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2 Standardisierung
Ein Satz umfaßt eine Sequenz von Feldern. Er beginnt mit zwei Feldern zur Spezifikation von Satzart und -länge, gefolgt von den Feldern für die zu übermittelnden Inhalte.
Innerhalb eines Satzes können Felder zu inhaltlich zusammenhängenden Blöcken zusammengefaßt werden, welche sich wiederholen und verschachtelt sein können [130]. Diese
Verschachtelung von Datenstrukturen werden als ’Vorkommen’ bezeichnet und kann bis
zu fünf Hierarchieebenen umfassen.
Ein Datenpaket ist die zentrale Übertragungseinheit. Ein Datenpaket besteht aus mehreren Sätzen. Die Sätze beinhalten sowohl strukturelle Meta-Information (Typ, Länge)
als auch medizinische Information (Behandlungsdaten). Die Anzahl und Reihenfolge der
Sätze mit medizinischen Inhalten ist beliebig [81]. Sämtliche Daten werden im ASCIIZeichensatz dargestellt [81].
Diskussion Die Stärke des Standards liegt in seinem inhaltlichen Bezug zur Domäne der
Onkologie. Die speziellen Anforderungen der epidemiologischen Register beim Datenaustausch wurden bei seiner Entwicklung besonders berücksichtigt. Die Schnittstelle kann eine
weitgehend papierlose Kommunikation zwischen Tumorzentren, Kliniken und Ärzten ermöglichen. Ihre Anpassung an die Erfordernisse der Krebsdokumentation ist ein wichtiger
Schritt zur Vereinheitlichung der Kommunikation.
Die organisatorische Gestaltung des Standardisierungsprozesses im Umfeld des Behandlungsdatentransfers gilt als vorbildlich. Die institutionelle Vertretung der Schnittstellenspezifikation stellt ein wichtiges Kriterium für die längerfristige Anwendung dar. Ihre
Pflege und Weiterentwicklung durch das ZI kann auch langfristig als gesichert angesehen
werden.
Tumor−Identifikation
Bericht
Epidemiologie
Diagnose
Tumor−Beurteilung
Abschluß
Lokalisation
Histologie
Tumorausbreitung
Stadium
Metastasen
durchgeführte Maßnahmen
nicht (vlst.) d. Maßn.
Verlauf
Tumormarker
qualitative Untersuchungen
vorgesehene Maßnahmen
Tumor−ID, Diagnosedatum, Lokalisation, Version
administrative und allgemeine medizinische Daten
Beruf, Dauer, Familie, Mehrlingseigen., Wohnort
Anlaß Besuch/Erfassung, Tumorausprägung, ...
Geschehen, Ausbreitung Primär./Lymph./Met.
Grund, Sterbedatum, tumorbedingt, ICD, Version
Schlüssel, Version, Kennung, Seite, Bemerkungen
Schlüssel, Version, Grading, Befund, Institut
in situ, lokalisiert, Fernm., regional, System.
Sub−Blöcke: TNM−Klassifikation, andere Kl.
Schlüssel, Version, Klartext, Ergebnis, Certainty
Art der durchgeführten Maßnahme, Therapie
Art der durchg. Maßnahme, Therapie, Grund
operative, Strahlen−, Chemo−, sonstige Therapie
kompletter Laborblock, Test, Ergebnis, Signatur, ...
Untersuchung, Sicherung, Art, Ergebnis, Text
Art, Therapie, Datum, Ort, Arzt, Abteilung
Abbildung 2.22: Aufbau der Satzart ’Tumordokumentation’ (7700)
2.6.4
Zusammenfassung
Die Kommunikation im Umfeld der protokollgesteuerten Therapie ist geprägt durch ein
hohes Maß an Spezialisierung, Unvollständigkeit und Unvollkommenheit. Sie unterliegt
einer hohen Spezialisierung, weil jene Standards, welche die Anforderungen eines Anwendungsszenarios vollständig erfüllen, kaum in anderen Feldern einsetzbar sind. Sie ist
unvollständig, weil keiner der existierenden Standards für alle Anwendungsszenarien und
Sachgebiete gleichermaßen geeignet ist. Sie ist unvollkommen, weil keiner von ihnen die