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Anforderungsanalyse für ein Modell zur nutzergerechten Produktgestaltung
angewendet, um Klarheit über die Beschreibung der verschiedenen Teiltätigkeiten abzubilden.164 Eine
andere ähnliche Methode, „The Analytic Hierarchy Process“ (AHP), wurde von Fukuda und Matsuura
benutzt, um die Anforderungen des Kunden zu priorisieren.165 Auch Fung und Popplewell haben
vorgeschlagen, die Anforderungen des Kunden beim Vorverarbeiten der Produktentwicklung zunächst
mit der KJ-Methode166 zu kategorisieren und dann mit der AHP-Methode zu priorisieren, um den
folgenden Prozess der Produktentwicklung zu ermöglichen.167
Die „Function Attributes Hierarchy“ (FAH) wurde ebenso von Khoo168 als Hierarchieanalyse verwendet,
um funktionelle Eigenschaften von Produkten aufzuschlüsseln. Durch dieses Herunterbrechen auf
elementare Funktionen können Produktkonzepte und Gestaltungsspezifikationen aus Anwendersowie Entwicklersicht verstanden werden. Innerhalb dieser Strukturierung einzelner Elemente des
Produkts werden deren Eigenschaften und Vorteilhaftigkeiten vollständig bestimmt.
Der Eigenschaft dieser hierarchieförmigen Struktur nach ist die Hierarchieanalyse für das vollständige
Verständnis des Kunden sowie des Benutzers geeignet. In der vorliegenden Arbeit kann diese Analyse
eine objektive Darstellung des Benutzers bieten, mit der die Besonderheit einer bestimmten
Zielgruppe von den Benutzern während der frühen Phase der Entwicklung hervorgehoben werden
kann. Wegen dieser Besonderheit der Hierarchieanalyse können Forderungen an Fähigkeiten des
Benutzers zur Ausführung einer Tätigkeit aufgelistet und dadurch hervorgehoben werden.
Ausgehend von der Gestaltung der Hierarchieanalyse kann diese Methode auf die Tätigkeiten des
täglichen Lebens (Activities of Daily Living, ADL)169 übertragen werden. Diese von Katz entwickelte
Reihe von Tätigkeiten zu Hause wurde auch von anderen Forschungen als eine Referenz zur
Auswertung der Behinderung mehrmals angewendet. 170 Tätigkeiten des täglichen Lebens sind
beispielsweise baden, duschen, ankleiden, essen, auf die Toilette gehen, laufen. In dieser Dissertation
werden aufgrund ihrer Bedeutsamkeit zunächst diejenigen Tätigkeiten betrachtet, die im Badezimmer
verrichtet werden. In der Hierarchieanalyse wird eine Tätigkeit mit ihren Teiltätigkeiten spezifischen
Körperfunktionalitäten gegenübergestellt, woraus die Anforderungen an den Bewegungsapparat
abgeleitet werden können.
Gitlin u. a. haben in ihrem Forschungsbericht wesentliche Geräte im Badezimmer definiert, wie z. B.
Dusche, Toilette, Waschbecken, sowie Hilfsmittel wie Badematte, Griff, Duschhocker, Duschvorhang
etc. 171 Gemäß dieser Informationen kann man Produkte im Badezimmer in der Struktur der
Hierarchieanalyse festlegen. Die komplette Struktur der Hierarchieanalyse ist in Abbildung 26
dargestellt.
164
Vgl. Stanton, Neville A. (2006), S. 62f.
Vgl. Fukuda, Shuichi und Matsuura, Yoshifusa (1993), S. 15.
166
Die KJ-Methode ist eine Kreativitätstechnik, die von dem japanischen Anthropologen Jiro Kawakita 1967
eingeführt wurde.
167
Vgl. Fung, R.T.K. und Popplewell, K. (1995), S. 289.
168
Vgl. Khoo, Li Pheng u.a. (2002), S. 158f.
169
Vgl. Restrepo, Adriana und RN, MSN (1999), S. 24.
170
Vgl. Dunlop, D D u.a. (1997), S. 378.
171
Vgl. Gitlin, Laura N u.a. (1999), S. 144.
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