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Große Transformation
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Notwendig ist eine Wirtschaft, die gestaltbar
ist und durch Innovationen mehr Freiheit,
Gerechtigkeit und Lebensqualität verwirklicht,
aber in ihrem Naturverhältnis dauerhaft in
den Trag­fähigkeitsgrenzen der Natur bleibt.
letzten Jahrhunderts) setzten sich in erster Linie solche
Produkt- und Prozessinnovationen durch, die die Produktivität der Arbeit durch die economy of scale steigerten. Massenproduktion und Massenkonsum waren die
Folge dieser Entwicklungsphase. Dagegen spielten die
Reduktion des Ressourcenverbrauchs, die Steigerung
der Energieeffizienz, die Schließung von Stoffkreisläufen
oder insgesamt die Vereinbarkeit der Wirtschaftsprozesse mit den natürlichen Lebensgrundlagen keine oder
nur eine untergeordnete Rolle. Da diese Form der Produktivität durch die Massenproduktion beschleunigt
stieg, die Ressourceneffizienz dagegen kaum, führt diese Produktionsweise rasch an die Tragfähigkeitsgrenzen
der Ökosysteme.
Während das bisherige Wachstum die eigenen Voraussetzungen untergräbt, geht es nunmehr um eine
Entwicklung, die auch langfristig möglich ist. Die Antwort kann weder ein stationäres Wirtschaftssystem
­ohne jede Entwicklung sein, weil das Freiheit begrenzt
und Ungerechtigkeit zementiert, noch die Fortsetzung
der alten Form der Massenproduktion mit ihrem über­
mäßigen und weiter wachsenden Verbrauch an Roh­
stoffen und Energie, den steigenden Emissionen und
deponierten Abprodukten. Notwendig ist eine Wirt­
schaft, die gestaltbar ist und durch Innovationen mehr
Freiheit, Gerechtigkeit und Lebensqualität verwirklicht,
aber in ihrem Naturverhältnis dauerhaft in den Trag­
fähigkeitsgrenzen der Natur bleibt.
Von daher geht es um die Frage, ob die Konstitution
eines solchen Typs wirtschaftlicher und gesellschaft­
licher Entwicklung möglich ist. Natürlich war Schum­
peters Ausgangspunkt nicht der sozialökologische
­Umbau. Doch grundsätzlich macht seine Theorie eine
Entwicklung möglich, die nicht nur ohne Wachstum des
Ressourcenverbrauchs (Rohstoffe, Energie, Emissionen
und A
­ bprodukte) auskommt, sondern sogar den Verbrauch trotz steigender Weltbevölkerung und nach­
holender ­Industrialisierung absolut absenken kann.
Die Theorie Schumpeters zeigt: Grundsätzlich ist ein
anderer Entwicklungspfad denkbar, der ökologisch,
sozial und auch ökonomisch Innovationspotenziale
­
­ obilisiert. So haben beispielsweise Charles Sabel und
m
Michael Piore in ihrer Studie beschrieben, welche Chancen innovative Klein- und Mittelbetriebe haben, wenn es
zu einer „Requalifizierung der Arbeit und zur Rückkehr
der Ökonomie in die Gesellschaft“ kommen würde. Die
MIT-Wissenschaftler gehen vom Ende der traditionellen
Massenproduktion aus und sehen die Zukunft in einer
„flexiblen Spezialisierung“ durch den Ausbau von Handwerk und Dienstleistungen.
Die ungenutzten Innovationsmöglichkeiten können
eine sozialökologische Marktwirtschaft ermöglichen,
wenn auf der stofflichen Seite erneuerbare Rohstoffe
und Energien genutzt und alle Abprodukte und Emissionen durch eine Kreislaufwirtschaft verträglich in die
Ökosysteme zurückgeführt werden. Dann wäre – wie
­Jared Diamond aufgezeigt hat – theoretisch eine fast
endlose Fortsetzung stationärer Produktionssysteme
möglich, bei ihm allerdings unter der wichtigen Einschränkung, dass es kein Bevölkerungswachstum mehr
gibt. In jedem Fall würde zumindest die Auszehrung der
natürlichen Lebensgrundlagen massiv verlangsamt.
­Damit würde Zeit gewonnen, der für weitergehende
­Umbauprozesse zu neuem Fortschritt unverzichtbar ist.
Dieser erste Schritt des Umbaus wird durch eine
­politische Regulation möglich, zu der neben funktionsfähigen Märkten auch neue Ordnungs- und Rechtssysteme, eine soziale und ökologische Verpflichtung des
­Eigentums, eine ökologische Finanzreform und bürgernahe Verwaltungen gehören, die jede Form der Externalisierung zu Lasten der Allgemeinheit beenden. Erfolgreiche Innovationsstrategien erfordern, um weitere
Eckpunkte zu nennen, die Regulierung der Finanzmärkte, ein faires globales Rohstoffregime sowie die systematische Absenkung und gerechte Verteilung ökologischer Nutzungsrechte. Innovationen lösen gezielt alte
Produkte und Verfahren ab und setzen sozialökologisch
verträgliche Produkte und Dienstleistungen ebenso
durch wie eine gerechte Handelsordnung. Das erfordert
Organisationsprinzipien, die mehr Demokratie und
­Dezentralität möglich machen.
Mit diesem evolutionären Konzept wird in erster Linie