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Informationssystem-Entwicklung im Co-Design-Zugang
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Einführung
Ich bin nicht ihr bester Freund.
Ich bin ihr einziger Freund!
Danny DeVito in Das Geld anderer Leute
Datenbank- und Informationssysteme sind heute integrierte, eingebettete oder selbständige Anwendungen und integraler Bestandteil der Infrastruktur von vielen Betrieben. Meist wird zwischen diesen Systemtypen nicht unterschieden. Wir wollen im weiteren jedoch Datenbanksysteme als die Hauptkomponente von Informationssystemen auffassen. Informationssysteme verfügen außerdem über eine
Reihe von Anwendungsschnittstellen im Rahmen von Präsentationssystemen. Ein Datenbanksystem
umfaßt wiederum ein Datenbank-Management-System (DBMS) und eine Reihe von Datenbanken.
Information umfaßt immer eine Deutung von Daten. Information ist aus unserer Sicht nicht einfach
‘Mikro’-Wissen oder eine Menge von Daten. Wir unterschieden zwischen
dem Datum als Folge von Symbolen,
Nachrichten als übermittelte Daten,
dem Wissen als validierter, wahrer Glaube bzw. zusammengefaßte, kondensierte Fakten (Daten)
und Regeln und
Informationen als gedeutete Nachrichten, Daten oder Mitteilungen, die ein Empfänger mit bestimmten Regeln intuitiv oder explizit auswählt innerhalb eines Kontextes, verarbeitet und in
seinen Informations-, Daten- bzw. Wissensbestand integriert.
Die Entwicklung eines Informationssystemes muß deshalb alle Aspekte einer Anwendung umfassen:
Strukturierung: Die Struktur eines Informationssystemes und die statischen Integritätsbedingungen werden im Datenbank-Schema zusammengefaßt, das die Strukturierung einer Datenbank
beschreibt.
Funktionalität: Informationssysteme stellen eine Vielzahl von Funktionen, eine Anfrageschnittstelle, eine Modifikationsschnittstelle, eine Transaktionsverarbeitungskomponente, Programme etc.
zur Verfügung. Für eine Anwendung werden Prozesse auf der Grundlage dieser Funktionen
entwickelt. Für die Prozesse gelten dynamische Integritätsbedingungen. Wir fassen die Prozesse und die dynamischen Integritätsbedingungen in der Datenbank-Maschine zusammen, die die
Funktionalität der Anwendung beschreibt.
Verteilung: Informationssysteme werden heutzutage in andere Systeme eingepaßt, sind selbst oft
nur Bestandteile einer Infrastruktur und kooperieren miteinander. Wir entwickeln hier eine allgemeine Spezifikation der Verteilung basierend auf dem Konzept der Dienste, der Austauschrahmen und der Kooperationsbedingungen. Diese Spezifikation verallgemeinert Zugänge aus dem
Bereich der Kommunikationssysteme, der verteilten Systeme und der Betriebssysteme.
Interaktivität: Ein Informationssystem soll den Benutzer bei einer Vielzahl von Aufgaben unterstützen. Es werden je nach Anwendungskontext unterschiedliche Handlungsabläufe ausgelöst.
Wir fassen diese Abläufe im Story-Raum zusammen. Gruppen von Benutzern werden abstrakt
durch Akteure dargestellt. Die einzelnen Arbeitsschritte fassen wir in Szenen zusammen. Die
benötigte Unterstützung durch das Datenbanksystem erfolgt durch Content-Objekte, die eine
Verallgemeinerung von Sichten darstellen und um eine Funktionalität erweitert wurden. Der
Story-Raum und die Content-Objekte werden im Interaktionsraum zusammengefaßt.
Diese vier Aspekte müssen gemeinsam bei der Entwicklung eines Informationssystemes betrachtet
werden. Wir sprechen deshalb vom integrierten Entwurf von Strukturierung, Funktionalität, Verteilung
und Interaktivität eines Informationssystemes bzw. vom integrierten Entwurf von Strukturierung und
Funktionalität eines Datenbanksystemes.