, wurden die gewachsenen Strukturen in den Redaktionen kaum den neuen Bedürfnissen angepasst.[1] 1.3. Die FVW Mediengruppe Die FVW Mediengruppe ist einer der führenden Verlage touristischer Medien in Deutschland. Er ist ein mittelständisches Unternehmen mit 130 Mitarbeitern, deren vier Redaktionen zentral in Hamburg sitzen. Außer dem Herausgabe der vier Publikationen organisiert die FVW Mediengruppe Touristik-Messen und verschiedene Workshops für Expedienten. Das Hauptprodukt der Print-Redaktionen ist das Fachmagazin FVW (FremdenVerkehrs-Wirtschaft), das sich an Mitarbeiter der Reisebranche richtet. In den letzten Jahren kamen die Fachtitel TravelTalk und BizTravel hinzu sowie ein Publikumstitel, das Reisemagazin Urlaub Perfekt. Einmal jährlich bringt FVW ein Branchenverzeichnis mit 3000 Adressen und Kontakten der Branche heraus, den TID. (siehe Mediadaten, Anhang I) Neben dem Printbereich arbeiten Online-Redaktionen an den Webauftritten der einzelnen Ausgaben. In Zukunft möchte FVW die Online-Präsenz weiter ausbauen um die Serviceleistung und Interaktion zu erhöhen. Dies nahm die Verlagsleitung zum Anlass, die aktuelle Bildarchivierung neu zu überdenken. Zukünftig wird nicht nur mehr Bildmaterial aus den OnlineRedaktionen archiviert werden müssen, sondern auch Film und Audiodateien, die im Web präsentiert werden sollen. In den letzten Jahren wurden verschiedene Systeme verwendet, um die Bilddaten des Verlages zu archivieren. Doch der Einsatz von Datenbankprogrammen allein bietet noch keine Garantie für eine nachhaltige Bildarchivierung. Da weder ausreichend Zeit noch finanzielle Mittel in die Einrichtung gesteckt wurde, führten die Bemühungen, ein funktionales System zu finden, zu keinem befriedigenden Ergebnis. 1 vergleiche Nürnberger, A.: Datenbanken und Recherche, S. 79-80 3 1.4 Auftragsklärung In dem hier beschriebenen Projekt soll die Bildarchivierung der FVWRedaktionen optimiert werden. Auf Grundlage des Datenbankprogrammes Cumulus7.1 soll eine neue Datenbank erstellt werden, die auf die Bedürfnisse des Verlages abgestimmt ist. Das Archiv soll neben der Speicherung der Bilddaten auf andere Formate erweiterbar sein. Das Bildmaterial der bestehenden Archive muss auf seine Relevanz überprüft werden, um die brauchbaren Teile langfristig in die neue Datenbank zu überführen. Um die Funktionalität der eingerichteten Datenbank zu gewährleisten, muss darüber hinaus ein effizienter Arbeitsablauf für Fotoredakteure und Archivare erarbeitet werden. Der Zeitrahmen des Projektes ist auf vier Monate angesetzt. Drei Tage die Woche steht ein Arbeitsplatz mit Zugang zum Cumulus-Server zur Verfügung sowie die Bildchefin der Print-Redaktionen als Kontaktperson. Supportleistungen der Firma Canto, den Entwicklern von Cumulus, sind nicht verfügbar. 1.5 Canto Cumulus7.1 Workgroup Das Programm Cumulus der Firma Canto ist eine Digital-AssetManagement-Software, die an unterschiedliche Bedürfnisse anpassbar, zur Speicherung und Verwaltung digitaler Informationen dient. Dabei ist Cumulus dafür ausgelegt, unterschiedlichste Dateiformate und deren Inhalte, ob Bilder, Filme, Exceltabellen oder PowerPoint Präsentationen mit Metadaten zu versehen und zentral abrufbar zu machen. Je nachdem ob die Datenbank zur Workflow-Kontrolle, als Onlineshop-System oder Bilddatenbank genutzt werden soll, kommen unterschiedliche Funktionen zum Tragen. Diese müssen beim Einrichten des Programms entsprechend der gewünschten Anwendung angepasst werden. Cumulus besitzt eine Server/Client Architektur. Die Serveranwendung sowie die Metadaten der katalogisierten Dateien liegen auf einem Server, der über ein Netzwerk mit den Clients verbunden ist. Die Kommunikation läuft über das Standardinternetprotokoll TCP/IP, sodass Clients auch über 4 Internet mit dem Cumulus-Server kommunizieren können. (Bild 1) Bild 1: Server/Client Architektur von Cumulus (Quelle: Cumulus7.1 Addministrationshandbuch, S.10) Die zu verwaltenden Dateien, Assets genannt, können entweder automatisch vom Programm in einem zentralen Speicherort abgelegt oder manuell von verschiedenen Speicherorten aus katalogisiert werden. Wichtig ist, dass Cumulus der Pfad zu den Assets bekannt ist und eine Netzwerkverbindung zwischen dem Cumulus-Server und dem Speicherort besteht. Über das Netzwerk können mehrere Clients über den CumulusServer auf die Assets und ihre Metadaten zugreifen. Die gespeicherten Daten werden in Katalogen zusammengefasst. Beim Katalogisieren von Assets in einen Katalog, erstellt das Programm Katalogeinträge, die Datensätze, die jeweils ein Asset repräsentieren und mit Metadaten gefüllt werden können. Mit Hilfe dieser Metadaten kann, wenn sie gewissenhaft ausgefüllt wurden, das Asset später vielfältig und zielgerichtet gesucht werden. 5 2 Eruieren – Die Bildarchivierung bei FVW Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem Erfassen der vorgegebenen Parameter sowie dem Ist-Zustand in den zu bearbeitenden Bereichen Indexierung, Struktur, Technik und Arbeitsweise.[1] Im Bereich Indexierung soll geklärt werden, wie eine einheitliche Schlagwortvergabe bei der Bildarchivierung umgesetzt und wie treffende Begriffe gefunden werden können. Das Kapitel Struktur soll klären, wie sich Cumulus für der Erstellung eines Kategorie-Baumes nutzen lässt. Außerdem soll eine erste Strukturierung des Bildmaterials erfolgen. Im Bereich Technik soll ein Überblick über die aktuelle Situation der Bildarchivierung bei FVW geschaffen werden. Die Probleme der einzelnen Archive sollen analysiert werden und Lösungen für die Übernahme in die neue Datenbank gefunden werden. Im Kapitel Arbeitsweise müssen Informationen über die Nutzergruppen der Datenbank gesammelt und Möglichkeiten gefunden werden, um die Kooperationsbereitschaft der Mitarbeiter zu gewinnen. 2.1 Indexierung – Kontrolle über den Wortschatz Ein Problem, unter der die alte Bild-Datenbank von FVW sehr gelitten hat, ist die freie Vergabe von Schlagworten bei der Archivierung des Bildmaterials. Durch die vielen Möglichkeiten bei einer freien SchlagwortVergabe kommt es häufig vor, dass beim Archivieren eines Bildes andere Begriffe vergeben werden als jene, die Redakteure später bei einer BildSuche verwenden, um ein passendes Ergebnis zu erhalten. Mit einem vorgegebenen kontrollierten Vokabular könnte dem entgegengewirkt werden.[2] Dabei ist zu beachten, dass die verwendeten Mittel an die Arbeitsweise der 1 vergleiche Hellmann,W. u.A.:Projektarbeit im Ausbildungsbereich Bibliothekswesen, Information und Dokumentation, S.14-18 2 vergleiche Gaus, W.: Dokumentations- und Ordnungslehre, S. 296 6 Redaktionen abgestimmt sein müssen. So sprechen gegen die Verwendung eines ausführlichen Thesaurus bei der Schlagwortkontrolle zwei Gründe. Erstens sind die inhaltlichen Themen des Bildmaterials zu breit gefächert und variabel, um in eine feste Form gegossen zu werden. Zweitens ist Zeit in einer Redaktion der ausschlaggebende Faktor. Durch den termingebundenen Arbeitsrhythmus wird vorzugsweise immer der schnellste Weg gewählt. Kein Fotoredakteur wird bei einer Bildrecherche in einem Thesaurus nachschlagen, um seine Suche zu optimieren. Für die Praxis muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen einer zu starren Wortkontrolle und der gänzlich freien Schlagwortvergabe. Im Idealfall sollte ein einheitlicher Wortschatz in Cumulus selbst hinterlegt werden, um schnell zugreifbar zu sein. Dieser Wortschatz muss nachträglich erweiterbar sein, um ihn bei Bedarf an das breite Themenspektrum des Bildmaterials anpassen zu können. Wichtig dabei ist, dass nur wenigen Personen, zum Beispiel den Archivaren, dieser Zugriff möglich ist. Die unbedachte Vergabe von Zugriffsrechten hat bei der alten Datenbank ebenso zu Verwirrung und Unübersichtlichkeit beigetragen, wie das Fehlen einer angemessenen Implementierung. Das Programm Cumulus Schlagwörter einzurichten, bietet die Möglichkeit, Kategorien und denen bei der Archivierung die Bilder zugeordnet und durch die sie beschrieben werden. Sowohl für die Bereitstellung treffender Kategorien als auch für den Aufbau des kontrollierten Wortschatzes der Schlagwörter ist es nötig, einen Pool adäquater Begriffe zusammenzutragen, der die behandelten Themen der Redaktionen von FVW wiedergibt. Da kein umfassendes, redaktionsübergreifendes Verzeichnis existiert, müssen verschiedene Quellen überprüft, gewichtet und zusammengeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass sowohl das touristische Fachvokabular als auch allgemein-redaktionelles Wortgut mit aufgenommen wird. 7 2.2 Struktur – Cumulus schafft Ordnung Vor dem Entwurf einer Kategorie-Struktur für die Bilddatenbank gilt es, erste vorgegebene Parameter der Cumulus Software kennen zu lernen um diese zu berücksichtigen. Die Benutzeroberfläche von Cumulus besteht aus der Symbolleiste und dem Kollektionsfenster, das in zwei Bereiche gegliedert ist. Rechts befindet sich der Datensatzbereich, in dem die Datensätze der einzelnen Assets angezeigt werden. Bei einer Datensuche erscheinen hier die gefundenen Datensätze der Assets, die den Suchkriterien entsprechen. Auf der linken Seite liegt der Kategoriebereich, in dem Ober- und Unterkategorien in einem Kategoriebaum eingerichtet werden können. Die höchste Kategorie der Hierarchie wird durch den angelegten Katalog repräsentiert. Der Katalog ist die oberste Stufe der Sammlung, sozusagen der Aktenschrank, in dem die Kategorien die Schubladen darstellen. Auf der nächsten Stufe ist jeder Katalog in drei Bereiche unterteilt: $Categories, $Keywords und $Sources. Diese mit einem Dollarzeichen gekennzeichneten Kategoriebereiche können nicht umbenannt oder verschoben werden und dienen als vorgegebenes Gerüst, um die Organisation zu erleichtern. (Bild 2) 1. Der Bereich $Sources wird beim Katalogisieren automatisch vom System ausgefüllt und spiegelt die Ordner- und Verzeichnisstruktur wider, an dem das Asset, die Original-Datei, gespeichert ist. Es entstehen Verzeichniskategorien. 2. Der Bereich $Keywords ist für die Hinterlegung von Schlagwörtern vorgesehen und erleichtert durch eine Drag-and-Drop-Funktion das Indexieren der Datensätze. 3. Für eine individuelle Kategoriestruktur, die auf die Anforderungen der Nutzer abgestimmt sein soll, ist der Bereich $Categories vorgesehen, in den weitere Unterkategorien eingefügt werden können.[1] 1 vergleiche Canto: Cumulus Client-Benutzerhandbuch, S. 14, 26 8 Bild 2: Benutzeroberfläche von Cumulus7.1 Um einen Kategoriebaum zu kreieren, der den Anforderungen des Verlages entspricht, muss herausgefunden werden, nach welchen Kriterien sich das zu archivierende Bildmaterial ordnen lässt. Dabei ist es das Ziel, die Kategoriestruktur so umfassend wie nötig, aber so knapp und übersichtlich wie möglich zu halten.[1] Die erste Entscheidung besteht darin zu bestimmen, wie viele Kataloge erforderlich sind. Diese Frage hat weniger mit der inhaltlichen Bilderschließung, als vielmehr mit den Zugriffsrechten der archivierten Bilder zu tun. Zugriffsrechte lassen sich pro Benutzer und Katalog bestimmen, nicht aber für einzelne Bilder desselben Katalogs. Das heißt, ein Benutzer, der das Zugriffsrecht auf einen Katalog besitzt, hat Zugang zu allen enthaltenen Bildern.[2] 1 vergleiche Gaus, W.: Dokumentations- und Ordnungslehre, S. 296 2 vergleiche Canto: Cumulus Administrationshandbuch, S. 17 9 Die Bilder, die bei FVW archiviert werden sollen, lassen sich in drei Bereiche gliedern. Jeder Bereich wird von separaten Nutzergruppen bearbeitet, wobei jede Gruppe nur Zugriff auf ihr eigenes Bildmaterial erhalten soll. Es werden demnach drei Kataloge für die verschiedenen Bereiche benötigt: 1. Online-Bildmaterial (später auch Filmmaterial) in geringer Auflösung für die sich noch im Aufbau befindende Online-Redaktion. 2. Hochaufgelöstes Bildmaterial für den Print-Bereich 3. ein kleiner Bilderpool, der Verwaltung und Verlagsführung für Marketing-Zwecke zur Verfügung stehen soll. Da das Bildmaterial der Print-Redaktionen das Haupt-Bildarchiv des Verlages darstellt und Priorität vor den anderen Archiven hat, wird der Aufbau des Print-Katalogs vorrangig behandelt und ausschließlich Thema dieser Arbeit sein. Die dort gewonnenen Erkenntnisse können später als Grundlage für die anderen Kataloge der Online-Redaktion und der Verwaltung dienen. 2.3 Technik – das Kreuz mit den Bildarchiven Für die neue Datenbank steht dem Verlag Cumulus7.1 Workgroup zur Verfügung. Es wurden Lizenzen für acht Clients gekauft, die auf den Cumulus Server zugreifen können. Zwei stehen den Archivaren zur Verfügung, sechs den Fotoredakteuren der verschiedenen Redaktionen. Bei der technischen Realisierung, ist neben der Auseinandersetzung mit der Software die Hardware, vor allem die Bilder-Server, auf denen die Originale abgelegt werden, ein wichtiges Thema. Die Redaktionen der FVW Mediengruppe arbeiteten bisher ohne ein zentrales Bildarchiv. Digitale Bilder wurden an unterschiedlichen Stellen abgelegt: 10 1. Das Produktionsarchiv, bestehend aus den veröffentlichten Bildern der letzten zwei Jahre, wurde mit Hilfe des Content-ManagementSystem, dem Quark-Content-Manager (QCM) verwaltet. Dieses Archiv umfasst ca. 10.000 Bilddateien, welche auf einem Bilderserver abgelegt wurden. 2. Für das Langzeitarchiv, bestehend aus etwa 31.000 Datensätzen, wurden frühere Versionen von Cumulus zum Archivieren verwendet. Die Originalbilder liegen auf sechs verschiedenen BildServern sowie in einem externen CD-Archiv. 