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Gesellschaft, Politik und Geschichte
Interessant ist außerdem seine Tätigkeit als Baumeister von Siedlungen, etwa
auf dem Gelände des ehemaligen Gutes Purweide. Kleinere Arbeiten wie die
Umbauten von Geschäften und sogar Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof
belegen, wie Königs, dessen Geschäft vom Ersten Weltkrieg, der Inflation und der
Weltwirtschaftskrise mehrfach empfindlich bedroht wurde, eine ganze Bandbreite
von Bauaufgaben realisierte.
Donnerstag, 15. Januar 2015, 17.30 Uhr
VHS, Peterstraße 21–25, Forum • Entgelt: 5.–/4,– € (Tageskasse)
„Die rothen Gesellen im schwarzen Westen”
– Die frühe Sozialdemokratie im Aachener Raum
01212
Lesung
Achim Großmann
Die Entwicklung demokratischer Strukturen inmitten eines autoritären polizeistaatlichen Umfeldes und den unsäglichen Zuständen in der Arbeitswelt der
fortschreitenden industriellen Revolution gehören zur spannenden politischen
Heimatgeschichte Aachens und der Aachener Region. Den Aufbruch der Demokraten, die Entstehung sozialdemokratischer Strukturen und die Rolle der christlichsozialen Bewegung beschreibt Achim Großmann in seinem Buch Die rothen
Gesellen im schwarzen Westen. Der Autor zeigt auf, wie das Vereinsgesetz, die
Wahlgesetzgebung und das Sozialistengesetz die politische Arbeit behinderten,
die demokratische Bewegung jedoch immer stärker wuchs, bis 1914 der Erste
Weltkrieg zur großen Zäsur wurde.
Dienstag, 28. Oktober 2014, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21–25, Forum • Kein Entgelt
Armut und Armenpflege im Aachen des 19. Jahrhunderts 01214
Vortrag
Josefine Jeworrek
Armut in Aachen war keine Folge der im 19. Jahrhundert verstärkt einsetzenden
Industrialisierung, sondern bereits Teil der reichsstädtischen Gesellschaft. Die
Versorgung in Not Geratener erfolgte in erster Linie durch Kirchen und Klöster mit
finanzieller Unterstützung der Bürgerschaft. Mit der Einführung der französischen
Armengesetzgebung in den linksrheinischen Gebieten im ausgehenden 18. Jahrhundert setzte in Aachen ein Wandel in der Armenfürsorge insofern ein, als das
christliche Almosengeben durch eine nach festgelegten Kriterien bewilligte Unterstützung abgelöst wurde. Zu einer Verbesserung der Lebenssituation der von
Armut Betroffenen führte dies jedoch nicht, da die finanzielle Ausstattung der
Fürsorgeeinrichtungen keine bedarfsorientierte Hilfe zuließ. Leistungen, die
dem Antragsteller ein menschenwürdiges Leben ermöglichten, konnte auch die
nachfolgende preußische Regierung nicht finanzieren.
Donnerstag, 30. Oktober 2014, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21–25, Raum 214 • Kein Entgelt
Die „Arbeiter-Zeitung”
– Ein fast vergessenes Kapitel Aachener Publizistik
01216
Vortrag
Dominik Clemens
Seit Mitte der 1920er Jahre erschien in der pluralistischen Aachener Presselandschaft auch die Arbeiter-Zeitung. Als Kopfblatt der Kölner Sozialistischen Republik
diente die Zeitung als Sprachrohr der KPD im Regierungsbezirk Aachen.
Der Vortrag befasst sich mit der Entstehung und dem publizistisches Profil dieser
in Vergessenheit geratenenen Zeitung und beleuchtet das Schicksal der Redakteurinnen und Redakteure, die durch die Nazis verfolgt und teilweise ermordet
wurden.
