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die Flußmeister 2009 Bisher bearbeitete Gebiete Mit der beschriebenen Methode wurden bisher folgende Einzugsgebiete behandelt: ◗ ◗ ◗ Bolgenach (29 km2), Gemeinde Balderschwang mit Massenbilanzierung für Rauhbach und Stubenbach Trettach (76 km2), Markt Oberstdorf, mit Massenbilanzierung für den murfähigen Faltenbach Stillach (80,5 km2), Markt Oberstdorf, mit Massenbilanzierung für Rappenalpbach, Bacherlochbach, Warmatsgundbach, Schlappoltbach und Grundbach Im Projekt für die Bolgenach konnte ganz im Sinne der Worte des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zum Jahreswechsel aufgezeigt werden, dass die öffentliche Verwaltung als Dienstleister „ermöglicht – nicht verhindert“. Es konnte gezeigt werden, dass durch relativ kleine Baumaßnahmen die möglichen Entwicklungsflächen der von sämtlichen, alpinen Naturgefahren bedrohten Gemeinde erheblich vergrößert werden können. Aus den Ergebnissen für die Einzugsgebiete der Trettach und der Stillach wurde deutlich, dass die hydrologischen Bemessungsgrößen bei nahezu gleicher Einzugsgebietsfläche völlig unterschiedlich sind. So ergibt sich für die Trettach ein HQ100 (ohne Klimazuschlag) von 133 m3/s. Der entsprechende Wert bei der Stillach, die über eine wesentlich unterschiedliche naturräumliche Ausstattung verfügt, liegt dagegen bei 83 m3/s. Diese Differenz der Bemessungsabflüsse ist allein mit der unterschiedlichen Form der Einzugsgebiete nicht erklärbar. Weiter erwähnenswert ist auch, dass keine Eichung des Modells stattfinden muss, da die räumlich differenzierten Abflussbeiwerte physikalisch begründet sind. Für weitergehende Maßnahmen im Einzugsgebiet ist auch die Identifikation von „hot spots“, also Bereichen mit hohen Abflussbeiwerten und hohem Abtragspotential, äußerst wichtig, um auch die in der Wildbachverbauung knapper werdenden Mittel optimal einsetzen zu können. Ein weiterer Vorteil der prozessorientierten Modellierung besteht darin, gerade auch auf Schwemmkegeln, Auswirkungsbereiche von Wildbachgefahren identifizieren zu können, denen eine entsprechend größere Jährlichkeit und damit höhere Intensität zugeordnet ist. Dies würde u.a. den Weg hin zu einer risikobasierten Planung von Schutzmaßnahmen ebnen. Weitere Einsätze des vorgestellten Planungsinstrumentes sind im Einzugsgebiet der Ostrach im Bereich der Marktgemeinde Bad Hindelang sowie bei den Wildbächen der Stadt Immenstadt vorgesehen. Mögliche Entwicklungsflächen für die Gemeinde Balderschwang Wie aus Abb. 6 ersichtlich, kann durch den Bau von 2 Geschieberückhaltebecken am Rauh- und Stubenbach die mögliche Entwicklungsfläche der Gemeinde, die weder von Lawinen, Steinschlag noch von Murgang bedroht sind, um 56 ha (dunkelgrüne Fläche) vergrößert werden. Bei dem vorgestellten Verfahren handelt es sich gegenüber herkömmlichen Verfahren um ein zwar aufwändiges und kostenintensives Instrument, das jedoch eine höhere Bemessungssicherheit bietet, verbesserte Kenntnisse des Einzugsgebietes vermittelt und aufgrund der prozessbasierten Massenbilanz Anhaltspunkte für sinnvolle Rückhaltemöglichkeiten für Wasser und Feststoff liefern kann. Helmut Weis WWA Kempten Bund der Flußmeister Bayerns die Flussmeister 2009.indd 25 Prozessfarbe CyanProzessfarbe CyanProzessfarbe MagentaProzessfarbe MagentaProzessfarbe GelbProzessfarbe GelbProzessfarbe Schwarz 25 05.03.09 15:12