3. Persönliche Bildarchive der Redakteure; diese „privaten“ Sammlungen sind mit einfachen Ordnerstrukturen auf den jeweiligen Rechnern angelegt. Neben einer fehlenden Zentralisierung der Archive, birgt jedes der EinzelArchive spezielle Probleme. Diese erschweren den reibungslosen Ablauf der Bildrecherche noch zusätzlich: 1. Der QCM sollte als Redaktionssystem die Arbeitsabläufe zwischen Redakteuren, Fotoredakteuren und Grafikern erleichtern. In einer Dateneingabemaske war es den Fotoedakteuren möglich, die Bilder zu benennen, Metadaten einzutragen und Hinweise für den weiteren Arbeitsablauf zu vermerken. Da das Programm grobe Mängel aufwies, wurde es nach zwei Jahren Laufzeit aus dem Produktionsablauf herausgenommen. Die Eingabemaske war nicht an die Anforderungen der Redaktionen angepasst, die Schlagwortlisten unangemessen und vermerkte Informationen gingen bei der Weiterleitung verloren. Das größte Problem entstand dadurch, dass die mit QCM eingetragenen Metadaten nicht in die IPTC-Daten der Originalbilder zurück geschrieben wurden. Ohne die Software des QCM sind die eingepflegten Metadaten der Bilder nicht mehr nutzbar. 2. Die frühere Programmversion Cumulus6 unterscheidet sich nur geringfügig von der neuen Version. Allerdings wurde diese Datenbank ohne System mit Bildmaterial gefüllt und schlecht gepflegt. Die Datenbank ist nahezu unbrauchbar für die Recherche von Bild11 material. Auch hier ist wie beim QCM, das Problem die fehlende Implementierung. Es wurde keine treffende Kategoriestruktur eingerichtet, die Eingabemaske und die Funktionen nicht an die Nutzer angepasst und die Daten nicht gewissenhaft verschlagwortet. Durch nachträgliches Verschieben der Originaldaten verweisen die Datensätze zusätzlich in den meisten Fällen nicht mehr auf ihr Original und wurden zu „blinden“ Datensätzen, die die Datenbank verstopfen. 3. Die „persönlichen“ Bildarchive sind nicht für die Allgemeinheit zugänglich und erschließen sich in ihrer Strukturierung meist nur ihrem Besitzer. Dort gespeicherte Bilder können nicht zentral gesucht werden und sind so nur bedingt verfügbar. Sobald die Cumulus7 Datenbank bereit ist Bilder aufzunehmen, sollen die beschriebenen Bildarchive aufgelöst und die brauchbaren Teile in die neue Datenbank übernommen werden. Die Übernahme der privaten Bildarchive in die neue Datenbank stellt kein Problem dar, da es sich um kleine Bildmengen handelt, in die noch kein Archivierungsaufwand gesteckt wurde. Sie können einfach während des laufenden Betriebs in die neue Datenbank eingepflegt werden. Der Bildtransfer aus der alten Cumulus Datenbank sowie dem QCM ist aufgrund der Bildmengen und fehlender Kompatibilität zwischen den Programmen aufwändiger, da so wenig eingepflegte Metadaten wie möglich verloren gehen sollen. Es ist zwar möglich Cumuluskataloge alter Programm-Versionen in Cumulus7.1 zu importieren, doch würden damit auch sämtliche unbrauchbaren und schlecht verschlagworteten Datensätze übernommen werden. Bildrecherchen in der neuen Datenbank würden von Beginn an zu ähnlich unbefriedigenden Ergebnissen führen wie im alten Cumulus. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile wurde gemeinsam mit der Bildchefin und den Archivaren entschieden, dass der Mehraufwand eines erneuten Einpflegens einer von vornherein fehlerhaften Datenbank vorzuziehen ist. Die überarbeiteten Bildbestände der alten Cumulus Datenbank werden von den alten Bilder-Servern auf ein 100 GB großes Segment des CumulusServers kopiert und von dort in die neue Datenbank eingepflegt. 12 Bis die Übernahme abgeschlossen ist, bleiben die alten Bild-Server aktiv und die Mitarbeiter erhalten über Cumulus7.1 Zugang zum alten Katalog FVW-September-2005. Der Transfer der QCM Bilder und die daraus entstandenen Probleme sind im Kapitel 6 Exkurs näher beschrieben. Für die neue Datenbank steht ein Bilder-Server mit 800 GB Speicherkapazität zur Verfügung. Hier werden alle neu archivierten Assets zentral gespeichert. Außer dem Segment für die alten Bildbestände stehen 700 GB für die Cumulus7.1-Software, Datenbankprozessor und Speicherung der Datensätze sowie der Ablage der Originalbilder zur Verfügung. 2.4 Anwendung – Meinungsfreiheit für Mitarbeiter Bei der Planung einer Datenbank ist es unverzichtbar, die Arbeitsabläufe der einzelnen Mitarbeiter zu kennen und für die Arbeit mit der neuen Datenbank neu zu koordinieren und zu optimieren. Neben den äußeren Faktoren wie technische und finanzielle Rahmenbedingungen, müssen die Bedürfnisse der Mitarbeiter einbezogen werden, um die Funktionalität der Datenbank zu sichern. Die Nutzer der Cumulus Bilddatenbank bei FVW werden die Fotoredakteure der vier FVW Redaktionen sein sowie zwei Archivare, die für das Einpflegen der Bilddaten zuständig sind. Bei der Implementierung der Datenbank müssen die Bedürfnisse dieser beiden Nutzergruppen als Maßstab dienen, um einen reibungslosen Ablauf zwischen Bildrecherche und Bildarchivierung zu gewährleisten. Aufgrund des schlechten Zustands der alten Cumulus Datenbank wurde in jüngster Zeit das Archivieren des Bildmaterials weitgehend eingestellt. Die Redakteure nutzten den QCM als Produktionsdatenbank, in der lediglich die Bilder gespeichert wurden, die in den Publikationen erschienen waren. Bild-Informationen wurden von den Redakteuren selbst eingetragen und beschränkten sich auf das Nötigste, um Zeit zu sparen. Da hauptsächlich die persönlichen Bildarchive und der QCM zum Recherchieren von Bildmaterial genutzt wurde, pflegten die Archivare nur noch vereinzelt neue 13 Bilder in die alte Cumulus Datenbank ein. Es stellte sich gegenüber der Cumulus Software bei den Redakteuren wie auch den Archivaren eine gewisse Überdrüssigkeit ein. Bevor die neue Cumulus Datenbank erfolgreich in den Arbeitsablauf integriert werden kann, sollte dieser Überdruss abgebaut werden. Um einen besseren Einblick in die Arbeitsweise der Redakteure zu erhalten und eine erneute Auseinandersetzung mit dem Cumulus Programm anzuschieben, soll eine kurze E-Mail-Befragung helfen, die Hoffnungen und Befürchtungen der Fotoredakteure aufzudecken.[1] (siehe E-Mail- Befragung der Mitarbeiter, Anhang II) Von den neun befragten Fotoredakteuren gaben sechs ein Feedback zu ihrer Arbeitsweise und beantworteten einige der gestellten Fragen. Für eine Befragung per E-Mail ein recht gutes Ergebnis. Zusammenfassend kann aus den Antworten geschlossen werden, dass die Fotoredakteure bei FVW nach ähnlichen Mustern arbeiten. 1. Bei der Bildrecherche nutzen die Redakteure meist honorarfreies Pressematerial. Allgemeine Bildmotive werden bei Bildagenturen bestellt. Bei Messen und FVW Veranstaltungen werden externe oder verlagseigene Fotografen engagiert, um diese zu dokumentieren. 2. Bei der Recherche interner Quellen greifen die Redakteure oft auf ihre selbst angelegten Bildarchive zurück, gerade bei oft verwendeten Bildern wie Portraits und Freistellern. 3. Alle Bilder, die in die Produktion gehen, sind im Redaktionssystem des QCM gespeichert und werden eher nachlässig mit Metadaten versehen. Bilder, die voraussichtlich öfter gebraucht werden speichern die Redakteure nach eigenen Ordnungs-Systemen auf ihren Arbeitsrechnern ab. 4. Die alte Cumulus-Datenbank wird selten zur Bildrecherche genutzt, was auf ihren schlechten Zustand zurück zu führen ist. 1 vergleiche Gaus, W.: Dokumentations- und Ordnungslehre, S. 323 14 5. Grundsätzlich wird die Benutzeroberfläche von Cumulus als gut angesehen. 6. Es wird ausschließlich die Schnellsuche (Quicksearch) verwendet. 7. Die Suchergebnisse sind unbefriedigend. Viele der gefundenen Datensätze sind nicht mit den Originalbildern verknüpft und können deshalb nicht verwendet werden. Datensätze existieren oft doppelt und variieren in den Beschreibungen. Viele Bilder sind nur in 72 dpi Auflösung vorhanden oder schon grafisch bearbeitet. Die schlechte Funktionalität der alten Datenbank und der nachlässige Umgang beim Beschriften und Archivieren der Bilder bilden einen Kreislauf, der durch den herrschenden Zeitmangel noch verstärkt wird. Um zu gewährleisten, dass sich diese Mechanismen nicht auch bei der Arbeit mit der neuen Cumulus Datenbank wiederholen, muss ihnen ein klarer Arbeitsablauf entgegengesetzt werden. Da von außen auferlegte Änderungen der eigenen Gewohnheiten von den Mitarbeitern zunächst als unangenehmer Mehraufwand empfunden werden, sollte 1. eine Eingewöhnungsphase stattfinden, die schon beginnen sollte, bevor die neue Datenbank in Benutzung geht. 2. der vorgegebene Workflow so einfach und einleuchtend wie möglich gehalten werden. 3. genügend Kontrollpunkte eingebaut sein, die ein Umgehen der Regeln verhindern. 4. schnell ein Erfolgserlebnis für die Mitarbeiter ermöglicht werden, um ein positives Feedback zu erzeugen. Bei der Entwicklung der Datenbank werden die Archivare besonders in den Arbeitsprozess mit einbezogen, da sie sich intensiv mit der Nutzung von Cumulus auseinander gesetzt haben und wertvolle Erfahrungen sowohl mit der Arbeitsweise des Verlages als auch mit dem Programm besitzen. 15 2.5 Zusammenfassung In diesem Kapitel konnten durch eine Bestandsaufnahme der Grundvoraussetzungen, die ersten Schritte für die Entwicklung der neuen Bildarchivierung geplant werden. Für die Erstellung eines kontrollierten Wortschatzes, der in der Kategoriestruktur von Cumulus hinterlegt werden soll, müssen relevante Begriffe zusammengetragen werden. Das Bildmaterial konnte in die Bereiche Print, Online und Marketing gegliedert werden. Für die neue Bildarchivierung soll ein zentraler Server eingesetzt werden, auf dem alle Originaldaten gespeichert werden sollen. Die alten Bildarchive sollen langfristig aufgelöst und ebenfalls auf diesem BilderServer abgelegt werden. Um die Kommunikation mit den Mitarbeitern aufrecht zu erhalten und die Eingewöhnungsphase zu verkürzen, sollen die ersten Standards der Bildvorbereitung zeitnah festgelegt und in der Praxis erprobt werden. 16 3 Erste Umsetzung – Grundlagen einer neuen Ordnung In diesem Kapitel sollen erste Lösungen gefunden und Entwürfe umgesetzt werden. Im Kapitel Indexierung müssen Quellen relevanter Begriff geprüft werden um die Themenbereiche des Verlages herauszustellen und einen Wortpool erstellen zu können. Im Bereich Struktur soll auf Grundlage der gefundenen Themenschwerpunkte ein erster Entwurf zur Kategoriestruktur erfolgen. Im Kapitel Technik muss am Beispiel eines Testkatalogs geprüft werden, welche Voreinstellungen nötig sind, einen Katalog auf die Nutzung als Bildarchiv vorzubereiten. Weiter muss die Frage geklärt werden wie Cumulus bei der Speicherung der Originalbilder verfahren soll und wie die Ordnungs-Struktur der Originale auf dem Server organisiert werden kann. Für die Fotoredaktuere müssen Standards festgelegt werden, die regeln, welche Anforderungen ein Bild haben muss um archiviert zu werden. Ebenso für eine einheitliche Benennung der Bilddateien. Das Bildmaterial der alten Cumulus-Datenbank muss auf Relevanz überprüft und aussortiert werden. 3.1 Indexierung – von der Willkür zum Wortpool Um einen Anhaltspunkt zu haben, wie ein kontrollierter Wortschatz für FVW aussehen könnte, wurde Wortmaterial aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Im Folgenden die verwendeten Quellen und die entsprechenden Auswahlkriterien: 1. Für die Erfassung touristischer Begriffe diente das jährlich vom Verlag herausgebrachte Branchen-Verzeichnis touristischer Anbieter, TID Touristik Kontakt. Interessant für die Wortgutliste waren zunächst weniger die verzeichneten Anbieter selbst, als vielmehr die Kategorien, in denen sie zusammengefasst wurden. Diese zwanzig Begriffe haben sich in ihrer jahrelangen Verwendung bewährt und sind in der Lage, Hunderte branchenrelevante Anbieter 17 sinnvoll zusammenzufassen. 2. Als weitere Quelle relevanter Begriffe dienten die persönlichen Bildarchive der einzelnen Fotoredakteure und der Bildchefin. Ohne auf eine funktionsfähige Bilddatenbank zugreifen zu können, legten sich die meisten Redakteure auf ihren Rechnern kleine, in Ordnern organisierte Bildarchive an. Die dort herrschenden Ordnungen und Benennungen sind sehr subjektiv und von persönlichen Vorlieben geprägt, haben aber den Vorteil, einen echten Einblick in die Arbeitsweise und Strukturierung der einzelnen Mitarbeiter zu geben und sich im täglichen Gebrauch bewährt zu haben. Diese Begriffe müssen stark aussortiert werden, liefern aber, gerade im Vergleich untereinander, wichtige Erkenntnisse über den verwendeten Wortschatz innerhalb der Redaktion. 3. Zur Erfassung verlagsinterner Begriffe dienten die fünf Publikationen und ihre jeweiligen Ressorts. Diese spiegeln sowohl die Begrifflichkeiten innerhalb des Verlages als auch deren Gewichtung und Beziehungen untereinander wider. (BizTravel Ressort: Einkauf+Planung, Markt+Produkt) 4. Die nahe liegende Annahme, Hilfe in der bestehenden Cumulus6 Bilddatenbank zu finden, stellte sich als überschätzt heraus. Die alte Bilddatenbank verfügt weder über einen bereitgestellten kontrollierten Wortschatz noch über eine durchdachte oder aussagekräftige Kategoriestruktur. (Bild 3) An der bestehenden Bilddatenbank ließ sich vielmehr erkennen, wie wenig ein Datenbankprogramm wie Cumulus von Nutzen ist, wenn es nicht mit einem Konzept versehen und an die bestehenden Bedürfnisse angepasst wird. Die verschiedenen Wortsammlungen konnten, nachdem sie zusammengeführt wurden, einen ersten Eindruck zu dem bislang im Arbeitsprozess verwendeten Vokabular geben. (siehe Wortsammlung, Anhang III) 18 Bild 3: Kategoriestruktur der alten Cumulus-Datenbank Anhand der Häufigkeit, in der Begriffe auftauchten, ließen sich Schlüsse über deren Gewichtungen und die Arbeitsweise innerhalb des Verlages ziehen und somit erste Anhaltspunkte für eine Kategoriestruktur gewinnen. Nach Zusammenführung der Wortsammlungen wurden vier Themenschwerpunkte sichtbar: 1. Destinationen, also Zielorte, die sich geografisch einordnen ließen 2. Verkehr, Fahrzeuge, Symbolbilder mit dem Inhalt Reisen 3. touristische Anbieter, Reedereien, Hotels, Fluggesellschaften 4. verlagsbezogenes Bildmaterial, Publikationen, Ressorts, Messen, Mitarbeiter, Events. Unter diesen Bereichen lassen sich die meisten archivierten Bilder zusam19 menfassen, sodass überprüft werden kann, ob sie als mögliche Kategorien in Frage kommen. 