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4.1 GRUNDLEGENDE PROZESSE IN DER INFORMATIKFORSCHUNG UND -ENTWICKLUNG Die Entstehung von informationstechnischen Systemen, Konzepten und Modellen basiert meist auf der Zusammenarbeit von Personen mit unterschiedlichen Aufgaben und Hintergründen und findet in Institutionen bzw. Unternehmen statt, deren diverse Vorgehensweisen sich je nach Anwendungsfeld unterscheiden. Unser Ziel in diesem Abschnitt ist es, die Informatik mit ihren vielfältigen Ansätzen zu betrachten und Schnittpunkte von verschiedenen Vorgehensweisen in Forschungs- und Entwicklungsprozessen der Informatik auszumachen. Die Abbildung von informatischen Kernprozessen soll dann eine Grundstruktur für das GERD-Modell schaffen, um prozessorientierte Hilfestellungen zur Einbeziehung von Gender- und Diversity-Aspekten bereitzustellen, die nicht an ein bestimmtes Vorgehensmodell gekoppelt, sondern auf unterschiedliche bestehende Vorgehensweisen und -modelle anwendbar sind. Zur Realisierung dieses Ansatzes wurde zunächst betrachtet, wie in der Informatikforschung und -entwicklung vorgegangen wird und welche Prozesse dabei grundlegend sind. So wurden im ersten Schritt unterschiedliche Vorgehens- und Prozessmodelle zur Systementwicklung untersucht und die darin beschriebenen Phasen und Teilaufgaben extrahiert. Betrachtet wurden traditionelle, regulierte Prozessmodelle, wie das V-Modell (Boehm 1979) und das Wasserfallmodell (DeGrace und Stahl 1990; McConnell 1996; Royce 1987), sowie erweiterbare bzw. effizienzsteigernde Vorgehen, wie das V-Modell XT (Höhn und Höppner 2008). Auch nutzerzentrierte Vorgehensmodelle, wie der Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme (DIN EN ISO 9241-210:2010 2010) und der User-Centered Web Development Life Cycle (Lazar 2006), wurden