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Kernel-Parameter
11 Kernel-Parameter
11.1
Treiber im Kernel
Es gibt eine große Vielfalt an PC-Hardware-Komponenten. Um diese Hardware
richtig benutzen zu können, braucht man einen „Treiber“, über den das Betriebssystem (bei Linux der „Kernel“) die Hardware richtig ansprechen kann. Generell
gibt es zwei Mechanismen, Treiber in den Kernel zu integrieren:
1. Die Treiber können fest zum Kernel dazugebunden sein. Solche Kernel „aus
einem Stück“ bezeichnen wir in diesem Buch auch als monolithische Kernel.
Manche Treiber können nur in dieser Form verwendet werden.
2. Die Treiber können erst bei Bedarf in den Kernel geladen werden, der in
diesem Fall als modularisierter Kernel bezeichnet wird. Das hat den Vorteil, dass wirklich nur die benötigten Treiber geladen sind und dass der Kernel keinen unnötigen Ballast enthält. Der Kernel auf der SuSE-Bootdiskette
beispielsweise arbeitet mit Modulen, er kann deshalb die meisten Hardwarekonfigurationen bedienen.
Unabhängig davon, ob die Treiber fest dazugebunden sind oder geladen werden,
kann es dennoch vorkommen, dass eine Hardwarekomponente nicht selbstständig vom Kernel erkannt werden kann. In einem solchen Fall haben Sie die Möglichkeit, die betreffende Komponente durch Angabe von Parametern näher zu
spezifizieren, wodurch dem Kernel „auf die Sprünge geholfen“ wird:
• Sie geben dem Treiber Informationen, welche Hardware Sie genau haben
und wie diese anzusprechen ist (z. B. Adressbereich, Interrupt oder ähnliches). Der Treiber kann das manchmal auch selbst herausfinden, es ist aber
schneller und sicherer, wenn Sie es ihm direkt mitteilen.
• In Problemfällen können Sie mit speziellen Kernelparametern eventuell doch
noch erreichen, dass Ihr Linux-System läuft.
Bei monolithischen Kernels müssen die Parameter am Bootprompt oder durch
einen Bootloader übergeben werden – aus diesem Grunde werden die Parameter oftmals noch vereinfachend LILO-Parameter genannt, nach dem traditionsreichen Loader für x86er-Architekturen. Treiber in Modulform erhalten ihre Parameter durch Argumente der Befehle insmod bzw. modprobe; dabei wird gleichzeitig das Modul selbst geladen.
Immer gilt: Sie müssen die Parameter jedes Mal beim Booten angeben, der Kernel lernt leider nichts dazu. Später, nach der Installation, können Kernelparameter in die Dateien /etc/lilo.conf bzw. /etc/modules.conf eingetragen
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