3.2. Struktur – aus Chaos wird Kategorie In den Gesprächen mit der Bildchefin kristallisierten sich zwei weitere Bereiche als wichtige Beschreibungskriterien heraus, die in den Entwurf mit einfließen sollen. Erstens soll über die Kategorien eine Zuordnung zu den einzelnen Publikationen möglich sein, zweitens die Herkunft der Bilder ersichtlich werden. Die Ordnungs-Strukturen innerhalb des Verlages stehen im engen Zusammenhang mit den vier Redaktionen, Urlaub Perfekt (UP), FVW (FVW), Travel Talk (TT) und BizTravel (BT). Von der Codierung der Bilder für den Produktionsablauf bis zur Ablage der Originalbilder auf den Servern die Kürzel der Publikationen finden sich überall wieder. Bei jedem Bild soll ersichtlich sein, wann und in welcher Publikation es erschienen ist. Die Herkunft der Bilder ist für die Fotoredakteure von großer Bedeutung. Es muss schnell ersichtlich sein, ob es sich um PR-Material, Eigenproduktionen oder lizenzfreies (RoyaltyFree) Bildmaterial handelt. In einem nächsten Schritt sollen die ermittelten Begriffe zu einem Kategoriebaum (Version 1) strukturiert und unterteilt werden. Welche Begriffe genau in die endgültigen Kategorien aufgenommen werden, soll die Praxis an der Testdatenbank und Gespräche mit den Archivaren zeigen. (Bild 4) Zur Erinnerung: Der Katalog stellt die erste Hierarchie-Ebene der Kategorien dar, der von Cumulus vorgegebene Bereich $Categories die zweite. Auf der dritten Stufe befinden sich fünf Überkategorien, in die die ermittelten Themenbereiche eingeflossen sind: Publikationen, Inhalt, Tourismus, Geographie und Bildquelle. Um diese Begriffe weiter zu gliedern, könnte eine weitere Einteilung auf der vierten Ebene wie folgt aussehen: 20 Bild 4: Kategorie-Entwurf Version 1 1. Unter Publikationen erscheinen die einzelnen Publikationen von FVW, UrlaubPerfekt, FVW Magazin, TravelTalk und BizTravel. Von der Überlegung, in einer nächsten Ebene auch noch alle Ressorts der Hefte aufzulisten, wird schnell wieder abgesehen, da diese für die Redaktionen nicht relevant sind und sie die Kategorien unnötig verkomplizieren würden. 2. Die Kategorie Inhalt soll Bild-beschreibende Unterkategorien zusammenfassen, wie Architektur, Fahrzeuge, Naturaufnahmen, Personen, usw. Diese Liste muss in einem nächsten Schritt sinnvoll ergänzt werden. Hier soll auch der Themenbereich Verkehr auf21 gefangen werden 3. Die Kategorie Tourismus soll die fachbezogenen Themen zusammenfassen. Um ständig vorkommende Firmennamen leichter zuordnen zu können, sollen die wichtigsten touristischen Anbieter wie Airlines, Reedereien und Veranstalter verzeichnet sein. Des weiteren das Bildmaterial der Touristik-Fachmessen und der von FVW organisierten Veranstaltungen/Events. 4. In der Kategorie Geographie soll eine vollständige Länderliste zur Verfügung stehen. 5. Die Kategorie Bildquelle ermöglicht eine leichte Zuordnung zur Herkunft der Bilder. Mögliche Bildquellen sind: Agentur, Fotograf, Fotograf für FVW, Illustrator, PR, Privat, Redakteur und RoyaltyFree 3.3. Technik – Cumulus lernt Bilder zu ordnen Die Benutzeroberfläche von Cumulus ermöglicht es, die Erstellung einer neuen Datenbank und die Implementierung der Einstellungen von einem Client aus vorzunehmen. Als Administrator angemeldet, wird eine Verbindung zum Cumulus-Server hergestellt. Im Fenster Katalogzugriff erhält man eine Auswahl aller existierenden Kataloge sowie die Option neuer Katalog. (Bild 5) Sobald ein Katalog erstellt wurde, legt das Programm eine Katalogdatei (.ccf) auf dem Server an in dem alle zugehörigen Informationen abgelegt werden. Hier wird die Kategoriestruktur des Katalogs gespeichert, die internen Verknüpfungen sowie die eigentlichen Datensätze der einzelnen Bilder mit den zugehörigen Metadaten. Um sich an einem praktischen Beispiel mit den Cumulus-Funktionen vertraut zu machen und die Auswirkungen verschiedener Einstellungen zu überprüfen, wird der Testkatalog Cumulus forever erstellt. 22 Bild 5: Fenster Katalogzugriff Bevor mit dem Anlegen einer Kategoriestruktur und dem Archivieren einiger Testbilder begonnen wird, sollten einige grundlegende Einstellungen für die spezifische Anwendung als Bilddatenbank angepasst werden. Beim Katalogisieren der Assets erstellt Cumulus für jedes Bild einen Datensatz. Durch Verknüpfungen zwischen Datensatz und Asset ist Cumulus in der Lage im Bild enthaltene Informationen auszulesen und in den Datensatz zu übernehmen. Umgekehrt ebenso, die im Datensatz ergänzten Einträge in das Bild zurück zu schreiben. Das hat den Vorteil, dass im Datensatz eingetragene Informationen in den Bildinformationen selbst erhalten bleiben. Welche Felder bereitgestellt und welche Informationen ausgelesen werden können, hängt davon ab, ob sie zuvor in den Katalogeinstellungen eingerichteten wurden. Cumulus verfügt für fast alle Dateiformate über entsprechende Datensatzfelder. Für die Verwendung als Bilddatenbank sind nur bestimmte von Bedeutung. Es werden für viele Standardformate vorprogrammierte Module angeboten, die dem Katalog automatisch die entsprechenden Metadaten23 felder hinzufügen und die Verknüpfungen zu den Bildinformationen der Assets herstellen. So zum Beispiel neben den Filtern für Bild-Informationen MP3-Filter, Open-Document-Format-Filter oder PowerPoint-Filter. Verknüpfungen zu diesen Dateiformaten sind für eine reine Bilddatenbank überflüssig und müssen nicht eingerichtet werden. Dafür muss der Katalog auf das Auslesen von IPTC- und EXIF-Informationen vorbereitet werden. Das bedeutet, dass dem Datensatz die entsprechenden IPTC und EXIF Felder hinzugefügt werden. Ebenso die entsprechenden Verknüpfungen zu den Bilddaten die beim Katalogisieren ausgelesen werden. Da die Verwendung von Cumulus als Bilddatenbank auch zu den Standardverwendungen gehört, bietet das Programm entsprechende Module an. Dies geschieht über die Menüleiste mit Datei Administration - Katalog auf IPTC- und EXIF vorbereiten.[1] (Bild 6) Bild 6: Menü Katalog auf IPTC vorbereiten Ein weiterer wichtiger Punkt der vorbereitenden Einstellungen ist die Frage, ob beim Katalogisieren mit einem zentralen Speicherort gearbeitet werden soll. Dies bedeutet, dass ein Bild automatisch an den vorher bestimmten Ort, den zentralen Speicherort, auf dem Bilderserver kopiert wird. 1 vergleiche Canto: Cumulus Administrationshandbuch, S. 43 24 Was zunächst komfortabel klingt, birgt in der Praxis Probleme, denn alle einkommenden Bilder werden vom System im selben Ordner auf dem Bilderserver abgelegt. Bei mehreren hunderttausend Assets in einem Ordner würde die Rechengeschwindigkeit erheblich herabgesetzt. Auch würde sich bei einer solchen Bildmenge das System aufhängen, sobald der Ordner des zentralen Speicherorts geöffnet werden müsste. Die negative Erfahrung mit dem QCM hat gezeigt, dass es wichtig ist, die Originaldaten auch ohne spezielle Software handhaben zu können. Auf dem Bilderserver muss eine von Cumulus unabhängige Struktur vorhanden sein, um sich dort zurecht finden zu können. Die Entscheidung, das automatische Speichern der Bilder zu deaktivieren bedeutet, dass alle Bilder manuell von den Archivaren auf dem Server abgelegt werden müssen. Es muss eine übersichtliche Ordnerstruktur gefunden werden, um diese Arbeit zu erleichtern und Fehler zu vermeiden. Für den FVW Verlag, bietet sich eine chronologische Struktur für den Server an. Die Mitarbeiter denken in Jahresabschnitten, wissen grob, in welchem Monat und welchem Jahr Bilder erschienen sind. Diese Herangehensweise sollte für die Ordnung der Originalbilder auf dem Server genutzt werden und sich in der Ordnerstruktur widerspiegeln. Um zu entscheiden, wie fein eine chronologische Einteilung sein sollte, wird die Menge der pro Monat eingepflegten Bilder überschlagen. Aufgrund der Erfahrung der Archivare kann davon ausgegangen werden, dass bei flüssiger Arbeit ca. drei Minuten pro Bild benötigt werden, um den Datensatz zu füllen. Ein Archivar schafft demnach beim Archivieren pro Tag zwischen 150 und 200 Bilder. Gerechnet mit 22 Arbeitstagen würde pro Monat die nicht unbeträchtliche Menge von 3300 bis 4400 Bilder zusammenkommen. In Absprache mit den Archivaren erscheint das Anlegen von Tagesordnern am sinnvollsten. Die Struktur auf dem Server wird auf Jahr, Monat und Tag festgelegt. (Bild 7) So ist die Bildmenge innerhalb der Ordner auf weniger als zweihundert Bilder begrenzt und, da im laufenden Betrieb das Erscheinen eines Heftes und das Archivieren der zugehörigen Bilder zeitnah erfolgen werden, ist eine zusätzliche Orientierung gewährleistet. 25 Neben den Jahresordnern, in denen die aktuellen Bilder eingepflegt werden, wird es drei Ordner mit den aus QCM transferierten Bildern geben. Diese werden nach Jahren geordnet aus dem QCM extrahiert und auf dem neuen Bilderserver in den Ordnern QCM_2005, QCM_2006 und QCM_2007 abgelegt. Innerhalb dieser Ordner werden sich mehrere tausend Bilder befinden. Leider war beim Transfer der Bilder keine bessere Lösung umsetzbar. (siehe Kapitel 6 Exkurs) Bild 7: Ordnerstruktur des zentralen Bilder-Servers 3.4. Anwendung – auf die Auswahl kommt es an Auch während der Konzeption und des Aufbaus der Bilddatenbank fallen im laufenden Redaktionsbetrieb täglich neue Bilder an. Um das spätere Nacharbeiten zu vereinfachen, sollten möglichst schnell verbindliche Standards für den Umgang der zu archivierenden Bilder gefunden werden. Als erstes ist die Frage zu klären, welche Bilder zukünftig archiviert werden sollen. Die bisherige Vorgehensweise alles ohne Vorsortierung zu archivieren, hat mit dazu beigetragen, die Datenbank mit unsinnigem Material zu verstopfen. Abbildungen von Webseiten zum Beispiel werden aufgrund ihrer kurzen Aktualität nicht weiter verwendet und sollten deshalb nicht in 26 der Datenbank archiviert werden. In den Gesprächen mit der Bildchefin wurde ein enger Rahmen festgesteckt, welche Bilder aus der Fotoredaktion zur Archivierung an die Archivare weitergegeben werden sollen: 1. Es werden nur unbearbeitete Originalbilder archiviert, die in druckbarer Auflösung von 300 dpi vorliegen. 2. Es werden keine Bilder archiviert die aus einer Recherche in Cumulus stammen. 3. Agenturbilder werden nicht in die eigene Datenbank aufgenommen, da bei Bedarf in den Agenturarchiven recherchiert werden kann. Ausnahme sind RoyaltyFree Bilder, die nach dem Kauf beliebig oft wieder verwendet werden dürfen. 4. Bilder, bei denen elementare Bild-Informationen wie Aufnahme-Ort, Datum oder Copyright fehlen, dürfen nicht archiviert werden. 5. Es werden keine Screenshots archiviert. 6. Bilder müssen grundsätzlich für zukünftige Recherchen von Bedeutung sein. 7. Bei Fotostrecken wird die gesamte Reihe aufgenommen. Da in den Redaktionen meist mit MacIntosh gearbeitet wird, die Server aber mit Microsoftsystemen laufen, ist es nötig für die Benennung der Bilder ebenfalls einen Standart festzulegen. Zu lange Namen sowie Leerzeichen und Sonderzeichen in den Dateinamen führten in der Vergangenheit zu Problemen mit den Servern und erschwerten die Orientierung beim Umgang der Bilddateien. Sobald die Bilder von den Fotoredakteuren in den Produktionsablauf oder die Archivierung weitergegeben werden, müssen sie mit einfachen, aussagekräftigen Namen versehen worden sein. Die Regel ist dabei, dass der Name höchstens 15 Zeichen lang sein und außer Unterstrich (_) und Bindestrich (-) keine Sonderzeichen beinhalten darf.[1] Diese Standards treten sofort in Kraft. Dem entsprechend vorbereitete Bilder die archiviert werden sollen, werden von den Redakteuren bis zur Fertigstellung der neuen Datenbank auf den eigenen Rechnern gesammelt. (siehe Workflow Bildredaktion, Anhang IV) 1 vergleiche Canto: Cumulus Administrationshandbuch, S 17 27 Die alte Cumulus-Datenbank wird in einer längeren Übergangsphase parallel zur neuen existieren, bis die relevanten und den Standards entsprechenden Bilder übernommen worden sind. Solange sich die neue Datenbank noch im Aufbau befindet, können die Archivare die Zeit nutzen, die alte Bild-Datenbank von blinden Datensätzen und Dubletten zu bereinigen. Die Menge der Datensätze kann dadurch erheblich reduziert und Übersicht über die tatsächlichen Bildbestände gewonnen werden. Dies soll in folgenden Schritten erfolgen: 1. In der Kategorie $Sources lassen sich die angegebenen Speicherorte der Originalbilder einsehen. Da einige der dort verzeichneten Server nicht mehr existieren, können all jene Datensätze, deren Referenzen auf diese „Phantomserver“ verweisen, gelöscht werden. 2. Mit der erweiterten Suche können Bildern mit geringer Auflösung selektiert und gelöscht werden. 3. Die verbleibenden Datensätze müssen einzeln durchgesehen, doppelte und unbeschriftete Datensätze zusammengefasst und gelöscht werden. Bis die Bilder der CD Archive ebenfalls auf dem zentralen Server abgespeichert und in die neue Datenbank eingepflegt worden sind, verbleiben ihre Datensätze vorerst in der Datenbank. 