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EINSTEIN - Auditleitfaden 4.2 Datenüberprüfung und -schätzung In diesem Abschnitt finden Sie einige Beispiele dazu, wie Sie die EINSTEIN Software zur Überprüfung der Konsistenz der Daten einsetzen können. Am vereinfachten Beispiel einer Molkerei mit nur drei Prozessen sollen die wichtigsten mit der EINSTEIN Software durchführbaren Möglichkeiten veranschaulicht werden. Die beschriebenen Beispiele sind auch in der Default-Datenbank der EINSTEIN. 4.2.1 Beschreibung des Modells Molkerei 4.2.1.1 Prozesse Drei typische Prozesse einer Molkerei werden beleuchtet: Pasteurisation (Prozess 1) Eindicken (Prozess 2) Mozzarella-Produktion (Prozess 3) Die Pasteurisation ist der Prozess mit dem höchsten Energieverbrauch. In der Molkerei in unserem Beispiel wird 280 Tage im Jahr gearbeitet. Es werden vor allem zwei Produkte hergestellt: normaler Käse und Mozzarella. Zwischenerzeugnisse sind: pasteurisierte Milch (aus der Pasteurisation), Molke und Topfen (beide aus der Eindickung). Pasteurisation Die Pasteurisation ist ein kontrollierter Erwärmungsprozess, bei dem alle in der Milch vorkommenden lebensfähigen Mikroorganismen wie Erreger oder Stoffe, die die Milch verderben können, abgetötet werden. Die Kurzzeithocherhitzung (HTST) erfolgt bei Temperaturen von 72-75 °C und dauert 15-24 Sekunden. Bei der kontinuierlichen Pasteurisation kommen Durchflusswärmetauscher – wie Rohrwärmetauscher oder Plattenwärmetauscher – zum Einsatz. Diese verfügen über Abschnitte zum Wärmen, Temperaturhalten und Kühlen. Bei der Pasteurisation sind eine interne Wärmerückgewinnung und eine externe Wärmeversorgung für das 3 Wärmen und Kühlen einer zirkulierenden Flüssigkeit (Milch) vorgesehen. Täglich werden 400 m Milch pasteurisiert. Es handelt sich dabei um einen kontinuierlichen Prozess, der 5 Stunden/Tag läuft – von 6 bis 11 Uhr. Heißes Wasser kommt als Medium zur externen Wärmezufuhr zum Einsatz. Die Milch wird bei einer Temperatur von 4 °C in die Anlage eingefüllt, fließt dann durch einen internen Gegenstromwärmetauscher, in dem die ausfließende Milch die einfließende auf 38 °C erhitzt. Die vorgewärmte Milch wird dann mit heißem Wasser weiter auf 72 °C erhitzt, bleibt beim Fließen durch den Wärmetauscher einige Zeit lang auf diesem Temperaturniveau und wird dann wieder auf 38 °C abgekühlt. Der Energiebedarf aufgrund von Wärmeverlusten des Pasteurs und jener bei der Inbetriebnahme wird in diesem Fall als vernachlässigbar angenommen. 106