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FILMREIHE „HEIMAT“
Federkrone, rasch zum Kampf aufgesetzt, die immer weißgestärkten
Schürzen, rasch bei Besuch abgelegt, über manches muss man lächeln. Ist man heute eher an blutige Einzelheiten in Großaufnahme
gewohnt, fällt auf, dass diese alten Filme ohne Massaker auskommen,
Dieser Kultfilm muss im Kontext zu seiner Entstehungszeit gesehen
werden, dann versteht man, dass Leute wie Martin Scorsese, Paul
Schrader und Steven Spielberg zu seinen glühenden Anhängern zählen.
USA 1956, 119 Min., Regie John Ford
Rauchzeichen - Smoke Signals
Englisch mit deutschen Untertiteln
Jessica Gillette / Benjamin Köhler / Axel Eberhardt
Filmgespräch
Abendkasse: € 4,00
Do, 14.03.13, 19:00 Uhr
VHS, Raum 102 - Saal
Im Fernsehen läuft ein Indianerfilm. „Weißt du, was noch bescheuerter ist, als Indianerfilme anzuschauen?“, fragt Thomas seine beiden
Freunde und liefert die Antwort gleich mit: „Wenn Indianer Indianerfilme anschauen.“ Die Szene aus „Smoke Signals“ erinnert an die
Oscar-Verleihung von 1973. Marlon Brando hatte den Preis für seine
Hauptrolle im „Paten“ gewonnen. Eine Auszeichnung, die man normalerweise nicht ablehnen kann. Brando schon. Er tat dies mit dem
Hinweis auf das Unrecht, das Indianern von der amerikanischen Filmindustrie jahrzehntelang zugefügt wurde. Also keine Indianer mehr
vor der Kamera? Doch, aber eben auch welche dahinter! „Smoke Signals“ ist ein indigener Film, vom Drehbuch über die Regie bis hin zu
den Darstellern. Der erste seiner Art. Weitere sollten folgen. Der Roadmovie handelt von der Hassliebe zwischen zwei jungen Indianern, die
losziehen, um die Asche ihres verstorbenen „Vaters“ ins Reservat
zurückzuholen. Victor, der leibliche Sohn bezieht seine indianische
Identität aus den Hollywood-Filmen. Thomas, dem Victors Vater einst
das Leben gerettet hat, bezieht seine Indigenität aus der Erzählkultur
seiner Großmutter. Die Dialoge zwischen dem kriegerischen Stoiker
und dem liebenswerten Fabulierer sind voller Humor der etwas anderen Art. In ihnen arbeitet der Cheyenne Chris Eyre einige klassische
Zerrbilder Hollywoods auf und rekonstruiert gleichzeitig über diesen
besonderen Humor seiner Figuren ein anderes Bild von Indianern, die
zu indigenen Persönlichkeiten werden.
USA 1998, 89 Min., Regie: Chris Eyre
Der Wind zieht seinen Weg
Ital., Okzitan., Franz. mit ital. und dt. Untertiteln
Voraussichtlich in Anwesenheit des Regisseurs Giorgio Diritti
Axel Eberhardt / Andreina Bianchini-Ebert / Dott. Ivone Casotto
Filmgespräch
Abendkasse: € 4,00
Mi, 20.03.13, 19:00 Uhr
VHS, Raum 102 - Saal
Ein okzitanisches Dorf in den piemontesischen Alpen droht auszusterben. Zu hart sind die Lebensbedingungen, vor allem im Winter.
Die Arbeit ist knapp, das kulturelle Leben sehr eingeschränkt. Die
Jungen zieht es in die Stadt. Da kommt eine junge französische Bauernfamilie, die sich in dem abgeschiedenen italienischen Alpental
niederlassen möchte, gerade recht. Der Bürgermeister ist begeistert. Als die Bauern den Ziegenkäse der Neuankömmlinge verkosten,
schlägt Skepsis in Wertschätzung um. Doch nicht alle Dorfbewohner
öffnen sich den Fremden. Mit seinen eindrucksvollen Landschaftsbildern und durch seine halbdokumentarische Bildsprache skizziert
der Film minutiös die Stimmung im Dorf. Sehr schnell wird klar, dass
Heimat mehr ist als nur ein geographischer Raum. Koexistenz bedeutet noch nicht Zugehörigkeit. Und die hat ihren Preis. Der Film
selbst ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Äußerst
selten ist eine Low-Budget-Produktion so durchgestartet. Auf Umwegen über Independent Kinos gelangte der Film zu den internationalen Festivals. Dort sorgte er allenthalben für Furore. Der „ultimative
Geheimtipp“ wurde zum „cineastischen Kleinod“ erkoren. Seitdem
erobert er die Kinos in Italien. Auch hierzulande wird er gefeiert, als
atmosphärisch dichtes Drama, als filmisches Naturschauspiel und
als bildsprachlich innovativer Grenzgang zwischen Dokumentarund Spielfilm. Schön, dass Klasse bisweilen Kasse macht.
Italienisch, Okzitanisch und Französisch mit italienischen Untertiteln in Raum 102 und mit deutschen Untertiteln im Raum 101
Italien 2007, 110 Min., Regie: Giorgio Diritti
Die Legende vom Ozeanpianisten
Berthold Wolf
Filmgespräch
Abendkasse: € 5,00
Mi, 10.04.13, 20:00 Uhr
KiK, Offenburg
„Die Legende vom Ozeanpianisten“ entführt uns an einen besonderen
Ort, der zur Heimat für einen Künstler wird. Auf einem Schiff, Hoffnung für viele europäische Heimatlose auf dem Weg nach Amerika,
wird auf einer Reise ein ausgesetztes Kind entdeckt, das von nun an
auf dem Schiff aufwächst.
Ist es möglich, Heimat auf diese Weise zu begreifen? Kann ein Dampfer, der zwischen der neuen und alten Welt verkehrt und einen eigenen
Rhythmus vorgibt, zur Lebensumgebung werden? Muss nicht der Heimatbegriff als geographische und kulturell adäquate Verwurzelung
vorgegeben sein? Viele interessante Fragen ergeben sich aus diesem
Meisterwerk, das von der Musik von Ennio Morricone begleitet wird.
Dem großen Regisseur Giuseppe Tornatore, durch seinen Film „Cinema Paradiso“ weltberühmt, gelingt auch in „Die Legende vom Ozeanpianisten“, nach dem Roman „Novecento“ von Alessandro Baricco,
ein opulentes und glaubwürdiges Werk. Mit vielen Preisen bedacht,
vor allem für die beste Kamera und die beste Musik verbinden sich die
erzählerischen Passagen mit rein filmischer Poesie.
Italien 1999, 121 Min., Regie: Guiseppe Tornatore
Filme an der VHS
In einer Einführung verortet ein Referent /eine Referentin den Film in
seine Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Es werden Zusammenhänge zum Gesamtwerk des Regisseurs oder zu anderen Filmen aufgezeigt. Für ein „tieferes“ Verständnis helfen auch genauere Blicke
auf Details und ihre Machart. Um fremdsprachliche Filme besser zu
verstehen, werden auch Schlüsselvokabeln oder sprachliche Besonderheiten erläutert. Ein offener Meinungsaustausch rundet das Filmerlebnis ab.
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