Download Dokument_37
Transcript
3.4. ELEKTRISCHE EIGENSCHAFTEN VON IGCTS 45 chen Beitrag zu den Ausschaltverlusten des IGCTs, da über dem Bauteil bereits eine hohe Blockierspannung anliegt, während der Tailstrom fließt. Die Ausschaltverluste des IGCTs werden durch Integration der Augenblicksleistung über die gesamte Zeit des Ausschaltens berechnet mit Z t=tEnd Z t=tEnd EOff = p(t) dt = UAK (t) · IA (t) dt. (3.18) t=0 t=0 Als Startzeit t = 0 wird der Zeitpunkt der beginnenden Kommutierung des Anodenstromes gewählt, der Endzeitpunkt des Schaltvorganges ist erreicht, wenn der Anodenstrom den Wert des stationären Sperrstromes erreicht. Die Abbildung 3.28(a) zeigt den Verlauf eines Abschaltvorganges mit den eingetragenen zeitlichen Grenzen des Abschaltvorganges. Die Abbildung 3.28(b) zeigt den zeitlichen Verlauf der im Bauelement umgesetzten Augenblicksleistung und der Schaltverlustenergie. 10 1000 US / kV 7,5 poff IS / A / MVA 4 750 5,0 500 2,5 Eoff / VAs 40 3 30 2 20 1 10 250 0 0 t0 0 0 5 t/µs 10 15 (a) Ausschaltverlauf 20 25 0 5 t / µs 10 15 20 0 25 (b) Leistung und Ausschaltverluste Abbildung 3.28: (a) Zeitlicher Verlauf eines IGCT-Ausschaltvorganges und (b) zeitlicher Verlauf der Augenblicksleistung (IL231.49) Den Hauptanteil der Ausschaltverluste liefert der Zeitabschnitt der steigenden Spannung UAK über dem IGCT bei noch fließendem Anodenstrom IA und wird entsprechend durch die Anstiegsgeschwindigkeit der Spannung UAK bestimmt [Bernet 2000]. Der Ausschaltverlauf des IGCT fordert im Unterschied zum GTO keinerlei Begrenzung des Spannungsanstieges. Den Spannungsanstieg begrenzende Beschaltungsnetzwerke (du/dt-Snubber) begrenzen durch ihre Zeitkonstanten die maximale Schaltfrequenz, die an ihnen umgesetzten Verluste limitieren den Wirkungsgrad. Wenn auch eine Begrenzung des Spannungsanstiegs bei IGCTs nicht zwingend gefordert ist, so kann die Begrenzung des Spannungsanstieges durch einen du/dt-Snubber die Schaltverluste senken oder aber entsprechend den maximal abschaltbaren Strom ITGQM erhöhen und damit den sicheren Arbeitsbereich (SOA) erweitern. In Abbildung 3.29(a) sind die Ausschaltverläufe ohne und mit einem du/dt-Snubber dargestellt, die Abbildung 3.29(b) gibt die momentane Leistung und die Ausschaltverluste an. Die Entmagnetisierung der Clamp-Beschaltung hat, wie in Abschnitt 3.7 dargestellt wird, einen Einfluss auf den Spannungverlauf, nachdem der IGCT Blockierspannung übernommen hat. Der Verlauf des Tailstromes ist davon nahezu unbeeinflusst. Allerdings beeinflusst die Clamp-Auslegung die Ausschaltverluste, da die Spannungsüberhöhungen der Clamp-Entmagnetisierung auftreten, während der Tailstrom noch fließt.