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Textentwicklung. Die hier vorgenommene Trennung der Phasen wird von der
Autorin selbst als »künstlich« bezeichnet,
da in der Praxis der Textproduktion in
der Regel eine Überschneidung der Phasen stattfinden dürfte.
Im weiteren werden kulturelle Rahmenbedingungen fachspezifischer Unterschiede beim Umgang mit Rückgriffen
auf andere Texte aufgeführt und exemplarisch belegt. Aus diesen Unterschieden schließt die Autorin, daß sich in den
unterschiedlichen Fachbereichen unterschiedliche Kommunikationsformen entwickelt haben. Auch ein Einfluß der
einzelnen Fachzeitschriften selbst sowie
der jeweiligen scientific community auf
unterschiedliche Textproduktionsverfahren wird geltend gemacht.
Im vierten Teil zieht die Autorin ihr Fazit
und weist auf weiterführende Forschungsfragen hin. Sie sieht ihre Arbeit
als der
»Forderung Weinrichs […] verpflichtet, die
Beobachtung des formellen wie informellen
Sprachverkehrs in den Wissenschaften und
seiner sprachlichen Voraussetzungen auf
die Liste regulärer Forschungsgegenstände
zu setzen. Praktische Anwendungsfelder
von Einsichten in den Gegenstand betreffen
die Lehre, die Textkritik sowie die Entwicklung elektronischer Arbeitsmittel, die den
textproduktiven Umgang mit anderen Texten unterstützen« (342).
Die vorliegende Arbeit dürfte sehr hilfreich bei der Erfüllung dieser Forderung
sein. Auch wenn viele der getroffenen
Aussagen dem Leser auf den ersten Blick
zunächst bereits bekannt oder von vornherein logisch erscheinen, so läßt doch
die komplexe Betrachtung des Phänomens »Textvernetzung in der Wissenschaft« vieles in einem anderen Licht
erscheinen. Wer immer sich weiter mit
diesem Phänomen beschäftigen möchte,
dem ist mit dieser Studie ein profundes
Basiswerk an die Hand gegeben.
Janich, Nina:
Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Narr, 1999 (Narr-Studienbücher). –
ISBN 3-8233-4974-0. 247 Seiten, DM 34,80
(Birgit Chiasera, Erfurt)
Werbung ist aus unserem Alltag nicht
mehr wegzudenken. Täglich werden wir
mit einer Flut von Werbeanzeigen und
Fernsehspots überhäuft. Kein Wunder
also, daß die Werbesprache in der germanistischen Sprachwissenschaft als Forschungsgegenstand bereits seit längerer
Zeit Beachtung gefunden hat. Und auch
bei den Studierenden erfreut sich die
Werbesprache als Thema für Seminarbzw. Examensarbeiten großer Beliebtheit.
Eine studiengerechte Einführung, die
umfassend die möglichen sprachwissenschaftlichen Untersuchungsaspekte darstellt, sowie eine anerkannte Methodik
der Werbesprachenforschung fehlen jedoch bislang noch. Genau hier setzt Nina
Janich an. Sie gibt mit dem vorliegenden
Studienbuch methodenkritische Hilfestellung und Anregungen für diejenigen,
die sich aus sprachwissenschaftlicher
Sicht mit dem Thema Werbung beschäftigen wollen und eigene Untersuchungen
anstreben. Dementsprechend geht es ihr
weniger um Information über die derzeitige sprachliche Gestalt von Werbeanzeigen oder Werbespots, sondern vielmehr
um Diskussion und Klärung problematischer Termini sowie um Vorschläge für
Forschungsthemen und mögliche Untersuchungskategorien.
Das Arbeitsbuch umfaßt sechs Kapitel,
die zur besseren Übersichtlichkeit jeweils
aus einem Haupttext und verschiedenen
Textbausteinen zusammengesetzt sind.
Der Haupttext, der sich mit Grundbegriffen, Definitionen, Kategorienbildung,
Beispielen aus der Werbung sowie neueren und neuesten Forschungsergebnissen
befaßt, wird vervollständigt durch Textbausteine, die mit Symbolen am Seiten-