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2 Grundlagen
Nicolai Josuttis [Jos08] betont, dass es sich bei SOA nicht um eine konkrete Architektur handelt, sondern eher um eine Art Konzept, welches zu
einer Architektur hinführt. Als zentralen Pluspunkt gegenüber vorherigen Konzepten oder Architekturen sieht er die gewonnene Flexibilität des
Unternehmens, welches eine SOA aufgebaut hat. Eine möglichst kurze
„Time to market“ wird dabei immer primär angestrebt. Immer schneller
muss ein Unternehmen auf sich ändernde Marktverhältnisse reagieren
können. Dazu muss SOA Faktoren wie Organisation des Unternehmens,
die Regeln und natürlich die Prozesse (siehe Abschnitt 2.1) mit einbeziehen. Weiter charakterisiert er SOA als ein Konzept, welches eine verteilte, heterogene Systemlandschaft mit ebenso verteilten Zuständigkeiten
und Besitzverhältnissen beinhaltet. Die zentralen technischen Konzepte
innerhalb von SOA sind bei ihm 1. die Services selbst, 2. eine hohe Interoperabilität der Services und 3. eine lose Kopplung der Services. Mit
loser Kopplung ist hier gemeint, dass besonders die Punkte Flexibilität,
Skalierbarkeit und Fehlertoleranz zu beachten sind.
Papazoglou [Pap07] definiert:
„(SOA is) a logical way of designing a software system to
provide services to either end-user applications or to other services distributed over a network, via published and discoverable interfaces.“
Hier wird also das Netzwerk betont und dass es veröffentlichte Schnittstellen gibt, die aufgefunden werden können. Dies sind typische Eigenschaften von Web-Services. Tatsächlich lässt sich Papazoglou der WebService-Community zuordnen. Er selbst schreibt im oben referenzierten
Paper in einer Fußnote:
„In this paper we shall use the terms Web service and service
interchangeably.“
In dieser Arbeit spielen Web-Services14 zwar eine große Rolle, stellen
jedoch bei weitem nicht die einzige Möglichkeit für den Aufbau einer
SOA dar.
Veröffentlichungen aus der Webservice-Community stellen bei der Definition des SOA-Begriffs oft das so genannte „SOA-Dreieck“ (oder WebservicesDreieck, siehe Abbildung 2.3) in den Mittelpunkt. Hier existieren drei
kommunizierende Parteien:
1. Ein Service-Provider, welcher einen Service anbieten möchte,
2. eine Service Registry, welche die Menge aller öffentlichen Dienste
verwaltet und
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besonders durch WSDL beschriebene SOAP-Web-Services
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