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4.2.2 Funktionalisierter Zellkulturkammerboden Auf dem Kammerboden der Zellkulturkammer sollten Strukturen hergestellt werden, die ein gerichtetes Wachstum der Neuronen durch einen Kanal ermöglichen. Wie in Kap. 3.2.4 beschrieben, wird der Zellkulturkammerboden getrennt von der Zellkulturkammer durch lithographische Strukturierung prozessiert. Zu Beginn der Optimierung der Mikrostrukturierung des Zellkulturkammerbodens orientierten sich die Prozessparameter am Benutzerhandbuch des Herstellers [44] und wurden im Verlauf der Arbeit weiter verfeinert. Um eine hohe Schichtdicke zu erreichen, wurde der Fotolack nicht verdünnt, weswegen er länger auf dem Trägersubstrat verteilt werden musste. Nach der Beschichtung mussten die Ränder und die Unterseite des Trägersubstrats gereinigt werden, damit dieses nicht beim anschließenden Softbake auf der Heizplatte kleben bleibt. Besonders kritisch ist nun das Anpressen der Lithographiemaske bei der Belichtung. Ein hoher Anpressdruck wurde vermieden. Damit also die Lithographiemaske direkt auf dem Fotolack auflag und somit ein gutes Aspektverhältnis erreicht wurde, war es bei dicken Lackschichten umso entscheidender, dass die Oberfläche ausreichend eben ist. Dies konnte selbst nach einer halbstündigen Rotationsbeschichtung nur bedingt erreicht werden. Die Genauigkeit der Strukturierung hing somit auch von der gesamten Ausbreitung der Lackschicht ab. Beim Hardbake und der Entwicklung war wiederum darauf zu achten, dass die Lackreste vollständig entfernt wurden. Abb. 4.19 zeigt Fotos von strukturierten SU-8Lackschichten auf Trägersubstraten. Die Prozessierung eines 300 µm breiten Mikrokanals (bei etwa gleicher Tiefe!) für das erste MEAAbb. 4.19: Fotos von Trägersubstraten, die mit biokompatiblem Design (siehe Abb. 4.19.c) war dabei noch Fotolack unterschiedlich strukturiert wurden: a) Lamellen- unkritisch. strukturen, b) Struktur der Leiterbahnen (nach Design 2), c) Mikrokanal auf MEA (nach Design 1) Abb. 4.20 zeigt mikroskopische Aufnahmen des strukturierten SU-8-Lackschicht nach MEA-Design 1. Die Wände des Mikrokanals und der beiden Vertiefungen im Zellkulturkammerboden fallen dabei über die gesamte Höhe der Lackschicht (300 µm) steil ab und sind an der Oberkante besonders scharf (siehe Abb. 4.20.c, d). Mit diesem Prozess lassen sich die Mikrokanäle auch über Elektroden platzieren, um den Signaldurchfluss durch den Mikrokanal zu messen (Siehe Abb. 4.20.a, b). Dabei soll der Kanal zwei Gebiete des kultivierten neuronalen Netzwerks topologisch trennen. Um zu gewährleisten, dass die Zellkörper der Neuronen aufgrund ihrer Größe den Mikrokanal nicht passieren können und so die Neuriten topologisch von den Zellkörpern zu trennen, wird jedoch ein dünnerer Kanal benötigt. Im folgenden wurden zu diesem Zweck die mit diesem Prozess erreichbare Kanalbreite und der Mindestabstand zwischen den Mikrokanälen bestimmt. 72