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NUTZTIERE Wann für die Alpung geeignet? AUFZUCHTKÄLBER sollen in den ersten Monaten qualitativ hochstehendes Futter mit hoher Nährstoffkonzentration erhalten. Ab wann ist danach eine Alpung möglich? Mit welchen Tageszunahmen kann gerechnet werden? Ist das Alter oder das Lebendgewicht entscheidender? Welche Rolle spielt die Lage der Alp? Viele Viehzüchter fragen sich, ob sie Kälber, die zum Beispiel im Januar geboren sind, im ersten Sommer schon auf die Alp schicken können. In einer Semesterarbeit im Rahmen der Ausbildung zum Agro-Techniker ging der Autor diesem Thema auf Theo Kempf Grafik: Durchschnittliche Tageszunahmen Tageszunahmen in g 500 460 400 360 Niederalp, Kälber separat 19 Tiere Hochalp, Kälber separat 10 Tiere Hochalp, Kälber in Rinderherde 15 Tiere den Grund. Insgesamt wurden 44 Kälber von zehn Betrieben mit einbezogen. Im Frühling wurden die Grösse, das Alter und Gewicht der Kälber erfasst. Im Sommer wurden 25 Kälber auf drei Hochalpen (ab 1600 m über Meer), 19 Kälber auf einer Niederalp (bis 1600 m über Meer) gesömmert und entsprechend charakterisiert. Nach dem Alpabtrieb wurden die Gewichte innert zwei Tagen erfasst, um die Tageszunahmen (TZ) auswerten zu können. Höhenlage ist bedeutend Aus der Grafik ist ersichtlich, dass die Kälber auf der Niederalp eine um 70 g höhere TZ aufwiesen als auf den Hochalpen. Der Haltungsvergleich konnte nur bei den Hochalpen durchgeführt werden. Der Unterschied war gering: Bei separater Haltung der Kälber betrug die durchschnittliche Tageszunahme 430 g, bei der Haltung zusammen mit älteren Rindern 410 g. Diese Differenz lässt sich dadurch erklären, dass separat gehaltene Kälber nicht von älteren Tieren gestresst und verdrängt werden. Sowohl das Alter wie auch das Gewicht zu Beginn der Alpung übte nur einen geringen Einfluss auf den Tageszuwachs aus. Auf der Hochalp hatte das Alter einen grösseren Einfluss auf den Zuwachs als auf der Niederalp. Empfehlungen Aus der Semesterarbeit können folgende Empfehlungen abgeleitet werden: • Zu alpende Kälber sollten einen tadellosen Gesundheitszustand aufweiEs ist wichtig, sich mit der Futterqualität und der Haltung der Kälber auf den Alpen auseinanderzusetzen. 72 Am Anfang immer intensiv Werden unter einjährige Rinder gealpt, hat dies in der Regel ein Erstabkalbealter über 30 Monaten zur Folge. Auch bei einer extensiven Aufzucht ist eine intensive Fütterung mit Tageszunahmen von über 900 g in den ersten sechs Lebensmonaten zu empfehlen, weil: • das hohe Wachstumspotenzial in der ersten Lebensphase genutzt wird und dadurch das Erstkalbealter und die Aufzuchtkosten sinken. • junge Kälber tendenziell gesünder bleiben. • die Euterkapazität und spätere Milchleistung zunimmt. • nicht mehr nachgeholt werden kann, was im ersten Halbjahr verpasst wird. sen und im Frühling während zirka einem Monat an die Weide gewöhnt werden. • Es eignen sich Tiere, die zwischen dem 1. August und dem 15. Dezember geboren sind, sowie mindestens 250 kg Lebendgewicht und ein Alter von siebeneinhalb Monaten erreichen. • Auf einer Niederalp sind tendenziell höhere Tageszunahmen möglich als auf einer Hochalp. • Die separate Haltung junger Kälber auf der Alp kann sich positiv auf die Zunahmen auswirken. 䡵 Autor Theo Kempf ist Geschäftsführer der LANDI Uri AG, 6468 Attinghausen, und absolviert die Ausbildung zum AgroTechniker am Inforama Rütti (BE). www.ufarevue.ch 5 · 13 5 2013 · UFA-REVUE