28 3.5. Zusammefassung Die erstellte Wortsammlung konnte in vier Themenbereiche gegliedert werden, die das Bildmaterial bei FVW gut zusammenfassen. Ergänzt durch weitere Anregungen aus der Fotoredaktion wurden Kategorien entworfen und hierarchisch gegliedert. Dieser erste Kategorie-Entwurf soll im nächsten Schritt in eine Testdatenbank eingefügt und in praktischer Anwendung auf seine Funktionalität überprüft werden. Nach dem korrekten Vorbereiten des Test-Katalogs kann nun die entwickelte Kategoriestruktur angelegt und in der Praxis überprüft werden. Auf dem Cumulus-Server wurde eine chronologische Ordnerstruktur angelegt, in die die Archivare die Originalbilder vor dem Katalogisieren ablegen. Es wurden Standards für die Bildselektion und Dateibenennung festgelegt, nach denen die Fotoredakteure ab sofort ihr einkommendes Bildmaterial bearbeiten. Es wurden die „blinden“ Datensätze aus der alten Cumulus-Datenbank entfernt, sodass das übrig gebliebene Bildmaterial von den Archivaren überarbeitet werden kann. 29 4 Testdatenbank – Cumulus forever Nach Anlegen des Testkatalogs Cumulus forever sollen die Zwischenergebnisse praktisch überprüft werden. Die Ergebnisse werden, um sie etwas zu gliedern, sowohl in diesem Kapitel als auch im nächsten, welches sich mit der Umsetzung der Originaldatenbank beschäftigt, dargelegt. In diesem Kapitel werden am Beispiel der Testdatenbank die vorbereitenden Einstellungen beschrieben. Im nächsten diejenigen Einstellungen, die sich mit der Darstellung befassen sowie die Zugriffsrechte der Nutzer. Im Bereich Indexierung soll herausgefunden werden, wie viele Datensatzansichten eingerichtet werden müssen und welchen Anforderungen sie entsprechen sollen. Im Kapitel Struktur soll der erste Kategorie-Entwurf in die Testdatenbank eingefügt und mit dem Archivieren von Testbildern erprobt werden. Der Kategorie-Entwurf soll, entsprechend der gewonnenen Ergebnisse an die Anforderungen der praktischen Anwendung angepasst werden. Im Kapitel Technik sollen die Katalogeinstellungen angepasst und die benötigten Datensatzfelder eingerichtet werden. Im Kapitel Anwendung soll für die Fotoredakteure ein Leitfaden für die Beschriftung der IPTCInformationen verfasst werden. 4.1 Indexierung – die Gesichter von Cumulus Nach Anlegen und Vorbereiten des Testkatalogs gibt Cumulus eine erste Datensatzansicht vor, die an die gewünschten Funktionen angepasst werden muss. Dabei ist zu beachten, dass dies in zwei Schritten erfolgen muss. Zunächst müssen in den Katalogeinstellungen alle Felder angelegt werden, die eventuell vorhandene Bildinformationen beim Katalogisieren auslesen, ebenso wie solche, die für den Arbeitsablauf der Archivare und Fotoredakteure nötig sind. Hier werden die funktionalen Eigenschaften und Verknüpfungen bestimmt. In einem zweiten Schritt kann aus den an30 gelegten Datensatzfeldern im Bereich Datensatz-Ansichten die eigentliche Datensatzmaske eingerichtet und optisch angepasst werden. Es können auf der Grundlage der eingerichteten Datenfelder verschiedene Datensatz-Ansichten zur Verfügung gestellt werden. Bei der Arbeit mit dem Testkatalog zeigt sich, dass es sinnvoll ist zwei verschiedene DatensatzAnsichten zu erstellen. Eine für die Fotoredakteure um die Bildinformationen abzurufen, die zweite für die Archivare zur Archivierung der Daten. In mehreren Arbeitsgesprächen und Probedurchläufen mit Archivaren und Redakteuren konnte ein Überblick über die Anforderungen der Nutzer an die Datensatz-Ansicht gewonnen werden. Für die Fotoredakteure dient die Datensatz-Ansicht als Informationsfenster. Sie müssen bei ihrer Recherche schnell auf einen Blick Auskunft über die Verwendbarkeit des Bildes erhalten. Die wichtigste Information ist für sie dabei die Bild-Miniatur. Mit Hilfe dieser Miniatur kann ein schneller Überblick über das vorhandene Bildmaterial gewonnen werden. Sie sollte deshalb in ausreichender Qualität angezeigt werden, damit gleich möglichst viele Details erkennbar sind. Ebenfalls wichtige Informationen sind die Urheberrechte und Preise bei Verwendung des Bildes sowie die Qualität und das Entstehungsdatum des Originalbildes. Informationen über die Kategorien und Stichwörter hingegen sind für Redakteure zweitrangig. Entscheidend ist, dass das Bild bei den entsprechenden Suchworten angezeigt wird, nicht wie es verschlagwortet ist. Für die Archivare dient die Datensatz-Ansicht als Eingabemaske. Das Indexieren und Beschriften des Bildmaterials findet statt, nachdem die Bilder in Cumulus katalogisiert und die Datensätze erstellt worden sind. Erst danach werden die Datensätze erneut aufgerufen und von den Archivaren mit weiteren Informationen gefüllt. Für diesen Zweck muss ein Statusfeld eingerichtet werden um die neu katalogisierten Bilder bzw. ihre Datensätze von den schon archivierten selektieren zu können. Für die Archivare ist vor allem eine gute Anordnung der Felder wichtig, damit die Informationen zügig und ohne viele Mausbewegungen eingetragen werden können. 31 Um das Ausfüllen der Datenmaske effektiver zu gestalten, bietet Cumulus die Möglichkeit Wortlisten in den Datensatzfeldern zu hinterlegen. Der Feldinhalt muss nicht ausgeschrieben werden, sondern kann aus einer Drop-down-Liste übernommen oder einem Auswahlfeld gewählt werden. Neben den Kategorien wäre dies eine weitere Möglichkeit einen kontrollierten Wortschatz zur Verfügung zu stellen. 4.2 Struktur - Kategorien auf der Teststrecke Nach dem Vorbereiten des Testkatalogs Cumulus forever auf IPTC- und EXIF-Daten kann der Kategoriebaum nach dem Entwurf Version 1 (Bild 4) angelegt werden. Die einzelnen Kategoriefelder können entweder über die Menüleiste Kategorie - Kategorien hinzufügen oder mit einem „rechten Mausklick“ auf $Categories erstellt und benannt werden. (Bild 8) Bild 8: Menü neue Kategorie erstellen 32 Die angelegten Kategoriefelder sind mit dem Kategoriefeld des Datensatzes verknüpft und können per Drag-and-Drop hinein gezogen werden. Dies erleichtert dem Archivar den Indexierungsvorgang, da er mit der Maus beliebig viele Kategorien markieren und in den Datensatz hinüber ziehen kann. Werden Kategorien nachträglich umbenannt oder innerhalb des Kategoriebaums verschoben, ändert sich über die interne Verknüpfung ebenso der Kategoriename bzw. die Position in allen dieser Kategorie zugehörigen Datensätzen. Beim Archivieren der Probebilder in die Testdatenbank zeigt sich, dass es mit der entworfenen Kategoriestruktur nötig ist, aus jedem einzelnen der fünf Bereiche (Publikationen, Inhalt, Tourismus, Geographie und Bildquelle) eine Kategorie zuzufügen. Dies gestaltet sich für den Arbeitsablauf der Archivare trotz der Drag-and-Drop-Funktion als zu umständlich. Es zeigt sich weiter, dass die entwickelte Kategoriestruktur im praktischen Gebrauch in dieser Form zu ausführlich ist und besser zusammengefasst werden sollte. Für ein übersichtliches Arbeiten sollten die Kategorien Publikationen, Geographie und Bildquelle, die für jedes Bild bestimmt werden müssen, in Form von Auswahllisten in den Datensatz ausgelagert werden. Der Kategorie-Entwurf wird derart abgewandelt, dass von den fünf Kategoriebereichen nur noch Inhalt und Tourismus bestehen bleiben. (Bild 9) Bei näherer Betrachtung dieses neuen Entwurfs fällt auf, dass bisher die von Cumulus bereitgestellte Kategorie $Keywords nicht mit einbezogen wurde. Sie kann zur weiteren logischen Strukturierung genutzt werden. Im Gegensatz zum systematischen Kategorieteil, sollte unter $Keywords eine alphabetische Liste verschiedener Stichworte bereitgestellt werden, die den Archivaren die Eingabe erleichtert. 33 Bild 9:Kategorie-Entwurf Version 2 In der aktuellen Form des Kategoriebaumes gibt es in der Kategorie Tourismus eine Vermischung von Namenslisten und einfachen Schlagwörtern. Während die Kategorien Messe und FVWintern den Bildinhalt beschreiben, sind in den anderen Listen verschiedene touristische Firmen und Anbieter zusammengefasst, die vorrangig zur Kontrolle der Schreibweisen dienen Die Wichtigkeit dieser Namenslisten wurde in vielen Gesprächen von den Mitarbeitern unterstrichen. Beim Auffinden passenden Bildmaterials kam es immer wieder zu Schwierigkeiten aufgrund der Unsicherheiten bezüglich bestimmter Schreibweisen. Als Beispiel sei der Veranstalter 1-2-3 Fly genannt. Zwar existieren verlagsinterne Standardschreibweisen, doch können weder die Archivare noch die Fotoredakteure diese Schreibweisen für jede Firma im Kopf haben. Diese Namenslisten können aus der Kategorie Tourismus in $Keywords ausge34 lagert und mit weiteren häufig verwendeten Schlagworten ergänzt werden. (Bild 10) Bild 10: Schlagwortliste des Bereichs Veranstalter (Detail) Betrachtet man daraufhin die verbliebenen Kategorien, zeigt sich, dass nur noch inhaltliche, Bild beschreibende Begriffe übrig bleiben. Auf die dritte Hierarchieebene, die zur Gliederung der Kategorien gedacht war, kann nun verzichtet werden. Dadurch gewinnt die Kategoriestruktur an Klarheit. (Bild 11) 35 Bild 11: Kategorie-Entwurf Version 3 4.3 Technik – Cumulus muss sich anpassen Bevor die Datensatzmasken für die Nutzer eingerichtet werden können, müssen in den Katalogeinstellungen die Datensatzfelder vorbereitet und die Einstellungen angepasst werden. In den Katalogeinstellungen können Allgemeine Einstellungen vorgenommen, sowie die Datensatz- und Kategoriefelder angepasst werden.[1] (Bild 12) Von einer Datenbank-Spiegelung wird abgesehen. 1 vergleiche Canto: Cumulus Administrationshandbuch, S.27 36 Bild 12: Allgemeine Katalogeinstellungen Allgemeine Einstellungen Im allgemeinen Teil wird Name, Größe, Software-Version und Kapazität des geöffneten Katalogs angezeigt sowie der Speicherort der Katalogdateien. Es wird gelöschte Datensätze wiederherstellbar gewählt. So werden die Datensätze erst durch eine Komprimierung des Katalogs endgültig gelöscht und können bis dahin bei versehentlichem Löschen wieder hergestellt werden. Für die Bilddatenbank ist es sinnvoll die Kategorienamen eindeutig zu halten. Die entsprechende Einstellung wird ebenfalls aktiviert. Der Katalog wird für Mitbenutzer freigegeben. Assets zum zentralen Speicherort kopieren bleibt deaktiviert. Datensatzfenster Hier müssen dem System alle benötigten Datensatzfelder hinzugefügt werden, die Informationen über das Bild auslesen und speichern sollen. Viele Felder sind standardmäßig vom Cumulus voreingestellt. Dazu gehören zum Beispiel die, für alle Dateiformate relevanten Felder: Notizen, Dateiformat oder Datensatz-Änderungsdatum. Durch das Vorbereiten des 37 Kataloges auf IPTC- und EXIF-Informationen sind dem Katalog sämtliche IPTC- und EXIF-Felder ebenfalls schon hinzugefügt worden. (Bild 13) Bild 13: Einstellungen der Datensatzfelder Voreingestellte Felder, die für die Datenbank nicht relevant erscheinen, sollten vorsichtshalber nicht gelöscht werden. Unnötige Felder bereiten keine Probleme, ausgelassene schon. Sobald die ersten Bilder in die Datenbank eingepflegt wurden, können ihnen die Informationen nachträglich eingerichteter Datensatzfelder nicht mehr hinzugefügt werden. Die eingerichteten Felder sind nicht automatisch all jene, die der Nutzer in der Datenmaske sieht. Die Datensatz-Ansicht wird separat in den DatensatzAnsichten-Sets bestimmt und für die verschiedenen Nutzergruppen angepasst. Für alle Felder können die von Cumulus voreingestellten Eigenschaften und Verknüpfungen bearbeitet werden. Die Feldinhalte können für Volltextsuche, Wortsuche oder Sortierung indiziert werden. Es kann festgelegt werden, ob ein Feld schreibgeschützt sein soll oder ein Wert vorbelegt 38 werden soll. Felder, die beim Archivieren unbedingt ausgefüllt werden sollen, können als Pflichtfeld ausgewiesen werden. Wird ein Pflichtfeld beim Archivieren ausgelassen, erscheint ein Warnfenster, das darauf hinweist, dass der Datensatz nicht abgespeichert werden kann, bevor nicht die geforderten Informationen eingetragen wurden. Feldverknüpfungen Die meisten Standardfelder besitzen bereits Verknüpfungen mit den passenden IPTC-Feldern. Da jedoch die Beschreibungen der IPTC-Informationen unterschiedlich gewissenhaft ausgeführt werden aber möglichst alle Informationen beim Auslesen erfasst werden sollen, müssen die Verknüpfungen überprüft und gegebenenfalls ergänzt werden. Desweiteren wird den Fotoredakteuren ein Standard für die Beschriftung der Bildinformationen vorgegeben. (siehe Kapitel 4.4) Als Beispiel sei das Datensatzfeld Notizen genannt, dass schon voreingestellt mit einer ganze Reihe Filtern bestückt ist. Um jedoch die Informationen aus verwandten IPTC-Feldern mit zu erfassen, können einige ExtraVerknüpfungen hinzugefügt werden. So werden Inhalte die in den IPTCFeldern Objektbeschreibung, Titel und Überschrift enthalten sind, ebenfalls in das Feld Notizen des Datensatzes übernommen. (Bild 14) Benutzerdefinierte Felder generieren Zur Beschreibung der FVW Bilder müssen den Datensätzen einige spezielle Felder hinzugefügt werden. Über Feld hinzufügen kann aus vorgegebenen Feldern gewählt oder ein benutzerdefiniertes Feld erstellt werden. (Bild 15) 39 Bild 14: Feldverknüpfungen des Feldes Notizen Bild 15: Benutzerdefiniertes Feld einrichten 40 Für die aus den Kategorien ausgelagerten Bereiche Publikationen, Geographie und Bildquelle werden wie folgt Felder angelegt: Das Feld Bildquelle Um die Zuordnung der Bildquelle im Datensatz zu ermöglichen, wird ein Listenfeld erstellt. In den Feldeigenschaften befindet sich ein Listeneditor, in dem die verschiedenen Bildquellen bereitgestellt werden können. Dieses Feld soll für Volltextsuche und Sortierung indiziert werden und ein Pflichtfeld sein. Die Feldverknüpfungen bleiben deaktiviert, da eine entsprechende Auswahlliste in den IPTC-Feldern nicht angelegt ist. (Bild 16) Bild 16: Feldeigenschaften des Feldes Bildquelle Das Feld erschienen in Den Bildern sollen nicht nur die Publikation zugeordnet werden, sondern auch die jeweiligen Ausgaben, in denen sie veröffentlicht wurden. Da ein Bild mehrfach verwendet werden kann, sollen diese Angaben nicht aus 41 einer Auswahlliste gewählt, sondern in ein freies Textfeld eingegeben werden. Dazu wird ein Textfeld erstellt in welches Publikation und Ausgabe nach dem FVW Standart (fvw 12_07, tt 1_07) eingetragen werden. Auch dieses Feld wird für Volltextsuche und Sortierung indiziert. Es wird verknüpft mit dem IPTC Feld Bearbeitungsstand und die Funktion zurück schreiben von Assets wird aktiviert. Das Feld Land In das Feld Land soll eine vollständige Länderliste hinterlegt werden. Dafür wird wieder ein Listenfeld erstellt. Da es sich um eine sehr umfassende Liste handelt, kann diese jedoch nicht im Listeneditor von Hand eingegeben werden. Die im Verlag verwendete Länderliste wird als Textdokument (.txt) abgespeichert und kann über die Menüleiste mit Datei Importieren - aus Text/CSV-Datei in das Datensatzfeld übertragen werden. Das Feld wird für Volltextsuche und Sortierung indiziert, als Pflichtfeld ausgewiesen und ist (anders als das Feld IPTC-Ort) nicht mit den Bildinformationen verknüpft. Das Feld Honorar Um auf den ersten Blick zu sehen, ob ein Bild honorarfrei oder- pflichtig ist, wird auf Wunsch der Fotoredakteure ein weiteres Feld erstellt. Das Feld Honorar ist ebenfalls ein Listenfeld. Es benötigt nur die Auswahlpunkte honorarfrei und honorarpflichtig, die im Listeneditor eingegeben werden. Es ist für Volltextsuche und Sortierung indiziert, ein Pflichtfeld und besitzt keine Verknüpfungen. Das Feld Status Wie im Kapitel 4.1 Indexierung erwähnt, müssen die Archivare archivierte von neuen Datensätzen separieren können. Wie das Feld Honorar, benötigt das Listenfeld Status nur zwei Varianten: archiviert und neu. Auch dieses ist für Volltextsuche und Sortierung indiziert, ein Pflichtfeld und besitzt keine Verknüpfungen, da der Status nicht für den Bildinhalt relevant ist, sondern allein die Arbeitsweise der Archivare unterstützt. 