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lungsprozess allerdings in Gang gesetzt wurde, wie bei Oldman und Sharon, bedarf es keiner äußeren Motivation mehr. Oldman und Sharon, wie viele andere, die sich einem transformierenden Weg verpflichtet haben, erfahren die positive Wirkung ihrer Praxis direkt und wissen aus Erfahrung, dass die Belohnung größer ist als die Mühe. Dieses Wissen generiert Stabilität und Stärke, die wiederum für weitere Entwicklungsschritte genutzt werden können. Das Unterrichten ist so ein weiterer Schritt auf dem Weg Richtung Heilung. Oldman und Sharon sind beide vom Kriegsgeschehen in unterschiedlichen Weisen körperlich und seelisch traumatisiert. Neben der Heilung, die sie selbst schon durch die Musik erfahren haben, bietet ihnen das Weitergeben ihres Wissens und vor allem die tiefe Beziehung, die sie dafür mit ihren Schüler/inne/n eingehen müssen, eine weitere Möglichkeit ihre seelischen Wunden zu heilen. Sie müssen allen Schüler/inne/n so begegnen, wie sie es im Unterricht selbst erfahren haben und so, wie sie es sich selbst in jeder Situation ihres Lebens gewünscht hatten. Das Aktivieren dieser positiven Eigenschaften wie Respekt, Toleranz, Vertrauen, Zuwendung, Fürsorge, Gewissenhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Wertschätzung nährt und unterstützt nicht nur ihre Schüler/innen sondern auch sie selbst. Die selbstlose Liebe für andere ist der beste Balsam für die eigene Seele. Da sie keine Abhängigkeiten schafft, generiert sie zudem innere Stärke, die die Vulnerabilität herabsetzt (vgl. Karma Yoga oder die christliche Nächstenliebe, siehe Scott Peck 1986). Während des Unterrichtens geben Oldman und Sharon soviel von sich selbst, dass sie nach und nach in eine Art sehr wache Trance fallen. Sie scheinen keine Müdigkeit zu spüren und sind außergewöhnlich intuitiv, was ihnen eine tiefe einfühlende Verbindung zu jedem einzelnen Kind, wie auch der Situation als Ganzem, erlaubt. Das Musizieren, das Tanzen und das Unterrichten zeichnen sich durch ein hohes Maß an innerer Koordination, Angemessenheit und Stimmigkeit aus. Auch untereinander bilden Oldman und Sharon ein perfektes Team. Noch bis zu einer Stunde nach dem Unterricht befinden sich die beiden Lehrer in einem verbundenen Zustand. Ihr Blick ist defokussiert und leuchtet von innen heraus. Ihre Gefühle sind gelöst und positiv. Auffallend ist die Abwesenheit der üblichen Alltagsgefühle: Sorge, Getrieben-sein, Apathie, Gier, Egoismus, Abkapselung und die Neigung zur Manipulation und Unehrlichkeit. Nach der Lehre vieler spiritueller Traditionen treten diese negativen Zustände sowieso nur vorübergehend auf, solange wir unseren natürlichen Zustand vergessen haben. Heidegger würde sagen „solange wir Seins-vergessen sind“. Oldman und Sharon scheinen das Rezept für das Eintreten in den natürlichen Zustand über das Unterrichten verlässlich gefunden zu haben. Sie haben verstanden, dass es für das Generieren von positiven und damit heilsamen Gefühlen darauf ankommt ledig100