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Am Axonhügel ist durch die Beschaffenheit der Zellmembran die zur Auslösung eines Aktionsimpulses notwendige Schwellspannung am geringsten. Auch wenn die EPSPs und IPSPs hier gedämpft eintreffen, stellt der Axonhügel den Entstehungsort für Aktionsimpulse dar. Dabei wird ein Aktionsimpuls genau dann ausgelöst, wenn annähernd gleichzeitig eintreffende PSPs in Summe die Schwellspannung überschreiten. Die Forderung nach annähernder Gleichzeitigkeit ist hierbei entscheidend, denn das Neuron stellt ja mit der Zeit seine Ruhemembranspannung wieder ein. Ein Neuron kann somit als Koinzidenzdetektor (misst gleichzeitiges Auftreten verschiedener Umstände, in diesem Fall neuronaler Aktivität) verstanden werden. Mit der Vereinfachung, dass die Aktivität der Synapsen in gewissen Zeitschritten abgetastet werden, lässt sich ein Neuron auch relativ einfach simulieren. (siehe Abb. 2.10) [7] xi = Eingabe (Membranspannung an der Präsynapse) wij = Gewichtung (Synaptische Effektivität) netj = Σ (xiwij) (Spannung am Axonhügel) θj = Schwellwert (Schwellspannung) σj = φ (netj – θj) = Ausgabe (Aktivität) φ(x)= Ausgabefunktion (Alles-oder-nichts-Prinzip: für x<0 → φ(x) = 0; für x>0 → φ(x) =AI) Abb. 2.10: Schematische Darstellung der Informationsverarbeitung innerhalb eines Neurons gemäß Literatur [7] Um das Axon eines Neurons im peripheren Nervensystem befinden sich durch Ranviersche Schnürringe getrennte Myelinscheiden. (siehe Abb. 2.8) Einmal ausgelöst, pflanzt sich ein Aktionsimpuls entlang des Axons unter Auslösung immer neuer Aktionsimpulse sprunghaft von einem Schnürring zum nächsten fort. So kann ein Aktionsimpuls in myelinisierten Nervenfasern energiesparend auch über weite Distanzen ungehindert zum Ziel gelangen. Aufgrund der dabei auftretenden Refraktärzeit ist außerdem gewährleistet, dass sich ein Aktionsimpuls nur in eine Richtung fortpflanzt. Nun geschieht die neuronale Informationsverarbeitung nicht in einem einzelnen Neuron, sondern in einem Neuronennetzwerk (Verbund mehrerer Neuronen). Neuronennetzwerke Das zeitliche Zusammenwirken mehrerer Neuronen ist in Neuronennetzwerken beschreibbar. Die gesendete Information eines Neurons steckt in seiner Aktivität (siehe Abb. 2.10), welche formal binär (Alles-oder-nichtsPrinzip) und zeitlich diskret (Verarbeitung in Zeitschritten) ist und zusammen mit den Aktivitäten anderer Neuronen ein Aktivitätsmuster bildet. Ein Neuronennetzwerk (Verbund mehrerer Neuronen) arbeitet meist in Verarbeitungsschichten. So stellt das Aktivitätsmuster der ersten Verarbeitungsschicht den Eingang für die zweite Verarbeitungsschicht dar, das Aktivitätsmuster der zweiten Verarbeitungsschicht den Eingang für die dritte Verarbeitungsschicht usw. (siehe Abb. 2.11). 16