42 Nachdem alle erwünschten Felder eingerichtet sind und die Eigenschaften angepasst wurden, können die Datensatz-Ansichten für Archivare und Fotoredakteure zusammengestellt werden. Im Bereich Kategoriefelder können die Voreinstellungen von Cumulus beibehalten werden ohne sie weiter anzupassen. 4.4 Anwendung – Informationen sollen fließen Für eine effiziente Archivierung muss der Informationsfluss zwischen Redaktion und Archiv verbessert werden. Das Problem besteht darin, dass die Redakteure über die Informationen verfügen, die die Archivare zum Einpflegen der Daten benötigen. Obwohl eine enge Zusammenarbeit unerlässlich ist, herrscht in der Praxis leider wenig Verständnis für die Aufgaben des jeweils anderen Arbeitsbereiches. Um neue Standards festzulegen, wird gemeinsam mit Fotoredaktion und Archiv besprochen welche Probleme bei der jetzigen Arbeitsweise bestehen und wie diese mit einer besseren Arbeitsteilung behoben werden können.[1] Ein Faktor der die Nerven beider Parteien sehr strapaziert ist, dass durch telefonische Nachfragen seitens der Archivare, der Arbeitsfluss in Redaktion und Archiv häufig unterbrochen werden muss. Um die Notwendigkeit zu verringern. dass diese fehlenden Informationen nachträglich bei den Redakteuren eingefordert werden müssen, sollen diese die IPTC-Informationen der Bilder zukünftig besser vorbereiten und beschriften. Dafür werden Vorgaben der Bildbeschriftung festgelegt, die auf die FeldVerknüpfungen zwischen IPTC-Information und Datensatz abgestimmt sind und so den Archivaren später verlustfrei im Datensatz angezeigt werden. Die IPTC Informationen eines Bildes sind meist in mehrere Bereiche unterteilt. Um das Beschriften für die Redakteure einfach und Zeit sparend zu halten, soll nur der Punkt Beschreibung ausgefüllt werden. (Bild 17) 1 vergleiche Nürnberger, A., Datenbanken und Recherche S. 190-196 43 Die auszufüllenden Pflichtfelder sind: Dateiname, Objektbeschreibung, Copyright, Ort und Erstellungsdatum. Optional können Stichwörter eingetragen werden. Diese Informationen werden beim Katalogisieren automatisch von Cumulus ausgelesen und stehen den Archivaren beim Indexieren der Bilder zur Verfügung. (siehe Workflow Bildredaktion, Anhang IV) Bild 17: Bereich Beschreibung in den IPTC-Informationen 44 4.5 Zusammenfassung In diesem Kapitel konnte geklärt werden, dass sowohl für die Fotoredakteure als auch die Archivare eigene Datensatzansichten benötigt werden. Bei der praktischen Anwendung in der Testdatenbank konnte die Notwendigkeit einer einfachen Handhabung beim Indexieren festgestellt werden. Durch das Hinterlegen von Wortlisten im Datensatz wurden einige Kategorien aus der Struktur entfernt und zu Datensatzfeldern umgewandelt. Dadurch wurde die Kategoriestruktur vereinfacht und anwenderfreundlicher. Es wurden die Katalogeinstellungen angepasst und die benötigten Datensatzfelder zusammengestellt. Die Informationen der ausgelagerten Kategorien wurden als Listen in benutzerdefinierten Datensatzfeldern hinterlegt. Die Verküpfungen zwischen IPTC- und Datensatzfeldern wurde aufeinander abgestimmt und dementsprechend für die Fotoredakteure ein Leitfanden für das Beschriften von Bildmaterial verfasst. Der Katalog Cumulus7, die Originaldatenbank, wird jetzt angelegt. Das Vorbereiten des Kataloges und das Einrichten der Datensatzfelder erfolgten wie in diesem Kapitel beschrieben. Die beschriebenen Einstellungsparameter, die in der Testdatenbank überprüft wurden, werden ebenfalls auf den neuen Katalog übertragen. Weitere Einstellungen sowie das Einrichten der Nutzerrechte erfolgen im nächsten Schritt. 45 5 Originaldatenbank – Cumulus zeigt was es kann Nachdem die Ergebnisse aller vorherigen Entwicklungs-Stufen in die Originaldatenbank eingeflossen sind, müssen noch einige letzte Einstellungen getätigt werden. Im Kapitel Indexierung müssen Datensatzansichten für Fotoredakteure sowie Archivare entworfen werden, die auf die bereits genannten Bedürfnisse abgestimmt sind. Bevor der Kategoriebaum in den Katalog Cumulus7 eingefügt werden kann, müssen die einzelnen Kategoriebegriffe besprochen und festgelegt werden. Im Bereich Technik müssen die übrigen Cumulus-Einstellungen überprüft und eventuell angepasst werden. In der Server-Konsole müssen die Nutzer eingerichtet und ihnen ihre Zugriffsrechte erteilt werden. Im Bereich der Anwendung muss eine Möglichkeit gefunden werden, fehlerhaft beschriftete Bilder, die katalogisiert wurden, an die Fotoredakteure zurück zu leiten. Für die Nutzer muss ein konkreter Workflow festgehalten und eine Einführung in Cumulus gegeben werden. 5.1 Indexierung – Ansichten eines Datensatzes In den Einstellungen wird unter Datensatz-Ansichten-Sets festgelegt wie die gespeicherten Informationen den Nutzern angezeigt werden sollen. Von den zur Auswahl stehenden Ansichtsmöglichkeiten werden von den FVW Mitarbeitern hauptsächlich die Miniatur-Ansicht und das Asset- Informationsfenster genutzt. Es muss bestimmt werden, welche Felder der Datensätze den Archivaren und Fotoredakteuren angezeigt werden sollen. Weiter lässt sich hier die angezeigte Reihenfolge, die Feldgröße und der Schrifttyp bestimmen.[1] (Bild 18) 1 vergleiche Canto: Cumulus Client-Benutzerhandbuch, S.132 46 Bild 18: Datensatz-Ansichten Archivierungs-Ansichten Die Miniatur-Ansicht ermöglicht einen guten Überblick über Datensätze. Es werden vorrangig die Bild-Miniatur angezeigt mit wenigen wichtigen Informationen zum Bild. Die Archivare benötigen für jedes Bild neben der Miniatur den Datensatznamen, den Status der Archivierung und das Einstellungsdatum. So können sie auf einen Blick erfassen, wann das Bild katalogisiert wurde und ob es bereits fertig archiviert ist. (Bild 19) Bild 19: Miniatur-Ansicht der Archivare 47 Bei einem Doppelklick auf einen Datensatz der Miniaturansicht öffnet sich das Asset-Informationsfenster. Für die Archivare ist dies die Dateneingabemaske. Dafür müssen die verschiedenen Listen und Textfelder vorrangig so angeordnet sein, dass ein zügiges Einpflegen erfolgen kann. Nach Datensatzname und Miniatur ist es sinnvoll den Copyright-Vermerk folgen zu lassen. Alle IPTC-Felder die Bemerkungen zum Copyright beinhalten könnten, wurden in den Feldeinstellungen mit dem Feld Copyright-Vermerk verknüpft. Wurde das Bild ausreichend beschriftet, können die Archivare mit Hilfe der dort angezeigten Informationen die folgenden Felder Preisabsprachen, Bildquelle und Honorar ausfüllen. Da es angenehm ist alle Listenfelder nach einander auszufüllen, folgt das Feld Land mit der hinterlegten Länderliste. Die Felder IPTC-Ort und IPTC-Datum werden automatisch ausgelesen und müssen nur selten von den Archivaren nachgetragen werden. Das Kategoriefeld zeigt ebenfalls automatisch die Quellenkategorie an, also den Ordner in dem das Originalbild auf dem Server liegt. Weitere Kategorien können im Kategoriebereich mit der Maus ausgewählt und in das Kategoriefeld des Datensatzes gezogen werden. Die Notizen werden, wie IPTC-Ort und IPTC-Datum, aus den IPTCInformationen übernommen, sie müssen wenn nötig ergänzt werden. Schlagwörter werden ebenfalls, falls vorhanden, aus den Bildinformationen in das entsprechende Datensatzfeld übernommen. Weitere Schlagwörter können von Hand dazugeschrieben oder aus $Keywords im Kategoriebereich per Drag-and-Drop übernommen werden. Da Bilder dann zum Archivieren weitergegeben werden, wenn dem Archivar das zugehörige Heft vorliegt, kann in erschienen in die Notation von Publikation und Ausgabe eingetragen werden. Konnten alle Felder mit Informationen gefüllt werden wird der Status auf archiviert gesetzt und das Informationsfenster kann geschlossen werden. Die Asset- anschließenden formalen Felder Asset-Datengröße, Auflösung, Bildhöhe und -breite, Dateiformat ausgefüllt und Datensatz-Erstellungsdatum und sind schreibgeschützt. Sie werden dienen vom den System Archivaren ausschließlich zur Kontrolle ob das Bild den geforderten Standards entspricht. (Bild 20) 48 Bild 20: Datensatz-Ansicht der Archivare Bildredaktions-Ansichten Für die Fotoredakteure ist die Miniatur-Ansicht noch wichtiger als für die Archivare. Bei der Bildrecherche im Cumulusbestand erfolgt in dieser Ansicht die erste Selektion brauchbarer Bilder. Dies ist der Grund warum eine hohe Qualität der Miniaturen garantiert sein muss, da auf den kleinen Versionen entscheidende Details erkennbar sein müssen. Neben der Miniatur und dem Datensatznamen benötigen die Fotoredakteure Informatioenen zur Bildquelle und dem Honorar. So können eventuelle Kosten der 49 Veröffentlichung gleich in die Bildauswahl mit einbezogen werden. (Bild 21) Bild 21: Miniatur-Ansicht der Fotoredakteure Das Asset-Informationsfenster der Fotoredakteure weicht etwas von dem der Archivare ab, da es nur der Informationswiedergabe dient. Nach Datensatzname, Asset-Datengröße und Miniatur folgen die, für den Fotoredakteur wichtigen Copyright-Felder Bildquelle, Copyright-Vermerk, Honorar und Preisabsprachen. Das Feld mit den Preisabsprachen muss ausreichend groß sein, damit eventuell vorhandene Kontaktadressen oder längere Preisvermerke auf einen Blick zu erfassen sind. Danach folgen die inhaltlichen Angaben des Bildes. Ort und Datum der Aufnahme (IPTC), Land, Kategorien, Notizen und Schlagwörter. Am Ende noch Angaben zur Auflösung und Größe des Bildes um einschätzen zu können ob das Bild den Druckanforderungen entspricht. Der Vermerk erschienen in zum Schluss, dient der Übersicht und ist eher nebensächlich. (Bild 22) 50 Bild 22: Datensatz-Ansicht der Fotoredakteure 51 5.2 Struktur – der Kategorische Imperativ Die Kategoriestruktur der Version 3 (Bild 11) hat sich gut bei der Arbeit mit der Testdatenbank Cumulus forever bewährt. Für die Verwendung in der Original Datenbank müssen die Begriffe der Kategorien lediglich inhaltlich weiter bearbeitet werden. Die vorläufigen Begriffe werden nun gemeinsam mit den Archivaren und der Bildchefin besprochen. Beide Seiten haben Vorschläge zur Ergänzung und Ausdünnung der genauen Kategorien. Dabei zeigt sich wie schwierig es ist allgemein gültige Begriffe zu finden, die alle Mitarbeiter verstehen und akzeptieren. Die Wahrnehmung der Archivare über die Art des verwendeten Bildmaterials und dessen Gewichtung innerhalb des Verlages, unterscheidet sich sehr von denen der Fotoredakteure. Außerdem benutzt jede Person ein ganz eigenes Vokabular um Bilder zu beschreiben und weicht nur ungern davon ab. Um sich auf die relevanten und aussagekräftigen zu einigen, werden in einer Diskussionsrunde alle Vorschläge zu den Kategoriebegriffen einzeln diskutiert.[1] Es entstehen verbindliche Benennungen die von beiden Seiten angenommen und von der Bildchefin an die restlichen Fotoredakteure weitergegeben werden. (Bild 23) 1 vergleiche Maeck, H.: Das zeilbezogene Gespräch, S. 54 52 Bild 23: Kategorie-Entwurf Version 4 53 5.3 Technik – Wer darf was in Cumulus? Nach den Katalogeinstellungen und den Datensatz-Ansichts-Sets müssen folgende Bereiche der Einstellungen ebenfalls an die Funktionsweise als Bilddatenbank angepasst werden: Die Asset-Handling-Sets bestimmen wie Cumulus mit den Originalbildern beim Katalogisieren und bei späteren Zugriffen umgeht. Werden verschiedene Medienformate in einer Datenbank archiviert, ist es sinnvoll für jedes ein eigenes Asset-Handling-Set einzurichten. Für eine Datenbank die ausschließlich der Bildarchivierung dient, wird nur ein Asset-Handling-Set benötigt. Zur Bildarchivierung bietet sich das Set hohe Miniaturen Qualität an. Das Hauptmerkmal dieses Sets besteht darin, dass beim Katalogisieren aus den Originalbildern in bestmöglicher Qualität Miniaturen generiert werden. Die meisten Voreinstellungen dieses Sets können beibehalten werden. Folgende Einstellungen, die das Katalogisieren betreffen, sollten angepasst werden: 1. Es sollte Hinzufügen und aktualisieren für das Katalogisieren gewählt werden. Dies stellt sicher, dass für alle neuen Bilder Datensätze erstellt und bei Änderungen, bestehende aktualisiert werden. 2. Durch das Auswählen Duplikate ignorieren wird verhindert, dass schon vorhandene Bilder nochmals katalogisiert werden. 3. Auf einen zentralen Speicherort kopieren darf nicht aktiviert werden. Die zugehörigen Datensätze sollen direkt auf das Originalbild verweisen. 4. Eingetragene Metadaten sollen Still, heißt ohne Dialogfenster, in die Assets zurück geschrieben werden. 54 Nach dem Festlegen dieser Einstellungen wird das Set hohe Miniaturen Qualität als Standard gesetzt.