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Große Transformation 73 Notwendig ist eine Wirtschaft, die gestaltbar ist und durch Innovationen mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Lebensqualität verwirklicht, aber in ihrem Naturverhältnis dauerhaft in den Tragfähigkeitsgrenzen der Natur bleibt. letzten Jahrhunderts) setzten sich in erster Linie solche Produkt- und Prozessinnovationen durch, die die Produktivität der Arbeit durch die economy of scale steigerten. Massenproduktion und Massenkonsum waren die Folge dieser Entwicklungsphase. Dagegen spielten die Reduktion des Ressourcenverbrauchs, die Steigerung der Energieeffizienz, die Schließung von Stoffkreisläufen oder insgesamt die Vereinbarkeit der Wirtschaftsprozesse mit den natürlichen Lebensgrundlagen keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Da diese Form der Produktivität durch die Massenproduktion beschleunigt stieg, die Ressourceneffizienz dagegen kaum, führt diese Produktionsweise rasch an die Tragfähigkeitsgrenzen der Ökosysteme. Während das bisherige Wachstum die eigenen Voraussetzungen untergräbt, geht es nunmehr um eine Entwicklung, die auch langfristig möglich ist. Die Antwort kann weder ein stationäres Wirtschaftssystem ohne jede Entwicklung sein, weil das Freiheit begrenzt und Ungerechtigkeit zementiert, noch die Fortsetzung der alten Form der Massenproduktion mit ihrem über mäßigen und weiter wachsenden Verbrauch an Roh stoffen und Energie, den steigenden Emissionen und deponierten Abprodukten. Notwendig ist eine Wirt schaft, die gestaltbar ist und durch Innovationen mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Lebensqualität verwirklicht, aber in ihrem Naturverhältnis dauerhaft in den Trag fähigkeitsgrenzen der Natur bleibt. Von daher geht es um die Frage, ob die Konstitution eines solchen Typs wirtschaftlicher und gesellschaft licher Entwicklung möglich ist. Natürlich war Schum peters Ausgangspunkt nicht der sozialökologische Umbau. Doch grundsätzlich macht seine Theorie eine Entwicklung möglich, die nicht nur ohne Wachstum des Ressourcenverbrauchs (Rohstoffe, Energie, Emissionen und A bprodukte) auskommt, sondern sogar den Verbrauch trotz steigender Weltbevölkerung und nach holender Industrialisierung absolut absenken kann. Die Theorie Schumpeters zeigt: Grundsätzlich ist ein anderer Entwicklungspfad denkbar, der ökologisch, sozial und auch ökonomisch Innovationspotenziale obilisiert. So haben beispielsweise Charles Sabel und m Michael Piore in ihrer Studie beschrieben, welche Chancen innovative Klein- und Mittelbetriebe haben, wenn es zu einer „Requalifizierung der Arbeit und zur Rückkehr der Ökonomie in die Gesellschaft“ kommen würde. Die MIT-Wissenschaftler gehen vom Ende der traditionellen Massenproduktion aus und sehen die Zukunft in einer „flexiblen Spezialisierung“ durch den Ausbau von Handwerk und Dienstleistungen. Die ungenutzten Innovationsmöglichkeiten können eine sozialökologische Marktwirtschaft ermöglichen, wenn auf der stofflichen Seite erneuerbare Rohstoffe und Energien genutzt und alle Abprodukte und Emissionen durch eine Kreislaufwirtschaft verträglich in die Ökosysteme zurückgeführt werden. Dann wäre – wie Jared Diamond aufgezeigt hat – theoretisch eine fast endlose Fortsetzung stationärer Produktionssysteme möglich, bei ihm allerdings unter der wichtigen Einschränkung, dass es kein Bevölkerungswachstum mehr gibt. In jedem Fall würde zumindest die Auszehrung der natürlichen Lebensgrundlagen massiv verlangsamt. Damit würde Zeit gewonnen, der für weitergehende Umbauprozesse zu neuem Fortschritt unverzichtbar ist. Dieser erste Schritt des Umbaus wird durch eine politische Regulation möglich, zu der neben funktionsfähigen Märkten auch neue Ordnungs- und Rechtssysteme, eine soziale und ökologische Verpflichtung des Eigentums, eine ökologische Finanzreform und bürgernahe Verwaltungen gehören, die jede Form der Externalisierung zu Lasten der Allgemeinheit beenden. Erfolgreiche Innovationsstrategien erfordern, um weitere Eckpunkte zu nennen, die Regulierung der Finanzmärkte, ein faires globales Rohstoffregime sowie die systematische Absenkung und gerechte Verteilung ökologischer Nutzungsrechte. Innovationen lösen gezielt alte Produkte und Verfahren ab und setzen sozialökologisch verträgliche Produkte und Dienstleistungen ebenso durch wie eine gerechte Handelsordnung. Das erfordert Organisationsprinzipien, die mehr Demokratie und Dezentralität möglich machen. Mit diesem evolutionären Konzept wird in erster Linie