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206 Schwarz, Englisch, Aichberger, Baumgarten, Blum, Danneberg, Glatzel, Huber, Kilian, Klaghofer, Nestroy, Pehamberger, Wagner & Gerzabek
Eigenschaften nicht so detailliert. Die erhobenen Daten können jedoch den einzelnen
Parzellen genau zugeordnet werden, was beim Maßstab der Bodenkartierung von 1:25.000
nicht mehr möglich ist. Die Einheitlichkeit der Bewertung ist bei der Bodenschätzung durch
ein Bezugssystem von Vergleichsstück, Landesmusterstück und Bundesmusterstück sichergestellt. Die in beiden Verfahren gewonnenen Informationen können über die ursprünglichen
Zielsetzungen hinaus für die in den letzten Jahren zunehmenden Anforderungen in einem
breit gefächerten Bereich (z.B. Umweltschutz) eingesetzt werden, wobei die Kombination der
jeweils erhobenen Parameter und der unterschiedlich detaillierten Erfassungsmaßstäbe
umfassende Informationen über den Boden verspricht.
Waldböden wurden bisher nur zu 15 % kartiert. Mit den „Anleitungen zur Forstlichen Standortskartierung“ (ENGLISCH & KILIAN [HRSG.], 1998) liegt jedoch eine optimale Basis für
die Fortsetzung der Forstliche Standortskartierung vor, wobei längerfristig die flächendeckende Erfassung der Waldböden und mittelfristig eine einfach zugängliche Übersicht über
vorliegende Kartierungen anzustreben ist.
Eine Österreichbodenkarte im Übersichtsmaßstab 1:1.000.000 liegt vor und eine im Maßstab
1:750.000 ist derzeit in Arbeit, eine Grundlage für überregionale Planungen im Maßstab
1:250.000, wie sie seitens der EU angestrebt wird, wird in Österreich derzeit im Projektvorhaben „Alpenbodeninformationssystem“ für den alpinen Landesteil geplant, wobei die Realisierung noch ungewiss ist. Somit könnten auch die landwirtschaftlichen Flächen außerhalb
des Dauersiedlungsraumes, die bisher kaum kartiert wurden, erfasst werden. Kartierungsmaterial über Alpflächen, die von der Finanzbodenschätzung im Zuge der Erstschätzung in
den 50er und 60er-Jahren erhoben wurden, könnte teilweise auf den Finanzämtern noch vorliegen.
Als Voraussetzung für Erosionsschutzmaßnahmen besteht in Österreich der Bedarf an einer
Erosionsgefährdungskarte sowohl für den alpinen Raum als auch für landwirtschaftlich (intensiv) genutzte Flächen, einerseits im Übersichtsmaßstab für Europäische Berichtspflichten und
andererseits in Form von Detailkarten für besonders erosionsgefährdete Gebiete.
Welche Fülle an Punktdaten in Österreich vorliegt zeigt Tabelle 2 (siehe Kap. 2.1). Generell
kann die Datenlage als sehr gut beurteilt werden, wobei für organische Schadstoffe, bodenphysikalische und bodenbiologische Parameter noch Erhebungsbedarf besteht. Bodendauerbeobachtungsflächen sind in Österreich mit Ausnahme der Waldstandorte auf wenige Bundesländer beschränkt und wären in einer abgestimmten Vorgangsweise in ganz Österreich
einzurichten.
5.2
Zukünftige Verfügbarkeit von Bodendaten
Die bisherigen Ausführungen zeigen, dass in Österreich sowohl umfangreiche Bodeninformationen vorliegen als auch Bedarf an deren Einsatz und praktischer Anwendung besteht. Um
Anwendern den Einsatz von Bodendaten zu erleichtern, ist es daher unerlässlich, einen leicht
verständlichen Überblick über vorhandene Informationen zu geben. Dafür müssen die Informationen gut strukturiert vorliegen, klar beschrieben sein und die Zugänglichkeit sollte möglichst einfach gestaltet werden. Am Beispiel des Bodeninformationssystems BORIS hat sich
gezeigt, dass ein Zugang über das Internet verbunden mit individueller Betreuung per E-Mail
oder Telefon kombiniert mit spezifischen Schulungen hohe Akzeptanz gefunden hat. Auf
Mitt. d. Österr. Bodenkundl. Ges., H. 62, 2001