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236 Textentwicklung. Die hier vorgenommene Trennung der Phasen wird von der Autorin selbst als »künstlich« bezeichnet, da in der Praxis der Textproduktion in der Regel eine Überschneidung der Phasen stattfinden dürfte. Im weiteren werden kulturelle Rahmenbedingungen fachspezifischer Unterschiede beim Umgang mit Rückgriffen auf andere Texte aufgeführt und exemplarisch belegt. Aus diesen Unterschieden schließt die Autorin, daß sich in den unterschiedlichen Fachbereichen unterschiedliche Kommunikationsformen entwickelt haben. Auch ein Einfluß der einzelnen Fachzeitschriften selbst sowie der jeweiligen scientific community auf unterschiedliche Textproduktionsverfahren wird geltend gemacht. Im vierten Teil zieht die Autorin ihr Fazit und weist auf weiterführende Forschungsfragen hin. Sie sieht ihre Arbeit als der »Forderung Weinrichs […] verpflichtet, die Beobachtung des formellen wie informellen Sprachverkehrs in den Wissenschaften und seiner sprachlichen Voraussetzungen auf die Liste regulärer Forschungsgegenstände zu setzen. Praktische Anwendungsfelder von Einsichten in den Gegenstand betreffen die Lehre, die Textkritik sowie die Entwicklung elektronischer Arbeitsmittel, die den textproduktiven Umgang mit anderen Texten unterstützen« (342). Die vorliegende Arbeit dürfte sehr hilfreich bei der Erfüllung dieser Forderung sein. Auch wenn viele der getroffenen Aussagen dem Leser auf den ersten Blick zunächst bereits bekannt oder von vornherein logisch erscheinen, so läßt doch die komplexe Betrachtung des Phänomens »Textvernetzung in der Wissenschaft« vieles in einem anderen Licht erscheinen. Wer immer sich weiter mit diesem Phänomen beschäftigen möchte, dem ist mit dieser Studie ein profundes Basiswerk an die Hand gegeben. Janich, Nina: Werbesprache. Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Narr, 1999 (Narr-Studienbücher). – ISBN 3-8233-4974-0. 247 Seiten, DM 34,80 (Birgit Chiasera, Erfurt) Werbung ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Täglich werden wir mit einer Flut von Werbeanzeigen und Fernsehspots überhäuft. Kein Wunder also, daß die Werbesprache in der germanistischen Sprachwissenschaft als Forschungsgegenstand bereits seit längerer Zeit Beachtung gefunden hat. Und auch bei den Studierenden erfreut sich die Werbesprache als Thema für Seminarbzw. Examensarbeiten großer Beliebtheit. Eine studiengerechte Einführung, die umfassend die möglichen sprachwissenschaftlichen Untersuchungsaspekte darstellt, sowie eine anerkannte Methodik der Werbesprachenforschung fehlen jedoch bislang noch. Genau hier setzt Nina Janich an. Sie gibt mit dem vorliegenden Studienbuch methodenkritische Hilfestellung und Anregungen für diejenigen, die sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht mit dem Thema Werbung beschäftigen wollen und eigene Untersuchungen anstreben. Dementsprechend geht es ihr weniger um Information über die derzeitige sprachliche Gestalt von Werbeanzeigen oder Werbespots, sondern vielmehr um Diskussion und Klärung problematischer Termini sowie um Vorschläge für Forschungsthemen und mögliche Untersuchungskategorien. Das Arbeitsbuch umfaßt sechs Kapitel, die zur besseren Übersichtlichkeit jeweils aus einem Haupttext und verschiedenen Textbausteinen zusammengesetzt sind. Der Haupttext, der sich mit Grundbegriffen, Definitionen, Kategorienbildung, Beispielen aus der Werbung sowie neueren und neuesten Forschungsergebnissen befaßt, wird vervollständigt durch Textbausteine, die mit Symbolen am Seiten-