[1] (Bild 24) Bild 24: Asset-Handling-Set Hohe Miniaturen Qualität Metadatenvorlagen bieten die Möglichkeit vorbestimmte Metadaten gleich beim Katalogisieren automatisch in die Datensätze einfließen zu lassen. Dies ist sinnvoll, wenn Assets katalogisiert werden, die alle in selber Art und Weise beschriftet werden müssen. Da es sich bei dem Bildmaterial hauptsächlich um Einzelbilder oder kleine Serien handelt, bei denen jedes Bild individuelle Daten benötigt, helfen solche Vorlagen bei der Bildarchivierung nicht weiter. In seltenen Fällen, sollten lange Bildserien eingepflegt werden, könnte eine Metadatenvorlage von Nutzen sein. In den Benutzereinstellungen können die Nutzer die Oberfläche von Cumulus nach ihren Vorlieben anpassen. Die Einstellungen in diesem Bereich beziehen sich immer auf den augenblicklich eingewählten Nutzer und können für jeden individuell eingestellt werden. Dies ist der einzige Bereich, für den die Nutzer selbst das Recht zur Bearbeitung erhalten. Alle anderen 1 vergleiche Canto: Cumulus Client-Benutzerhandbuch S.141 55 Punkte der Einstellungen sind dem Administrator vorbehalten. Die Nutzer können die Farben und Anordnung der Fenster einstellen sowie bestimmen welche Felder bei der Quicksearch* durchsucht werden. Auch die Kategoriesuche und die Datensatzsortierung können hier angepasst werden.[1] (Bild 25) *[Mit der Quicksearch werden standardmäßig die Datensatzfelder Datensatzname, Notizen, Stichwörter und Kategorien mit einer ist enthalten inSuche durchsucht. Mehrere Suchwörter werden mit oder verbunden. Mit Hilfe von Suchoperatoren kann aber auch mit und oder und nicht Verknüpfungen gearbeitet werden. Für komplexere Suchanfragen wird die Erweiterte Suche benutzt, in der gezielt nach jedem einzelnen Datensatzfeld und mit komplexen Abfragen gesucht werden kann.] Bild 25: Benutzereinstellungen 1 vergleiche Canto: Cumulus Client-Benutzerhandbuch S.131 56 Die anderen Bereiche der Einstellungen werden für eine Bilddatenbank und die Arbeitsanforderungen bei FVW nicht benötigt und werden deshalb nicht im Detail besprochen. Weitere Informationen sind im Benutzerhandbuch nachzulesen, welches unter www.canto.de im Kundenbereich kostenlos heruntergeladen werden kann. Im folgenden nur eine kurze Übersicht dieser Einstellungen: 1. In den Kategorie-Ansichten-Sets werden die Anzeigeoptionen des Kategoriebereichs festgelegt. 2. Mit Hilfe der Asset-Aktionen können wiederkehrende Arbeitsabläufe automatisiert werden. Verschiedene Funktionen die immer wieder ausgeführt werden sollen, können kombiniert und abgespeichert werden. 3. In den Druckvorlagen werden bestimmte Druckeinstellungen gespeichert. 4. Cumulus kann eine Vielzahl von Asset-Beziehungen verwalten. Zum Beispiel zur Versions-Kontrolle von Layout-Dokumenten. Datensatzfilter helfen die verschiedenen Asset-Verbindungen aufzulösen und bestimmte Assets anzuzeigen. Zugriffsrechte Um allen Archivaren und Fotoredakteuren Zugriff auf die neue Datenbank zu geben, muss für jeden ein Nutzerprofil eingerichtet und die Zugriffsrechte erteilt werden. Die Rechte in Cumulus folgen einem additiven Konzept, was bedeutet, dass ein neu eingerichteter Nutzer standardmäßig keinerlei Rechte besitzt. So soll verhindert werden, dass versehentlich zu viele Rechte erteilt werden. Die Benutzer werden in einem Cumuluskatalog ($User) auf dem Systemserver verwaltet. Die Einstellungen lassen sich über eine Server-Konsole mit Hilfe des User Managers vornehmen.[1] (Bild 26) 1 vergleiche Canto: Cumulus Administrationshandbuch S.72-81 57 Bild 26: User-Manager (Quelle: Cumulus7.1 Addministrationshandbuch, S.73) In den Monaten seit die neue Cumulusdatenbank in Benutzung ist, stellten sich leider schon erste Softwareprobleme ein. Ein aktuelles Problem mit der Cumulus Software konnte bisher weder von den FVW Technikern noch von einem Cumulus Berater gelöst werden: Der User Manager der die Benutzer und ihre Zugriffsrechte verwaltet zeigt diese nicht mehr an. Momentan ist es weder möglich neue Nutzer einzurichten, noch die Zugriffsrechte der bestehenden einzusehen. Um diesen Fehler zu beheben, denn es handelt sich hierbei um einen Softwarefehler, ist der Verlag auf den technischen Support von Canto angewiesen. Die Kosten einer einmaligen Nutzung des Supports würden sich auf 300 €, eines Jahresvertrages auf 1000 € belaufen. Augenblicklich beraten Technik- und Finanzabteilung, welche dieser Leistungen in Anspruch genommen werden soll. Aus diesem Grund müssen an dieser Stelle für die Beschreibung der Zugriffsrechte wenige allgemeine Abbildungen aus dem CumulusHandbuch zur Veranschaulichung dienen. 58 Für die FVW Mitarbeiter werden verschiedene Nutzerprofile benötigt. Neben dem Administrator, der alle Zugriffsrechte besitzt, unterscheiden sich die Profile der Archivare und der Fotoredakteure ebenfalls in ihren Rechten. Es erleichtert die Arbeit, wenn zunächst für jede Nutzergruppe ein Standardprofil eingerichtet wird. Dieses kann als Vorlage für die einzelnen Nutzer mit gleichen Rechten dienen und muss dafür nur noch dupliziert werden. Nach dem Erstellen des Nutzers werden die Rechte folgender maßen vergeben: In den allgemeinen Benutzereigenschaften werden die Kennwörter verwaltet. Die Kennwörter der FVW Mitarbeiter benötigen kein Ablaufdatum und werden nach Vergabe schreibgeschützt. In den zusätzlichen Feldern können weitere persönliche Kontaktinformationen eingetragen werden. (Bild 27) Bild 27: Benutzer Eigenschaften (Quelle: Cumulus7.1 Addministrationshandbuch, S.75) 59 Katalogzugriff Hier wird bestimmt, auf welche Kataloge überhaupt zugegriffen werden kann. Solange der Katalog der alten Cumulus Datenbank parallel zur neuen nutzbar sein soll, wird den Archivaren und den Fotoredakteuren Zugriff auf den neuen Katalog Cumulus7 sowie den alten FVW-September2005 gewährt Die im folgenden eingestellten (Applikations-)Rechte beziehen sich auf die Kataloge, auf die Zugriff gewährt wurde. Alle benötigten Cumulus-Funktionen müssen sowohl für das Standardprofil der Archivare als auch für das der Fotoredakteure freigeschaltet werden. (Applikations-)Rechte Sie bestimmen die allgemeinen Rechte des Nutzer bezüglich der Kataloge, Datensätze, Kategorien und Assets. Standardprofil Archivar Die Archivare erhalten das Recht die freigeschalteten Kataloge, nach dem Verbinden mit dem Cumulus-Server zu öffnen. Sie erhalten das Recht Datensätze anzusehen, zu erstellen, zu ändern und zu löschen. Die Kategorien dürfen sie ansehen, erstellen und ändern, aber (auf eigenen Wunsch) nicht löschen. Sie haben das Recht die Originalbilder zu löschen und zu bewegen. Standardprofil Redakteur Die Fotoredakteure erhalten das Recht, die freigeschalteten Kataloge nach dem Verbinden mit dem Cumulus-Server zu öffnen. Sie erhalten das Recht Datensätze anzusehen, zu ändern und zu löschen. Die Kategorien dürfen sie nur ansehen. Sie haben das Recht die Originalbilder zu löschen und zu bewegen. In den Administrator-Rechten wird der Zugriff auf die Katalogeinstellungen festgelegt. Weder die Archivare noch die Fotoredakteure erhalten die administrativen Rechte, die Katalogeinstellungen einzusehen oder zu ändern. 60 Die weiteren Einstellungen regeln den Zugriff der Nutzer auf Ansichten, Sets, Aktionen und Vorlagen. Für jeden Typ kann der Zugriff auf spezielle beschränkt oder auf alle freigegeben werden. Bei der Freigabe der Datensatz-Ansichten-Sets muss beachtet werden, dass neben dem Katalog Cumulus7, auch der alte Katalog FVWSeptember-2005 zur Benutzung freigegeben ist. Für die neue Datenbank wurden die Ansichten-Sets Archivierung und Bildredaktion eingerichtet. Die alte Datenbank besitzt andere Datensatzfelder, die nicht mit den neu eingerichteten Ansichten-Sets übereinstimmen. Um zu gewährleisten, dass alle Datensatzfelder des alten Katalogs angezeigt werden können, muss zusätzlich das Ansichten-Set Standard freigeschaltet werden, welches bei der alten Bildarchivierung genutzt wurde. So wird den Archivaren Zugriff gewährt auf das Set Archivierung sowie das Set Standard. Den Fotoredakteuren auf das Set Bildredaktion und Standard. Das Kategorie-Ansichten-Set wurde für die Datenbank nicht extra angepasst. Es wurde mit dem Standard-Set von Cumulus gearbeitet. Der Zugriff wird bei beiden Nutzerprofilen auf das Set Standard beschränkt. Alle Aktionen der Bilddatenbank werden mit dem Asset-Handling-Set hohe Miniaturen Qualität geregelt. Der Zugriff beider Nutzerprofile wird auf dieses Set beschränkt. Da für die Bild-Datenbank kein entsprechender Bedarf besteht, wurden weder Metadaten- noch Druckvorlagen eingerichtet. Gleiches gilt für die Asset-Aktionen. Der Zugriff auf diese Bereiche muss deshalb nicht eingeschränkt werden. Server Rechte Die Server Rechte beziehen sich nicht auf die Kataloge, sondern auf die Einstellungen, die den Cumulus-Server betreffen. In den AdministratorRechten wird der Zugriff auf die Benutzerverwaltung, sowie die gesamte Server-Konsole erteilt. Die Anderen Bereiche regeln den Zugriff, bei der 61 Erstellung der einzelnen Ansichten, Sets, Aktionen und Vorlagen. Diese Rechte bleiben vorerst dem Administrator vorbehalten. Der einzige Bereich der für die Nutzer freigegeben werden soll, betrifft die eigenen Benutzereinstellungen. Um den Nutzern die Möglichkeit zu geben diese in Cumulus selbst zu bearbeiten, müssen hier die entsprechenden Nutzer-Rechte erteilt werden. Sowohl Archivare als auch Fotoredakteure erhalten das Recht alle Bereiche ihrer Benutzereinstellungen zu ändern. Sollten in Zukunft die Anwendungsgebiete von Cumulus innerhalb des Verlages zunehmen, wäre es sinnvoll, neben denen der Archivare und Fotoredakteure, ein weiteres Profil mit mehr Zugriffsrechten einzurichten. Bei vermehrter Nutzung von Asset-Handling-Sets und Asset-Aktionen oder der Einrichtung weiterer Kataloge, würde neben dem Administrator eine Art Cumulus-Betreuer benötigt. Dieser könnte die praktischen Bereiche verwalten und den Nutzern die entsprechenden Module zur Verfügung stellen, während der Administrator eine eher technische Überwachungsfunktion wahrnehmen würde. 5.4 Anwendung – „Cumulus7.1 für Dummies“ Beim Einpflegen der ersten Bildbestände in die neue Datenbank, wird festgestellt, dass es trotz der neuen IPTC-Beschriftungs-Standards für die Archivare oft schwierig ist alle Pflichtfelder mit Daten zu füllen. Da fehlende Informationen erst festgestellt werden, nachdem das Bild in der Datenbank aufgenommen und ein Datensatz erstellt worden ist, muss eine Methode gefunden werden, diese unvollständigen Datensätze sowie das Asset aus der Datenbank heraus und zurück zu dem zuständigen Redakteur zu befördern. Gerade in der Anfangszeit wird dieses Problem häufig vorkommen, solange sich die Beschriftungs-Standards bei den Redakteuren noch nicht durchgesetzt haben und altes unzureichend beschriebenes Bildmaterial eingepflegt werden muss. In den Arbeitsabläufen von Fotoredakteuren und Archivaren muss also ebenfalls festgelegt werden, wie mit 62 diesen Problembildern umgegangen wird. Für diesen Zweck werden für jeden Redakteur Eingangs- und Problemordner auf dem Server angelegt und ein Arbeitsablauf festgelegt: Die Fotoredakteure sammeln ihr recherchiertes Bildmaterial auf dem Produktions-Bilderserver, beschriften und benennen die Bilder mit Fotostation oder Photoshop gemäß der Regeln. Auf den eigenen Rechnern legen die Redakteure Sammelordner an, in den diejenigen Bilder kopiert werden, die den Standards entsprechen und archiviert werden sollen. Im Sammelordner werden jeweils Unterordner angelegt, in die die Bilder nach Publikationen sortiert solange abgelegt werden, bis das Heft erschienen ist. Auf dem Cumulus-Server befindet sich ein Eingangsordner, in dem alle Redakteure, die zu archivierenden Bilder unter ihrem Namen ablegen, sobald das Heft den Archivaren vorliegt. (Bild 28) Bei Fragen seitens der Archivare ist so der Ansprechpartner einsichtig. Bild 28: Eingangsordner der Redakteure Die Archivare legen täglich einen mit Datum versehenen Ordner auf dem Cumulus-Server an, in den sie die Bilder aus den Eingangsordnern der Redakteure manuell verschieben und katalogisieren. (Bild 29) 63 Bild 29: Tagesordner Nun wird Cumulus aufgerufen. Aktiviert man Assets katalogisieren, erscheint ein Auswahlfenster, in dem das aktuelle Verzeichnis und darin die neuen Bilder ausgewählt werden können. Mit Enter wird der Katalogisierungsvorgang gestartet. Cumulus katalogisiert die Bilder und erstellt für jedes einen Datensatz mit dem Status neu. Mit der Suchabfrage Status neu werden alle unbeschriebenen Datensätze angezeigt. (Bild 30) Bild 30: Suchabfrage Status neu 64 Wird beim Beschriften eines Datensatzes festgestellt, dass nicht genügend Informationen vorhanden sind, wird das Bild in den Problemordner des zuständigen Redakteurs kopiert (Bild 31) und der Datensatz sowie das Asset aus der Datenbank gelöscht. Bild 31: Problemordner der Redakteure Die Redakteure sind angehalten, ihre Problemordner regelmäßig zu überprüfen und die fehlende Informationen in den IPTC-Feldern nachzutragen. Ist dies geschehen, kann das Bild wieder in den Eingangsordner gelegt werden und wird neu eingepflegt. Dieses System soll die Redakteure dazu anhalten ihre Bilder ausreichend zu beschriften und den Archivaren ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Alle künftigen Cumulus-Nutzer erhielten eine mehrstündige Einführung in die Anwender-Funktionen von Cumulus7.1, bei der auch zum besseren Verständnis, der schriftlich festgelegten Workflow durchgesprochen wurde. (siehe Workflow Bildredaktion, Anhang IV und Workflow Archiv, Anhang V) 65 5.5 Zusammenfassung Es wurden Datensatzmasken sowie Miniaturansichten für Fotoredakteure und Archivare angelegt. Die Begriffe der Kategorien wurden in einer Diskussionsrunde besprochen und