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Torsten Andreas Hoffmann und sein Buch ›Fotografie als Meditation‹ Thomas Brotzler Alltagsgeschehen – als ein auch dem heutigen Menschen innewohnendes Bedürfnis charakterisiert. Es folgt eine fundierte Einführung in die Zen-Philosophie und die meditative Praxis, immer wieder ergänzt durch den Rekurs auf die Fotografie im Sinne eines »vertieften bzw. Bildbeispiel auf Seite 21 des intuitiven und eben Buches nicht nur sensationssuchenden bzw. ästhetisierenden Blicks auf die Welt«. Passend dazu findet sich in Kapitel 8 das anekdotische Einsprengsel von der allerersten Ausstellung des Autors vor vielen Jahren: Über die Bilder ergab sich eine sehr intensive Begegnung und Diskussion mit einer älteren Besucherin, in deren Verlauf sich die Idee einer ›hintergründigen, anderen Ästhetik des vornehmlich Hässlichen‹ vermitteln ließ. In seinem Erzählfluss findet Torsten A. Hoffmann dann aber zu wichtigen Themen der ›schmerzlichen Dualität‹ im Sinne des Getrenntseins des Individuums von seiner Umgebung zurück, er erörtert auch das ›Konzept des Studiums und Punctums‹ im Sinne eines © 2014 • FotoEspresso • www.fotoespresso.de intellektuellen versus emotionalen Verständnisses, ›innere versus äußere Landschaften‹ und vieles mehr … Eine vollständige Aufzählung all seiner Gedanken und Thesen wird mir hier auf begrenztem Raum der Buchvorstellung kaum gelingen – die Andeutung mag genügen, Bildbeispiel auf Seite 81 des weiteres mag der geBuches neigte Leser in eigener Lektüre (die vielleicht im besten Sinne auch eine meditative Herangehensweise ist) selbst entdecken. Stattdessen möchte ich noch auf einige Kapitel hinweisen (wobei auch dies natürlich eine subjektive Auswahl meinerseits darstellt), die mir besonders wichtig und aufschlussreich im fotografischen Sinn erscheinen: Es sind dies die sehr ausführlichen und mit vielen Bildbeispielen versehenen Kapitel 17 (›Grundstimmungen ausdrücken‹) und 20 (›Street Photography‹). Einige handfeste Tipps für die meditativ-fotografische Praxis bietet schließlich noch das abschließende Kapitel 28 (›Der Weg zum eigenen Stil‹). Ausgabe 2/2014 Ein Fazit Torsten A. Hoffmann ist mit seinem neuen Buch »Fotografie als Meditation« nach meinem Dafürhalten ein großer Wurf gelungen. Es ist ein mutiges Buch, weil es sich ›wie der Mahner in der Wüste‹ gegen den Ansturm technikaffiner Fotografieranleitungen heutiBildbeispiel auf Seite 115 des ger Tage stellt. Und es Buches ist auch ein wichtiges Buch, weil es den Leser dort abholt, wo besagte Anleitungen diesen allein lassen und keine weiterführenden Wege zur kreativen Entfaltung aufzeigen. Der Weg dorthin führt über eine ›vertiefte innere Wahrnehmung‹, und Torsten Hoffmann will für diesen Zweck die Methoden der aus der buddhistischen Tradition herrührenden Zen-Meditation nutzbar machen. Doch verweist er auch auf die Unterschiede zur reinen Meditationspraxis (im Sinne einer üblicherweise ›posi tiv konnotierten Leere‹ bzw. ›friedlichen Absichtslosig keit‹), wenn er die gelungene Fotografie zum Ausgangs punkt und Ziel des Buches zugleich erklärt. 69