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251 Kulturinstitutionen als Partner im Rahmen von Markt-, Kooperations- und Förderbeziehungen zu erleichtern. Konkret könnte die Vernetzungsarbeit von öffentlichen Kulturinstitutionen erleichtert werden, indem diesen eine größere Eigenständigkeit und Eigenverantwortung sowie eine höhere Flexibilität – u. a. hinsichtlich der Verwendung finanzieller Mittel – zugestanden würde. So könnten beispielsweise Ankäufe von Museen schneller getätigt werden, wenn diese auf ihr Ankaufsbudget unmittelbarer zugreifen könnten. Dies ist äußerst relevant, da schnelles Handeln die Voraussetzung dafür ist, bestimmte Werke auf dem Kunstmarkt erwerben zu können.478 Bei aller Dynamik und Eigenverantwortlichkeit ist es jedoch unbedingt erforderlich, dass Entscheidungen stets wohlüberlegt getroffen werden und im Einklang mit den Zielen der öffentlichen Einrichtung stehen. Des Weiteren kann die Übergabe bestimmter Aufgaben in öffentlichen Kulturinstitutionen an private Kulturakteure gefördert werden, indem die Strukturen der öffentlichen Häuser entsprechend angepasst werden. So besitzen beispielsweise Museen bisweilen keine eigenen Werkstätten und arbeiten nicht mit festangestellten Fotografen, Ausstellungsgestaltern und Restauratoren zusammen, sondern mit externen Dienstleistern. Zudem ist es charakteristisch für die deutsche Museumslandschaft, dass Museen nicht über eigene Verlagsabteilungen verfügen, wodurch es zu einer Beauftragung von Kunstbuchverlagen kommt. Anhand dieser Beispiele wird ersichtlich, dass die Strukturen öffentlicher Einrichtungen entscheidend dafür sind, ob eine Zusammenarbeit mit privaten Kulturakteuren stattfindet. In bestimmten Kultureinrichtungen kann es sich anbieten, gewisse Funktions- und Aufgabenbereiche nicht durch eigenes Personal abzudecken, sondern hier bewusst Lücken zu lassen, um externe Akteure einbeziehen zu können. So können beispielsweise der Betrieb von Theaterwerkstätten und Museumsshops, der Kartenverkauf, die Entwicklung und Implementierung von Führungssystemen und die Organisation von Führungen unter bestimmten Voraussetzungen von externen Dienstleistern übernommen werden (vgl. Föhl/Hanf 2006: 4).479 Es muss jedoch im Einzelfall kritisch geprüft werden, ob sich die Übergabe der spezifischen Aufgaben an externe Akteure für die jeweilige Kulturinstitution eignet. Die Auslagerung bestimmter Bereiche in die Privatwirtschaft besitzt zwar Vorteile für öffentliche Kultureinrichtungen – beispielsweise kann mit spezialisierten Dienstleistern zusammengearbeitet werden, welche über ein spezifisches Fachwissen verfügen und neue Ideen und Impulse in die gemeinsame Arbeit einbringen480 –, es treten jedoch auch einige nicht zu vernachlässigende Nachteile auf. So kann das Outsourcing u. a. zu einer Beeinträchtigung der Produktionsprozesse führen und einen erhöhten Koordinationsaufwand bewirken, welcher aufgrund des zusätzlichen Abstimmungsbedarfs in der Interaktion mit Externen entsteht und Transaktionskosten nach sich zieht (vgl. Scheytt 2001).481 478 Dies stellt im Rahmen der empirischen Studie auch die Interviewpartnerin des Auktionshauses fest: „Wenn einmal im Jahr die Ankaufskommission tagt oder die drei Verantwortlichen sich innerhalb von fünf Wochen nicht zusammensetzen können, dann ist die Auktion vorbei.“ (Annegret König, Kunsthistorikerin bei Yves Siebers Auktionen). 479 Siehe zu Details bzgl. der Auslagerung des Betriebs von Museumsshops Föhl 2009b. 480 Des Weiteren können Kultureinrichtungen durch die Auslagerung von Teilbereichen in die Privatwirtschaft in gewissem Umfang finanzielle Einsparungen erreichen, einen Teil des unternehmerischen Risikos abgeben, ihre Kundenorientierung steigern (z. B. durch die Beauftragung professioneller Online-Ticketing-Dienstleister), ihr Leistungsangebot vergrößern und von Synergieeffekten profitieren (z. B. durch die Nutzung einer ausgelagerten Theaterwerkstatt durch mehrere Theaterbetriebe) (vgl. Föhl 2009b: 10-13). 481 Wenn die Leistungserstellung an private Akteure vergeben wird, besteht zudem die Gefahr, dass Kulturinstitutionen einen Großteil ihrer Kontroll- und Einflussmöglichkeiten hinsichtlich der Produktgestaltung verlieren und in eine extreme Abhängigkeit vom Markt geraten. Dies kann insbesondere dann zu schwierigen Situationen für öffentliche Kultureinrichtungen führen, wenn der externe Dienstleister nicht die vereinbarte Qualität liefert oder seine Position nutzt, um höhere Preise zu verlangen (vgl. Föhl/Hanf 2006: 12). Eine Verlagerung nach außen kann überdies eine geringere Identifikation von Mitarbeitern und Besuchern mit dem entsprechenden Geschäftsbereich nach sich ziehen. So kann beispielsweise die Einbindung eines Museumsshops in das Gesamtkonzept einer Kulturinstitution durch dessen Ausgliederung an externe Betreiber maßgeblich erschwert werden (vgl. Föhl 2009b: 10-13).