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Kenngrößen der Verkehrs- und Umweltsituation und ihre Erfassung
5.1.12
Methodische Vorgehensweise bei der Messung und Analyse der
verkehrlichen Kenngrößen in den AMONES-Testfeldern Bremerhaven
und Hamburg
Tabelle 23 bietet einen Überblick über die relevanten vorgestellten Methoden zur Erfassung
verkehrlicher Kenngrößen und deren Vor- und Nachteile. Im Rahmen des vorliegenden
Dokuments ist zu beachten, dass die modellbasierte Erfassung und die Ableitung aus bereits
erfassten Kenngrößen losgelöst von Tabelle 23 betrachtet werden. Die modellbasierte
Erfassung ist in der Lage alle für die Simulation relevanten Daten ohne Genauigkeitsverlust zu
„messen“ und die Kenngrößen, die sich aus bereits erfassten Kenngrößen ableiten lassen,
hängen von der bereits durchgeführten Messung ab. In beiden Testfeldern können außerdem
die vollständigen Protokolle der Signalgruppen ausgewertet werden. Diese Datenquelle stellt
dabei keine Messung von Kenngrößen im eigentlichen Sinne dar, wird aber im Rahmen der
durchgeführten Untersuchungen zur Erklärung von gemessenen Wirkungen verwendet und ist
deshalb Teil des gesamten Bewertungsprozesses.
Methoden
Detektionsart
Erfasste
Kenngrößen
Netzbezug
Bedeutung
Varianz
Erfassungsintervalle
Messfahrzeug
Mobil
Weg-Zeit-Verlauf
Niedrig
Sehr hoch
Hoch
Sekunden
Querschnittserfassung
mit Detektor
Stationär
Verkehrsstärke
Mittel
Mittel
Niedrig
Minuten
Querschnittserfassung
manuell
Stationär
Verkehrsstärke
Fahrzeugklassen
Mittel
Niedrig
Niedrig
Minuten
Nicht fest installierte
Kennzeichenerfassungssysteme
Stationär
Fahrzeiten
Durchgangsverkehrsanteile
Mittel
Hoch
Niedrig
Minuten
Signalgruppenprotokolle
Stationär
Signalbilder
Mittel
Mittel
Nicht
zutreffend
Sekunden
Fahrzeugwiedererkennung mittels
Induktionsschleifensignatur (nur
Bremerhaven)
Stationär
Fahrzeiten
Niedrig
Niedrig (da
keine Vollerfassung)
Niedrig
Minuten
Tabelle 23:
Methoden zur Erfassung verkehrlicher Kenngrößen.
Der Netzbezug beurteilt die Aussagekraft der erfassten Kenngrößen über ein Verkehrsnetz.
Hier wird angenommen, dass klassische Querschnittserfassungen im gesamten Verkehrsnetz
verteilt installiert sind. Im Gegensatz dazu können temporäre Kennzeichenerfassungssysteme
zwar nur an wenigen ausgewählten Querschnitten aufgebaut werden, erlauben aber die
Erfassung von N·(N-1) Fahrzeiten bei N Querschnitten, wobei die Aussagekraft einer Fahrzeit
räumlich zeitlicher Natur ist. Ein Messfahrzeug kann hingegen nur eine der Trajektorien aller
Fahrzeuge erfassen, diese ist zeitlich und räumlich hoch aufgelöst, aber nur ein kleiner
Ausschnitt des Verkehrszustandes. Signalgruppenprotokolle ermöglichen die Bestimmung von
Versatzzeiten und Freigabezeitanteilen, die das Verkehrsangebot im Netz beeinflussen.
Die Bedeutung der erfassten Kenngrößen bewertet die Eignung der gemessenen Daten zur
Qualitätsbeurteilung einer Verkehrsanlage. FCD-Daten erlauben die Ermittlung der Wartezeiten
AMONES 2010
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