Download Dokument 1 - E-Dissertationen der UHH
Transcript
Kap. IV Nationale Prädiktoren des Ressourcenverbrauchs 57 In der aktuellen DRG-Diskussion wird wiederholt auf die Bedeutung gleichzeitiger qualitätssicherender Maßnahmen hingewiesen. Zwei Studien, die nun im Folgenden vorgestellt werden sollen, beschäftigten sich mit dem Zusammenhang zwischen Behandlungsdauer und Therapieerfolg in der Versorgungspraxis. So konnten Borgart und Meermann (1999) aufzeigen, dass die Behandlungsdauer mit dem Ausmaß der Besserung anstieg und Patienten, die unverändert blieben, die kürzesten Behandlungszeiten hatten. Kritisch merken die Autoren allerdings an, dass es sich dabei um von Therapeutenseite eingeschätzte Besserungen handelte und diese eventuell im Sinne einer kognitiven Dissonanzreduktion diejenigen Patienten, die länger in Behandlung verblieben, auch in ihrem Besserungsgrad höher einschätzten. Bassler et al. (1995) fanden demgegenüber eine signifikante Abnahme der Angstwerte im STAI zu Therapieende und zum 1-Jahres-Katamnesezeitpunkt lediglich für die kürzer behandelte Patientengruppe, nicht aber für die länger behandelte Gruppe. Dieses Muster zeigte sich auch in der Skala „Grundstimmung“ des Gießen-Tests, der signifikante Unterschied bestand aber nicht mehr zum Katamnesezeitpunkt. In der Skala „Allgemeiner Beschwerdedruck“ des GBB nahmen die Werte zum Ende der Behandlung für beide Gruppen signifikant ab und unterschieden sich erst zum Katamnesezeitpunkt signifikant (länger behandelte Patienten höhere Werte in der Katamnese). Sollte eine DRG-Einführung im stationären Versorgungsbereich von Patienten mit psychischen Störungen zukünftig stärker diskutiert werden, so bedarf es weiterer Studien zum Zusammenhang zwischen Outcome und Behandlungsdauer. In diesem Kontext sollte weiter beforscht werden, inwieweit Therapieerfolg und Verweildauer miteinander interagieren und sich unter bestimmten Bedingungen (z.B. Implementierung eines Klassifikationssystems) verändern. 4.3 Fazit Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die vorliegenden empirischen Befunde aus nationalen Studien wichtige Hinweise auf weitere, den Ressourcenverbrauch substantiell mitbestimmende Kriterien liefern. Dabei müssen die verschiedenen Versorgungsbereiche (Krankenhausbehandlung im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie; Krankenhausbehandlung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie; Rehabilitationsbehandlung von Patienten mit psychischen/psychosomatischen Störungen) differenziert betrachtet werden. Die empirischen Befunde aus der Krankenhausbehandlung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie sind hinsichtlich des Kriteriums der Diagnose nur sehr begrenzt auf den psychosomatisch-