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3 Methode zur Aufbereitung digital erfasster menschlicher Bewegung für die Bewegungsgenerierung 69 Um den beschriebenen Anforderungen genügen zu können, wurde für die Methodenentwicklung zunächst der Untersuchungsbereich eingegrenzt. Anschließend erfolgten Laborversuche zur Identifizierung der relevanten Einflussgrößen. Den Abschluss der Vorüberlegungen bildete die Auswahl bzw. Prüfung eines Systems zur Bewegungserfassung. 3.2.1 Eingrenzung des Untersuchungsbereiches Im Zuge der Planung von Arbeitssystemen werden arbeitswissenschaftliche Modelle angewandt, um häufig untersuchte Sachverhalte der menschlichen Arbeit abbilden und bewerten zu können, etwa zur Vorgabezeitermittlung oder zur Belastungsbeurteilung. Die Erkenntnisse stammen hauptsächlich aus Beobachtungen und daraus resultierenden Zeitbestimmungen, wobei Posen und Bewegungen zergliedert und mit Parametern belegt werden. Ein denkbarer Ansatz für die Bewegungssynthese ist es daher, invers kinematisch erstellte Bewegungen mittels arbeitswissenschaftlicher Parameter zu korrigieren, indem etwa Erkenntnisse zu Ablaufzeiten oder Vorzugs-Winkelbereichen bei der Kinematik berücksichtigt werden. Dabei entstehen jedoch idealisierte Bewegungsmuster, welche nicht zwingend der üblichen Ausführungsart des Menschen entsprechen (vgl. Hypothese 1, Kapitel 2.6), wodurch Prognosen zu Vorgabezeit und Belastung verfälscht werden. Außerdem ist die biomechanische Korrektheit nicht gewährleistet, sodass Gleichgewichtsbedingungen bspw. nicht eingehalten werden. Derart theoretische Überlegungen eignen sich lediglich zur Vorauswahl der zu betrachtenden Verrichtungen, welche anschließend auf Basis echter menschlicher Bewegungen untersucht werden müssen. Aufgrund ihrer überschaubaren Anzahl an Parametern erfolgten die Untersuchungen anhand von Elementarverrichtungen. Auf Basis der in den vorangegangenen Kapiteln aufgezeigten Erkenntnisse wurden die folgenden Verrichtungen zur weiteren Untersuchung ausgewählt, wobei davon ausgegangen wurde, dass diese den Großteil üblicher Arbeitstätigkeiten abdecken: Elementarverrichtungen des menschlichen Manövrierens im Arbeitsraum (z. B. Setzen, Aufstehen, Laufen, Warten, Wenden), Elementarverrichtungen der Handhabung von Objekten (z. B. Aufnehmen, Tragen, Ablegen), Elementarverrichtungen zur Handhabung und Applikation von einfachen Werkzeugen (z. B. Pistolenwerkzeug auf Punkt applizieren, Knopf drücken), Elementarverrichtungen zur Handhabung an Werkstücken (z. B. Überstreichen einer Fläche, Einschrauben einer Schraube von Hand). Spezialverrichtungen sowie Filigranarbeiten oder Bewegungen mit besonderer Sorgfalt und Präzision wurden vorerst nicht betrachtet.