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einem der häufigen Schneestürme ritt Ibn-Fadlan neben einen Türken, der klagte: „Was will
der Herrscher von uns? Er tötet uns mit Kälte. Wenn wir wüssten, was er will, könnten wir
es ihm geben." Ibn-Fadlan: „Alles was er will ist, daß ihr Leute sagt: ‚Es gibt keinen Gott
außer Allah.'" Der Türke lachte: „Wenn wir wüssten, daß es so ist, dann sollten wir dies
gewiss sagen."
Es gibt viele solche von Ibn-Fadlan berichtete Vorfälle, ohne die Unabhängigkeit des
bemerkenswerten Geistes, den sie reflektieren, wertzuschätzen. Der Gesandte des Hofes von
Bagdad wusste auch nicht die fundamentale Geringschätzung von Autorität durch die
nomadischen Stammesangehörigen zu würdigen. Die folgende Episode ereignete sich
ebenfalls im Land der mächtigen Ghuzz-Türken, die den Khasaren Tribut zahlten und,
gemäß einigen Quellen, eng mit ihnen verbunden waren:
Am nächsten Morgen trat einer der Türken auf uns zu. Er war hässlich von Gestalt,
schmutzig anzuschauen, von geringer Herkunft; und wir bewegten uns durch einen starken
Regen. Dann sagte er: „Halt." Und die ganze Karawane von 3000 Tieren und 5000 Männern
hielt an. Dann sagte er: „Nicht ein einziger von euch ist befugt, weiter zu gehen." Wir
warteten also, seinen Befehlen gehorchend. (Es war offensichtlich, daß die Anführer der
Karawane um jeden Preis einen Konflikt mit den Stammesangehörigen der Ghuzz zu
vermeiden hatten.) Dann sagten wir zu ihm: „Wir sind Freunde des Kudarkin (Vizekönig)."
Er begann zu lachen und sagte: „Wer ist der Kudarkin? Ich scheiße auf seinen Bart." Dann
sagte er: „Brot." Ich gab ihm einige Laibe Brot. Er nahm sie und sagte: „Führt eure Reise
fort. Ich habe Erbarmen mit euch."
Die demokratischen Verfahrensweisen der Ghuzz, die angewandt wurden, wenn eine
Entscheidung zu treffen war, waren für die Vertreter einer autoritären Theokratie sogar noch
verwirrender - umso schlimmer, wenn es eure demokratischen Methoden sind, bei denen ihr
über alles und jedes abstimmen könnt:
Sie sind Nomaden und haben Häuser aus Filz. Sie bleiben für eine Weile an einem Ort und
ziehen dann weiter. Man kann ihre Zelte sehen, wie sie da verstreut auf dem Platz
herumstehen, gemäß nomadischem Brauch. Obwohl sie ein hartes Leben führen, benehmen
sie sich wie Esel, die den Weg verloren haben. Sie haben keine Religion, die sie zu Gott
führen würde, und sie werden auch nicht durch die Vernunft gelenkt; sie beten nicht an.
Dafür fragen sie ihre Dorfanführer um Rat; wenn einer seinen Häuptling befragt, sagt er:
„Oh Herr, was soll ich in dieser oder jener Angelegenheit tun?" Den weiteren Verlauf der
Handlungen entscheiden sie durch Beratungen untereinander. Aber wenn sie eine
Maßnahme entschieden haben und bereit sind, sie durchzuführen, kann selbst der
Bescheidenste und Geringste unter ihnen kommen und diese Entscheidung sprengen.
Die sexuellen Sitten der Ghuzz - und anderer Stämme - waren eine bemerkens-werte
Mischung von Freisinn und Wildheit:
Ihre Frauen tragen keinen Schleier in Anwesenheit ihrer oder fremder Männer. Auch sonst
bedecken die Frauen ihrer Körperteile nicht in Anwesenheit anderer Leute. Eines Tages
weilten wir am Ort eines Ghuzz und saßen herum; seine Frau war ebenfalls anwesend.
Während wir uns unterhielten, entblößte die Frau ihre intimen Teile und kratzte sich, und
wir sahen es alle. Daraufhin bedeckten wir unsere Gesichter und sagten: „Möge Gott mir
vergeben." Der Ehemann lachte und sagte zum Übersetzer: „Sage ihnen, wir entblößen es in
eurer Anwesenheit, damit ihr es sehen und ihr euch in Schranken halten mögt; aber es ist