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zum Anhäufen von Beute und Gefangenen; dies waren Eroberungskriege, bei denen die eroberten Völker in ein Reich mit einer stabilen Verwaltung eingegliedert wurden. Dies alles wurde vom mächtigen Kagan beherrscht (und ratet, wer der Kagan in Amerika ist?), der zum Verwalten und Steuernerheben in den neuen Territorien seine Provinzgouverneure berief. Am Anfang des achten Jahrhunderts war ihr Staat genügend gefestigt, daß die Khasaren sich daran machen konnten, die Offensive gegen die Araber zu starten. (Bekommt jemand nun einen schlimmen Anfall von „Nesselfieber"? Oder wie wäre es mit Vogelmilben?) Aus der Distanz von mehr als tausend Jahren (die „Zeit" ist ihnen völlig egal, und es kümmert sie auch nicht, wie lange es dauert, eine Sache zu erreichen, wenn sie sie wollen) schaut die nachfolgende Periode von sporadischen Kriegen (der so genannte „zweite arabische Krieg von 722 - 37) wie eine Serie von ermüdenden Episoden in lokalem Maßstab aus, die alle demselben, sich wiederholenden Muster folgten: die khasarische Kavallerie in ihren schweren Rüstungen und gestohlenen Waffen brach Richtung Süden, über den Darielpass oder das Tor von Darband, in den Herrschaftsbereich des Kalifen ein; darauf folgten die arabischen Gegenschläge durch denselben Pass oder Engpass in Richtung Wolga und zurück. Schaute man durch das verkehrte Ende eines Teleskops, so würde man an den alten Reim vom „edlen Herzog von York, der zehntausend Männer hatte" erinnert: „Er ließ sie auf den Berg hinauf marschieren. Und dann ließ er sie wieder hinunter marschieren." Tatsächlich sprechen arabische Quellen (wenn sie auch oft über-treiben) dennoch von Armeen von 100'000 und sogar 300'000 Männern auf beiden Seiten - und so offensichtlich die Armeen übertreffend, die etwa zur selben Zeit das Schicksal der westlichen Welt in der Schlacht von Tours entschieden. Der todesverachtende Fanatismus, der diese Kriege charakterisierte, wird durch so Episoden illustriert wie etwa den Selbstmord durch Feuer einer ganzen khasarischen Stadt als Alternative zum sich ergeben; die Vergiftung der Wasserreserven am Bab al Abwab durch einen arabischen General; oder durch den traditionellen Mahnruf, der die Rotten einer geschlagenen arabischen Armee zum halten brachte und sie bis zum letzten Mann kämpfen ließ: „In den Garten, Muslime, nicht ins Feuer" - d.h., die Freuden des Paradieses seien jedem moslemischen Soldat, der im Heiligen Krieg getötet werde, sicher. (Fragt ihr euch immer noch, WER den Krieg im Irak plante? Seid ihr immer noch im Zweifel darüber, WER ihn noch immer weitertreibt?) In einer Phase dieses fünfzehn Jahre dauernden Kampfes überrannten die Khasaren Georgien und Armenien in der Schlacht von Ardabil (um 730) und stießen bis nach Mossul (autsch, der gleiche Name genau wie heute) und Dyarbakir vor, mehr als den halben Weg nach Damaskus, der Hauptstadt des Kalifats. Aber eine neu formierte muslimische Armee stoppte den Ansturm, und die Khasaren zogen sich über die Berge nach Hause zurück. Im nächsten Jahr nahm Maslamah ibn-Abd-al-Malik, der berühmteste arabische General jener Zeiten, der zuvor die Belagerung von Konstantinopel befehligt hatte, Balanjar ein und gelangte bis nach Samandar, einer anderen großen, weiter nördlich gelegenen, khasarischen Stadt. Aber einmal mehr waren die Invasoren nicht imstande, eine dauerhafte Garnison aufzubauen, und einmal mehr waren sie gezwungen, sich über den Kaukasus zurückzuziehen. Durch eine weitere dynastische Allianz nahm der Erlösungsseufzer nahm im Oströmischen Reich eine fühlbare Form an: als sich der Thronerbe mit einer khasarischen Prinzessin verheiratete, deren Sohn später Byzanz als Leo der Khasar regieren sollte.