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1013_04_58_77 10.06.2005 15:53 Uhr Seite 62 Elbe Die Elbe tangiert im äußersten Südwesten bei Mühlberg und im Nordwesten unterhalb der Havelmündung das Land Brandenburg. Aufgrund der hohen Wasserbilanzdefizite im Abflussjahr 2003 lagen die Abflüsse der Elbe am Pegel Wittenberge im November und Dezember 2003 im Bereich der mittleren Niedrigwasserabflüsse (Abb. 7). Mit Ausnahme des Februars blieben die monatlichen Abflüsse z.T. deutlich unter den mehrjährigen Vergleichswerten. Erst zum Ende des Kalenderjahres 2004 wurden die mittleren Abflussverhältnisse wieder annähernd erreicht. Mit einem mittleren Abfluss von 473 m3/s wurden im Abflussjahr 2004 nur 70 % des langjährigen Mittelwertes erreicht. Die Abflussspitze trat am Pegel Wittenberge am 13.02.2004 mit 1.380 m3/s ein und lag damit deutlich unter dem mittleren Hochwasserabfluss von 1.910 m3/s. Danach setzte bis Anfang September ein deutlicher Abflussrückgang ein. In diesem Zeitraum lagen die mittleren Monatsabflüsse am Pegel Wittenberge deutlich unter den mehrjährigen Vergleichswerten. Im September unterschritten die Abflüsse die mehrjährigen mittleren Niedrigwasserabflüsse (MNQ). Zum Ende des Kalenderjahres stiegen die Abflüsse wieder an und es bildete sich im November aufgrund von starken Nie- derschlägen eine zweite Hochwasserwelle aus, die mit einem Scheitelwert von 1.130 m3/s am 30.11.2004 den Scheitelwert vom Februar nicht erreichte. Oder Die Oder entspringt im Odergebirge der tschechischen Ostsudeten und mündet nach einer Fließstrecke von 854 km in das Stettiner Haff. Die Bundesrepublik besitzt nur einen Anteil von 5 % am insgesamt 118.861 km2 großen Odereinzugsgebiet. Zum Beginn des Abflussjahres 2004 lagen die Abflüsse der Oder deutlich unter den mehrjährigen Mittelwerten (Abb. 8). Erst im Februar kam es zu einem deutlichen Anstieg der Abflüsse. Der Scheitelwert des Frühjahrhochwassers wurde am Pegel Hohensaaten/Finow am 8.04.2004 mit 963 m3/s registriert. Von Mai bis Anfang September stellte sich dann ein kontinuierlicher Abflussrückgang ein, wobei die mehrjährigen monatlichen Vergleichswerte deutlich unterschritten wurden. Am 16.08.2004 wurde mit 161 m3/s am Pegel Hohensaaten/Finow der niedrigste Abflusswert im betrachteten Zeitraum registriert, der identisch mit dem niedrigsten Abfluss aus dem Trockenjahr 2003 war. Bis zum Kalenderjahresende war nur ein geringer Anstieg der Abflüsse zu verzeichnen. Die monatlichen Mittelwerte lagen deutlich unter den mehrjährigen Vergleichswerten. Ganzjährig lag der mittlere Abfluss der Oder am Pegel Hohensaaten/Finow mit 356 m3/s nur bei 68 % des mehrjährigen Mittelwertes und damit noch unter dem Mittelwert des Vorjahres. 4.1.2 Gewässerbewirtschaftung im Jahr 2004 Abb. 7: Abflussganglinie der Elbe am Pegel Wittenberge Das Jahr 2004 war für das Elbeeinzugsgebiet kein Hochwasserjahr wie das Jahr 2002 und kein Trockenjahr wie das Jahr 2003 für Deutschland. Nach einem relativ trockenen Frühjahr folgte ein regenreicher Sommer. Dadurch war der Bedarf der Landwirtschaft an Bewässerungswasser geringer als sonst. Zum Aufhöhen von Niedrigwasser und für die Bewässerung stehen im Land Brandenburg drei größere Speichersysteme zur Verfügung. Die Besonderheiten der Speicherbewirtschaftung in den einzelnen Flussgebieten werden im Folgenden dargestellt: • Talsperre Spremberg Abb. 8: Abflussganglinie der Oder am Pegel Hohensaaten-Finow 62 Die Talsperre Spremberg ist als größte Talsperre im Land Brandenburg eine bedeutsame Anlage für die Wasserbewirtschaftung im Spreegebiet. Neben dem Hochwasserschutz besteht die Hauptaufgabe der Talsperre in der Niedrigwasseraufhöhung der Spree, der Wasserbereitstellung für den Spreewald und der Stützung des ökologisch bedingten Mindestabflusses im mittleren und unteren Spreegebiet. GEWÄSSERSCHUTZ UND WASSERWIRTSCHAFT