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EINSTEIN - Auditleitfaden 4.2.3 Datenvervollständigung mit EINSTEIN Im oben angegebenen Base Case wurde ein vollständiger Datensatz in das EINSTEIN Tool eingegeben, was bedeutet, dass für die Ermittlung mehrerer Parameter sogar redundante Information zur Verfügung steht (was - wie oben erwähnt - auch zu Widersprüchlichkeiten führen kann). Aber wir wissen ja, dass EINSTEIN ein kluges Köpfchen ist und nicht unbedingt alle Daten benötigt. Er kann fehlende Informationen auch selbst berechnen. Errechnete oder geschätzte Daten sind jedoch nur zu einem gewissen Ausmaß verlässlich wie Sie im Fenster Datenquerüberprüfung sehen können. Bevor Sie die Daten übernehmen und mit dem Audit fortfahren, sollten Sie eine Bewertung durchführen und überlegen, ob das Ausmaß an Unsicherheit in diesem Fall akzeptabel ist oder nicht. Im folgenden Abschnitt lernen Sie, wie Sie das EINSTEIN Modul zur Datenüberprüfung einsetzen können, um die Informationen über das Unternehmen aus einem beschränkten und unvollständigen Datensatz zu vervollständigen. 4.2.3.1 Der Verbrauch von Prozesswärme ist nur für die Hauptprozesse bekannt In der Praxis ist es oft so, dass nur der Energieverbrauch der wichtigsten wärmeverbrauchenden Prozesse bekannt ist, während es noch einen oder mehrere kleine Prozesse mit unbekanntem Wärmebedarf gibt. Um zu zeigen, wie man dann vorgeht, haben wir unser Beispiel so abgeändert, dass der Energieverbrauch von Prozess 2 (Eindickung) unbekannt ist: Der Wärmebedarf (Zirkulation) des laufenden Prozesses (Strömungsgeschwindigkeit des Prozessmediums beim Einfließen in den Behälter) wurde nicht angegeben. Das bedeutet QUPHm könnte jeden beliebigen – auch einen sehr hohen – Wert annehmen. Der Teillastfaktor von Kessel B2 wurde nicht angegeben. Das bedeutet, dass auch die von Kessel B2 abgegebene Wärme nicht bekannt ist. Die von diesem Gerät erzeugte Gesamtwärme ist jedoch in diesem Fall durch den Energieverbrauch von 8.063 kWh, die bekannte Nennleistung des Heizkessels und die maximalen Betriebsstunden begrenzt. Die Länge der Rohre Nr. 2 und 3 sind ebenfalls unbekannt. Die Gesamtsituation ist nicht völlig klar: Eine genaue Lösung des Problems ist nicht möglich, da wir die Wärmeverluste der Rohrleitungen nicht genau kennen. Das Problem hält sich jedoch in Grenzen, da man den Gesamtenergieverbrauch kennt, und EINSTEIN auf dieser Basis den fehlenden Parameter – den Wärmebedarf von Prozess 2 – errechnen kann. In unserem Fall liegt der Wärmebedarf von Prozess 2 bei 467 MWh mit einem Fehlerspielraum von fast 100 %, der sich daraus ergibt, dass man nicht weiß, wie hoch die Wärmeverluste der Rohrleitungen sind. Abbildung 48: Ausgangspunkt der Analyse: Energieverbrauch eines kleinen Prozesses unbekannt (Beispielprojekt „EINSTEIN Audit-Leitfaden 42 2a”) 112