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Linux-Einstieg
Die Aufteilung der MIME-Konfiguration auf mehrere Orte hat aber durchaus
ihre Gründe. Sowohl KDE als auch Gnome verwenden ein Konzept, das Komponenten zur Bearbeitung verschiedener Datentypen vorsieht. Wenn im KDEDateimanager eine PNG-Bilddatei angezeigt werden soll, wird einfach die entsprechende Komponente geladen und ausgeführt. Da die KDE- und GnomeBibliotheken zueinander weitgehend inkompatibel sind, wäre es fatal, wenn der
KDE-Dateimanager versuchen würde, eine Gnome-Komponente auszuführen
(oder umgekehrt). Um das zu vermeiden, verwenden KDE und Gnome jeweils
ihre eigene MIME-Datenbank. Ähnlich ist die Argumentation auch bei allen
anderen Programmen mit eigener MIME-Konfiguration.
Bei vielen MIME-Konfigurationsdateien muss darüber hinaus zwischen der globalen und der individuellen Konfiguration unterschieden werden, also zwischen
der Default-Einstellung für alle Anwender und benutzerspezifischen Einstellungen.
Allgemeine
MIME-Konfiguration:
Die
allgemeinen
MIMEKonfigurationsdateien werden nur von den Programmen berücksichtigt,
die keine eigenen MIME-Dateien verwalten. Die Einstellungen sind auf zwei
Dateien verteilt, von denen es jeweils eine globale und eine benutzerspezifische
Version gibt:
/etc/mime.types
/etc/mailcap
~/.mime.types
~/.mailcap
global:
global:
lokal:
lokal:
Dateitypen
Programme
Dateitypen
Programme
mime.types enthält eine Liste, die die Zuordnung zwischen Dateitypen (erste
Spalte) und Dateikennungen (alle weiteren Spalten) herstellt. Die erste Beispielzeile ordnet dem Typ application/pdf die Kennung *.pdf zu. In mime.types
wird zum Teil zwischen Text- und X-Applikationen unterschieden, weswegen
Sie Dateitypen wie application/x-name finden werden.
mailcap gibt an, welches Programm zur Anzeige bzw. Bearbeitung eines bestimmten Dateityps verwendet werden soll. Die folgende Zeile besagt, dass zur
Anzeige von PDF-Dateien das Programm xpdf verwendet werden soll. Im Gegensatz zu mime.types müssen die Spalten in mailcap durch Semikola getrennt
werden. %s ist ein Platzhalter für den Dateinamen.
# in /etc/mailcap
application/pdf; xpdf %s
3.7.4
Magic-Dateien
MIME ist für die Zuordnung zwischen dem Dateityp und den dazu passenden
Programmen zuständig. Aber wie wird der Dateityp überhaupt festgestellt? Der
Normalfall besteht darin, dass die Dateiendung den Dateityp angibt. Die Dateiendung *.ps deutet also beispielsweise auf eine PostScript-Datei hin. Natürlich