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133 Systems zur Vergabe eines Umweltzeichens75 noch verschärft. Dieser Rechtsakt revidiert die Verordnung (EWG) Nr. 880/92 des Rates vom 23. März 1992 betreffend ein gemeinschaftliches System zur Vergabe eines Umweltzeichens. Er stützt sich entsprechend nur „insbesondere“ auf Art. 175 Abs. 1 EG und setzt in seinem Grund (7) im Übrigen ausdrücklich die Zielsetzung zur Abdeckung von Produkten und Umweltfaktoren, „die für die Gemeinschaft sowohl im Hinblick auf den Binnenmarkt wie auch im Hinblick auf den Schutz der Umwelt von Bedeutung sind“ fort, welche bereits seinen Vorgängerrechtsakt gekennzeichnet hatte. Die Konsequenzen einer solchen Doppellegitimation sind im Einzelnen umstritten und bislang wohl keiner abschließenden Klärung unterzogen. Weitgehend geklärt ist, dass es für die kompetenzrechtliche Einordnung eines Gemeinschaftsrechtsaktes im Gegensatz zur „subjektiven Theorie“ nicht allein auf die Einschätzung der erlassenden Gemeinschaftsorgane ankommen kann. Diese sind selbst an das vertragliche Primärrecht gebunden und disponieren deshalb nicht über dessen Geltungsbereich. Mit dem EuGH muss deshalb davon ausgegangen werden, dass die Abgrenzung mehrerer ggf. einschlägiger Kompetenzgrundlagen anhand objektiver und gerichtlich nachprüfbarer Umstände zu erfolgen hat.76 Hieran anschließend verlangen Teile der Literatur, dass der in Rede stehende Rechtsakt einer differenzierten Betrachtung unterzogen wird, die seine Einzelregelungen jeweils der dafür bestimmten Ermächtigungsgrundlage mitsamt der daran anknüpfenden Rechtsfolgen zuführt.77 Allerdings wird die rechtliche Bewertung damit auch auf das grundsätzliche Verhältnis der Art. 95 Abs. 5 EG und Art. 176 EG zurückverwiesen, das in der Praxis bereits unter der Geltung der Vorgängervorschriften Art. 100a EGV und Art. 130s EGV umstritten war: Insoweit war der EuGH zunächst davon ausgegangen, dass Art. 100a EGV bei der Angleichung von Umweltschutzmaßnahmen zur Abwehr von Wettbewerbsverfälschungen die richtige Rechtsgrundlage darstelle und daher seine umweltpolitische Schwesternorm zurückdränge.78 In zwei darauf folgenden Urteilen entschied er dann jedoch, dass Art. 130s EGV zu wählen sei, wenn der zu erlassende Rechtsakt nur nebenbei eine Harmonisierung der Marktbedingungen innerhalb der Gemeinschaft bewirke.79 75 ABl. EG Nr. L 237 vom 21. 9. 2000, S. 1 ff. 76 Grundlegend EuGH, Rs. C-45/86, Slg. 1987, 1493, 1494 Ziff. 2 – Zollpräferenzen. 77 Übereinstimmend Tietje, in: Grabitz/Hilf (Fn. 55), Art. 95 EGV, Rn. 99 m. w. N., und Pipkorn et al., in: von der Groeben/Schwarze (Fn. 53), Art. 95 EG, Rn. 99. 78 EuGH, Rs. C-300/89, Slg. 1991 I, 2867, 2868 Ziff. 3 – Titandioxid. 79 EuGH, Rs. C-155/91, Slg. 1993 I, 939, 939 f. Ziff. 2 – Kommission/Rat, und Rs. C-155/91, Slg. 1994 I, 2874, 2882 Rn. 25 f. – Parlament/Rat.