Montag, 26. Januar 2015, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21–25, Raum 214 • Kein Entgelt
alle(r)weltskino
Apple Stories
Film, Deutschland 2012, siehe Seite 26
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Unterwegs in Aachen
Die Veranstaltungen richten sich an alle Menschen aus, in und um Aachen: An
Öcher und Zugereiste, In-, Aus- und Umländer, an Große und Kleine, kurz und gut
an alle, die sich für Aachen und seine Geschichte interessieren. Sie sind im Rahmen
der zur Verfügung stehenden Plätze für Jugendliche bis 18 Jahre entgeltfrei;
Voranmeldung ist dabei unbedingt erforderlich.
Hospize, Spendenhäuser, Armenpfanne
– Vom Leben der „kleinen Leute”
01218
Rundgang
Hildegard van de Braak
Wir begeben uns auf die Spuren der „kleinen Leute“ Aachens. Seit dem Mittelalter
prägten sie das Leben in den Straßen und Gassen mit, aber ihre Geschichte wird
nur in Nebensätzen erwähnt. Sie lebten von der Hand in den Mund. Missernten
und Kriege trafen sie besonders hart. Die Heiligtumsfahrten waren für sie oft
weniger Segen als Fluch, da das Pilgern neben Handel und Geld auch Teuerung
und Krankheiten mit sich brachte. An den damals eingerichteten Hospizen und
Spendenhäusern wird deutlich, dass viele Formen heutiger Unterstützung eine
Jahrhunderte alte Tradition haben.
7. September 2014 • So 14–16 Uhr • 2 Ustd. • 6,–/5,– €
Treffpunkt: Katschhof, Domseite; Ende: Theresienkirche Pontstraße
Kornelimünster – Kloster, Kirmes und Idylle
Rundgang
01220
Antje Wiese
Kornelimünster? Da ist doch der historische Jahrmarkt! Stimmt, doch in Kornelimünster ist noch viel mehr. Ursprünglich Kloster, später bedeutende Reichsabtei
und wichtiger Wallfahrtsort, ist es heute ein charmanter Stadtteil von Aachen.
Der sehenswerte historische Ortskern mit vielen denkmalgeschützten Häusern
und den alten Abteigebäuden birgt viel(e) alltägliche und kirchliche Geschichte(n).
Pilger und Wallfahrer zieht es dieses Jahr zur Heiligtumsfahrt und zur KorneliOktav nach Kornelimünster
Der diesjährige Spaziergang findet am vorletzten Tag der Korneli-Oktav und damit
dem zweiten Teil der Heiligtumsfahrt in Kornelimünster statt. Im Anschluss an die
Tour bieten Ihnen mehrere zu diesem Anlass konzipierte Ausstellungen sowohl im
Ort als auch in der Reichsabtei interessante Bereicherungen für Ihren Ausflug nach
Kornelimünster.
20. September 2014 • Sa 14.30–16 Uhr • 2 Ustd. • 6,–/5,– €
Treffpunkt: Sparkasse am Markt Kornelimünster
Tausendundneunjahr – Die Aachener Adalbertskirche
01222
Rundgang
Dr. Holger A. Dux
Mit dem Bau der dem heiligen Adalbert geweihten Kirche verfolgte Kaiser Otto III.
einen ganz bestimmten Plan: Aachen sollte eine der führenden Metropolen seiner
Herrschaft werden. Schon die Lage der alterwürdigen Kirche ist eine herausgehobene. Hoch oben auf einem Felsen überragt sie die geografisch tiefste Stelle der
Stadt. Der dunkelrote Sandstein aus dem Kylltal in der Eifel bestimmt das heutige
Erscheinungsbild. Von der kleinen Pfeilerbasilika der romanischen Epoche blieb
kaum etwas. Im 19. Jahrhundert entsprach die Restaurierung mehr einem Neubau,
die Bomben des letzten Kriegs taten ihr Übriges. Das, was blieb, ist spannend zu
betrachten, denn bis heute haben Künstler ihre Werke dem Kirchenbau untergeordnet und einen Raum geschaffen, der Mittelpunkt der Kirchengemeinde ist.
26. September 2014 • Fr 16–18 Uhr • 2 Ustd. • 6,–/5,– €
Treffpunkt: vor dem Westportal von St. Adalbert, Kaiserplatz