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PFLANZENBAU die beiden möglichen Antworten und gleichzeitig gelte es, den Mühlen mit qualitativ gutem Schweizer Brotgetreide Marktchancen gegen den steigenden Importdruck von Halb- und Fertigprodukten zu bieten, betonte Eberhard. Er unterstrich, dass die Veränderungen als Teil der propagierten Qualitätsstrategie und vor allem auch als Chance für das Schweizer Brotgetreide zu sehen sind – und dementierte gleich mögliche Spekulationen: «Wir sehen eine Proteinbezahlung ganz klar nicht als Lösungsansatz». Vielmehr setze man den Fokus auf die Klasse «top» und die 2025% jener Posten mit den tiefsten Proteingehalten. Hier gelte es, einerseits mit agronomischen Methoden («richtige Sorte im richtigen Boden») und einer gezielten Proteinbewirtschaftung auf Stufe Sammelstelle die Situation zu verbessern. Die Ermittlung dieser Gehaltswerte soll mittels NIR-Methode (NahinfrarotSpektroskopie) erfolgen. fenaco GOF arbeitet diesbezüglich mit zwei Geräteherstellern zusammen. In Absprache mit jenen Sammelstellen, die solche Messgeräte anschaffen und einheitlich kalibrieren, soll ein nationales Datennetzwerk errichtet werden mit dem Ziel, umfassende Erkenntnisse über die geernteten Qualitäten zu erhalten und darauf basierend die Vermarktungsstrategie anzupassen. Letztlich gehe es auch darum, die Posten mit tiefen Proteinwerten zu reduzieren und Lieferungen an die Mühlen mit garantierten, klassentypischen Qualitätswerten zu ermöglichen, meinte Schmid. «Wir wollen so die Marktstellung der Klasse ‹top› gegenüber dem Importgetreide stärken und einen möglichst hohen Markterlös realisieren». Protein aktiv bewirtschaften Bedeutung beim Backen Christian Städeli, Leiter Fachstelle Getreide und Mehl bei der Jowa-Bäckerei, erklärte die verschiedenen Qualitätsmerkmale, die bei der Herstellung von Backwaren von Bedeutung sind. «Heute ist die Fortunat Schmid, Leiter Dienste und Regionen bei fenaco GOF, betonte, dass die Thematik «Proteingehalt» nicht ganz neu sei, sondern die Diskussionen darüber schon 2004 begonnen hätten. Die Grundstrategie der fenaco, so Schmid, bestehe darin, dass die Sammelstelle bessere Kenntnisse über die Proteinwerte der Klasse «top» erhalte und somit die Aufbereitung, das Verladen und letztlich auch mit der Sortenempfehlung den Anbau in der jeweiligen Region proaktiv steuern könne. 6 sogenannte Frische bis zum Ladenschluss gefragt, weshalb das Marktvolumen nach tiefgekühlten Teiglingen steigt, was wiederum die absolute Menge Feuchtgluten in den Fokus rückt», führte Städeli aus. Er stellte auch klar, dass bezüglich Qualitätsanforderung kein Unterschied mehr zwischen gewerblichen und industriellen Bäckereien bestehe. Selbstversorgungsgrad zu tief Heinz Mollet, Leiter der fenaco Division «Agrar», hob in seinem Übersichts-Referat die Stärken der Schweizer Landwirtschaft hervor und meinte, dass die Schweiz im internationalen Massengeschäft nicht konkurrenzfähig sei und man sich von diesem Geschäft auch in Zukunft besser heraushalten solle. «Vielmehr muss es unser Ziel sein, den heute tiefen Selbstversorgungsgrad wieder zu erhöhen», führte Mollet weiter aus. Dabei seien Effizienz, Innovation und Nachhaltigkeit die entsprechenden Treiber. Und diesbezüglich nehme gerade die fenaco mit der Rollenteilung gemäss eigener LANDI-Strategie eine zentrale Rolle ein. 䡵 10 7 · Der Einsatz von Messgeräten soll die Proteinbewirtschaftung auf Stufe Sammelstelle vereinfachen. 8 · Joseph von Rotz: «Biskuitweizen und Roggen sollten im Anbau etwas zurückgenommen werden». 9 · Ernst Meyer, Vizepräsident des Getreideproduzentenverbands, hadert mit der «AP 14 – 17» und den entsprechenden Vorgaben, die dem Getreidebau nicht förderlich sind. 10 · Am «Maxi»-Event wird auch immer ein Ausblick auf bevorstehende Veränderungen oder Herausforderungen im Marktumfeld des Getreidebaus gegeben. 11 · Rolf Häusler von der Getreidesammelstelle Thalheim fordert ein stärkeres Bekenntnis der Grossverteiler zu Schweizer Rohstoffen. 12 · Die Messgeräte können heute verlässliche Angaben zu verschiedenen Inhaltsstoffen liefern. 8 11 Autor Dr. Roman Engeler und Gaël Monnerat, UFA-Revue, 8401 Winterthur 7 9 12 Der nächste «Maxi»Event wird am 10. April 2014 stattfinden. Bereits in der nächsten Ausgabe der UFA-Revue erfahren Sie mehr über die Anbaurichtlinien zur kommenden Aussaat. www.ufarevue.ch UFA-REVUE · 5 2013 5 · 13 51