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Einschränkend muss angemerkt werden, dass die Voraussetzung einer ANOVA, die Annahme
der Varianzhomogenität, nicht erfüllt wurde. Die Überprüfung der Annahme anhand eines
Levene-Tests ergab ein signifikantes Ergebnis, sodass Varianzhomogenität abzulehnen ist.
Allerdings erweist sich das Verfahren bei einer Verletzung dieser Annahme als robust (vgl.
Backhaus et al., 2003, S. 150).
8.1.1.4 Überprüfung der formativen Skala ufosV2fa
Entsprechend des in Abschnitt 6.6.2.3 vorgestellten Vorgehens wurde die formative Skala
ufosV2fa überprüft, indem sie in einem Zwei-Konstrukt-Modell als Prädiktor zu der reflektiven Skala ufosV2ra in Beziehung gesetzt wurde. Um möglichen Verzerrungen der Schätzparameter aufgrund von Multikollinearität zwischen den formativen Indikatoren zu begegnen,
wurden untereinander multikollineare Indikatoren der Skala ufosV2fa zu Indizes zusammengefasst (vgl. Albers & Hildebrand, 2004). Hierfür wurde, um möglichst viel Information der
vorhandenen Daten beizubehalten, dem bei Multikollinearität empfohlenen Prinzip der
Hauptkomponentenregression folgend, eine Hauptkomponentenanalyse mit orthogonaler
Rotation gerechnet (Moosmüller, 2004, S. 132).
Es zeigte sich ein sehr hoher, signifikanter Pfadkoeffizient mit einem Wert von E 0,92 sowie
ein sehr zufriedenstellender Determinationskoeffizient hinsichtlich der LV ufosV2ra von
R2 0,84. Diese Werte lassen auf einen hohen Zusammenhang zwischen den beiden LVn
schließen, sodass die Hypothese H4, wonach ein Zusammenhang zwischen der formativen
ufosV2fa-Skala und der reflektiven ufosV2ra-Skala besteht, bestätigt werden kann. Offensichtlich bildet das Set der 27 verwendeten formativen Usability-Indikatoren das Globalurteil
der ufosV2ra-Skala sehr gut ab.
Angesichts der hohen Korrelationen zwischen den formativen Indikatoren könnte vermutet
werden, dass bei einer Reduktion des Skalenumfangs der ufosV2fa-Skala durch Ausschluss
einzelner Items trotzdem ein hoher Zusammenhang zum Globalurteil der ufosV2ra-Skala
bestehen bliebe. Um inhaltliche Redundanzen im Fragebogeninventar zu vermeiden und die
Itemanzahl einzugrenzen wurden bereits vier Indikatoren von der weiteren Verwendung in der
formativen Skala ufosV2fa ausgeschlossen. Es verbleiben 27 Items in der ufosV2fa-Skala
(siehe Abschnitt 7.5.1.2). Der Skalenumfang ist damit im Vergleich zu der von
Christophersen (2007) verwendeten Skala ufosV2f mit 46 Items deutlich reduziert.
Dennoch stellt sich angesichts der hohen Itemkorrelationen die Frage, ob es angeraten wäre,
noch weitere Items aus der Skala zu eliminieren. Zielsetzung einer Anwendung der
formativen Usability-Skala ufosV2fa ist es, auf Grundlage der Ausprägungen von Einzelitems, inhaltlich differenzierende Rückschlüsse auf die Usability der jeweils dahinter
stehenden Gestaltungsmerkmale zu erhalten. Weitere Items auszuschließen hätte möglicherweise zur Folge, die Beurteilungsbreite der ufosV2fa-Skala und damit die Inhaltsvalidität
einzuschränken, was der angeführten Zielsetzung entgegenstünde. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Skalenitems im Vorfeld der Untersuchung auf Grundlage von Experten-