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Hard & Software | Andreas’ Tech Watch
Notebook zu klein
oder Mensch zu groß?
Wer hätte gedacht, dass ein Notebook zu klein geraten
kann. Aber selbst ausgesprochene Subnotebook-Liebhaber
werden es mit dem Libretto U100 schwer haben. Es ist
schlicht der menschlichen Evolution voraus.
Andreas Roesler-Schmidt
Toshibas Libretto U100 eindeutig zu bewerten fällt schwer. Rein technisch betrachtet
ist es nicht nur ein tadelloses, sondern sogar
ein beeindruckendes Gerät. Im Praxiseinsatz bringt es jedoch Hürden mit sich.
In den ersten Minuten nach dem Auspacken gewinnt es Sympathie: Es ist ein
putzig-kleines Notebook, viel kleiner noch
als man es sich von den Fotos her vorgestellt
hatte. Das Design ist dabei - besonders für
Toshiba, dessen Laptopdesign manchmal
doch etwas plump ausfällt - geradlinig und
durchwegs elegant. Lediglich die Dockingstation mit dem DVD-Laufwerk trübt diesen Eindruck ein wenig. Will man unterwegs DVDs benützten, muss man sie an der
Unterseite des U100 befestigen - wodurch
das Gerät fast auf die doppelte Höhe wächst.
Und das fällt bei einem dermaßen kleinen
Notebook sehr auf.
Beim ersten Einschalten schmunzelt man
noch über das Windows-Start-Logo, das
man noch nie zuvor auf einem so kleinen
Bildschirm (7,2 Zoll) gesehen hat - die Größe entspricht eher dem Display einer Autonavigationsanzeige als dem eines Notebooks.
Man ist auch überrascht über die hervorragende Qualität (Brillanz und Kontrast) des
Displays, das qualitativ viele große Notebooks übertrifft.
Und dennoch, das Konzept des U100 geht
nicht auf. Man kann einen Notebook nicht
einfach „zu heiß kochen“ und verkleinern
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- der Mensch setzt die natürliche Grenze.
Und die ist mit dem Display unterschritten
- so brillant es auch ist: Es ist schlichtweg zu
klein, um irgendetwas lesbar darzustellen.
Windows bedienen, wird damit zur opti-
schen Rätselrallye. Man muss schon sehr
nahe rangehen, um Menütexte und ähnliches zu erkennen. An längeres Arbeiten ist
so nicht zu denken (zufällig hatte ich zeitgleich eine Maus mit „Lupenfunktion“ zum
Test - beim U100 erwies sie sich als sehr
monitor | September 2005
nützlich). Ähnliches gilt für die Tastatur: Deren Gesamtbreite entspricht in etwa der Länge einer durchschnittlichen Hand.An Zehnfinger-Tippen ist nicht zu denken, aber auch
im Adlersystem gelingt keine Eingabe,
ohne mindestens einmal die falsche Taste zu
erwischen.
Das alles soll aber die technische Leistung
nicht schmälern. Es ist in einem unglaublich winzigen Gehäuse alles vorhanden, was
ein Notebook benötigt. Neben allen üblichen
Anschlüssen und SD-Card-Laufwerk ist sogar ein Fingerprint-Reader fürs Login am
Gerät. Das externe DVD-Laufwerk würde
man aufgrund der extrem kompakten Bauweise auch noch als Kompromiss akzeptieren.
Nun, wie bewertet man ein Gerät, das
technisch perfekt, in der Praxis jedoch kaum
brauchbar ist? Stellen wir fest: Wir erkennen die Leistung auf dem Gebiet der
Miniaturisierung vorbehaltlos an. Toshiba
hat damit das (am europäischen Markt)
kleinste Notebook gebracht.
Sollte es Toshiba in absehbarer Zeit gelingen, die Benützer ebenfalls zu verkleinern,
dann steht dem U100 nichts mehr im
Wege, die Notebook-Welt zu erobern. Bis
die Evolution den Menschen klein genug
dafür bekommt, muss vor der Benutzung
im Sinne der Gesundheit von Augen und
Fingern aber abgeraten werden.
www.toshiba.at