Download #1 - Demenz Support Stuttgart

Transcript
Frau Becker ist im Gespräch eine temperamentvolle Frau, die ihre Bedürfnisse und ihre
Meinung formulieren kann. Letzte Entscheidungen innerhalb der Studie - etwa hinsichtlich
der Produktauswahl - überlässt sie aber ihrem Sohn, dem sie vertraut. In der Befragung zur
Bedürfnis- und Problemlage vermittelt Frau Becker den Eindruck, dass sie für technische
Hilfen offen ist, wenn sie dazu beitragen, ihre Situation zu verbessern.
Problemlage
Herr Becker stellt sich die Frage, wie er die Selbstständigkeit seiner Mutter in ihrer Wohnung
erhalten kann und wünscht sich darüber hinaus, dass ihr Antrieb wieder etwas stärker wird.
Auch Frau Becker möchte so lange als möglich alleine leben. Nötige Unterstützung und
Autonomieverlust scheinen für sie aber sehr nahe zusammen zu liegen: „Wofür möchte ich
das. Das ist nicht leicht. Ich bin auch ein selbstständiger Mensch, das muss ich sagen. Ich
kann mich anpassen, aber ich will nicht eingeschränkt sein. (…) Ich mache es ja dann auch,
wenn es nötig ist. Aber manchmal sage ich auch: Also komm, hört auf, die Oma braucht das
jetzt nicht mehr.“
Telefon bedienen
Ein vereinfachtes Handy war lange Zeit eine gute Unterstützung, denn
Frau Becker ist viel zu Fuß unterwegs. Ihr Sohn kann nicht sagen, wie
viel sozialen Kontakt seine Mutter telefonisch hat, denn sie vergisst, ob
sie mit jemandem telefoniert hat. Auffällig ist aber, dass Frau Becker
ihre Angehörigen nicht mehr wie früher regelmäßig anruft. Herr Becker weiß nicht, ob der
Grund dafür ihr geringer gewordener Antrieb ist, ob sie es einfach vergisst oder ob sie ihr
Telefon bzw. ihr Handy nicht mehr bedienen kann. Frau Becker meint dazu, dass ihr das
Telefonieren zu mühsam sei.
Beide Geräte, die bei ihr bereits im Einsatz sind, verfügen über Direktwahltasten, die aber bei
der Bedienung keine wesentliche Hilfe mehr darstellen. Frau Becker ertastet blind die
Bedienknöpfe und versucht dann einzuschätzen, wofür diese gedacht sind bzw. in welcher
Reihenfolge sie diese drücken muss, denn die Funktion und den Bedienablauf kann sie sich
nicht merken.
Termine vergessen
Herr Becker sucht nach einer Unterstützung für die Terminerinnerung
bzw. - organisation. Er erinnert seine Mutter an alle Verabredungen, wie
etwa Treffen mit Freundinnen oder Arztbesuche. In der Regel ruft er zu
diesem Zweck mehrmals an, denn eine einzelne Erinnerung reicht oft
nicht aus. Herr Becker ist deshalb insbesondere an einer Erinnerungshilfe interessiert und hat
dazu auch konkrete Vorstellungen. Es soll sich um eine Art vorlesenden Kalender für
Tagesaufgaben handeln. Besonders wichtig ist ihm, dass er die Termine aus der Ferne
einspeichern kann.
24