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3. März 2011 DIE ZEIT No 10
CHANCEN
STUDIERE
CHANCEN KOMPAKT
69
N IM AUSL
AND
Früh vorbereiten
Wie lässt sich im straffen Bachelorstudium ein
Auslandsaufenthalt unterbringen?
»Man sollte darauf achten, dass das, was man studiert,
zum Profil der Gast-Uni passt«, rät der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer
auf der Heyde. Wer sich passende Kurse sucht, kann
Credit Points mit nach Hause nehmen und verliert
keine Semester. Außerdem gibt es Studiengänge, die
einen Auslandsaufenthalt im Studienplan bereits vorsehen. So werden zum Beispiel 57 Studiengänge mit
dem Bachelor-Plus-Programm des Deutschen Akademischen Auslandsdiensts (DAAD) gefördert: Hier
ist ein einjähriger Auslandsaufenthalt von vornherein
in den achtsemestrigen Programmen eingeplant.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Ein Jahr sollte dafür eingeplant werden – optimal
sind anderthalb, für ganz Eilige reicht mit einem
Programm wie Erasmus unter Umständen auch
ein halbes. Weil in einem sechssemestrigen Bachelor das zweite Studienjahr für einen Auslandsaufenthalt am geeignetsten ist, sollten sich schon Erstsemester Gedanken und einen Termin bei der
Fachstudienberatung und beim Auslandsamt ihrer
Hochschule machen.
Wie organisiert man einen Auslandsaufenthalt?
Hier haben es Studenten, die mit einem Programm
wie Erasmus ins Ausland gehen, leichter als die sogenannten Free Mover, die das auf eigene Faust tun.
Für Erstere gibt es nicht nur Betreuung im Gastland
und ein kleines Stipendium von bis zu 300 Euro im
Monat; weil zudem Kooperationen zwischen den
Hochschulen bestehen, ist auch die Anerkennung
von Studienleistungen einfacher. Free Mover müssen
sich von der Hochschulbewerbung bis zur Unterkunft
um alles selbst kümmern. Gerade für sie ist es sinnvoll, ein Urlaubssemester zu beantragen: Hierbei verlängert sich die Studiendauer nominell nicht, was
gerade für Bafög-Empfänger wichtig ist – man kann
aber trotzdem ein paar Credit Points sammeln.
ein Learning Agreement: Er sucht Kurse aus dem
Programm der Gast-Uni und lässt sich zu Hause
schriftlich bestätigen, dass diese bei erfolgreichem
Abschluss angerechnet werden.
Der Bachelor sollte die Mobilität eigentlich
fördern – wie sieht es tatsächlich aus?
Der Anteil der reisewilligen Studenten sinkt seit
Jahren – wenn auch nur minimal (siehe Infokasten). Der Anteil der Bachelorstudenten, die im
Ausland waren, ist dabei laut Internationalisierungsbericht mit sieben Prozent geringer als in
traditionellen Studiengängen: In Diplom- und
Magisterstudiengängen sind es 23 Prozent. Als
wichtigen Grund nennen 46 Prozent der Bachelorstudenten Zeitverlust im Studium.
Wie finanziert man die Zeit im Ausland?
Die meisten Studenten sind auf die Hilfe ihrer Eltern
angewiesen. Es gibt aber mehrere andere Geldquellen
wie etwa das Auslands-Bafög: Das erhalten oft auch
die, die sonst keinen Bafög-Anspruch haben. Stipendien vergibt unter anderem der DAAD.
Werden Noten und Credit Points anerkannt?
Eigentlich sollte die Bologna-Reform Auslandsaufenthalte durch die Vergleichbarkeit von Studienleistungen erleichtern. Die Realität sieht anders aus: Der
Anteil der Studenten, die über Probleme bei der Anerkennung von Studienleistungen klagen, hat laut
dem jüngsten Internationalisierungsbericht des
Studentenwerks von 24 auf 31 Prozent zugenommen.
Unter denen, die bereits weg waren, hatten laut einer
Studie des Hochschul-Informations-Systems 21 Prozent Schwierigkeiten, ihren Auslandsaufenthalt sinnvoll in ihren Studienplan einzubauen, 18 Prozent
berichteten von Ärger mit der Anerkennung ihrer
Studienleistung. Wer auf Nummer sicher gehen will,
geht an eine Partnerhochschule oder schließt vorab
Akademisches Fernweh
Wie viele deutsche Studenten einen
Auslandsaufenthalt einlegen - und wohin
sie gehen; Angaben in Prozent
für das Studium ging es nach ...
Frankreich
2006
2009
13
Großbrit.
8
für das Praktikum ging es nach ...
wann und wie viel?
2003
14
Spanien
16,2
15,8
15,2
11
USA
9
Großbrit.
Frankreich
7
Hat sich durch die Reformen nach dem
Bildungsstreik etwas verbessert?
»Die Hochschulen sind dabei, Studienprogramme
zu überarbeiten, aber es gibt noch Nachholbedarf«,
sagt Meyer auf der Heyde. Derzeit werden überladene Studiengänge entschlackt, um sogenannte
Mobilitätsfenster einzubauen. Auch Kooperationen
mit ausländischen Hochschulen und Programme
werden ausgebaut.
Weitere Infos:
www.che-consult.de > Ländercheck
www.daad.de/ausland
www.ecsta.org
www.go-out.de
Illustration: Jan Kruse für DIE ZEIT/www.humanempire.de; ZEIT-Grafik/Quelle: HIS
So wird das Auslandsstudium zum Erfolg VON SABRINA EBITSCH