Download Anleitung - Four Audio
Transcript
MF-Meßsystem: Beispiele 202/283 werden müssen, wobei man dann die Ergebnisse entsprechend kritisch begutachten und möglichst eine ganze Reihe von Messungen mit verschiedenen Ausrichtungen des Lautsprechers machen sollte. Das verwendete Mikrophon sollte natürlich auch eine Kugelcharakteristik aufweisen. 8.13.2 Meßmenu Die eigentliche Messung der Impulsantwort mit MF kann in bekannter Form mit einer Frequenzgangmessung aus dem AD/DA Menu erfolgen. Der kleine Umweg über den Frequenzbereich wird immer dann erforderlich, wenn eine Kompensationsdatei verwendet wird. Wird zur Anregung ein irgendwie gefärbtes Rauschsignal benutzt, so ist auch hier vorher eine Referenzmessung zu machen, welche die Übertragungsfunktion der gesamten Meßstrecke erfaßt und später aus der Messung herausrechnet, so daß ausschließlich das Verhalten des eigentlichen Meßobjektes übrig bleibt. Der einfachste Weg dürfte damit über die bekannte Lautsprecher Messfunktion LS sensitivity gehen. In der Einstellung Build imp. resp. = post comp und Delay shift = no liefert diese Funktion die komplett kompensierte Impulsantwort. Als Anregungssignale können alle Varianten von Rauschfolgen und Sweepsignalen benutzt werden. Zu beachten ist lediglich, daß die Länge entsprechend der zur erwartenden Nachhallzeit gewählt wird. Eine Rauschfolge vom Grad 16 z.B. ergibt bei einer Abtastrate von 44,1 kHz eine Impulsantwortlänge von 216/44100=1,48 Sekunden. Reicht die Länge nicht aus, so sollte immer die Anzahl der Samples erhöht und niemals die Abtastrate reduziert werden, da ansonsten keine Kompatibilität mehr zum 44,1 kHz Standard besteht. Das Vorgehen entspricht im Detail damit einer Lautsprechermessung, wie sie bereits in 8.3 erläutert wurde. Ebenso kann hier auch die Mikrokompensation benutzt werden, soweit eine Meßdatei des Mikrophons vorliegt. Ein Fenster darf im Gegensatz zu einer Lautsprechermessung natürlich nicht eingeschaltet werden, da man hier ja die Raumreflexionen unbedingt sehen möchte und nicht als störende Element ausblenden. 8.13.3 Referenzmessung Eine weitere zu diskutierende Frage ist diejenige, was bei der Referenzmessung in die Meßschleife mit einbezogen wird. Noch einmal vom Idealfall eines Lautsprechers mit dem Verhalten einer Punktschallquelle und eines Mikrophons mit Kugelcharakteristik ausgehend, wäre so vorzugehen, daß die Anordnung Lautsprecher und Mikrophon in reflexionsfreier Umgebung mit in die Referenzmessung einbezogen wird. Sodann wäre die gesamte Meßschleife mit wirklich allen Komponenten einschließlich der Lautsprecher und Mikrophonfrequenzgänge erfaßt. Raumeinflüsse gäbe es aus der reflexionsfreien Umgebung zunächst keine. Sodann würde dieser Aufbau im zu messenden Raum © by Audio & Acoustics Consulting Aachen V 3.1D gedruckt 12.12.99 11:12