festgeschrieben. Ein Asset-HandlingSet wurde eingerichtet das sich für die Bildarchivierung eignet. Für alle Fotoredakteure und Archivare wurden Nutzerprofile angelegt und die Zugriffsrechte entsprechend der Anforderungen angepasst. Der komplette Arbeitsablauf für die Archivierung von Bildern wurde festgelegt und schriftlich an die Nutzer weitergegeben. Die Archivare wie die Fotoredakteure erhielten eine Cumulus Schulung Mit diesen letzten Arbeitsschritten konnte die Entwicklung und Einrichtung der Originaldatenbank abgeschlossen werden. Die Nutzer von Cumulus wurden mit den Funktionen des Programms vertraut gemacht und es kann nun damit begonnen werden ein neues Bildarchiv für FVW aufzubauen. Im anschließenden Schlussteil dieser Dokumentation, sollen die Ergebnisse und Schwierigkeiten besprochen werden, die nach einem halben Jahr Nutzung festzustellen sind. 66 6 Exkurs – Bildtransfer aus QCM Nach Fertigstellung der Datenbank, konnte damit begonnen werden, die Bilddaten aus dem Quark-Content-Manager in den Katalog Cumulus7 zu transferieren. Zwar wurde die Übermittlung der Daten von einem externen Quark-Techniker umgesetzt, doch sah es dieser nicht in seinem Aufgabenbereich, die beim Transfer entstandenen Probleme zu beheben. Um die Bereitstellung der Datenbank erfolgreich abzuschließen, musste im Rahmen des Projektes eine Möglichkeit gefunden werden, die ca. 1000 schadhaften Datensätze aus der Datenbank zu separieren ohne dabei Bildinformationen zu verlieren. Aus diesem Grund soll die Problemlösung als Exkurs in diese Dokumentation mit aufgenommen werden. Da die in QCM eingepflegten Metadaten nicht in die IPTC-Informationen der Bilder zurück geschrieben wurden, konnten die Bilderbestände nicht einfach, wie die der alten Datenbank, neu eingepflegt werden. Auf diesem Weg wären alle eingepflegten Bildinformationen verloren gegangen und die Bilder unbrauchbar geworden. Um das zu verhindern, musste von einem QCM-Techniker in einer aufwändigen und kostspieligen Prozedur ein Transfer-Programm geschrieben werden. Mit diesem Programm wurden die Bilder samt Metadaten, per Abfrage aus QCM separiert, die Originale auf den Cumulus-Server übertragen, die Bilder katalogisiert und die Metadaten in die Datensätze geschrieben. Durch die automatisierte, unüberwachte Übertragung dieser großen Datenmengen kam es zu Problemen. Außerdem konnten die Übertragung nur in drei großen Paketen erfolgen. So sind in den Jahresordnern QCM_05, QCM_06 und QCM_07 mehrere tausend Bilder gespeichert, was ebenfalls problematisch ist. (Bild 28) Während der Arbeit mit dem QCM wurde nicht darauf geachtet die Benennung der Bilder serverkompatibel zu halten. Die Dateinamen der Bilder enthielten oft Sonder- und Leerzeichen und sind teilweise über 30 (!) Zeichen lang. Bei Verwendung verschiedener Betriebssysteme und Server ist dies immer eine große Fehlerquelle. 67 Unter normalen Umständen hätte Cumulus beim Versuch diese Dateien zu katalogisieren eine Fehlermeldung gegeben und das Bild hätte umbenannt werden müssen. Durch das Transfer-Programm wurden diese Sicherheitsvorkehrungen umgangen und die Bilder wurden katalogisiert. Bei diesem Vorgang erstellt Cumulus eine Verknüpfung zwischen dem erstellten Datensatz und der Originaldatei. Die zu langen, nicht kompatiblen Namen wurden jedoch vom Server umbenannt, der sie mit einer Tilde (~) ersetzte. Dies hatte zur Folge, dass der in der Cumulus-Verknüpfung gespeicherte Bildname nicht mehr mit dem Tatsächlichen übereinstimmte. Die im Datensatz gespeicherte Referenz führte ins Leere und kann vom Programm nicht mehr zugeordnet werden. Dies war bei etwa ca. 1000 Bildern der Fall, deren Datensätze ohne Verbindung zum Original im Katalog gespeichert wurden. Die fehlerhaften Datensätze können nicht einfach gelöscht und die Bilder neu eingepflegt werden, da die Metadaten mit den Datensätzen verschwinden würden. In einer arbeitsintensiven Prozedur müssen die Bilder außerhalb von Cumulus mit Hilfe von Fotostation mit den Metadaten neu beschrieben werden. Dafür muss für jedes Bild der passende Datensatz aufgerufen und die Informationen in die IPTC-Felder des Bildes übertragen werden. Erst wenn in den IPTC-Informationen die wichtigsten Metadaten enthalten sind, können die Bilder neu katalogisiert und archiviert werden. Bis dafür Zeit gefunden werden kann, müssen die Bilder sowie ihre Datensätze separiert werden, um die Funktionalität der Datenbank nicht zu beeinträchtigen. Zu diesem Zweck wurde eine Suchabfrage durchgeführt, bei der Cumulus alle Referenzen der Datensätze überprüft. Diejenigen Datensätze ohne Verbindung zu ihrem Asset wurden herausgefiltert und der für diesen Zweck eingerichteten Kategorie Fehler zugeordnet. Die zugehörigen Bilder auf dem Server wurden ebenfalls separiert und in den Problemfälle-Ordner unter QCM abgelegt. (Bild 31) Von hier aus können die Bilder neu beschriftet und katalogisiert werden und sobald dies geschehen ist, können auch die in der Kategorie Fehler gesammelten defekten Datensätze gelöscht werden. 68 7 Fazit – die Bewährung im Alltag Nach sechsmonatiger Nutzungsdauer im Redaktionsbetrieb von FVW soll nun der Erfolg des neu strukturierten Bildarchivs überprüft werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden über 18.000 Datensätze in die neue Datenbank aufgenommen. Es folgen die Ergebnisse des Projektes, Empfehlungen zur Pflege der Datenbank sowie ein Ausblick auf die nächsten Erweiterungen des FVW Archivs. 7.1 Datenbankpflege Auch ein noch so durchdachter Arbeitsablauf kann die gewissenhafte Mitarbeit und Pflege von Fotoredakteuren und Archivaren sowie die regelmäßige Wartung durch einen Datenbank-Administrator nicht ersetzten. Sowohl Fotoredakteure als auch Archivare sind angehalten während der Arbeit Verbesserungswünsche und -vorschäge zu notieren, die einmal pro Quartal in einer gemeinsamen Besprechung zusammengetragen werden sollen. Außerdem sollen die Fotoredakteure bei ihren Bildrecherchen auf doppelte Datensätze achten, deren Inhalte überprüfen und Dubletten eigenverantwortlich löschen.[1] Darüber hinaus muss periodisch geprüft werden, ob die Bilder noch aktuell sind, ob die Datensätze korrekt und vollständig ausgefüllt wurden oder Duplikate eingepflegt wurden. Aufgrund des ständigen Zeitmangels in den Redaktionen, muss für diese Arbeit ein Verantwortlicher bestimmt werden, der regelmäßig, zum Beispiel eine Stunde pro Woche, eine feste Zeit für die Archiv-Wartung aufbringt.[2] 1 vergleiche Gaus, W.: Dokumentations- und Ordnungslehre, S. 327-328 2 vergleiche Nürnberger, A.: Datenbanken und Recherche, S. 50-51 69 7.2 Umsetzung des Auftrags Der von FVW vorgegebene Zeitrahmen wurde während des Projektes auf fünf Monate verlängert. In dieser Zeit konnten die Anforderungen der PrintRedaktionen ermittelt werden, welche in die Strukturierung und Einrichtung eines neuen Bild-Archivs einflossen. Die alten Bildbestände wurden aussortiert, auf einen zentralen Bild-Server übertragen und werden zur Zeit eingepflegt und nachbearbeitet. Sowohl für Archivare als auch Fotoredakteure wurde ein Arbeitsablauf festgeschrieben nach dem nun in den Redaktionen gearbeitet wird. Die in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden in die Entwicklung eines Online-Bild-Archivs für FVW einfließen. 7.3 Cumulus7.1 in Anwendung Durch die klaren Arbeitsabläufe hat sich die Kommunikation zwischen Redaktion und Archiv erheblich verbessert. Durch das Einbeziehen der Mitarbeiter in den Entwicklungsprozess und die gemeinsamen Gespräche mit Archivaren und Fotoredakteuren, ist das gegenseitige Verständnis gewachsen und die Umstellung auf die neuen Arbeitsabläufe konnten besser angenommen werden. Noch fällt es den Fotoredakteuren schwer, sich immer an alle Punkte der neuen Standards zu halten. Durch den Zeitdruck, dem sie in ihren Redaktionen ausgesetzt sind, fallen sie immer wieder in alte Gewohnheiten zurück, beschriften die Bilder zu wenig oder vergessen die Umbenennung. Dabei bewährt sich das System mit den Problemordnern. Im Vergleich ist es doch angenehmer, Bilder sofort zu beschriften, als sie später mühsam nacharbeiten zu müssen. Doch nicht zuletzt Dank dem unermüdlichen Einsatz der Bildchefin, die mit Geduld immer wieder erklärt und antreibt, setzen sich die neuen Arbeitsweisen in den Fotoredaktionen langsam durch. Was die Nutzung der Datenbank für Bildrecherchen angeht, ist das 70 Feedback der Redakteure sehr positiv. Alle gewünschten Funktionen stehen zur Verfügung, und im Gegensatz zum alten Cumulus können alle angezeigten Bilder tatsächlich verwendet werden und sind mit den nötigen Informationen versehen. Die Archivare haben sich schnell an die neue Arbeitsweise gewöhnt, auch wenn das System mit Eingangs- und Problemordner zunächst ungewohnt erschien. Obwohl das manuelle Platzieren der Bilder auf dem Server zusätzliche Arbeit bedeutet, war die Zeit die das bisherige Einpflegen benötigte, bald wieder erreicht. Mittlerweile hat sich die Menge der täglich eingepflegten Daten sogar erhöht, da durch die Zuordnung zu den verantwortlichen Fotoredakteuren, Fragen zu den Bildern zügig geklärt werden können. Es wird weniger Zeit mit dem Nach-Recherchieren von Informationen verbracht und schlecht beschriebene Bilder zu den Redakteuren zurück geleitet. Die Nutzung des Bereichs $Keywords in der Kategoriestruktur, stellte sich beim Beschriften als hilfreich und Zeit sparend heraus. Im Laufe der Nutzung erweiterten die Archivare eigenständig die Schlagwortliste um oft verwendete Begriffe und können sich so wiederholtes Eingeben ersparen. (Bild 32) Bei zukünftigen Projekten dieser Art, sollten die Mitarbeiter noch mehr in den Prozess der Bedarfsklärung mit einbezogen werden. Bei einer erneuten Bedarfserhebung sollte nach effektiveren Mitteln gesucht werden, Informationen über die Arbeitsweise zu erhalten. Eine E-Mail-Befragung, wie sie in diesem Projekt genutzt wurde, ist zu wenig verbindlich, als dass auf diesem Weg ausreichend Informationen gewonnen werden könnten. Über die Cumulus Software lässt sich schlussfolgernd sagen, dass sie bei guter Anpassung und Pflege durchaus den Anforderungen an eine nachhaltige Bildarchivierung gerecht werden kann. Allerdings sollte langfristig ein Support-Vertrag mit dem Hersteller Canto abgeschlossen werden. Das aktuelle Problem mit dem User-Manager und der ServerKonsole zeigt, dass eine Datenbank-Software wie Cumulus7.1 zu komplex ist, als dass es möglich wäre, alle eventuell auftretenden Fehlerquellen selbst aufdecken und beheben zu können. Mit den nötigen finanziellen 71 Mitteln für die Finanzierung von Software und Support, bietet Cumulus aber genügend Anwendungsspielraum und Flexibilität, um als Archivsystem in Redaktionen verwendet zu werden. Bild 32: Schlagwortverzeichnis der aktuellen Datenbank 72 7.5 Frühzeitige Investition lohnt sich Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann geschlussfolgert werden, dass es sich für Betriebe lohnt, frühzeitig in eine grundlegende Strukturierung der Datenarchivierung zu investieren. Das Problem mit dem Quark-ContentManager bei FVW hat gezeigt, dass durch Einsparungen bei Konzeption und Einrichtung am Ende mehr Kosten bei der Problemlösung entstehen als zu Beginn vermeintlich eingespart werden konnten. Da ein Ende der steigenden Informations- und Datenflut auch in den nächsten Jahren nicht in Sicht ist, sollten Firmen frühzeitig Konzepte für ihre Datenverwaltung und -speicherung entwickeln. Gerade im Bereich Presse sollte ein Umdenken stattfinden und erkannt werden, welch große Erleichterung eine gute Bildarchivierung für den täglichen Produktionsablauf bedeutet. 7.6 Persönlicher Ausblick Nachdem sich die Neustrukturierung des Bildarchivs in den PrintRedaktionen bewährt hat, freut es mich, dass FVW mir die Verantwortung für das nächste Projekt ebenfalls übertragen hat. Neben meinen bestehenden Aufgaben als Datenbank-Administratorin, werde ich mich in den folgenden Monaten um die Erweiterung des Archivs um einen OnlineKatalog kümmern. Ich möchte dem FVW Verlag an dieser Stelle für sein Vertrauen danken und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. 73 Quellen Canto 2006 Canto: Cumulus7 Workgroup7.1 Adminstrationshandbuch http://www.canto.de/quick_links/customer_resources/customer_resources_ docu.php, Abruf, 01.02.2007 Canto 2006 Canto: Cumulus7 Workgroup7.1 Client-Benutzerhandbuch http://www.canto.de/quick_links/customer_resources/customer_resources_ docu.php, Abruf, 01.02.2007 FVW Mediengruppe 2007 Webseite des Verlages FVW Mediengruppe www.fvw-mediengruppe.de, Abruf 10.2007 Gaus 2005 Gaus, Wilhelm: Dokumentations- und Ordnungslehre. Berlin [u.a.]: Springer Verlag, 2005 Hellmann 1990 Hellmann, Wolfgang, Seeger, Thomas [u.a.]: Projektarbeit im Ausbildungsbereich Bibliothekswesen, Information und Dokumentation. Hannover: AG-AFE, 1990 Maeck 1990 Maeck, Horst: Das zielbezogene Gespräch. Düsseldorf: VDI Verlag, 1990 Nürnberger 1993 Nürnberger, Albrecht: Datenbanken und Recherche. Remagen- Rolandseck: Verlag Rommerskirchen, 1993 ( Journalismus & Praxis ) 74 Glossar Asset Digitaler Vermögenswert. Allgemeiner Begriff für jede Art von digitaler Mediendatei (Bilder, Präsentationen, Soundclips, Filme usw.) Asset-Handling-Set Satz von Einstellungen in Cumulus7.1, der die Handhabung von Assets beim Katalogisieren und beim Zugriff auf Assets festlegt. Client/Server- Architektur Softwarekonfiguration, durch die Benutzer (auch Clients genannt) im Netzwerk Zugriff auf eine server-Anwendung anfordern. Datensatz Katalogeintrag den Cumulus erstellt, wenn ein Asset einem Katalog hinzugefügt wird. In ihm werden die Informationen gespeichert die das Asset beschreiben. Datensatz-Ansichten-Set Satz von Einstellungen in Cumulus7.1, der die verschiedenen Ansichten für Datensätze festlegt Drag-und-Drop-Funktion Möglichkeit Objekte per Mausklick auf der Benutzeroberfläche zu bewegen. EXIF Exchangeable Image File Format. Standard zum Speichern von austauschbaren Bildinformationen, speziell solche der bei der JPEGKomprimierung verwendet werden. Expedient Ein kaufmännischer Angestellter, der in der Tourismus Branche tätig ist, zum Beispiel in einem Reisebüro arbeitet. 