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21 VERHALTEN NACH BRÄNDEN IN ELEKTRISCHEN ANLAGEN Dipl.-Ing.-Chem. Margret Böckler, BGFE, Köln In elektrischen Anlagen kann es aus verschiedenen Gründen, z. B. durch einen Kurzschluss, durch Überlast oder durch Übergangswiderstände zu Bränden kommen. Nachdem das Feuer gelöscht und das Brandgut abgekühlt ist, verbleibt eine kalte Brandstelle, die – je nach Ausmaß des Brandschadens – mit unterschiedlichen Mengen an Brandrückständen und Rauchgasniederschlägen verunreinigt ist. Mit dem Ziel, die Stromversorgung wieder herzustellen, steht der Unternehmer vor der Aufgabe, das Ausmaß des Schadens zunächst festzustellen, die Brandstelle zu reinigen und die elektrische Anlage instand zu setzen (Abbildung 1). Rauchgasniederschlägen konnten inzwischen eine Vielzahl toxischer Stoffe identifiziert werden. Art und Menge der entstehenden Gefahrstoffe hängen im wesentlichen von der Zusammensetzung des Brandgutes und von den Brandbedingungen ab. Abbildung 2 zeigt, welche Gefahrstoffe sich in den unterschiedlichen Temperaturbereichen bzw. Brandzonen aus vorhandenen Materialien bilden können. Temperaturbereich °C Gefahrstoffe Ausgangsmaterial > 100 bis 300 Wasser, Chlorwasserstoff, Blausäure, Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid, Monomere aus verschiedenen Kunststoffen PVC z.B. aus Kabelisolierungen, Bodenbelägen, Polyurethan, gummihaltige Werkstoffe, sonstige Kunststoffe z.T. flammhemmend > 300 bis 400 Methan, Ethanol, Essigsäure, Aldehyde, Ketone u. a. Spalt- bzw. Crackprodukte aus organischen Verbindungen, insbesondere aus den Kunststoffen > 500 bis 600 Kohlenwasserstoffe mittlerer Kettenlänge C7 bis C10 und Aromaten Weitere Spalt- bzw. Crackprodukte aus vorliegenden organischen Verbindungen/Kunststoffen > 300 bis 700 Polychlorierte Biphenyle (PCB), polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), polyhalogenierte Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane (PHDD/PHDF) Folgeprodukte aus chemischen Reaktionen, die mit den Spalt- bzw. Crackprodukten ablaufen > 800 Gasförmige Oxide wie Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid Organische Stoffe jeder Art bei optimalem Brandverlauf mit genügend Luftsauerstoff Abb. 1: Brandschaden an einer elektrischen Anlage Bei den anstehenden Arbeiten kann es zu einer Gefährdung der Beschäftigten durch Gefahrstoffe in Brandrückständen und Rauchgasniederschlägen, aber auch durch bauliche Instabilitäten, kommen. In den ................ Abb. 2: Typische Gefahrstoffe bei Bränden in unterschiedlichen Brandzonen bedingt durch vorhandene organische Stoffe 155