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13.2 Untersuchungsgebiet
Die Art und Lage aller drei Brücken geht aus
Abbildung 13.3 hervor. Die bemerkenswerte
Schlankheit des geplanten Trägers setzt eine
beidseitige Einspannung im Fels voraus, reduziert doch eine solche Lösung das maximale Moment in Feldmitte um Zweidrittel gegenüber einem einfach gelagerten Balken. An
den Felsfundamenten der beiden Talflanken
greifen damit nicht nur Einzelkräfte (Bogenbrücke), sondern auch beachtliche Momente
an. Es liegt auf der Hand, dass beim voutenförmigen Träger die horizontalen Kräfte im
Vergleich zu den vertikalen bedeutend kleiner
sind.
In Abbildung 13.4 ist aufgezeichnet, welche
Anforderungen an die Gründungskörper gestellt werden: Sie müssen zum einen eine hinreichende Sicherheit gegenüber der Bildung
gleitgefährdeter Felskörper, zum andern eine
ausreichende Steifigkeit gegen unzulässige
Verformungen der Brücke aufweisen. Im
Zentrum der nachstehenden Ausführungen
steht die Sicherheit gegen Versagen. Die Frage nach der Gebrauchstauglichkeit wird nur
am Rande behandelt, obwohl die neue Brücke
sehr empfindlich auf Setzungen δ und auf
Verkippung κ ihrer Fundamente reagiert.
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a)
δ
κ
b)
Abb. 13.4
Zwei mögliche Gefährdungsbilder:
a) Bildung eines instabilen Felskörpers, b) Nachgeben eines Felsbereichs: Setzung δ, Verkippung κ.
Für den Nachweis eines hinreichenden Widerstandes unterscheidet man zwei Szenarien: Beim
globalen Versagen ist der potentielle Bruchkörper so voluminös, dass er die Aufstandsfläche
vollständig einschliesst. Demgegenüber ist das lokale Versagen auf einen Teil davon beschränkt. Selbst im zweiten, vordergründig weniger kritischen Fall bestehen Zweifel, ob die
Tragfähigkeit des verbliebenen Tragwerks ausreicht resp. das Bauwerk die ihm zugedachten
Aufgaben noch zu erfüllen vermag. Steht ein solcher Nachweis zur Diskussion, so ist die Einleitung konstruktive Massnahmen (Anker, Dübel, Injektionen etc.) vorzusehen.
13.2 Untersuchungsgebiet
Muro Lucano mit seiner bekannten Burg (Abb. 13.5) liegt auf einem markanten Hügelzug in
der Provinz Basilicata nahe der Hauptstadt Potenza südöstlich von Napoli (IT). Das eng bebaute Dorf (Abb. 13.1) wird nördlich und östlich vom Rescio umflossen, der gegen Süden hin
– am Fuss der Ortschaft – in eine fruchtbare Ebene entwässert. Durch seine erodierende Wirkung bildete sich ein rund 100 m tiefes Tal, das den Weg zum östlich gelegenen Capodigiano
versperrt. Heute überwinden zwei Bauwerke das natürliche Hindernis: Die Römer- und die
Bogenbrücke (Abb. 13.3). Die geplante Brücke begradigt den serpentinenförmigen Verlauf
der bestehenden Strasse auf einer höher gelegenen Kote.