75 IPTC International Press Telecommunication Council. Standard für digitalen Text der einem Bild anhängt um dieses zu beschreiben. Katalog Eine Datei (Datenerweiterung .ccf) die Cumulus zur Verwaltung der katalogisierten Assets erstellt. Kategorie Wird in Cumulus zur Organisation von Datensätzen verwendet. Sie werden Assets zugeordnet um diese zu beschreiben. Quark-Content-Manager (QCM) Ein Asset-Management-System, bzw. Content-Management-System der Firma Quark Inc.. Es dient in Medienunternehmen als Redaktionssystem zur Workflow-Kontrolle und Datenspeicherung. 76 Verzeichnis der Anhänge Anhang I - Mediadaten der FVW Publikationen 78 Anhang II - E-Mail-Befragung der Mitarbeiter 79 Anhang III - Wortsammlung 80 Anhang IV - Workflow Bildredaktion 82 Anhang V - Workflow Archiv 85 77 Mediadaten der FVW Publikationen FVW Startjahr: 1966 Erscheinungsweise: 14-täglich Abopreis: 82,80 Verbreitete Auflage: 31.047 (IVW III/07) Verkaufte Auflage: 27.665 (IVW III/07) Anzeigenpreis 1/1 4c:9.150 Urlaub Perfekt Startjahr: 2003 Erscheinungsweise: 6x jährlich Abopreis: 8,10 Verbreitete Auflage: 139.381 (IVW III/07) Verkaufte Auflage: 136.872 (IVW III/07) Anzeigenpreis 1/1 4c:11.900 TravelTalk Startjahr: 1999 Erscheinungsweise: wöchentlich Abopreis: 12,00 Verbreitete Auflage: 32.401 (IVW II/07) davon Controlled Circulation:22.300 Anzeigenpreis 1/1 4c:7.500 BizTravel Start: 30. August 2006 Erscheinungsweise: 6 x jährlich Abopreis: 10,00 Verbreitete Auflage: 35.755 (IVW III/07) Anzeigenpreis 1/1 4c:8.250 TID Startjahr: 1965 Erscheinungsweise: 1 x jährlich im Frühjahr Bezugspreis: 69,00 (inkl. CD-ROM) Anzeigenpreis 1/1 4c:5.800 (115 x 180 mm) 78 E-Mail-Befragung der Mitarbeiter Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit dieser Mail möchte ich mich gerne vorstellen. Ich bin Sarah Queckenstedt, stehe kurz vor dem Abschluss als DiplomMediendokumentarin und arbeite daran, für die FVW Mediengruppe - also für Sie - eine neue Bild-Datenbank in Cumulus 7 aufzubauen. Hierfür benötige ich einige Antworten zu Ihrer persönlichen Arbeitsweise bei der Bildbeschaffung. Ich weiß, dass die Zeit im Redaktionsbetrieb knapp ist, doch möchte ich Sie bitten, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und die folgenden Fragen zu beantworten. Gehen Sie dafür auf "mail Weiterleiten", füllen Sie die Fragen direkt in der Mail aus und schicken Sie die Antwort an: [email protected]. Bei den Antworten geben Sie bitte bei einer Auswahl eine kurze Angabe der Häufigkeit mit: immer, meistens, selten, nie ein und/oder eine freie Antwort. Vielen Dank und viel Spaß ;-) Allgemein: 1. Aus welchen externen Quellen beziehen Sie am häufigsten Bilder? 2. Aus welchen (Verlags-) internen Quellen beziehen Sie am häufigsten Bilder? 3. Archivieren Sie alle neu hereinkommenden Bilder? Wenn ja, wo? Fragen zu Cumulus: 4. Welche Suche benutzen Sie, wenn Sie in Cumulus ein Bild suchen? Quicksearch: Erweiterte Suche: über die Kategorien: ganz anders: 5. Welche Probleme macht Ihnen die alte Cumulus Datenbank? 6. Was funktioniert gut in Cumulus? 7. Was sollte die neue Cumulus Datenbank unbedingt können? 8. Haben Sie noch andere Anmerkungen, Wünsche oder Ideen? vielen Dank für Ihre Zeit Liebe Grüße Sarah Queckenstedt 79 80 81 Workflow Bildredaktion Neue Recherche, neue Beschreibung 1. Alle Bilder die recherchiert wurden, werden, wie vorgesehen, auf dem Bilderserver im eigenen Ordner gesammelt. Dort werden sie sofort benannt und beschriftet. Dies geschieht entweder über Photopshop oder Fotostation. (Anweisungen siehe IPTC-Informationen) Wichtig: Die IPTC-Daten der in Frage kommenden Bilder müssen gewissenhaft ausgefüllt und ergänzt werden. Alle Bilder die nicht ausreichend beschrieben sind, werden beim Einpflegen in Cumulus von den Archivaren in den Problemordner des Redakteurs zurückgeleitet und können nicht archiviert werden. Der persönliche Problemordner muss regelmäßig von den Bildredakteuren durchgesehen und die unvollständigen IPTC-Informationen ergänzt werden. Welche Bilder werden Archiviert? 2. Die Bildredakteure entscheiden nach der Recherche welche Bilder in Cumulus archiviert werden sollen. Grundsätzlich gilt (Ausnahmen vorbehalten): 2.1. die zu archivierenden die Bilder müssen in druckfähiger Qualität vorliegen (mind. 10x15cm bei 300dpi) 2.2. die Bilder müssen entweder in einem Heft erschienen oder für zukünftige Recherchen von Bedeutung sein 2.3. Es sind ausreichend Bild-Informationen vorhanden 2.4. Es handelt sich nicht um Agenturbilder 2.5. Die Bilder sind bisher noch nicht in der neuen Cumulus7 Datenbank eingepflegt worden 2.6. Hochformate müssen gegebenenfalls gedreht werden. 3. Die zu archivierenden Bilder werden in einen Sammelordner auf dem eigenen Schreibtisch kopiert. (in diesem Ordner bitte Unterordner nach Publikation anlegen und die Bilder zuordnen) Wohin mit den Bildern? 4. Jeder Redakteur lagert die beschriebenen und umbenannten Bilder nach Publikationen sortiert in seinem Ordner auf dem Desctop, bis das entsprechende Heft erschienen ist und den Archivaren vorliegt. Dann werden die Bilder einer Ausgabe komplett auf dem Cumulus-Server in den eigenen Ordner Cumulus_Eingang / Name geschoben. Von dort werden sie von den Archivaren eingepflegt. (Jeder Fotoredakteur hat 82 einen persönlichen Eingangsordner und einen Problemfallordner für den er verantwortlich ist) Problemfälle 5. Tauchen beim katalogisieren Bilder auf, die nicht ausreichend beschrieben sind, werden diese von den Archivaren aussortiert und über den Ordner Problemfälle auf dem Cumulus-Server, an den jeweiligen Redakteur zurückgeleitet. Wichtig: Jeder Bildredakteur muss regelmäßig seinen Problemordner kontrollieren und die Bilder nacharbeiten. 6. Hat der Redakteur alle IPTC-Informatioenen nachgetragen, können die Bilder wieder in den eigenen Eingangsordner auf dem Cumulus-Server gelegt werden. (Cumulus_Eingang / Name) Pflichtfelder für IPTC-Informationen Photoshop Datei – Information Fotostation Text Anweisungen Dateiname Dateiname das Bild soll mit einem kurzen sprechenden Titel benannt werden (nicht mehr als 15 Zeichen). Wichtig: Mehrere Wörter werden mit Unterstrich (_) oder Bindestrich (-) getrennt. Davon abgesehen dürfen keine Sonderzeichen oder Lehrzeichen enthalten sein. Bei Personen immer zuerst Nachname dann Vorname. Beispiel: Hotel_Atlantik.jpg, Frenzel01.jpg, Hedorfer_Petra.jpg Bei Logos und Screenshots bitte unbedingt ein Datum im Dateinamen mit angeben, da diese ohne zeitliche Zuordnung wertlos sind. Beispiel: PrincessCruises2007.jpg Beschreibung Objekterklärender Text zum Bildinhalt. Beschreibung Bei Personen immer Vorname, Name und Position angeben. (Achtung: Wichtig: wenn der Ort der Aufnahme von nicht Objekt besonderer Bedeutung ist bitte ebenfalls Beschreibung hier eintragen lokal!!) Beispiel: bei einem Bild des Hamburger Michel ja, bei einem Interview das in Hamburg aufgenommen wurde, nein 83 Photoshop Datei – Information Fotostation Text Anweisungen CopyrightVermerk CopyrightVermerk hier sollen alle vorhandenen Informationen zu den Bildrechten eingetragen werden: - - Vorname und Nachname des Fotografen, bzw. Ansprechpartners aus welcher Quelle es stammt (Agentur, Fotograf, Fotograf für FVW, Illustrator, PR, Privat, Redakteur, RoyaltyFree) eventuell genauere Preisabsprachen wenn nicht offensichtlich, dann ein Hinweis ob das Bild Honorarfrei oder -pflichtig ist Ort Ort (Stadt) der Aufnahme ErstellungsDatum Datum der Aufnahme 84 Workflow Archiv Originalbilder auf dem Server ablegen: - Zu archivierende Bilder kommen im Ordner Cumulus_Eingang auf dem Cumulus Server an. Jeder Fotoredakteur hat dort seinen eigenen Ordner in dem er seine Bilder ablegt. Die Bilder sind nach Publikationen sortiert. - Es wird ein neuer Tagesordner in Cumulus angelegt. Beispiel 2007 – 07/05 – 07/05/11 - Die Bilder werden ausgewählt, gelb markiert und auf dem Cumulus Server in den aktuellen Archivordner verschoben. Bilder in Cumulus katalogisieren - Nun muss Cumulus aufgerufen werden. - In der Menüleiste wählt man Assets katalogisieren. Es erscheint ein Auswahlfenster mit allen Verzeichnissen. Über Cumulus 2007 – Monat – Tag erreicht man die gelb markierten neuen Bilder. Mit den Tasten Shift bzw. Apfel können die gelb markierten Bilder ausgewählt werden. Mit Enter beginnt das Katalogisieren. Cumulus nimmt nun alle Bilder in die Datenbank auf und erstellt Datensätze. Alle Bilder die neu in Cumulus aufgenommen werden, haben automatisch den Status: neu. Tipp: Wenn man Ordnerweise immer pro Redakteur und Publikationen einpflegt, weiß man sowohl an wen Problembilder zurück gehen müssen, als auch in welchem Heft die Bilder erschienen sind Datensätze mit Informationen füllen - Zum beschreiben der neu aufgenommenen Bilder lässt man Cumulus die Datensätze nach Status sortieren oder wählt die Suchabfrage Status Neu (zu finden in der Menüleiste lings neben dem Quicksearch Feld). Die unbeschriebenen Bilder werden in einer neuen Kollektion angezeigt und können nun beschrieben werden. - Dafür wird mit einem Doppelklick auf das Bild, das AssetInformations-Fenster geöffnet. Die Informationen können nun in die entsprechenden Felder eingetragen werden. Die roten Pflichtfelder müssen unbedingt ausgefüllt werden um die Archivierung abschließen zu können. (siehe Regeln Bildarchivierung) 85 - Für das Pflichtfeld Kategorien können im linken Bereich alle passenden Kategorien angewählt (Apfel + Mausklick) und dann komplett in den Datensatz gezogen werden. - Nach erfolgreichem Beschreiben wird der Status des Bildes auf archiviert gesetzt und der Datensatz geschlossen. Problemfälle - Sollte es bei einem Bild nicht möglich sein die Pflichtfelder auszufüllen, da wichtige Informationen fehlen, wird das Bild lila markiert (rechter Mausklick bzw. Mausklick + ctrl – Etikett zuordnen). Wichtig: bevor das Archivieren beendet werden kann, müssen die lila markierten Bilder in den Ordner Problemfälle gelegt und aus der Datenbank entfernt werden. - Dazu bitte einen Doppelklick auf die Kategorie $Sources und in der Sortierung Etikett anwählen. Cumulus sortiert die Bilder nach Farben. Es können alle lila markierten Bilder mit der Shift Taste angewählt werden. Mit einem rechtem Mausklick (bzw. Mausklick + ctrl) und kopieren nach, wird ein Auswahlfenster mit allen Verzeichnissen angezeigt. Über Cumulus – Problemfälle – Redakteur kann der richtige Ordner angewählt und mit Enter bestätigt werden. - !! Zum Schluss bitte alle lila markierten Bilder anwählen und in der Menüleiste den Papierkorb und Datensatz und Asset löschen wählen. So soll verhindert werden dass unvollständig ausgefüllte Datensätze in die Datenbank gelangen. Sobald die Redakteure die fehlenden Bild-Infos nachgetragen haben taucht das Bild wieder im Ordner Cumulus_Eingang auf und kann katalogisiert werden. 86 Regeln Bildarchivierung Für die Beschreibung der Bilder sollen einige Standards gelten. Feldname Anweisungen Datensatzname wird vom Dateinamen übernommen, nicht änderbar (bitte kurz auf Rechtschreib- und Formfehler überprüfen, bei groben Fehlern als Problemfall markieren (lila Etikett) und später löschen) Miniatur Sollte richtig gedreht sein (bei Seitenlage, als Problemfall markieren (lila Etikett) und später löschen) Bildquelle Mit Hilfe der Angaben aus dem Feld Copyright-Vermerk anwählen CopyrightVermerk Hier soll nur Name und Nachname des Fotografen bzw. Ansprechpartners eingetragen werden. - Alle weiteren BildrechtInformationen auf die entsprechenden Felder: Bildquelle, Honorar, und Preisabsprachen verteilen. Honorar Mit Hilfe der Angaben aus dem Feld Copyright-Vermerk anwählen Preisabsprache n Mit Hilfe der Angaben aus dem Feld Copyright-Vermerk anwählen Iptc Datum Wenn nicht automatisch vorhanden, - bei Unsicherheit als Problemfall markieren (lila Etikett) und später löschen, - bei aktuellen Allgemeinbildern ein ungefähres Datum angeben. Immer in der Form: 01.01.2007 (wichtig ist das entsprechende Jahr) 87 Verknüpfte iptc Felder Bildname CopyrightVermerk Anweisungen, Quelle, Autor, Bildrechte Erstellungsdatu m Feldname Anweisungen Verknüpfte iptc Felder Iptc Ort Wenn nicht automatisch vorhanden, in den Notizen oder Dateinamen schauen, sonst frei lassen. Land Aus der hinterlegten Liste entsprechendes Land auswählen Kategorien Mehrere Kategorien können im linken Bereich angewählt werden (Apfel + Mausklick) und dann komplett in den Datensatz gezogen werden Notizen Bitte sinngemäß in ganzen Sätzen ergänzen (wenn nötig) - Personen immer mit Vor-, Nachname und Position angeben. - Bei Fremdsprachiger Beschriftung eine kurze deutsche Beschreibung ergänzen Notizen, Überschrift, Objektbeschrei bung Schlagwörter mit Komma getrennt angeben (je mehr sinnvolle Schlagworte vergeben werden, je besser lasen sich die Bilder wieder finden ; -) hier ist etwas Kreativität gefragt) Stichwörter Erschienen in Publikationen untereinander, mit Komma getrennt die Ausgabe fvw 10_06, 3_07 tt 1_07 Status Erst auf archiviert setzten wenn alles eingetragen werden konnte Dateiformat Automatisch, nicht änderbar Asset Datengröße Automatisch, nicht änderbar 88 Ort Format Eidesstattliche Versicherung Ich versichere, die vorliegende Arbeit selbständig ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen Quellen und Hilfsmittel als die angegebenen benutzt zu haben. Die aus anderen Werken wörtlich entnommenen Stellen oder dem Sinn nach entlehnten Passagen sind durch Quellenangabe kenntlich gemacht. Hamburg, 11.01.2008