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Jahresbericht 2008 des Leibniz-Rechenzentrums, Teil II
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fen, Telefonkonferenzen und Videokonferenzen statt und sind das regelmäßige Alltagsgeschäft eines
europäischen Großprojekts.
6.6.3 Tier-2-Zentrum des Large Hadron Collider Computing Grid (LCG)
Die immensen Datenmassen des derzeit weltgrößten Teilchenphysikexperiments „Large Hadron Collider―
am CERN im PetaByte-Umfang sollten ab Sommer 2008 an Forscher verteilt werden. Im Rahmen der
Vorbereitungsarbeiten wurde weltweit eine zwiebelschalenartige Tier-Struktur mit dem Tier-0-Zentrum
des CERN im Zentrum aufgebaut (siehe Abbildung 64). Das LRZ betreibt dabei zusammen mit dem
MCSC-Partner RZG und den Hochenergiephysikern aus dem Münchner Raum ein Tier-2-Zentrum.
Zusammen mit Mitarbeitern des Hochenergiephysik-Lehrstuhls Prof. Schaile, LMU, wurde die nächste
Generation der Standardsoftware für das LHC Computing Grid, LCG/gLite, am LRZ installiert. Die am
LRZ gehostete LCG-Hardware wurde 2008 durch weitere Hardware aus Sondermitteln des BMBF und
Mitteln vom LMU Lehrstuhl Schaile um 536 CPU cores auf 1180 cores erweitert. Zur Speicherung der
Experiment-Daten und Auswertungsergebnisse kann über die Grid-Software dCache auf 350 TByte an
Plattenplatz zugegriffen werden. Hier lag der Zuwachs in 2008 bei 210 TByte.
Abbildung 63 In 2008 am LRZ beschaffte Rechenknotenfür das LCG-Projekt.
Am 21. Oktober 2008 wurde der in Abbildung 65 gezeigte LHC am CERN offiziell eingeweiht. Allerdings trat bereits am 16. Oktober 2008 während eines vorbereitenden Tests eine Unregelmäßigkeit auf,
die zur Zerstörung einer Magneteinheit führte, weshalb der Produktionsbetrieb nicht aufgenommen werden konnte. Seither ist der LHC abgeschaltet und wird repariert. Die erneute Inbetriebnahme ist für
Herbst 2009 geplant. Bis es soweit ist, wird das LHC Computing Grid weiterhin mit simulierten Daten
getestet, um sicherzustellen, dass alles einwandfrei funktioniert, sobald die ersten Messwerte aus Genf
eintreffen. Das LRZ ist aktiv an diesen Tests beteiligt.
Da die Messungen am CERN nicht kontinuierlich erfolgen, wird auch das Tier-2 Zentrum nicht kontinuierlich ausgelastet sein. Daher ist es vorteilhaft, es zusammen mit dem am LRZ vorhandenen LinuxCluster zu betreiben: In Schwachlastzeiten migrieren Jobs aus dem Linux-Cluster auf die Tier-2 Rechner
und in Zeiten der Spitzenlast kann das Tier-2 Zentrum zusätzliche Jobs auf dem Linux-Cluster rechnen.
Diese enge Kopplung und ständig neue Anforderungen des Tier-2 Zentrums machten mehrere Überarbeitungen des Betriebskonzepts und komplizierte Änderungen am Linux-Cluster Batch-System erforderlich.
Durch diese Anstrengung kann nun eine konstant hohe Auslastung der Tier-2 Rechner erreicht werden.