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Teil II
(Sensible) Daten veröffentlichen
stattfindet, hält die mit dem Öffentlichmachen einhergehende Abwertung unsere Interviewten
davon ab, ihre Daten in dieser Form zu teilen.
6.4 Resümee
Da ein Großteil der Interviewten ihre Vermessung mit technischen Hilfsmitteln verwirklicht,
sehen sie sich wiederholt mit den Möglichkeiten des Daten-Teilens konfrontiert. In einigen
Fällen lässt sich ein Teilen in sozialen Welten erkennen, in denen sich die Selbstvermessenden über ihre Daten austauschen, Kontakte pflegen und Freundschaften knüpfen. In anderen
Fällen hilft das Teilen und Vergleichen der Daten, eigene Fähigkeiten besser einschätzen zu
können und sich für Aktivitäten zu motivieren. Aus diesem Vergleich kann auch ein regelrechtes Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken entstehen. Außerdem werden Daten in einzelnen Fällen mit Ärzten geteilt, um so eine bessere Beratung zu bekommen.
Insgesamt lässt sich jedoch feststellen, dass die Interviewten von der Möglichkeit des Veröffentlichens Abstand nehmen. Dies ist insofern überraschend, als die verwendeten Geräte und
Apps verstärkt auf das Vernetzen bzw. Teilen der Daten ausgelegt sind. Gegen die Veröffentlichung spricht zum einen die Vertraulichkeit und der emotionale Charakter der gewonnenen
Daten, die es zu schützen gilt. Zum anderen hält auch die Angst vor negativen Reaktionen des
Umfelds Selbstvermessende vom Öffentlichmachen ihrer Daten ab – ebenso wie die Absicht,
angeberische Selbstdarstellungen zu vermeiden. Die Praktiken des Daten-Teilens laufen also
anders ab, als es die Beschaffenheit der Artefakte vermuten lässt. Insbesondere das Teilen im
Sinne eines uneingeschränkten Sichtbarmachens der Daten – ohne Begrenzung auf bestimmte
Personengruppen –, das bei Apps häufig voreingestellt ist, bleibt von den Interviewten weitestgehend ungenutzt.
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