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PFLANZENBAU Insektizidfamilie zurückzuführen. Die einzige Massnahme zur Vermeidung neuer Resistenzen besteht darin, niemals zweimal pro Jahr dasselbe Insektizid der gleichen Wirkstoffgruppe zu verwenden, denn jede Anwendung führt zu einer Selektion resistenter Individuen. Aus diesem Grund muss die Bekämpfungsschwelle zwingend eingehalten und der Insektizideinsatz auf zweimal pro Jahr mit Produkten unterschiedlicher Wirkstoffgruppen beschränkt werden. Der Einsatz von Pyrethroiden der Gruppe B (Talstar oder Blocker), Neonicotinoiden (Biscaya, Gazelle oder Alanto), Spinosynen (Audienz) und Pymetrozin (Plenum) sollte im Wechsel erfolgen. Für das Jahr 2011 besteht durch die Zulassung von Plenum mit dem Wirkstoff Pymetrozin eine zusätzliche Möglichkeit zu variieren. Neue Tabelle: Resistenz gegen Pyrethroid-Insektizide der Gruppe A im Jahre 2010 nicht resistent leicht resistent resistent Quelle: ACW Bekämpfungsschwellen Dieses Jahr wurden die Bekämpfungsschwellen leicht angepasst. Die Arbeitsgruppe «Bekämpfungsschwellen im Ackerbau» empfiehlt, das Stadium 53 bis 57 (Blütenknospen grösser als ein Zweifrankenstück) und das Auftreten von 3 Rapsglanzkäfern pro Pflanze abzuwarten, bevor eine Spritzbehandlung durchgeführt wird. Ab Stadium 57 liegt die Bekämpfungsschwelle bei 5 Käfern pro Pflanze. Nach Einsetzen der Blüte frisst der Schädling die Knospen nicht mehr an und verursacht somit am Raps auch keine Schäden mehr. Eine Spritzbehandlung ist demnach überflüssig. Im ÖLN sind alle bewilligten Produkte für die Bekämpfung des Rapsglanzkäfers zugelassen. Suisse Raps durchgeführt werden. Gesteinsmehl ist als Dünger, nicht aber als Insektizid zugelassen, sein spezifischer Einsatz zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers ist deshalb untersagt. Die Versuche vom FiBL zeigten, dass mit dem Einsatz von Gesteinsmehl die Anzahl Käfer um annähernd 50 % reduziert werden konnte. Das FiBL schreibt in einer Mitteilung folgendes: «Der Einsatz von Gesteinsmehl zur Rapsglanzkäferbekämpfung ist bei mittelstarkem Schädlingsdruck wirtschaftlich interessant. Bei sehr hohem Druck ist die Wirksamkeit zu schwach, und bei geringem Druck kann der zusätzliche Rapsertrag die Behandlungskosten nicht decken». Rapsglanzkäfers notwendig ist. Bei gleichzeitigem Auftreten der beiden Schädlinge muss auf ein Pyrethriod der Gruppe B zurückgegriffen werden. Bei allen Insektizidanwendungen ist es äusserst wichtig, die verwendete Produktegruppe zu wechseln und die Bekämpfungsschwellen einzuhalten, um der Entwicklung neuer Resistenzen vorzubeugen. 䡵 Nach Einsetzen der Blüte frisst der Schädling die Knospen nicht mehr an und verursacht auch keine Schäden mehr. Zusammenfassung Biologische Bekämpfung Gegenwärtig untersuchen Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und das FiBL verschiedene Möglichkeiten zur biologischen Bekämpfung des Rapsglanzkäfers, so die Gesteinsmehlspritzung oder das Anlegen von Randstreifen mit Rübsen. Zurzeit ist keine Methode genügend ausgereift, um sie in der Praxis grossflächig anzuwenden. Zu erwähnen ist die Lancierung einer grossen Versuchskampagne mit Gesteinsmehlspritzungen durch das FiBL für das Jahr 2011. Der Versuch wurde vom BLW bewilligt und darf insgesamt auf 100 ha mit IPSuisse Raps und auf 100 ha mit Bio- UFA-REVUE · 4 2011 Die Populationen von Meligethes aeneus, die gegen Pyrethroide der Gruppe A resistent sind, haben sich auf die meisten Rapsanbaugebiete ausgeweitet, wobei die Zusammensetzung einer Population von Parzelle zu Parzelle sehr stark variieren kann. Daher sollten für die Bekämpfung des Käfers nur Pyrethroide der Gruppe B, d. h. Talstar SC und Blocker, Neonicotinoide (Biscaya, Gazelle oder Alanto), Spinosyne (Audienz) und Pymetrozin (Plenum) eingesetzt werden. Die übrigen Pyrethroide der Gruppe A können noch für die Bekämpfung des Stängelrüsslers angewendet werden, wenn eine Behandlung vor dem Auftreten des Autoren Gaël Monnerat, UFA-Revue, sowie Thomas Steinger und Stève Breitenmoser, die an der Forschungsanstalt Agroscope ChanginsWädenswil (ACW) in Nyon über Schädlinge im Ackerbau forschen. INF BOX INFO www.ufarevue.ch 4 · 11 51