Download Windows 2000 09

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EDITORIAL
Leinen
los für
Windows
2000?
in Punkt-Null-Release von Microsoft setzt man nicht produktiv
ein!“ Wer diese Regel befolgte, war in der Vergangenheit immer
gut beraten. Wer will sich schon mit instabiler „Eigentlichnoch-Beta-Software“ herumschlagen. Viele Administratoren waren daher
auch bei Windows 2000 vorsichtig: Frühestens mit dem ersten Service
Pack wollten sie die firmenweite Installation der neuen Version wagen.
Das Service Pack 1 ist da. Kommt jetzt die große Windows2000-Welle? Wohl kaum. Denn die wahren Probleme bei der Migration
auf Windows 2000 liegen nicht in mangelnder Stabilität.
Anders als viele andere Microsoft-Produkte (inklusive NT 4) war
Windows 2000 von Beginn an ziemlich stabil. Die vielen DesignVerbesserungen wie beispielsweise Treiber-Signierung, System File
Protection und die enorm lange Betatest-Phase zahlten sich aus.
Wo liegen dann die Ursachen für das Zögern vieler Anwender?
Erstens sind Windows-2000-Anwendungen Mangelware. Bitte
keinen Aufschrei! Uns ist nicht entgangen, dass die meisten
NT-4-Anwendungen auch unter Windows 2000 ihren Dienst verrichten.
Aber eben nur die meisten – nicht alle. Noch schwerer wiegt allerdings,
dass es kaum Anwendungen gibt, welche die Funktionen von
Windows 2000 tatsächlich ausnutzen. Microsoft gibt hier mit der
verspäteten Fertigstellung von Exchange 2000 ein unrühmliches Vorbild
ab. Warum also sollte man das mühevolle (und wahrscheinlich
kostspielige) Upgrade auf sich nehmen?
Zweitens hat Windows 2000 beträchtliche Hardware-Probleme.
Nicht nur, dass die Systemanforderungen gegenüber NT 4 sowohl auf
Workstation- als auch auf Server-Seite kräftig erhöht wurden. Das neue
Treibermodell von Windows 2000 sorgt dafür, dass viele Geräte und
Komponenten nicht ohne weiteres für Windows 2000 verwendet werden
können. Oft genug bedeutet dies für ältere Hardware: Nichts geht mehr!
Drittens ist es ein weiter Weg von NT-Domänen zu Active
Directory. So funktional, skalierbar und flexibel der Windows-2000Verzeichnisdienst auch sein mag, seine firmenweite Einführung erfordert
gründliche Planung und das Erlernen zahlreicher neuer Technologien.
Man kann bei der Implementierung einfach zu viele Dinge
falsch machen, und die meisten Fehler erfordern zu ihrer Behebung
beträchtlichen Aufwand.
Es sind die notwendigen Investitionen in Hardware, Software
und Weiterbildung, die über das Tempo der Windows-2000-Einführung
entscheiden. Und die Zeit, die man zum Testen benötigt.
„E
Ihr
Frank-Martin Binder
www.win2000mag.de