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5.7. Der natürliche Zustand In der buddhistischen Tradition wird der natürliche Zustand unterschiedlich beschrieben, je nach Lehrer/in und spezifischer Richtung. In der Lehre des Dzogchen wird der natürliche Zustand wie folgt beschrieben: Die Kernanweisungen der Zhang Zhung Meister beinhalten das Wesen des Dzogchen. Ein zentrales Element ist hierbei die Trikaya-Lehre. Danach besteht der natürliche Zustand unseres Geistes aus drei Aspekten oder Körpern. Der Dharmakaya ist die Leerheit des Geistes, welche als Offenheit und ein Gefühl der Weite und Raumhaftigkeit in unserem Geist erlebt wird. Wolfgang verwendet dabei das Bild des großen, weiten Ozeans; ebenso weit ist unser Geist; ohne Zentrum, ohne Peripherie; grenzenlos. Der Sambogakaya ist das Gewahrsein, welches diesen Raum des Geistes wahrnimmt, und als gesteigerte Wachheit und Lichthaftigkeit in uns erfahren wird. Der Nirmanakaya schließlich betrifft die Untrennbarkeit der ersten beiden Aspekte, die Untrennbarkeit von Raum und Licht, von Offenheit und Gewahrsein oder um es in einem traditionellen Bild auszudrücken von Mutter und Sohn. Wird diese Untrennbarkeit erkannt, entstehen daraus die Vier Unermesslichen und alle anderen Arten von Phänomenen. Diese Untrennbarkeit erleben wir in unserem Geist als ein Gefühl von Wärme und tiefer Glückseligkeit. Das ist der Nirmanakaya. Ein anderer wesentlicher Punkt in den Kernunterweisungen betont das Nicht-Greifen. In der Dzogchen Praxis ist es von entscheidender Wichtigkeit in einen Zustand des NichtGreifens zu gelangen. Eine immer wiederkehrende Anweisung der 24 Meister lautet daher: Leave everthing as it is. Wie bereits erwähnt entspricht dem Dharmakaya auf der Erfahrungsebene das Gefühl der Offenheit und des weiten unbegrenzten Raumes in unserem Geist. Um diese Weite in unserem Geist zu erzeugen, praktizieren wir nun zwei tantrische Praktiken (Newsletter des Bönzentrums Berlin Dezember 2011). Es folgen Beschreibungen von Übungen, die die Energien im Körper aktivieren und damit besser wahrnehmbar machen. Es ist meine Auffassung, dass die Art der Übung variieren kann, solange wie sie in der Lage ist ein generalisiertes, intensives Körpergefühl zu erzeugen. Die im Kulturprogramm praktizierten Tanz- und Yogaübungen erfüllen diese Kriterien. Sie ermöglichen auf eine kulturspezifische Weise den Zugang zum natürlichen Zustand. 134