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78 4 Ontologien 4.1.2.1 Domänen-Ontologien In diesen Ontologien werden Konzepte innerhalb einer Domäne und ihre Beziehungen sowie Regeln, die für die Domäne gültig sind, bereitgestellt. Sie legen damit Einschränkungen für die formale Semantik von Domänenwissen fest.321 Eine Domäne wird dabei als ein darzustellender Ausschnitt der Welt angesehen.322 Die Enterprise Ontology323 bspw. stellt eine Domänen-Ontologie dar, die für gewerbliche Unternehmen relevante Begriffe umfasst. Auch die Kompetenz-Ontologie für die DMT GmbH, die in dieser Arbeit vorgestellt wird324, ist als Domänen-Ontologie für den Bereich Technologie-Dienstleistung mit einem weiteren Schwerpunkt auf dem Bereich des Kompetenzmanagements zu sehen. 4.1.2.2 Commonsense-Ontologien Commonsense-Ontologien, auch als „allgemeine“ oder „generische“ Ontologien bezeichnet, umfassen allgemeine Konzepte, die über mehrere Themengebiete hinweg – im Gegensatz zu bspw. Domänen-Ontologien – Gültigkeit besitzen. Mit ihnen wird versucht, „allgemeines Weltwissen“ zu erfassen325 und durch Konzepte wie Zeit, Raum, Zustand, Ereignis, Prozess, Aktion, Komponente usw. darzustellen.326 Beispiele für bereits entwickelte CommonsenseOntologien sind etwa die Suggested Upper Merged Ontology (SUMO)327, das Generalized Upper Model (GUM)328, Cyc329 und SENSUS330. 4.1.2.3 Methoden-Ontologien Durch Methoden-Ontologien werden Konzepte, Relationen und Regeln für (systematische) Verfahren zur Gewinnung von Lösungen für Klassen gleichartiger Probleme definiert331; sie legen die Primitive fest, mit denen die Operationen einer Methode beschrieben werden können. Um die Wiederverwendung einer Methoden-Ontologie zu ermöglichen, werden die Methoden durch abstrakte und domänenunabhängige Konzepte dargestellt. In der Propose-andRevise-Method-Ontology („Vorschlagen-und-überprüfen-Ontologie“) des Protégé-II-Projekts 321) Vgl. van Heijst, Schreiber et al. (1997), S. 193. 322) Vgl. Owsnicki-Klewe, von Luck et al. (2003), S. 157. 323) Siehe Fn. 515, S. 116. 324) Siehe Kapitel 4.4.3, S. 118 f. 325) Vgl. Zelewski Schütte et al. (2001), S. 195. 326) Vgl. Puppe, Stoyan et al. (2003), S. 623. 327) Die Suggested Upper Merged Ontology (SUMO) ist aus Bemühungen einer IEEE-Arbeitsgruppe (IEEE Standard Upper Ontology) entstanden, die die Entwicklung einer allgemeinen, erweiterbaren und standardisierbaren Ontologie zum Ziel haben; für eine kurze Darstellung vgl. Pease, Niles et al. (2002) sowie http://ontology.teknowledge.com/, Zugriff am 18.02.2004. 328) Vgl. Bateman, Magnini et al. (1994). 329) Zu Cyc siehe Kapitel 4.4.1, S. 116 f. 330) Zu SENSUS siehe Kapitel 4.4.4, S. 119 f. 331) Vgl. Studer, Fensel et al. (1999), S. 5.
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