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Wirtschaft
EU-Osterweiterung:
Der Wettbewerb beginnt
nicht erst, er setzt sich fort
Hermann Moll, Geschäftsführer der LiebherrHydraulikbagger GmbH: „Aus dem notwendigen Ausbau der Infrastrukturen resultiert eine
Nachfragestimulanz für Baumaschinen.“
(Foto: Liebherr)
Bereits vor Jahren verschärfte sich der Wettbewerb der westeuropäischen
Industriestaaten um Produktionsstandorte, Märkte und
Aufträge auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas.
Mit der EU-Osterweiterung
ist dieser Wettbewerb nun
institutionalisiert und damit
zum normalen Alltag im
Binnenmarkt
geworden.
VDBUM INFORMATION interviewte dazu Entscheidungsträger auf Herstellerseite
und in der Bauausführung.
DBUM INFORMATION: Mit neuen Liebherr-Vertriebs- und
Servicezentralen in Ungarn und Tschechien sind Sie bereits „vor
Ort“ aktiv. Planen Sie analoge Aktivitäten darüber hinaus in
weiteren der aktuellen Beitrittsländer?
Hermann Moll: Wie im Bereich der bisherigen EU operieren wir auch
in den neuen EU-Beitrittsländern sowohl mit Liebherr-eigenen Vertriebsorganisationen als auch mit Handelspartnern.
Wir arbeiten beispielsweise in Polen sehr erfolgreich mit einem Handelspartner, während wir in Ungarn und der Tschechischen Republik
eigene Vertriebs- und Servicestützpunkte haben, die dem österreichischen Vertriebssystem von Liebherr Bischofshofen zugeordnet sind.
In den restlichen neuen EU-Beitrittsländern arbeiten wir flächendeckend mit Handelspartnern.
Die weiteren Aktivitäten werden insgesamt auf den Ausbau der Servicedichte in den entsprechenden Regionen konzentriert sein.
Wir haben unsere Vertriebsaktivitäten aber auch über die Beitrittsländer hinaus weiterentwickelt. Dies wird vor allem beispielsweise durch
eine neue große Vertriebsniederlassung in Moskau dokumentiert.
VDBUM INFORMATION: Welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen die EU-Mitgliedstaaten für die deutsche Baumaschinenindustrie interessant erscheinen und welche Vorteile bringen deutsche
Hersteller gegenüber dem osteuropäischen Wettbewerb momentan
noch mit?
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INFORMATION 4·04
Werner Zitz, Geschäftsführer der H.F. Wiebe
GmbH & Co. KG: „Die Osterweiterung gibt uns
Gelegenheit, uns aus der Abhängigkeit von der
wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands zu
befreien.“
(Foto: Wiebe)
VDBUM INFORMATION: Es ist bekannt, dass Ihre Firmengruppe
bereits in acht europäischen Staaten Aufträge ausführt. Werden sie
auch für Auftraggeber aus den neuen EU-Beitrittsstaaten tätig, wenn
ja, seit wann?
Werner Zitz: Ja, wir sind bereits seit drei Jahren in Ungarn und seit
fünf Jahren in Tschechien tätig.
VDBUM INFORMATION: Nach welchem Muster laufen die Vergabeverfahren in diesen Staaten ab? Ist die Beteiligung für Sie eher einfach,
weil Sie eine gefragte Leistung anbieten, oder schwierig, weil Sie als
ausländisches Unternehmen antreten?
Zitz: Die Beteiligung an den Vergabeverfahren ist äußerst schwierig,
weil eine ausufernde Bürokratie und Schwierigkeiten mit der fremden
Sprache zu bewältigen sind. Darüber hinaus ist klar, dass die jeweiligen Anbieter vor Ort alles tun, um uns abzuwehren.
VDBUM INFORMATION: Werden in den neuen Beitrittsstaaten eher
Standardleistungen aus Ihrem Gleisbauprogramm nachgefragt oder
geht die Tendenz auch in Richtung Hightech-Lösung?
Zitz: In allen osteuropäischen Staaten existiert Nachfrage sowohl
nach Standardleistungen als auch nach Hightech-Lösungen. Für Standardaufgaben sind wir deutschen Anbieter in der Regel jedoch nicht
wettbewerbsfähig. Bisher haben wir in den osteuropäischen Ländern
einige interessante Bauvorhaben absolviert, z.B. in Rumänien. Dort
wurden neben gleisgebundener PLV 150 km Gleis sowie 125 Weichen